Archiv der Kategorie: Sexuelle Probleme

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Noch nie einen Orgasmus- die RTL Morgenwette

Noch nie einen Orgasmus

Noch nie einen Orgasmus- die RTL Morgenwette

Hier der Radiomitschnitt.

Noch nie einen Orgasmus- in der RTL-Morgenwette geht es darum, ob sich 89 Frauen ourten, noch nie einen Orgasmus bekommen zu haben.

 
Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung RTL Morgenwette bei Radio 89.0 RTL

Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Lesen Sie auch den Beitrag: Noch nie einen Orgasmus erlebt- und das als Frau mit 38

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HOCD Homosexual Obsessive Compulsive Disorder

HOCD Homosexual Obsessive Compulsive Disorder

HOCD Homosexual Obsessive Compulsive Disorder

HOCD Homosexual
Obsessive Compulsive Disorder

HOCD- Was bedeutet das?

In den USA ist HOCD längst als psychische Erkrankung bekannt, während sich die Sexualtherapie in Deutschland bislang nur wenig mit dem Thema beschäftigt hat. Beispielsweise hat das Center for Treatment of Anxiety and Mood Disorders in Florida zu dem Thema eine Reihe interessanter Informationen auf der eigenen Website zusammengestellt.

HOCD Homosexual Obsessive Compulsive Disorder ist eine spezielle Form der Zwangsstörung. Es gelten die gleichen Diagnosekriterien wie für Zwangsstörungen allgemein (nach ICD-10):

  • Die Zwangsgedanken werden als eigene Gedanken erlebt.
  • Der/die Betroffene leistet gegen die Gedanken inneren Widerstand.
  • Der Zwangsgedanke wird als unangenehm empfunden und nicht als lustvoll.
  • Die Zwangssymptome wiederholen sich immer wieder und beschäftigen den/die Betroffene mindestens 2 Wochen lang an den meisten Tagen.

Das Besondere an HOCD Homosexual Obsessive Compulsive Disorder ist, dass der Inhalt der Zwangsgedanken sich auf die Frage konzentriert: Bin ich homosexuell oder nicht? Dazu kommen möglicherweise weitere zwanghafte Verhaltensweisen, z.B. Selbsttests mit Betrachten von Gay- bzw. lesbischer Pornografie, um zu prüfen, ob Menschen eigenen Geschlechts eine/n vielleicht sexuell erregen.

Im deutschen Sprachraum gibt es dazu bislang nur sehr wenig Veröffentlichungen- und kaum Therapeuten, die sich mit dem Störungsbild „Homosexuelle Zwangsgedanken“ geschäftigen. Eine Ursache dafür liegt sicherlich daran, dass sexualtherapeutische Fragestellungen in den meisten psychotherapeutischen Ausbildungen entweder gar nicht oder nur sehr am Rande vorkommen.

Der Unterschied zwischen Homosexualität
und homosexuellen Zwangsgedanken

Homosexuelle Zwangsgedanken sind etwas völlig anderes als Homosexualität. Homosexualität ist eine als lustvoll erlebte Form menschlicher Sexualität zwischen Menschen gleichen Geschlechts- homosexuelle Zwangsgedanken sind die psychische Störung eines einzelnen betroffenen Menschen, der an diesen Gedanken leidet.

Typisch für homosexuelle Zwangsgedanken sind folgende Symptome (die nicht notwendigerweise alle gleichzeitig vorliegen müssen):

