Archiv der Kategorie: RTL- Let´s talk about Sex- Radiointerviews

RTL- Let´s talk about Sex mit Louisa:
Radiointerviews mit Dr. Michael Petery

RTL- Let´s talk about Sex
RTL- Let´s talk about Sex: Dr. Michael Petery als Experte im Live-Talk mit Louisa.

Dr. Petery stellt sich als Experte den Fragen der RTL-Moderatorin und erklärt in der Radioshow aktuelle Themen rund um den Sex.

Noch nie einen Orgasmus- die RTL Morgenwette

Noch nie einen Orgasmus

Noch nie einen Orgasmus- die RTL Morgenwette

Hier der Radiomitschnitt.

Noch nie einen Orgasmus- in der RTL-Morgenwette geht es darum, ob sich 89 Frauen ourten, noch nie einen Orgasmus bekommen zu haben.

 
Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung RTL Morgenwette bei Radio 89.0 RTL

Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Lesen Sie auch den Beitrag: Noch nie einen Orgasmus erlebt- und das als Frau mit 38

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Sex und Schwangerschaft

Sex und Schwangerschaft

Radiointerview Sex und Schwangerschaft

 
Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Sex und Schwangerschaft
Ist Sex in der Schwangerschaft gefährlich?

Sex in der Schwangerschaft ist für fast alle Paare völlig unbedenklich, besonders, wenn der Sex mehr zärtlich und weniger heftig ausgelebt wird. Trotzdem ist es sinnvoll, darüber mit dem Frauenarzt oder der Frauenärztin zu reden, einfach, um sicherzugehen, ob es individuell nicht doch irgendwelche besondere Vorsicht einzuhalten gilt.

Es ist völlig normal, wenn sich das sexuelle Miteinander während der Schwangerschaft verändert. Besonders während der ersten drei Monate und noch einmal am Schluss in den letzten Wochen vor der Geburt kann es sein, dass die Frau deutlich weniger Lust auf Sex hat als sonst. Das liegt an den hormonellen Umstellungen, die während der Schwangerschaft im Körper der Frau vor sich gehen. Das sollte ein verständnisvoller Partner als vorübergehende Ausnahmezeit einfach akzeptieren.

Die ganze Zeit der Schwangerschaft hindurch auf Sex zu verzichten, wäre aus sexualtherapeutischer Sicht ein Fehler. Das könnte tatsächlich für die Partnerschaft zu einer Belastungsprobe werden, die so definitiv nicht nötig ist. Es ist vernünftig, sich hier gegebenenfalls im Rahmen einer Sexualtherapie Hilfe zu holen.

Sex und Schwangerschaft
Was ist psychisch anders in dieser Zeit für Mann und Frau?

Der wichtigste psychische Aspekt ist, wie Mann und Frau zu der Schwangerschaft stehen. Wenn das Kind von beiden gewünscht ist, kann die Schwangerschaft eine Erfahrung sein, welche die beiden unglaublich aneinander schweißt und die beiden sehr eng miteinander verbindet.

Schwangerschaft ist eine psychische Umbruchszeit, in der beide Partner mit der körperlichen Veränderung der Frau durch die Schwangerschaft umzugehen lernen müssen- und sich zugleich auf ihre künftige Rolle als Vater und Mutter vorbereiten.

Wichtig ist hier das Gefühl, dass sich die beiden komplett aufeinander verlassen können – und aus der Anfangsphase der Verliebtheit nun definitiv eine Phase der Liebe wird, in der Sex zwar immer noch wichtig, aber nicht das Wichtigste allein ist.

Schwieriger sieht es aus, wenn Mann oder Frau das Kind nicht wünschen. Dann sind psychische Schwierigkeiten und Partnerschaftsprobleme fast schon fest vorprogrammiert und ohne therapeutische Hilfe durch das Paar selber kaum zu lösen.

Sex und Schwangerschaft
Sex mit Kind im Nebenzimmer?

Für ein Paar mit einem neugeborenen Kind ist es oft nicht einfach, ausreichend Momente für gemeinsamen Sex zu finden. Dabei ist und bleibt gemeinsamer Sex für die Partnerschaft sehr, sehr wichtig. Hier ist etwas organisatorische Planung erforderlich. Bei aller privaten und beruflichen Belastung sollten auch junge Eltern mindestens einmal pro Woche drei Stunden Zeit am Stück miteinander alleine haben- sei es durch die Hilfe von Oma und Opa oder durch einen professionellen Babysitter. Hier zu sparen ist aus meiner therapeutischen Erfahrung ein großer Fehler.

Wie funktioniert der Sex nach der Geburt?

Natürlich können die beiden zusätzlich auch dann Sex haben, wenn das Kind ruhig im Nebenzimmer schläft- aber bereits das ist nicht dasselbe, wie echte Zeit nur für das Paar alleine.

Auf Sex in Gegenwart des Kindes sollte besser verzichtet werden- auch wenn das nicht notwendigerweise zu einer traumatischen Erfahrung für das Kind werden muss. Aber es ist klar, dass auch sehr kleine Kinder sehr viel mehr mitbekommen –und das gilt auch in Bezug auf Sex-, als die meisten Erwachsenen das für möglich halten.

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PS: Lesen Sie auch den Beitrag: Schön genug für Sex auch nach der Schwangerschaft?

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Peinlicher Sex

Peinlicher Sex

Radiointerview Peinlicher Sex

Hier der Radiomitschnitt.

 

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Peinlicher Sex-Warum haben wir Angst,
etwas falsch zu machen?

