Alle Beiträge von mpetery

Zuletzt aktualisiert am 19.09.2017. Ein paar Worte zu meiner Person: Mein Name ist Michael Petery, bin verheiratet und arbeite in Hildburghausen (30km nordwestlich von Coburg) in meiner Praxis für Psychotherapie gemäß Heilpraktikergesetz. Studiert habe ich in Tübingen, Paris und Berlin. Bis 2014 war ich am Universitätsklinikum in München-Großhadern tätig als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Klinik für Palliativmedizin und der Professur für Spiritual Care bei Prof. Dr. Eckhard Frick (Pychiatrie) und Prof. Dr. Traugott Roser (ev. Theologie). Daneben habe ich meine Klienten in eigener Praxis in München-Schwabing betreut. Leitfiguren für meine therapeutische Arbeit sind Carl Rogers (clientenzentrierte Gesprächstherapie), Fritz Perls (Gestalt-Therapie) und Irvin D. Yalom.

Männer und Frauenkleider

Männer und Frauenkleider

Männer und Frauenkleider de.123rf.com/photo_111442439

Männer und Frauenkleider-
ein Erfahrungsbericht

Der Schock nach dem Outing

Männer und Frauenkleider: Ich bin gerade ganz akut in der „Schock-Situation“, dass mein Lebensgefährte sich vorgestern geoutet hat, gerne Frauenkleider zu tragen und sich selbst zu befriedigen. Der Druck, es mir sagen zu müssen, wurde nun so hoch, da wir in 6 Wochen in eine gemeinsame Wohnung ziehen, und er Angst hatte, dass ich dann irgendwann mal über die Sachen „stolpere“ und dann annehmen könnte, er betrügt mich. Also hat er den für sich höllisch schweren Schritt getan und hat es mir gesagt.

Natürlich ist das nichts „Schlimmes“, auch wenn meine ersten Fragen tatsächlich waren, ob er vielleicht doch schwul, oder bi sein könnte, oder Transsexuell…..er verneinte alles vehement und bestätigte, dass er absolut hetero sei und auf Frauen, auf mich steht. Aber phasenweise würde es ihn eben erregen, wenn er Frauenkleider anzieht, meist Unterwäsche und Strumpfhosen, aber auch Röcke oder speziell weibliche Jeans, allerdings nur alleine zu Hause. Natürlich ändert das nichts an meinen Gefühlen für ihn, ich liebe ihn von ganzem Herzen und will und werde natürlich einen Weg finden, damit umzugehen.

Die Bilder im Kopf

Allerdings gehört, ihn schminken und zurecht machen, oder mit ihm Frauensachen für ihn shoppen gehen, oder ihn als „Frau“ ansprechen und behandeln definitiv NICHT dazu. Das möchte ich absolut nicht, denn leider – und ich bin sicher nicht intolerant oder verklemmt – gefallen mir Männer in Frauenkleidern überhaupt nicht und stellen für meine sexuelle Erregung einen absoluten Lustkiller dar. Ich möchte ihn so nicht sehen, ich muss mich auch seit vorgestern zwingen, die Bilder aus meinem Kopf zu bekommen, die ich mir automatisch gemacht habe, nachdem er mir erzählt hat, was er für Sachen hat und gerne mal anzieht.

Ich kann gar nicht beschreiben, in was für einem Gefühlschaos ich mich derzeit befinde – es ist schon erstmal eine Welt zusammen gebrochen, denn ich habe mich ja auch in ihn verliebt, gerade wegen seiner herben Männlichkeit – er ist ein sehr maskuliner Typ – darauf stehe ich total. Aber „weibische“ Männer turnen mich nun mal absolut ab.

Wie auch immer, wir haben wahnsinnig viel geredet in den letzten zwei Nächten, und für den Moment sagt er, will er sich auch gar nicht vor mir in Frauensachen präsentieren, und ich bin froh, denn ich möchte das auch nicht sehen! Aber natürlich lasse ich ihm seine Neigung, die er dann nur leider ausleben muss, wenn ich nicht da bin. Anders kann ich das, zumindest zur Zeit noch, nicht akzeptieren.