  • Oft kennen Betroffene auch andere Formen der Zwangsstörung, z.B. die Sorge, an einer schweren Krankheit zu leiden, oder Angst davor zu haben, sich selbst oder anderen Menschen ohne es zu wollen etwas anzutun.
  • Unwillentliches, aber sehr intensives Nachdenken über die eigene sexuelle Identität
  • Ständiger Wunsch, sich selbst zu versichern, man sei sexuell „normal“
  • Angst davor, Menschen gleichen Geschlechts zu nahe zu kommen, aus dem Gefühl heraus, das könnte eigene Homosexualität fördern
  • Angst davor, andere könnten einen aufgrund bestimmter Anzeichen für schwul/lesbisch halten
  • Homosexuelle Fantasien beängstigen die Betroffenen und bereiten keine Lust
  • Die erotische Anziehung fehlt in Bezug auf das eigene Geschlecht
  • Selbstkorrektur von Verhaltensweisen, die aus eigener Sicht homosexuell wirken könnten: Z.B. steht ein Mann vom Stuhl auf uns setzt sich nochmal, aus Angst, das erste Hinsetzen hätte irgendwie feminin wirken können
  • Angst, die Begegnung mit einem homosexuellen Menschen könnte eigene Homosexualität wachrütteln


Typisch für tatsächliche Homosexualität sind folgende Anzeichen:

  • Homosexuelle Fantasien machen den Menschen, die sie haben, Spaß und werden als lustvoll erlebt (auch dann, wenn die eigene Homosexualität anderen gegenüber versteckt wird oder sich Betroffene wegen ihrer Homosexualität schämen)
  • Homosexuelle Menschen bevorzugen gleichgeschlechtliche Sexualpartner (eigentlich eine Binsenweisheit- aber das ist definitiv das Kriterium!)

HOCD-
Mögliche Ursachen

Homosexuelle Zwangsgedanken können die gleichen Ursachen haben wie andere Zwangsstörungen auch. Voraussetzung, an HOCD zu erkranken, ist eine gewisse Vulnerabilität (Anfälligkeit), die genetisch begründet sein kann oder auch durch eine andere psychische Erkrankung (z.B. Depression) ausgelöst wird.

Auffallend oft habe ich in meiner Praxis Patienten und Patientinnen erlebt, die kurz vor Ausbruch der homosexuellen Zwangsgedanken Drogen (insbesondere Cannabis) oder Alkohol (in gesundheitsgefährdender Weise) konsumiert haben.

Homosexuelle Zwangsgedanken scheinen häufig ein Ausdruck für andere psychische Probleme zu sein, die dahinter liegen und häufig dem bzw. der Betroffenen bewusst gar nicht klar sind.

Das kann etwa eine depressive Erkrankung sein, weger der sich der bzw. die Betroffene schlecht fühlt, die aber als solche nicht recht benennbar ist. Da ist es in gewisser Hinsicht leichter zu denken: „Ich fühle mich schlecht, weil ich unsicher bin, ob ich nicht homosexuell oder lesbisch sei könnte.“ Die fortwährende Beschäftigung mit dieser Frage verschlimmert zwar in der Regel das eigene Unwohlsein- aber immerhin gibt es jetzt einen scheinbaren Grund dafür: Es ist die Ungewissheit, möglicherweise homosexuell/lesbisch zu sein, die einen sich selber schlecht fühlen lässt.

Andere mögliche Gründe sind berufliche oder private Fehlschläge (z.B. das Verlassenwerden durch die eigene Freund/Freundin). Im letztgenannten Beispiel kann es für Betroffene zunächst eine (scheinbare) Erleichterung sein, sich in die Frage möglicher eigener Homosexualität hineinzuversenken, statt über die beendete Beziehung zu trauern und mögliche Ursachen zu ergründen.

HOCD- Traumatische Erfahrungen
als alternative Ursache

Ebenfalls häufig sind mir in meiner Praxis Menschen begegnet, die in ihrer Kindheit homosexuellen Übergriffen ausgesetzt waren. Dabei waren die „Täter“ in der Regel ältere Jugendliche, die vermutlich selbst Opfer sexueller Misshandlung gewesen sind und diese Übergriffe selbst an Jüngere weitergeben. Mögliche Übergriffe können sein: Zwang zum gemeinsamen Ansehen von Pornografie, Zwang zur Entblößung, Zwang zu sexuellen Handlungen.

Wenn solche Übergriffe in einer Zeit stattfinden, in der ein Kind noch keine Möglichkeit hat, Sexualität als solche zu begreifen und zu verstehen, kann es dazu kommen, dass sich im Gehirn keine klare Erinnerung an solche Vorfälle abspeichert (sogenanntes „cold memory“), sondern sich vielmehr ein ganzer Cocktail an Erinnerungsfetzen einprägt, die sich später gegenseitig triggern können (sogenanntes „hot memory“).