Für die meisten Menschen ist Sex ein besonders wichtiger Moment in einer Partnerschaft, die ihnen insgesamt sehr viel bedeutet. Die Angst, beim Sex zu versagen, hängt also mit der Befürchtung zusammen, den Partner oder die Partnerin möglicherweise zu verlieren, wenn er oder sie mit dem Sex nicht hinreichend zufrieden sind.

Das Problem mit den Normen

Das Hauptproblem dabei ist, dass häufig das eigene Ideal vom „richtig guten Sex“ wenig passend ist- weder für einen selbst noch für die Partnerin oder den Partner.

In unserer Gesellschaft gibt es einen ziemlich strikten Kanon vom Normsex. Nach den Vorgaben des Normsex wechseln die Partner nach relativ kurzem Vorspiel zum Koitus. Dann hat der Mann nach etwa 10 min zu kommen (aber auch nicht früher, denn das wäre eine Ejakulatio praecox). Und die Frau soll ihren Orgasmus möglichst gleichzeitig oder zumindest unmittelbar zuvor oder danach erleben, ansonsten gilt sie als frigide.

Dieses Ideal vom Normsex löst deswegen besonders viel Stress aus, weil es die Partner unter großen Druck setzt. Für viele Menschen gilt der gemeinsame Sex nur dann als gelungen, wenn alles glatt nach solchen Vorgaben läuft. Und manche Männer und Frauen haben das Gefühl, auch wenn sie den Partner ansonsten sehr mögen, etwas verpasst zu haben, wenn ihr Partner bzw. ihre Partnerin den Normsex nicht hinbekommt.

Dieses sexuelle Ideal ist aber nach sexualmedizinischen Erkenntnissen für die Mehrheit der Menschen rein körperlich nicht machbar. Viele Frauen können rein physiologisch im Koitus keinen Orgasmus bekommen. Außerdem benötigen Männer und Frauen in der Regel unterschiedlich viel Zeit für das Vorspiel, bis sie zum Orgasmus kommen können (bei Frauen dauert es oft länger als bei Männern). Dafür können Frauen aber durchaus mehrere Orgasmen hintereinander bekommen- und empfinden es als enttäuschend, wenn der Mann nach seinem Orgasmus das sexuelle Spiel sofort abbricht.

All das sind Gründe, warum das Normsex-Ideal bei vielen Menschen zu sexuellen Frustrationserlebnissen geführt hat. Und wer schon ein oder mehrere Male beim Sex frustriert worden ist oder wer von seinem Partner verlassen wurde, „weil der Sex nicht gestimmt hat“, der wird in seiner Angst bestärkt, auch beim nächsten Mal wieder „irgendetwas“ falsch zu machen- ohne zu wissen, was er bzw. sie eigentlich besser machen könnte.

Peinlicher Sex-
Was sind wirkliche Pannen im Bett?

Mit etwas Googeln kann man seitenlange Berichte finden, was alles peinlicher Sex sein kann: das reicht über Mundgeruch bis zum Zusammenbrechen des Bettgestells bis hin zur Gaumensperre nach Oralverkehr…

Aus der Sicht der Sexualtherapie ist das alles eigentlich eher harmlos. Die größte Panne im Bett geschieht nach meiner therapeutischen Erfahrung, wenn ein Partner oder beide beim Sex ein bestimmtes, genormtes Programm durchspielen wollen. Dann ist das Scheitern praktisch vorprogrammiert.

Noch schlimmer ist es, wenn nur einer der Partner ein solches Programm durchziehen will. Vor ein paar Jahren ist mir einmal ein junger Mann begegnet, der seine gesamte Sexualerziehung Filmen aus dem Internet verdankte. Und der war völlig überrascht, als seine erste Freundin mit dem von ihm angeregten sexuellen Komplettprogramm mit Lutschen, Vaginal- und Analverkehr und abschließender Ejakulation ins Gesicht überhaupt nichts anfangen konnte.

Eine richtig schlimme Panne im Bett ist es also, die Bedürfnisse des Partners nicht behutsam und allmählich kennenlernen zu wollen oder gar rundherum missachten. Es gilt die Regel: Niemand kann von sich aus und von vornherein wissen, was für den Partner oder die Partnerin gerade die richtige Form von Sex ist.

Alle Menschen sind unterschiedlich- und je nach Tagesform haben wir alle zudem auch noch zusätzlich unterschiedliche Bedürfnisse. Mal kann es vielleicht tatsächlich das volle Sex-Programm sein- mal aber auch nur ein behutsames Streicheln und gemeinsames Kuscheln.

Außerdem kann es sein, dass an einem Abend im Bett nur er oder nur sie Lust auf einen Orgasmus hat. Und wirklich gut ist eine Beziehung erst dann, wenn beide Partner um ihre unterschiedlichen Bedürfnisse wissen und Möglichkeiten gefunden haben, dass ggf. auch mal nur einer von beiden zum Orgasmus kommt und der bzw. die andere trotzdem mit Verständnis und Spaß dabei ist.

Peinlicher Sex-
Wie kann ich peinliche Situationen vermeiden?

Bestimmte Missgeschicke, wie z.B. das zusammenbrechende Bett, sind Zufälle, die sich sicherlich kaum vermeiden lassen.

Bei allen anderen Situationen gibt es ein wunderbares Zaubermittel: Miteinander reden.

Damit finde ich nicht nur die jeweiligen sexuellen Wünsche des Partners bzw. der Partnerin heraus (und kann ihn oder sie mit diesem Wissen sexuell noch besser verwöhnen). Sondern ich kann auch selbst meine Wünsche zum Ausdruck bringe, wie für mich der Sex aussieht, den ich mir aktuell gerade wünsche.

Und wenn ich empathisch und vorsichtig bin, dann kann ich sogar besonders peinliche Themen ganz offen ansprechen. Wie zum Beispiel einen Partner oder eine Partnerin mit schlechtem Mundgeruch davon zu überzeugen, dass er oder sie noch viel sexyer wären, wenn sie vorher die Zähne bürsten.