Männerund Frauenkleider – Wie damit umgehen?

Ich sehe das also wirklich nicht als „Krankheit“ an oder so, ich akzeptiere, dass es zu ihm gehört, aber ich fordere auch seinerseits die Toleranz ein, zu akzeptieren, dass ich das einfach nicht mit ansehen möchte, weil es mich leider abstößt, es mir absolut nicht gefällt. Dennoch gibt es meinerseits keine Vorwürfe oder Verurteilungen. Ich bin jetzt, 48 Stunden später, soweit über den ersten Schock hinweg, dass ich mich erstmal im Netz durch all die Artikel und Foren zu dem Thema lese und Informationen einhole, da ich bislang mit diesem Thema noch nie Berührungspunkte hatte und mich in keiner Weise auskenne.

Das findet er übrigens super, dass ich mich interessiere und informiere, und das nicht einfach nur verdrängen will. Gott sei Dank können wir gut darüber reden, ohne den anderen zu verletzen. Wir lieben und sehr, daher denke ich, dass wir einen, für beide Seiten annehmbaren Weg finden werden, damit umzugehen. Das gehört in unserer Partnerschaft jetzt eben dazu. Also möchte ich an dieser Stelle auch ein bisschen für Verständnis für die Partnerinnen werben, die das eben einfach nicht mögen an ihrem Mann.

Viele Grüße

Carina J. (Name geändert)

***********************************************************************

Danke für den Beitrag!

Hallo Carina,

Ich finde es sehr gut, wie offen Sie Ihre Gefühle zum Thema Männer und Frauenkleider beschreiben- das wird sicher auch für andere LeserInnen sehr hilfreich sein. Ein solches Outing des Partners ist für viele Frauen nicht ganz einfach- und nicht alle reagieren mit so viel Einfühlungsvermögen (und Selbstfürsorge).

Da ist es für viele Leserinnen und Leser sicher gut zu wissen, mit diesem Problem nicht allein dazustehen.

Mit herzlichem Gruß

Michael Petery

***********************************************************************

Männer und Frauenkleider– Update

Hallo Herr Dr.Petery,

heute ein kleines Update, was sich in den letzten 8 Wochen seit dem Outing meines Lebensgefährten so alles getan hat.

Die ersten Tage waren ja, wie ich bereits beschrieb, sehr geprägt von Gesprächen rund um das Thema „Crossdressing“ etc., sehr zu meiner Verwunderung hatte dies zur Folge, dass wir tiefgreifende Gespräche auch über unserer beider sexuellen Vorlieben und Phantasien hatten, auch ich rückte dann mal mit lange verborgenen Phantasien raus und wir stellten fest, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt, viele Dinge, die wir einfach gerne mal gemeinsam ausprobieren wollten. Unser Sex-Leben, das sowieso sehr rege und wunderschön war, wurde also noch mal besser und aufregender.

Alles lief bestens, so lange ich das Thema Frauenkleider für mich selbst verdrängte. Wenn ich aber mal alleine Zuhause saß und die Gedanken unweigerlich kamen, gebe ich zu, war nichts mehr so einfach.

Das Gedankenkarussel dreht sich…

Das Gedankenkarussell begann sich zu drehen und die Bilder in meinem Kopf kehrten immer wieder zurück. Die Vorstellung, dass mein Mann, mein von mir so über alles geliebter und so männlicher Mann „heimlich“ mit BH, Minirock und Pumps daheim herumlief, sich dazu vielleicht, wenn sicher nicht immer, auch selbst befriedigte, trieb mir ein um das andere Mal die Tränen in die Augen und schnürte mir die Kehle zu.

Männer und Frauenkleider: Ein Gefühl wie Betrogen-Werden

Es fühlt sich an, wie betrogen zu werden, mit einer anderen Frau, die er aber selbst ist. Ja, leider kenne ich das Gefühl, betrogen zu werden aus vergangenen Beziehungen, daher kann ich diese Parallele ziehen, ich fühle mich unzulänglich, nicht gut genug, nicht sexy genug, eben all das, was „Frau“ fühlt, wenn sie betrogen wird – nur ohne die Wut auf meinen Mann, denn ich weiß, dass er nichts dafür kann, es ja nicht absichtlich macht, um mich zu verletzen, sondern eben einfach so ist. Ich bestellte mir ein Buch einer betroffenen Frau aus dem Internet, in der Hoffnung, Hilfe zu bekommen, mit diesen Gedankenkarussellen umzugehen.