So kann es beispielweise eine „Erinnerungswolke“ geben, in der sich die folgenden Vorstellungen miteinander verbinden:

  • Ich tue etwas Verbotenes.
  • Ich tue etwas Aufregendes.
  • Das tut mir weh.
  • Das bereitet mir irgendwie Lust.
  • Ich habe es nicht gewollt.
  • Aber der andere hat gesagt: Du hast es doch auch gewollt.
  • Ich darf darüber nicht sprechen.
  • Irgendwie war der/die andere doch mein Freund/meine Freundin.
  • So richtig ist da gar nichts gewesen.

Später im Leben kann dann irgendein erinnertes Detail ein solches Erlebnis wieder wachrufen („triggern“) und die ganze emotionale Unsicherheit, die damals erlebt wurde, wieder in die Gegenwart ziehen, insbesondere die Frage:

Hab ich damals nicht doch das homosexuelle Erlebnis als angenehm empfunden? Habe ich es nicht schon damals irgendwie auch selber gewollt und genossen?

HOCD Homosexual Obsessive Compulsive
Disorder: Therapeutische Möglichkeiten

Für die Therapie von HOCD Homosexual Obsessive Compulsive Disorder scheint mir eine gründliche Diagnostik die entscheidende Voraussetzung, insbesondere die Abklärung, ob es sich tatsächlich um eine Form der Zwangsstörung handelt oder um eine Traumafolgestörung.

Ferner muss ausgeschlossen sein, dass nicht doch eine Form der Homosexualität vorliegt, die sich der Betroffene aus gesellschaftlichen Gründen (z.B. durch ein rigides ethisches Regelwerk) nicht eingestehen möchte.

Nach der Diagnosestellung bieten sich folgende Therapieverfahren an:

Verhaltenstherapeutische Sofortmaßnahmen

Unser Hirn schafft bevorzugte neuronale Verbindungen für Gedanken, die besonders häufig gedacht werden. D.h.: Wenn ich häufig über mögliche eigene Homosexualität nachdenke, schlägt mir mein Hirn laufend vor, über dieses Thema wieder und wieder nachzudenken- ähnlich wie der Computer mit seiner Liste zuletzt aufgerufener Dateien.

Solche gedanklichen Fixierungen werden erlernt- und können folglich auch wieder verlernt werden. Dabei hift es allerdings nicht, zu denken: Ich will jetzt keine homosexuellen Zwangsgedanken denken! Denn mit genau diesem Gedanken bin ich schon wieder mitten drin in der gedanklichen Verstrickung. Unser Gehirn kennt keine negativen Vorstellungen (etwas NICHT zu denken). Wenn ich Sie auffordere: „Stellen Sie sich KEINEN rosa Elefanten vor!“, dann können Sie nicht anders, als an einen rosa Elefanten zu denken.

Deshalb geht es bei verhaltenstherapeutischen Verfahren bei HOCD Homosexual Obsessive Compulsive Disorder darum, Techniken zu erlernen, das eigene Denken mit anderen Gedanken zu erfüllen, die weniger schädlich bzw. sogar förderlich für das Selbstbefinden sind.

Ursachenforschung

Homosexuelle Zwangsgedanken entstehen nicht einfach so, sondern haben eine psychische Ursache. Diese Ursache ist den meisten Betroffenen zu Therapiebeginn selber nicht recht klar. Oft dienen Zwangsgedanken dazu, Betroffene davon abzuhalten, andere, noch unangenehmere Themen anzugehen und aufzuarbeiten.

Eine genaue Analyse der Auslösefaktoren kann helfen, das Entstehen von HOCD Homosexual Obsessive Compulsive Disorder zu verstehen. Und dieses Wissen kann für Betroffene ein erster Schritt sein, sich um die Bearbeitung der auslösenden Umstände zu kümmern. Im Rahmen einer solchen Aufarbeitung entfällt dann nach und nach die Notwendigkeit, diese Zwangsgedanken denken zu müssen.