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Zuletzt aktualisiert am 18.09.2017.

Wie streitet man richtig?

Wie streitet man richtig?

Wie streitet man richtig?
Hier der Radiomitschnitt.
 

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Wie streitet man richtig?

Streit ist in der Partnerschaft etwas Gutes. Das ist die wichtigste Botschaft aus Sichtweise der Sexualtherapie gleich am Anfang. Eine Partnerschaft, in der immer alles nur harmonisch ist, gibt es nicht.

Wenn sich die Partner niemals streiten, dann haben die beiden mit großer Sicherheit Angst vor Streit und kehren gemeinsam alle Schwierigkeiten unter den Teppich. Das kann eine ganz Zeit lang gut gehen, tut der Partnerschaft aber mit Sicherheit nicht gut.

Wahrscheinlich ist es sogar so, dass der Partner, der sein Problem mit dem anderen gegenüber nicht aussprechen kann, eine Art innere Tiefkühltruhe anlegt, in der die gesammelten Probleme scheinbar endgültig eingefroren werden. Heftig wird es, wenn irgendwann nach Jahren kein Platz mehr in der Tiefkühltruhe ist und es doch zum ersten richtigen Streit kommt.

Dann passiert es oft, dass der geduldige Tiefkühltruhenhalter plötzlich die Mikrowelle anwirft und dem anderen Partner mit einem Schlag alle Probleme brühwarm serviert, die sich über Jahre aufgestaut haben. Und von einem solchen plötzlichen Riesenmenü an Problemen ist die Beziehung, in der bis dahin nie gestritten wurde, komplett überfordert.

Der richtige Zeitpunkt für einen Streit

Über aktuelle Probleme sollte zeitnah gestritten werden- und zwar so lange, bis beide Partner eine Lösung gefunden haben, die beide gleichermaßen überzeugt. Solange dieser Punkt nicht erreicht ist, sollte weitergestritten werden- und auf keinen Fall der Gang zur Tiefkühltruhe erfolgen, egal ob es die gemeinsame Tiefkühltruhe ist oder ob die Truhe nur einem von beiden gehört…

Wie streitet man richtig?
Gibt es Regeln oder no gos?

Gutes Streiten braucht tatsächlich Regeln. Hier mal gleich die drei wichtigsten:

1. Regel: Beleidigungen haben bei einem richtigen Streit nichts zu suchen. Wer den anderen beleidigt, verhindert, dass weitergestritten werden kann. Denn was kann man da noch erwidern, wenn der oder die andere einen für einen Blödmann erklärt hat…

2. Regel: Verallgemeinerte Vorwürfe bringen nichts. Ein Satz wie „Du machst ja nie was im Haushalt!“ ruft nur Widerstand hervor. Denn irgendwann hat ja sicher jeder der Partner mal etwas im Haushalt gemacht. Besser ist da schon: „ Du weißt, dass ich möchte, dass du für den Müll zuständig bist. Und gestern hast du den Müllsack nicht runtergetragen.“ Dann können die Partner darüber streiten, ob diese Müllregel einvernehmlich gilt oder nicht.

3. Regel: Erst dann selber weiterreden, wenn der andere weiß, dass man ihn verstanden hat. Das ist ganz wichtig: denn nichts macht einen Menschen, der bereits ärgerlich ist, noch ärgerlicher als das Gefühl, das man ihm nicht zuhört. Da hilft ein einfacher, simpler Trick: Bevor ich selbst meinen Standpunkt dem anderen darlege, fasse ich mit eigenen Worten kurz zusammen, was der andere gerade gesagt hat, und frage dann: „Habe ich richtig verstanden, dass du das so meinst?“ Und erst wenn der andere Ja sagt, dann kann ich mit meinen eigenen Argumenten anfangen und meinerseits davon ausgehen, dass der andere hörbereit ist.

Ist Versöhnungssex der richtige Weg?
Oder verdrängt man da was?

Grundsätzlich ist Sex eine tolle Sache, um Anspannungen abzubauen. Das gilt natürlich auch für Spannungen in der Partnerschaft.

Allerdings löst auch der beste Sex nicht automatisch sämtliche Probleme in der Partnerschaft. Wer es als bestes Mittel zur Streitlösung ansieht, den anderen ins Bett zu ziehen, um ihm zu zeigen, wie unglaublich gut der gemeinsame Sex ist, der schafft langfristig nur neue Probleme.

Denn ernstgenommen fühlt sich der Partner durch solchen Ablenkungssex langfristig bestimmt nicht. Die Probleme sind also, wie oben geschildert, nur in die Tiefkühltruhe gewandert. Und da liegen sie dann, scheinbar vergessen- und kommen irgendwann doch alle gemeinsam brühwarm auf den Tisch.

Wenn man allerdings richtig und ausgiebig gestritten hat und beide Partner übereinstimmen, dass es jetzt wieder gut ist und alle anstehenden Probleme für beide befriedigend besprochen sind- dann kann ein gemeinsamer Versöhnungssex richtig Spaß machen und sogar der Anfang für ein ganz neues Miteinander in der Beziehung sein.————

Buchtipp:

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Wie streitet man richtig?

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Nacktheit und Körperideal

Nacktheit und Körperideal

Radiointerview Nacktheit und Körperideal


(Sendetermin noch unbekannt)

 
Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Nacktheit und Körperideal:
Warum warum finden es einige so schön nackt zu schlafen oder zu sein und andere nicht?

Nacktheit und Sexualität haben in unserer Kultur direkt etwas miteinander zu tun. „Mit der Kleidung zieht der Mensch auch sein Schamgefühl aus“- hat schon der griechische Historiker Herodot vor 2500 Jahren geschrieben.