War mein Mann bei mir, wir zusammen und das Thema wurde nicht angeschnitten, war ja alles in bester Ordnung. Ich dachte darüber nicht nach, es gab keine Berührungspunkte mit der ganzen Crossdresser-Geschichte und ich war sehr glücklich. Aber wehe die Gedanken kamen, wenn ich alleine war…

Und immer wieder hämmern diese Gedanken in meinem Kopf: „Nein! Ich will das nicht! Warum er? Warum ausgerechnet er?“

Das Buch half nicht wirklich weiter, ein zwar sehr humorvolles Buch, aber die Protagonistin arrangierte sich gut, unterstützte ihren Mann in seinem Frau-Sein-Wollen, ging shoppen mit ihm, zog ihn an, schminkte ihn, kaufte sogar Perrücke und künstliche Brüste für ihn. Nun bekam ich richtig Angst – war es wohlmöglich das, was auch mein Mann wollte? Zu fragen traute ich mich nicht, aus Angst vor der Antwort, die ich wahrscheinlich nicht hören wollen würde.

Meine eigenen Grenzen als Frau

Nein, sowas kommt für mich nicht in Frage! Ich ziehe klar meine Grenzen, und bei aller Toleranz, die ich nun aufbringen muss, erwarte ich einfach von meinem Mann, dass auch er diese Toleranz aufbringt, und akzeptiert, dass ich das nicht will. Ich will definitiv nicht mit einer „Frau“ zusammen sein!

Ich will ihn nicht in Frauenkleidern sehen, ich habe viel zu viel Angst davor, dass ich die Achtung vor ihm verlieren könnte, wenn ich ihn so sehen müsste, weil ich es einfach nur abstoßend und lächerlich finde, wenn Männer sich als Frau verkleiden. Das tut mir leid, dass ich so denke, ich wünschte, ich könnte das anders sehen, aber so empfinde ich nunmal, und dafür kann ich ebenso wenig, wie mein Mann etwas dafür kann, dass er ist, wie er ist.

Eine Frage zur Klärung

Ich bat ihn, mir eine Frage zu beantworten, natürlich nicht zwangsläufig sofort, er sollte sich ruhig Zeit mit der Antwort lassen. „Wenn Du meine Gefühle mal vollkommen ausser Acht lassen würdest….wie wäre Dein optimaler Wunsch-Zustand, was würdest Du Dir wirklich im Innersten wünschen, wie ich, wie wir mit der Crossdresser-Sache umgehen sollten, wie möchtest Du das in Dein Leben und in unsere Beziehung integrieren?“

Er antwortete tatsächlich nicht, sondern bat um Bedenkzeit. Aber er sagte, er verstünde nicht, wieso ich das frage. Wir hätten doch die Grenzen klar abgesteckt. Ich weiß Bescheid, aber er zieht nie  Frauensachen in meinem Beisein an und in unserem Sexleben bleibt das aussen vor.

Und er ginge davon aus, dass es, wenn wir erstmal in der gemeinsamen Wohnung leben, auch wohl weniger werden würde, da er mich ja nicht verletzen will und durchaus mitbekommen würde, dass mich das Thema immer wieder traurig macht.

Sicher, entgegnete ich, das sind die Grenzen, die ich gezogen habe, aber ich habe auch gesagt, dass wir diese, sollte sich einer von uns mit diesen Grenzen nicht mehr arrangieren können, natürlich jederzeit neu verhandeln können. Meine Frage, was er sich aber, ungeachtet meiner Gefühle, eigentlich wünschen würde, zielte natürlich mehr darauf ab, herauszufinden, in wie weit es sich bei ihm wirklich „nur“ um einen sexuellen Fetisch handelt, oder ob doch unterschwellig eine verdrängte Transsexualität dahinter steckte. Darauf habe ich bis heute keine befriedigende Antwort bekommen, vielleicht auch, weil er es selbst nicht weiß?!