Therapeutische Methoden zur Ursachenforschung können biografische Gespräche sein, aber auch tiefenpsychologische und psychoanalytische Verfahren wie z.B. die Analyse von Träumen.

Traumatherapie bei Missbrauchserlebnissen

Bei sexuellen Missbrauchserlebnissen (und das muss keineswegs eine physische Vergewaltigung sein- es reicht jede ungewollte Konfrontation mit Sexualität durch Übergriffigkeit eines anderen Menschen!) kann es, wie schon oben beschrieben, zu einer Traumatisierung kommen.

Hirnphysiologisch ist damit gemeint, dass ein solches Erlebnis als „Gefühlswolke“ (hot memory) in der Amygdala gespeichert ist und jederzeit durch bestimmte Auslöser getriggert werden kann, so dass die Gegenwart komplett von dieser Gefühlswolke geprägt ist.

Therapeutisches Ziel ist es, die andere Form menschlicher Erinnerungsfähigkeit (das sogenannte cold memory im Hippocampus) anzuregen und daran zu arbeiten, das traumatische Erlebnis in die Zeitlinie der eigenen Biografie einzubinden. Je mehr diese bewusste Form der Erinnerung gestärkt wird, desto geringer wird die Gefahr, dass aktuelle Trigger die Gefühlswolke des traumatischen Erlebnisses wieder hervorholen.

******
© M.Petery.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. hum. biol. Michael Petery

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Rauchen als Fetisch

Rauchen als Fetisch-
Gefährde ich die Gesundheit meiner Freundin?

Rauchen als Fetisch

Ich bin 31 Jahre alt und habe seit meiner Kindheit einen Rauchfetisch.

Rauchen als Fetisch: Zu Beginn fand ich es einfach nur sexy eine Frau rauchen zu sehen. Über die Jahre ist der Fetisch stärker geworden und geht nun schon seit vielen Jahren in die Richtung dass mich die negativen Seiten des Rauchens anziehen. Bei mir selbst (ich rauche nicht so stark) hält es sich noch im Rahmen, aber bei attraktiven Frauen macht es mich tatsächlich an, wenn sie sehr viel rauchen, sehr feste an der Zigarette ziehen, tief inhalieren, evtl. Raucherhusten haben usw. Es gefällt mir zu merken, wenn sie richtig süchtig ist.

In Gedanken stelle ich mir dann auch manchmal vor wie ihre Lunge schwarz wird, sie es aber einfach nicht lassen kann zu rauchen. Diese „extreme“ Einstellung schockiert mich auf gewisse Weiße selbst, da ich in Wahrheit keinem Menschen etwas schlechtes wünsche. Im Gegenteil: Ich bin eigentlich ein sehr freundlicher und hilfsbereiter Mensch, eher vernünftig und gesund. Bevor ich diesen Fetisch entwickelt habe, habe ich es sogar gehasst wenn Menschen rauchen.

Ich bin jetzt seit vielen Jahren in einer glücklichen Beziehung. Als ich meine Freundin kennen gelernt hatte war sie Nichtraucherin. Nach einiger Zeit hatte ich ihr davon erzählt und sie bot mir damals an, es einfach mal auszuprobieren. Anfangs haben wir das 1-2x im Monat gemacht, aber mittlerweile raucht sie jedes Mal wenn wir Sex haben, seit einigen Jahren schon. Mittlerweile hat sie auch das Verlangen zu rauchen und zieht sehr intensiv auf Lunge, manchmal gleich mehrere Zigaretten hintereinander.

Für mich also eigentlich genau das, was ich mir immer gewünscht hatte. Auch sie empfindet mittlerweile Lust dabei und hat wahrscheinlich diesen Fetisch durch die ständige Kopplung ein Stück weit selbst entwickelt. Das Rauchen beim Sex hat sich über die Zeit immer mehr weg vom normalen Geschlechtsverkehr entwickelt – meistens liegen wir rauchend nebeneinander und befriedigen uns selbst und sehen uns dabei an. Oft sehe ich mir, wenn sie nicht da ist, auch Videos auf Youtube an in denen Frauen rauchen. Es ist also, ob sie dabei ist oder nicht, meist eine Selbstbefriedigung bei der ich eine rauchende Frau ansehe.