Wer nackt ist, lässt andere, zumindest mit ihren Blicken, direkt an den eigenen Körper heran.

Viele Menschen empfinden Nacktheit als prinzipielle Ungeschütztheit vor dem sexuellen Zugriff anderer. Für solche Menschen ist es eher unangenehm, nackt zu sein außer direkt beim Sex. Und auch nackt zu schlafen ist für solche Menschen keine schöne Vorstellung.

Andere Menschen genießen es dagegen, nackt zu sein und dadurch dem Sex ein Stückchen näher. Nacktheit ist für sie mit keinem Gefühl der Bedrohung verbunden, sondern eher ein angenehmer Kitzel, prinzipiell für den Sex bereit zu sein.

Nacktheit und Körperideal:
Wie ist das biologisch – worauf stehen wir?

Die Haut ist unser größtes Sinnesorgan- und macht uns zu ganz unterschiedlichen Wahrnehmungen fähig: Berührung, Wärmeempfinden und natürlich auch Schmerz.

Da sexuelle Lust sehr eng mit allen Formen der Wahrnehmung verbunden ist, gehört auch das körperliche Fühlen über die Haut mit zum sexuellen Erlebnis hinzu- mindestens so sehr wie Sehen, Hören und Riechen.

Sich direkt von Haut zu Haut zu spüren, ist für viele Menschen der intensivste sinnliche Austausch, der überhaupt möglich ist.

Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass in solchen Momenten der Zärtlichkeit die Sehnsucht jedes Menschen nach der Ur-Geborgenheit wiedererlebt werden kann, die er vor seiner Geburt im Mutterleib erlebt hat.

Muss der Körper des Partners perfekt sein?

Dafür, dass eine Partnerschaft funktioniert und guter Sex möglich ist, müssen die beiden Partner mit Sicherheit keinen perfekten Körper haben. Wie viele Menschen haben denn überhaupt „perfekte Körper“? Wenn das die Bedingung wäre, dann würde mindestens dreiviertel der Menschheit als Single herumlauifen. Vgl. auch den Artikel: Zu hässlich für Sex?

Damit Sex funktioniert, ist es wichtig, dass die Partner sich wechselseitig attraktiv finden- so weit ist das sicher richtig. Aber diese Attraktivität bedeutet weit mehr als nur ideale Körperkennzahlen.

Attraktivität ist immer etwas ganz Individuelles, etwas Persönliches: die Art, wie der andere lacht, seine Gestik, seine Stimme… Die Attraktivität eines anderen Menschen besteht sicher nicht nur aus dem Vorliegen irgendwelcher Idealmaße, sondern vor allem darin, was ihn oder sie zu einem besonderen Menschen macht, der mich persönlich fasziniert.

Gegenseitiges Verständnis, gemeinsame Interessen, sympathische Verhaltensweisen- all diese Punkte sind mit Sicherheit sehr viel entscheidender dafür, dass eine Beziehung zustande kommt und dass Partner auch langfristig beieinander bleiben.

Nacktheit und Körperideal:
Warum messen wir Attraktivität daran?

Äußere Attraktivität ist das erste, was wir wahrnehmen. Wir sind nun einmal „Hingucker“. Die Information, ob ein Mensch körperlich gut gebaut und hübsch ist, erhalten wir über unsere Augen in Bruchteilen von Sekunden. Hier laufen sehr schnell Vorentscheidungen, mit denen wir uns aber sehr täuschen können.

Nicht jeder Mensch, der uns auf den ersten Blick optisch gut gefällt, ist auch tatsächlich ein passender Traumpartner. Das ist -im Rahmen einer Sexualtherapie– manchmal eine ziemlich schmerzliche Erkenntnis.

Um einen anderen Menschen wirklich kennenzulernen, genügt das bloße Anschauen nicht: Miteinander sprechen führt da schon deutlich weiter und vor allem, miteinander Zeit zu verbringen, gemeinsame Erlebnisse zu haben und irgendwann auch eine gemeinsame Geschichte. Das ist dann etwas, was zwei Menschen wirklich auf Dauer verbinden kann.

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Radiointerview Affären und Fremdgehen

Hier der Radiomitschnitt.

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Affären und Fremdgehen:
Warum gehen Menschen eigentlich fremd?

Eine pauschale Antwort gibt es da sicher nicht, auch nicht aus der Sichtweise der Sexualtherapie. Jeder Mensch ist anders, und jeder Mensch, der fremdgeht, hat eine eigene Geschichte.

Es soll sie ja geben, die Menschen, die glücklich sind, wenn sie neben ihrer Hauptbeziehung immer wieder fremdgehen, und dadurch beides haben, das Glück einer festen Beziehung und die stete Abwechslung im Sex. Allerdings ist mir selbst ein solcher Mensch in meiner Praxis noch nicht begegnet.

Nach meiner Erfahrung steckt hinter jedem Fremdgehen ein ziemliches Maß persönlichen Unglücks- und zwar nicht nur bei dem betrogenen Partner, sondern gerade auch bei dem, der betrügt.

Vor einiger Zeit habe ich in meinem weiteren Bekanntenkreis davon gehört, wie ein junger Vater seine schwangere Frau in den letzten Monaten der Schwangerschaft mit einer ganzen Reihe anderer Frauen betrogen hat. Was ihn dazu geführt hat, darüber lässt sich nur mutmaßen: die Angst davor, durch das Kind jetzt endgültig an die eine Frau gebunden zu sein? Oder vielleicht auch die Eifersucht auf das werdende Kind, nach dem Motto: Eigentlich ist es ja meine Frau, die mich betrügt, wenn sie jetzt ihre ganze Liebe auf das Kind im Bauch richtet und nicht mehr auf mich- wenn ich da fremdgehe, ziehe ich selber nur nach.