Die Angst, ihn zu verlieren

Das ist meine allergrößte Angst – meinen Mann eines Tages doch an die Frau in ihm zu verlieren.

Ich bin hetero-sexuell und zwar absolut. Ich habe nicht das allergeringste Bedürfnis, in irgendeiner Art bi -oder homosexuelle Erfahrungen zu machen. Ich stehe nunmal auf Männer! Der Gedanke, das mein Mann vielleicht insgeheim lieber eine Frau wäre, treibt mich immer wieder zur Verzweiflung. Es tut weh, es tut einfach so weh, weil ich solche Angst habe, ihn zu verlieren.

Eines Abends äußerte ich in einem Gespräch diese Sorgen, und er versprach, dass er sich doch nicht ändern würde, das einzige was sich geändert hätte, dass ich nun von seiner „Leidenschaft“, wie er es selbst bezeichnet, weiß, aber in unserem Umgehen miteinander ändere sich nichts. Jeden Abend schicke ich Stoßgebete in den Himmel, dass das der Wahrheit entspricht und er nicht doch irgendwann für sich die Erkenntnis gewinnt, dass er doch transsexuell ist und wohlmöglich sogar eine Geschlechtsumwandlung in Betracht ziehen könnte. Ich habe in der Zwischenzeit von so vielen Männern gelesen, die erst nach ihrem Outing bei ihren Frauen überhaupt darauf gekommen sind, dass das ihr Weg ist. Ich habe Angst, dass es bei meinem Mann auch irgendwann so sein könnte.

Mein ganzes Selbstbild unterzieht sich derzeit einer „Überarbeitung“. Mein Selbstverständnis als Frau ist aus den Fugen geraten. Damit muss ich erstmal zurecht kommen.

Vier Kisten voller Frauensachen

Als wir, kurz vor dem Umzug in unsere gemeinsame Wohnung, eines Abends nach gutem Sex noch beieinander lagen und kuschelten und redeten, kam das Thema auf den Umzug, wo stellen wir was hin, wie organisieren wir was…..und auf ein mal fragte er: „Wohin denn eigentlich mit meinen 4 Kisten mit den Frauensachen? Was mache ich damit? Wo kommen die erstmal hin?“

Mir stockte der Atem, mein Herz raste und mit Ensetzen im Gesicht antwortet ich „4 Kisten??? 4 Umzugskartons??? 4???“. Ich dachte, ich falle aus allen Wolken.

4 Umzugskisten benötige ich ja wahrscheinlich nicht mal für meine normale Kleidung, und er hat 4 Kisten nur mit Frauensachen? Es trieb mir sofort die Tränen in die Augen, ich kann gar nicht wirklich sagen, warum, aber ich war tatsächlich geschockt.

Er antwortete „Naja, in einer sind schon nur Schuhe ….aber reden wir ein anderes Mal darüber…“! ich war froh, dass er erkannt hatte, dass er den Zeitpunkt, das anzusprechen, vollkommen falsch gewählt hatte. Ich war glücklich nach dem Sex, den wir hatten und hatte Spaß daran, unsere Möbel und Sachen zu verplanen.

Und dann kommt er damit…die Stimmung war dahin. Es fällt mir immer noch sehr schwer, damit umzugehen, auch wenn ich die meiste Zeit einfach eine Verdrängungstaktik anwende. Auf Dauer ist das keine Lösung.

Nach dem Umzug

Vergangenes Wochenende sind wir umgezogen! Diese 4 Kisten stehen nun, wie ein Mahnmal, in seinem Arbeitszimmer.  Zugeklebt. Noch…

Durch eine Griffmulde konnte ich zufällig rosa Pumps sehen. Ich schnüffel nicht, denn ich will das Zeug nicht sehen. Aber diese Pumps fielen mir ins Auge…und danach liefen mir die Tränen…ich konnte gar nichts dagegen tun. Gott sei Dank hat er das nicht mitbekommen.