Das Problem:
Ich fühle mich ihr gegenüber schuldig, da ich der Grund dafür bin dass sie angefangen hat. Außerdem habe ich die extremen Gedanken, dass sie sich selbst damit schadet, auch bei ihr. Das bekomme ich im Kopf nicht zusammen, da ich wirklich nur das beste für sie möchte. Die Anzahl der Zigaretten, die sie raucht, ist auch immer davon abhängig wie lange wir Sex haben. Wenn ich öfter mal später zum Höhepunkt komme dann raucht sie dadurch gleich mal 3-4 Zigaretten mehr, wofür ich mich wieder verantwortlich fühle.
Obwohl wir beide eigentlich Spaß dabei haben, kann ich den Sex nicht richtig genießen, da die Erregung immer mit einer Angst gekoppelt ist. Sobald ich diese extremen Gedanken habe, die mich erregen, kommt zugleich die Angst dass ihr wirklich deshalb etwas passieren kann, was ich mir nie verzeihen könnte.

Dieses Problem beschäftigt mich seit Jahren. Es gab bereits mehrere Anläufe, in denen ich darauf bestanden hatte, dass wir damit aufhören. Diese Versuche gingen zwischen 2-6 Wochen. In dieser Zeit war der Sex für mich komplett langweilig und ich habe gemerkt dass das Rauchen bei Ihr für mich erotischer ist als der Sex selbst.

Gibt es Möglichkeiten diesen Fetisch loszuwerden? Soll ich sie der Gesundheit zuliebe zwingen das sein zu lassen? Haben Sie sonst noch Vorschläge? Was würden Sie mir raten?

Danke und viele Grüße

Lukas C. (Name geändert)

Der sexuelle Reiz des Rauchens

Hallo Lukas,
danke für Ihre sehr offene und selbstkritische Nachricht!


Rauchen ist ein sehr häufiger und weit verbreiteter Fetisch. Viele Männer empfinden eine rauchende Frau als besonders sexy- und insbesondere die Filmindustrie des letzten jahrhunderts hat dieses Bild immer wieder verbreitet, so zum Beispiel im Film „Der blaue Engel“ mit Marlene Dietrich von 1931.

Rauchen als Fetisch-
die psychoanalytische Sicht

Aus der Sicht der Psychoanalyse ist die Vorstellung von der rauchenden Frau deswegen besonders aufregend, weil die Zigarette als phallisches Objekt das männliche Glied symbolisiert und somit das Rauchen eine Art von öffentlich zur Schau gestelltem Oralsex bedeutet.

Der Mann sieht also das Rauchen der Frau als eine sexuelle Aktivität, die auch auf ihn selbst stimulierend wirkt. Ein eher schüchterner Mann kann sich leichter dazu ermutigt fühlen, einer rauchenden Frau gegenüber seine eigenen sexuellen Wünsche auszusprechen, weil er das Gefühl hat, das die Frau sozusagen berteits im „Sex-Modus“ unterwegs ist.

Für sich genommen ist es kein Problem, wenn der Anblick einer rauchenden Frau für einen Mann erregnd ist. Das ist aus der Sicht der Sexualtherapie nicht aufregender, als wenn ein Mann eine Frau dann besonders attraktiv findet, wenn sie einen Minirock trägt. Beides sind Fetische- und wahrscheinlich gibt es keinen Menschen, der nicht seine persönlichen Fetische hat, die seine eigene sexuelle Erregung steigern können.