Krisen in der Partnerschaft als Ursache

Das Beispiel zeigt, dass das Fremdgehen oft nicht nur aus sexueller Neugier passiert (die natürlich auch immer mitschwingt; vgl. den Link), sondern viel häufiger eine Folge von Problemen und Enttäuschungen in der Hauptbeziehung ist. Wer rundum glücklich ist in seiner Hauptbeziehung, wird kaum fremdgehen und kann auch dann nein sagen, wenn sich eine noch so attraktive Gelegenheit zum Seitensprung bietet.

Allerdings: Wer ist schon immer und ständig rundum glücklich in seiner Hauptbeziehung? In jeder Partnerschaft gibt es auch einmal Krisen- besonders dann, wenn der erste Kick der Anfangsverliebtheit vergangen ist und sich ein bestimmter Beziehungsalltag eingestellt hat. In einem solchen Moment kann es leichter scheinen, die Gelegenheit zum Sex mit einem anderen Partner zu nutzen, und sich nicht um die Probleme und Schwierigkeiten mit dem Hauptpartner kümmern zu müssen.

Dazu kommt dann beim Fremdgehen noch die verführerische Hoffnung, wenigstens für einmal den noch viel besseren Sex zu erleben oder auch einen neuen und besseren Partner bzw. Partnerin zu finden.

Affären und Fremdgehen-
Wann beginnt fremdgehen?

Es gibt da unterschiedliche Positionen. Manche halten bereits die Beschäftigung mit Pornos für einen Akt der Untreue. Andere meinen, sogar Sex mit anderen Partnern wäre noch kein Fremdgehen, solange nicht Liebe und emotionale Gemeinsamkeit hinzukämen.

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Sogar wenn Partner im Anfang eine offene Beziehung vereinbart haben, in der jeder Partner hin und wieder auch mit Dritten Sex haben darf: sobald es dann tatsächlich dazu kommt, fühlt sich der nicht beteiligte Partner meist trotzdem betrogen und ausgenutzt.

Ich denke, unter Fremdgehen kann man letztlich jede sexuelle Aktivität mit einem anderen Menschen sehen, die ein Partner außerhalb seiner Hauptpartnerschaft hat. Welche sexuellen Aktivitäten das sind, ob nur ein Blowjob oder ein ausgedehntes Liebeswochenende, ist letztlich egal.

Affären und Fremdgehen- Was ist schlimmer:
eine Affäre oder ein einmaliger Seitensprung?

Hier ist, denke ich, immer die Sichtweise des betrogenen Partners entscheidend. Und der wird möglicherweise einen einmaligen Seitensprung leichter verzeihen können, zumal wenn es der andere von sich aus zeitnah berichtet und glaubhaft machen kann, dass er das selber bereut und es nicht nochmal vorkommen soll.

Eine längerfristige Affäre führt dagegen eigentlich immer zur Trennung, wenn der betrogene Partner davon erfährt. Da ist dann einfach zu viel Vertrauen zerbrochen, als dass es sich noch kitten ließe

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Masken,
Rollenspiele und Sex

Masken, Rollenspiele und Sex

Radiointerview Masken, Rollenspiele und Sex

Masken, Rollenspiele und Sex

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Masken, Rollenspiele und Sex
Wo liegt der Reiz an Fetischen, Rollenspielen oder SM?

Sex ist eine Ausnahmesituation in unserem Leben: allein schon körperlich, dadurch, dass unser Puls steigt, dadurch, dass spezielle Hormone und Botenstoffe aktiv werden, die schließlich im Gefühl des Orgasmus gipfeln, der emotionalen und körperlichen Ausnahmesituation in unserem Leben schlechthin. Sex ist also ein Moment, in dem wir einmal vollkommen anders sind als sonst in unserem Alltag.

Dieses aufregende Gefühl des Andersseins im Sex können wir dadurch noch verstärken, in dem wir zum Beispiel Fetischkleidung tragen und so die Andersartigkeit des sexuellen Moments noch weiter zum Ausdruck bringen.

Rollenspiele können aus der Sicht der Sexualtherapie dazu beitragen, den Sex noch aufregender und spannender zu gestalten.

Viele Menschen mögen es, wenn im Rahmen eines solchen Spiels zusätzlich die Dimension von Macht und Unterwerfung hinzukommt, wie sie im SM-Sex praktiziert wird. Der dominante Partner bzw. die dominante Partnerin genießt es, dass sich ein anderer Mensch freiwillig vollkommen den eigenen Wünschen und Fantasien zur Verfügung stellt. Und umgekehrt genießt der submissive Partner bzw. oder die submissive Partnerin, sich für den Moment des Sex vollkommen fallenlassen zu können und sich nur noch darauf zu konzentrieren, was der oder die Partnerin mit dem eigenen Körper macht.

Masken, Rollenspiele und Sex
Wieso sind Rollenspiele so spannend? Gibt es Rollenspiele, die besonders gern ausgeübt werden? Warum?

Wie schon gesagt: Rollenspiele dienen dazu, die Besonderheit des sexuellen Miteinanders noch einmal ein Stück besonderer und aufregender zu machen.

Um zu sehen, welche Rollenspiele besonders beliebt sind, reicht ein Blick in einen beliebigen Sex-Shop. Klassiker sind Spiele, die um das Thema Krankenhaus (z.B. Krankenschwester und Patient) kreisen oder um das Thema Schule (z.B. Lehrer und Schülerin) oder Polizei (Verhör, Verhaftung, Verführung von Polizist oder Polizistin).