Rauchen als Fetisch-
die dunklen sexuellen Fantasien vom Tod

Bei Ihnen ist das Rauchen einer Frau nicht nur deswegen interessant, weil es als sexuelle Geste verstanden werden kann. Sie erregt vor allem die Vorstellung, dass eine Frau sich aus Zuneigung für Sie selbst schädigt, ihre Lunge zuteert und möglicherweise daran stirbt. Das ist eine gleichermaßen beängstigende wie lusterregende Vorstellung.

Auch da sind Sie nicht alleine auf der Welt. Starke Angst und sexuelle Erregung sind in unserem Hirn sehr nahe zueinander angesiedelt- und triggern sich gegenseitig. Wenn Angst nicht irgendwo auch erregend wäre, gäbe es keine Geisterbahnen und keine Horrorfilme! Angst löst einen Adrenalin-Stoß und regt zu verstärkter Bildung anderer Transmitterstoffe an wie z.B. Serotonin und Dopamin aus (was biologisch dazu dient, den Körper bei Fluchtreaktionen wie etwa schnellem davonlaufen zu unterstützen).

Außerdem kann es sein, dass bestimmte negative Kindheitserfahrungen (vor allem Missbrauchserlebnisse) die Gefühle von Angst, Scham, Schuld und sexueller Erregung miteinander koppeln, so dass diese Gefühle sich im späteren Leben immer wieder gegenseitig triggern, und z.B. ein Schuldgefühl zu sexueller Erregung führt.

Prinzipiell wäre gegen grausame und aggressive sexuelle Fantasien prinzipiell nichts zu sagen, solange sie zur Luststeigerung dienen, keinen anderen Menschen in der Wirklichkeit tatsächlich schädigen und den Betroffenen selbst nicht quälen.

Aber genau da entstehen bei Ihrem Fetisch die Probleme: zum einen schädigen Sie Ihre Freundin (und auch sich selbst) körperlich, zum anderen leiden Sie auch psychisch darunter, eine solche „dunkle“ sexuelle Fantasie mit sich herumzutragen, die bei Ihnen so obsessiv geworden ist, dass sie alle anderen Formen von Sex als langweilig empfinden.

Rauchen als Fetisch-
ein ethisches Problem

Problematisch ist in Ihrer Geschichte also weniger der Fetisch an sich.

Die ethische Schwierigkeit liegt darin, dass Sie Ihre Freundin, die zu Beginn ihrer Beziehung Nichtraucherin war, aus sexuell eigennützigen Motiven zum Rauchen gedrängt haben. Das stellt ein ethisches Problem dar. Ist es in Ordnung, einen anderen Menschen zur Schädigung seiner Gesundheit zu drängen, nur um selbst zusätzliche sexuelle Lust zu empfinden?

Letztlich geht es hier um die Abwägung zweier Güter: zum einen das Gut sexuelle Luststeigerung -ein für sich genommen sehr legitimes und gutes Ziel- und zum anderen der Übernahme von Verantwortung für die Gesundheit der Freundin. Beide Ziele gleichzeitig sind so nicht miteinander vereinbar. Und letztlich müssen Sie sich für eines der beiden Güter entscheiden oder zumindest für einen Kompromiss, der dann weniger Rauchen, aber auch weniger Lust bedeuten würde.

Bei dieser ethischen Entscheidung sind Sie aber nicht allein. Denn zunächst einmal ist jeder Mensch für seine eigene Gesundheit selbst verantwortlich und das gilt auch ihre Freundin. Auch sie hat eine ethische Entscheidung zu treffen: zwischen der Lust, die sie inzwischen selber am Rauchen hat (und daran, Ihnen als rauchende Frau sexuell zu gefallen) und der Sorge für ihre eigene Gesundheit.

Was diesen ethischen Aspekt betrifft, ist ein offenes Gespräch und eine gemeinsame Güterabwägung sicherlich der beste Weg, um mehr Klarheit zu gewinnen. Dabei ist zu bedenken, dass es wohl kaum möglich ist, dass nur einer von Ihnen beiden mit dem Rauchen aufhört- die würden sich wegen des Suchtcharakters des Rauchens dadurch trotzdem gegenseitig immer wieder zum Rauchen stimulieren.

Falls Sie sich gemeinsam zum Nichtrauchen entscheiden, wäre es sicherlich sinnvoll, sich medizinisch beraten zu lassen über mögliche Raucherentwöhnungsprogramme, die Ihnen helfen, vom rein körperlichen Suchtfaktor des Rauchens loszukommen.

Rauchen als Fetisch-
den Fetisch loswerden?

Für Sie (und mittlerweile auch für Ihre Freundin) ist das Aufgeben des gemeinsamen Rauchens besonders schwierig, weil es sich gleichzeitig zur Hauptquelle Ihres gemeinsamen sexuellen Lusterlebens entwickelt hat.

Andererseits könnte es sich für Sie lohnen, gleich aus zwei Gründen von diesem Fetisch loszukommen: einmal, weil er Ihnen beiden tatsächlich körperlich schadet, zum anderen, weil sie, von den Momenten sexueller Erregung einmal abgesehen, selber darunter leiden, solche schwarze Fantasien von Krankheit und Tod bei einem Menschen zu entwickeln, den sie eigentlich aus ganzem Herzen lieben.

An diesem Punkt wäre vermutlich eine Psychotherapie ein guter Weg, um weiter voranzukommen. Schließlich reicht Ihr Rauchfetisch, wie Sie selber schreiben, schon bis in Ihre Kindheit zurück. Es wäre also möglicherweise sinnvoll, sehr behutsam in einer Therapie der Frage nachzugehen, warum bei Ihnen sich gerade diese Verbindung von sexueller Lust mit Schuldgefühlen und Bildern von Tod und Krankeit ergeben hat.

Wenn Sie möchten, können Sie mich gern nochmals kontaktieren, damit wir gemeinsam über therapeutische Möglichkeiten sprechen, die Ihnen hier weiterhelfen können.

*** *** ***

© M.Petery

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Peinlicher Sex

Peinlicher Sex

Radiointerview Peinlicher Sex

Hier der Radiomitschnitt.

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Peinlicher Sex-Warum haben wir Angst,
etwas falsch zu machen?

Für die meisten Menschen ist Sex ein besonders wichtiger Moment in einer Partnerschaft, die ihnen insgesamt sehr viel bedeutet. Die Angst, beim Sex zu versagen, hängt also mit der Befürchtung zusammen, den Partner oder die Partnerin möglicherweise zu verlieren, wenn er oder sie mit dem Sex nicht hinreichend zufrieden sind.

Das Problem mit den Normen

Das Hauptproblem dabei ist, dass häufig das eigene Ideal vom „richtig guten Sex“ wenig passend ist- weder für einen selbst noch für die Partnerin oder den Partner.

In unserer Gesellschaft gibt es einen ziemlich strikten Kanon vom Normsex. Nach den Vorgaben des Normsex wechseln die Partner nach relativ kurzem Vorspiel zum Koitus. Dann hat der Mann nach etwa 10 min zu kommen (aber auch nicht früher, denn das wäre eine Ejakulatio praecox). Und die Frau soll ihren Orgasmus möglichst gleichzeitig oder zumindest unmittelbar zuvor oder danach erleben, ansonsten gilt sie als frigide.

Dieses Ideal vom Normsex löst deswegen besonders viel Stress aus, weil es die Partner unter großen Druck setzt. Für viele Menschen gilt der gemeinsame Sex nur dann als gelungen, wenn alles glatt nach solchen Vorgaben läuft. Und manche Männer und Frauen haben das Gefühl, auch wenn sie den Partner ansonsten sehr mögen, etwas verpasst zu haben, wenn ihr Partner bzw. ihre Partnerin den Normsex nicht hinbekommt.

Dieses sexuelle Ideal ist aber nach sexualmedizinischen Erkenntnissen für die Mehrheit der Menschen rein körperlich nicht machbar. Viele Frauen können rein physiologisch im Koitus keinen Orgasmus bekommen. Außerdem benötigen Männer und Frauen in der Regel unterschiedlich viel Zeit für das Vorspiel, bis sie zum Orgasmus kommen können (bei Frauen dauert es oft länger als bei Männern). Dafür können Frauen aber durchaus mehrere Orgasmen hintereinander bekommen- und empfinden es als enttäuschend, wenn der Mann nach seinem Orgasmus das sexuelle Spiel sofort abbricht.