Alle diese Szenarien haben gemeinsam, dass es jeweils um ein gewisses Autoritätsgefälle geht, das im wirklichen Leben mit dem mehr oder weniger großen Gefühl von Angst verbunden ist.

Tatsächlich sind Angst und sexuelle Erregung zwei Gefühle, die in unserem Hirn relativ nah zueinander stehen. Ein gewisses Maß an Angst kann sexuelle Erregung auslösen und steigern.

Das machen sich solche Rollenspiele zunutze. Wobei hier natürlich die Erzeugung eines leichten Angstgefühls kein Selbstzweck ist, sondern nur dazu dient, die sexuelle Erregung noch weiter zu steigern. Und dadurch, dass sich das Rollenspiel im Orgasmus auflöst, kommt dann zusätzlich zum sexuellen Wohlgefühl auch noch die Erfahrung hinzu, sich der eigenen Angst gestellt und diese Angst erfolgreich besiegt zu haben.

Masken, Rollenspiele und Sex
Wo sind die Grenzen bei solchen Ausübungen? Ist es noch okay, wenn Blut und blaue Flecke im Spiel sind?

Sex soll Spaß machen. Das gilt auch für Rollenspiele und auch für SM-Sex.
Von daher sind die Grenzen ganz klar:

1. Alles, was beim Sex passiert, muss im Einvernehmen der beiden Partner passieren. Deshalb ist es gut, wenn sich die Partner bei Rollenspielen schon vorher darüber austauschen, was OK ist und was nicht. Und das kann von Mensch zu Mensch höchst unterschiedlich sein. Für den einen ist zum Beispiel bereits das Anlegen von Handschellen zu viel, während ein anderer gar nicht fest genug gefesselt werden kann.
Eine gute Möglichkeit, dass hier im Eifer des Gefechts nicht tatsächlich Grenzen überschritten werden, ist es, gemeinsam ein Code-Wort festzulegen, bei dem das Spiel dann sofort abgebrochen werden muss. Bewährt hat sich zum Beispiel der Ampel-Code: Wenn einer der Partner „Gelb!“ sagt, dann heißt das, die Grenze ist fast erreicht und jetzt sollten beide lieber etwas anderes spielen, also zum Beispiel eine bestimmte Fesselung wieder auflösen und dafür etwas anderes ausprobieren. „Rot!“ hieße dagegen, das ganze Spiel sofort abzubrechen und erst einmal darüber zu reden, was da gerade schief gelaufen ist.

2. Darüber hinaus ist beim Sex alles nicht OK, was zu bleibenden gesundheitlichen Schädigungen führt. Sogar dann, wenn einer der Partner solche bleibenden Schädigungen selber wünscht (wie z.B. im Extremfall die Kastration).
Blaue Flecken oder Blut sind prinzipiell kein Tabu- allerdings nur dann, wenn der betroffene Partner das selber beim Sex genau so haben will und wenn die Grundregeln von Medizin und Hygiene beachtet werden.

Masken, Rollenspiele und Sex
Horror im Bett (Masken, Verkleidungen…) – warum gruseln wir uns so gern?

Es soll mal dahingestellt sein, ob sich wirklich alle Menschen gerne gruseln- und das auch noch im Bett! Da würde ich doch ein bisschen Vorsicht walten lassen, bevor ich mich mit einer Vampirmaske auf Partnerin oder Partner stürze…

Aber davon mal abgesehen: Der psychologische Hintergrund für die Freude an Gruselverkleidungen zu Halloween ist, das wir alle eine tief in unserer Biologie verankerte Angst vor dem Tod haben. Halloween nimmt uns ein Stück von dieser Angst, weil wir in diesen Tagen einer Menge gruseliger Todesbilder begegnen- und trotzdem wunderbar weiterleben.

Wer diesen Halloween-Effekt dann auch noch ins Bett holt durch entsprechende Masken und Verkleidung, für den verwandelt sich ein Stück der eigenen Todesangst dann sogar in intensiven Sex-Genuss. Und das kann für manche vielleicht sogar die ultimative Halloween-Erfahrung sein.

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Sex mit dem Ex

Sex mit dem Ex

Radiointerview Sex mit dem Ex

Hier der Radiomitschnitt.

 
Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Sex mit dem Ex:
Was bewegt uns dazu Sex mit dem Ex zu haben?

Mögliche Gründe gibt es viele.
Hier mal die häufigsten Szenarios:

Szenario 1: Bequemlichkeit

Ich habe immer noch keine erfüllte Beziehung und der bzw. die Ex ist am leichtesten verfügbar, wenn ich einfach mal Sex oder etwas Zärtlichkeit haben will. Da reicht dann schon ein Anruf: „Kann ich mal vorbeikommen?“ Und es braucht keine neue Phase des Kennenlernens und des Warmwerdens.

Das Risiko: Solange ich mit dem Ex oder der Ex rummache, sinken meine Chancen, einen neuen Partner oder eine neue Partnerin kennenzulernen, bei denen die Chemie wirklich stimmt.

Szenario 2: Rückeroberungsversuch

Ich habe die Trennung von meinem bzw. meiner Ex letztlich nie richtig akzeptiert und hoffe, ihn oder sie durch weiteren Kontakt wieder zurückzuerobern.

Die Gefahr: der oder die andere nimmt das Sex-Angebot gerne an, denkt aber trotzdem nicht daran, die Beziehung wieder aufnehmen zu wollen. Dann ist das Gefühl vorprogrammiert, schon wieder einfach nur ausgenützt worden zu sein.

Szenario 3: Eifersucht

Ich bin auf meinen bzw. meine Ex wütend und eifersüchtig, weil der oder die jetzt in einer neuen Beziehung leben. Da kann es Spaß machen, ihm oder ihr mal durch erneuten Sex zu zeigen, was ihm oder ihr mit mir im Bett verlorenen gegangen ist.

Und der „nette“ Nebeneffekt: Wenn die neue Partnerin oder der neue Partner mitbekommen, dass ihr Mann oder ihre Frau Sex mit dem Ex hatten, dann habe ich vielleicht sogar die neue Partnerschaft zerstört.

Szenario 4: Rache

Ich will es meiner oder meinem Ex nochmal so richtig zeigen. Zum Beispiel, indem ich sie oder ihn noch mal total heiß auf mich mache und sie oder ihn dann einfach hängen lasse. Etwa dadurch, dass ich ganz kurzfristig nicht zum Date komme oder es immer wieder verschiebe. Oder wenn ich den Sex schon nach einem sehr feurigen und aufregenden Vorspiel plötzlich abbreche mit einem Kommentar wie „Naja, eigentlich hätte ich mir gleich denken können, dass Sex mit dir komplett unbefriedigend ist…“

Sex mit dem Ex:
Wieso haben so viele Menschen einen ‚Rückfall‘ zur alten Liebe?

Eine Beziehung löst sich selten deswegen auf, weil beide Partner Lust auf etwas Neues haben. In der Regel werden Beziehungen einseitig aufgekündigt.

Die Folge: Meist hat der Mensch, der verlassen worden ist, ziemlich zu kämpfen. Verlassenwerden ist eine der tiefsten Kränkungen, die einem passieren kann, und schlägt massiv auf das Selbstwertgefühl.

Die einfachste Lösung lautet: die Trennung einfach wieder rückgängig zu machen, so tun, als wäre nichts geschehen.

Für den, der aus der Beziehung herausgeschmissen wurde, bleibt erstmal nur der Traum, es könnte alles wieder so werden wie früher in besseren Zeiten.

Solange der oder die Verstoßene also keine neue befriedigende Beziehung gefunden hat, ist die Wiederaufnahme der alten Beziehung ein wünschenswertes Ziel. Und um dieser Hoffnung willen sind die meisten Menschen bereit, über einiges hinwegzusehen, was es da an Gründen gegeben hat, die zur Trennung geführt haben.

Sobald der frühere Partner oder die frühere Partnerin wieder auf einen zukommt, ist alles vergeben und vergessen. Das macht natürlich sehr anfällig fürs Ausgenütztwerden. Möglicherweise will der frühere Partner ja gar keine Beziehung, wenn er sich wieder meldet, sondern nur kurz mal wieder bequemen Sex. Oder schlimmer noch: Der frühere Partner hat zwar für sich neue Freiheiten gefunden, genießt es aber, wenn der oder die Ex weiterhin von ihm abhängig bleibt.

Sex mit dem Ex:
Gibt es überhaupt eine zweite Chance,
wenn es einmal zu Ende war?

Wenn eine Beziehung in die Brüche geht, passiert das nicht ohne Grund.

Und bei einer Neuauflage der Beziehung sind alle die Probleme und Schwierigkeiten, die es beim ersten Mal gab, natürlich wieder mit an Bord.

Einen wirklichen Neuanfang zu machen, ist in der Praxis sehr schwierig. Denn natürlich wissen beide Partner, wie es früher schon einmal gewesen ist. Und wo die jeweiligen Schwachpunkte des andern liegen, in die man immer wieder neu hineinstoßen kann…

Die Gefahr bei der wiederaufgewärmten Beziehung ist, dass sie nicht auf Augenhöhe neu begründet wird. Sondern dass sich die Partner bloß deswegen wiederfinden, weil ihnen beiden in der Zwischenzeit jeweils kein besser geeigneter Partner über den Weg gelaufen ist. Weil es schwierig ist, das Single-Dasein auszuhalten. Weil es mühselig ist, immer wieder neue Dates auszuprobieren und immer wieder Enttäuschungen zu erleben. Und weil es so viel einfacher ist, die Telefonnummer vom Ex oder von der Ex herauszukramen.

Häufig ist es der Fall, dass einer der beiden Partner sich auch nach der Trennung emotional nicht vom anderen abgelöst hat und weiterhin an der alten Liebe wie eine Klette hängenbleibt.
Bei einer Wiederauflage der Beziehung kann das dazu führen, dass ein emotional anhängiger Mensch die Liebe des alten Partners dadurch neu zu erkaufen versucht, dass er selber die eigenen Wünsche immer mehr zurückstellt und ständig versucht, es ihm oder ihr in allem recht zu machen.

Langfristig kann das natürlich nicht klappen. Eine gute Beziehung funktioniert nur, wenn sich beide Partner sich auf gleicher Augenhöhe begegnen und beide gleichermaßen sich genau diese Beziehung wünschen.

Eine wirkliche zweite Chance gibt es also nur, wenn sich die beiden Partner in der Zeit der Trennung grundlegend verändert haben, durch neue Lebensumstände oder auch durch eine Psychotherapie mit dem Fokus Sexualtherapie– so dass es sich jetzt weniger um die Wiederaufnahme der alten Beziehung mit all den alten Mustern handelt, sondern um einen tatsächlichen Neuanfang.
Und als tatsächlicher Neuanfang kann der zweite Frühling dann auch wirklich eine Chance haben.

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Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Was ist „richtig guter Sex“?

Was ist eigentlich „richtig guter Sex“?
Was heißt eigentlich, gut im Bett zu sein?

Radiointerview richtig guter Sex
Hier der Radiomitschnitt.

Was ist „richtig guter Sex“?

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Richtig guter Sex:
Worauf kommt es im Bett an, damit es gut klappt?