All das sind Gründe, warum das Normsex-Ideal bei vielen Menschen zu sexuellen Frustrationserlebnissen geführt hat. Und wer schon ein oder mehrere Male beim Sex frustriert worden ist oder wer von seinem Partner verlassen wurde, „weil der Sex nicht gestimmt hat“, der wird in seiner Angst bestärkt, auch beim nächsten Mal wieder „irgendetwas“ falsch zu machen- ohne zu wissen, was er bzw. sie eigentlich besser machen könnte.

Peinlicher Sex-
Was sind wirkliche Pannen im Bett?

Mit etwas Googeln kann man seitenlange Berichte finden, was alles peinlicher Sex sein kann: das reicht über Mundgeruch bis zum Zusammenbrechen des Bettgestells bis hin zur Gaumensperre nach Oralverkehr…

Aus der Sicht der Sexualtherapie ist das alles eigentlich eher harmlos. Die größte Panne im Bett geschieht nach meiner therapeutischen Erfahrung, wenn ein Partner oder beide beim Sex ein bestimmtes, genormtes Programm durchspielen wollen. Dann ist das Scheitern praktisch vorprogrammiert.

Noch schlimmer ist es, wenn nur einer der Partner ein solches Programm durchziehen will. Vor ein paar Jahren ist mir einmal ein junger Mann begegnet, der seine gesamte Sexualerziehung Filmen aus dem Internet verdankte. Und der war völlig überrascht, als seine erste Freundin mit dem von ihm angeregten sexuellen Komplettprogramm mit Lutschen, Vaginal- und Analverkehr und abschließender Ejakulation ins Gesicht überhaupt nichts anfangen konnte.

Eine richtig schlimme Panne im Bett ist es also, die Bedürfnisse des Partners nicht behutsam und allmählich kennenlernen zu wollen oder gar rundherum missachten. Es gilt die Regel: Niemand kann von sich aus und von vornherein wissen, was für den Partner oder die Partnerin gerade die richtige Form von Sex ist.

Alle Menschen sind unterschiedlich- und je nach Tagesform haben wir alle zudem auch noch zusätzlich unterschiedliche Bedürfnisse. Mal kann es vielleicht tatsächlich das volle Sex-Programm sein- mal aber auch nur ein behutsames Streicheln und gemeinsames Kuscheln.

Außerdem kann es sein, dass an einem Abend im Bett nur er oder nur sie Lust auf einen Orgasmus hat. Und wirklich gut ist eine Beziehung erst dann, wenn beide Partner um ihre unterschiedlichen Bedürfnisse wissen und Möglichkeiten gefunden haben, dass ggf. auch mal nur einer von beiden zum Orgasmus kommt und der bzw. die andere trotzdem mit Verständnis und Spaß dabei ist.

Peinlicher Sex-
Wie kann ich peinliche Situationen vermeiden?

Bestimmte Missgeschicke, wie z.B. das zusammenbrechende Bett, sind Zufälle, die sich sicherlich kaum vermeiden lassen.

Bei allen anderen Situationen gibt es ein wunderbares Zaubermittel: Miteinander reden.

Damit finde ich nicht nur die jeweiligen sexuellen Wünsche des Partners bzw. der Partnerin heraus (und kann ihn oder sie mit diesem Wissen sexuell noch besser verwöhnen). Sondern ich kann auch selbst meine Wünsche zum Ausdruck bringe, wie für mich der Sex aussieht, den ich mir aktuell gerade wünsche.

Und wenn ich empathisch und vorsichtig bin, dann kann ich sogar besonders peinliche Themen ganz offen ansprechen. Wie zum Beispiel einen Partner oder eine Partnerin mit schlechtem Mundgeruch davon zu überzeugen, dass er oder sie noch viel sexyer wären, wenn sie vorher die Zähne bürsten.

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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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