Die Hauptregel gleich zuerst:
Dafür, dass es in einer Beziehung im Bett klappt, ist die wichtigste Voraussetzung, dass es schlicht und ergreifend auch außerhalb vom Bett klappt: sowohl im Miteinander der beiden Partner, aber auch im Leben der beiden Partner je für sich.

Die Sexualität ist ein Kernbereich in der Emotionalität jedes Menschen. Und jede Störung in anderen Lebensbereichen wirkt sich hier aus.

Das beginnt bereits bei äußeren Problemen wie z.B. beruflichem Stress, der bis ins Bett hineinlappen kann, wenn der Kopf einfach nicht mehr abschaltet. Aber auch eigene psychische Probleme, wie zum Beispiel Depressionen oder Zwangsstörungen können die Freude am Sex erheblich beeinträchtigen.

Und noch schwieriger wird der Sex, wenn ungelöste Konflikte mit dem Partner oder der Partnerin anstehen, wenn ein offener Streit besteht oder unausgesprochene Vorwürfe zwischen beiden schwelen.

Solche Probleme außerhalb und innerhalb der Partnerschaft können dazu führen, dass der Sex rein körperlich gar nicht mehr möglich ist und einer oder beide Partner keinen Orgasmus mehr bekommen.

Warum klappt schneller Sex mit Unbekannten?

Interessant ist, dass bei vielen Menschen der schnelle Sex mit einem bzw. einer völlig Unbekannten manchmal besser klappt als mit dem langjährigen Partner. Das liegt daran, dass sich beide so noch in der Illusion wiegen können, den absoluten Traummann oder die absolute Traumfrau zu umarmen: den anderen Menschen in seinen tatsächlichen Eigenarten haben beide noch überhaupt nicht wahrgenommen.

Ähnlich funktioniert auch jede Form der Verliebtheit. Letztlich bin ich zunächst einmal in das Idealbild von einem Menschen verliebt und nicht in die konkrete Person, die ich ja noch gar nicht kenne. In dieser Phase funktioniert der Sex einfach und gut- aber es ist letztlich noch keine tiefe Begegnung mit einem anderen Menschen.

Richtig guter Sex benötigt Zeit, benötigt das gegenseitige Kennenlernen der sexuellen Vorlieben und Fantasien, benötigt auch ein gutes Stück Spielfreude und Spaß am Ausprobieren.

Richtig guter Sex:
Was ist für Männer und was für Frauen wichtig?

So pauschal lässt sich da keine Antwort geben. Jeder Mensch ist unterschiedlich, und das gilt für Männer genauso wie für Frauen. Entgegen dem allgemeinen Klischee gibt es durchaus Männer, die vor allem kuscheln wollen, und Frauen, die im Sex auch härtere Gangarten mögen.

Was allerdings zu beachten ist, dass Männer und Frauen rein anatomisch unterschiedlich zum Orgasmus kommen.

Für die meisten Männer –aber auch nicht für alle- ist der Koitus, also das Eindringen des erigierten Penis in die Scheide der Frau- ein sicherer Weg zum Höhepunkt.

Viele Frauen dagegen bekommen allein durch den Koitus niemals einen Orgasmus. Für sie ist ein ausführliches Vorspiel mit der Erregung der Klitoris entscheidend oder auch die Möglichkeit, die eigenen Schenkel fest zusammenpressen zu können, um so einen Orgasmus zu erreichen.

Dazu kommt dann auch noch ein zeitlicher Unterschied. Frauen benötigen ca. 20 min Vorspiel, um ihren ersten Orgasmus zu bekommen. Dafür können sie danach länger auf dem höchsten Erregungslevel bleiben und ggf. auch noch weitere Orgasmen bekommen.

Männer dagegen kommen bei entsprechender körperlicher Stimulation deutlich schneller zum Orgasmus- und gelangen danach sehr schnell in die sogenannte Refraktärphase, in der die sexuelle Erregung komplett zurückgeht.

Wie kann es im Bett besser funktionieren?

Von der technischen Seite her gesehen, ist es wichtig, dass beide Partner um diese geschlechtsspezifischen Unterschiede beim Sex wissen. Es ist also sinnvoll, dass der Mann seinen Orgasmus erst dann bekommt, wenn die Frau bereits ihren ersten hatte. Sonst besteht die Gefahr, dass der Mann die Lust verliert, bevor es bei der Frau mit der Erregung überhaupt richtig losgegangen ist.

Das traditionelle Ideal, einen gemeinsamen, gleichzeitigen Orgasmus im Koitus anzustreben, ist geradezu ein sicherer Weg, sich beim Sex gegenseitig total unter Druck zu setzen und nur Frust abzubekommen.

Sex funktioniert dann am besten, wenn beide Partner vom jeweils anderen wissen, was der braucht, um glücklich zu sein. Deshalb ist es so wichtig, in einer Beziehung hin und wieder auch über den Sex und über sexuelle Bedürfnisse zu reden. Und das nicht nur beim Sex selber- sondern vielleicht auch einmal in Ruhe auf einem Spaziergang, ohne gleich übereinander her zu fallen.

Dabei könnten dann auch etwas ausgefallenere Themen angesprochen werden, wie z.B. „Was hältst du eigentlich von Fetisch- oder BDSM-Sex?“ Und das, ohne den anderen mit solchen Ideen sofort unter Druck zu setzen.

Sich gegenseitig zu kennen, auch in seinen sexuellen Fantasien, und darüber offen reden zu können- das ist der Königsweg zu richtig gutem Sex, der immer wieder aufregend und spannend ist. Und da kann manchmal auch eine gemeinsame Sexualtherapie das richtige Mittel sein, um wieder zu einem neuen Miteinander zu finden.

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MILF

Vgl. dazu die Artikel

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