Und dann sind sie wieder da, die Vorstellungen, die Bilder, die mein Kopf automatisch macht. Er, MEIN Mann in rosa Pumps…ich will das nicht!

Ich muss, und ich werde, einen Weg finden, mit all dem besser umzugehen. Stück für Stück. Denn die Liebe, die ich für diesen Mann empfinde, verdient es, dass ich darum kämpfe. Und ich glaube, dass echte Liebe (fast) alles überwinden kann. Also werden wir einen Weg finden.

Nachsatz an alle Crossdresser-Männer

Liebe Crossdresser-Männer da draußen, die Ihr Euch von Euren Frauen/Partnerinnen Verständnis wünscht – vergesst dabei bitte nicht, dass auch wir Frauen Verständnis für unsere Situation brauchen. Wir Frauen haben uns alle in Männer verliebt, und lebten bislang in einer Zweierbeziehung mit einem Mann.

Nach Eurem Outing leben wir nun quasi unfreiwillig in einer Dreier-Beziehung mit unserem Mann und einer „Frau“, die eigentlich gar nicht existiert und doch immer dabei ist. Versucht Euch mal in diese Lage zu versetzen, das ist wirklich eine absolute Grenzerfahrung und eine derart einschneidende Veränderung, dass wir Zeit brauchen, damit umzugehen.

Ihr habt Euch mit dieser Thematik unter Umständen schon Jahrzehnte, oder euer Leben lang auseinandergesetzt, wir sind erstmal wie vor den Kopf gestossen und müssen unser ganzes bisheriges Weltbild und Beziehungsbild überdenken. Also geht nicht allzu hart mit Euren Partnerinnen ins Gericht, wenn Sie mal kein Verständnis aufbringen können.

Carina J. (Name geändert)

**********************************************************************

Danke für das Update!

Hallo Carina,

Ein großes Dankeschön, dass Sie mir so so ausführlich über Ihre Situation geschrieben haben und mit der Veröffentlichung einverstanden sind. Männer und Frauenkleider ist ein wichtiges Thema für die Sexualtherapie.

Ich denke, es wird viel Frauen geben, die sich in ihrer Geschichte wiederfinden und ganz ähnliche Fragen haben.

Crossdressing bedeutet nicht notwendig den Wechsel der sexuellen Identität

Aus sexualtherapeutischer Sicht wäre immerhin ein wichtiger Punkt zur Unterscheidung: Cross-Dressing bedeutet nicht automatisch, dass ein Mann auf dem Weg dazu ist, seine eigene sexuelle Identität als Frau zu entdecken.

Es gibt viele heterosexuelle Männer, die Frauenkleider als Fetisch bei der eigenen Selbstbefriedigung nutzen: und außerhalb der Onanie nicht das geringste Interesse daran haben, dauerhaft die Rlle einer Frau einzunehmen. In diesem Fall geht es nur um eine sexuelle Stimulation, die auf den Bereich der Sexualität begrenzt ist.

Davon zu unterscheiden ist der Fall von Männern, die das Gefühl haben, „im falschen Körper“ geboren zu sein und die sich danach sehen, ihre wahre und eigentliche Identität als Frau leben zu können. Dafür allerdings findet sichin Ihrer Geschichte  in Bezug auf Ihren Mann kein Anhaltspunkt. Auch 4 Kisten mit Frauenkleidern sind noch kein Beweis dafür, dass er sich nach einem solchen Wechsel des eigenen Geschlechts sehnt.

Männer und Frauenkleider: Das Unterscheidungskriterium zwischen Fetischismus und Transsexualität

Ein wichtiges Unterscheidungskriterium dafür wäre: Nutzt Ihr Mann die Frauenkleider ausschließlich im Rahmen der sexuellen Selbstbefriedigung oder wünscht er sich, von Ihnen als Frau wahrgenommen zu werden? Letzteres scheint wohl nicht der Fall zu sein.

Möglicherweise gibt es also gar keine „Frau in ihrem Mann“-vor der Sie Angst haben müßten, betrogen zu werden. Im Gegenteil- dadurch dass dieser Fetisch bei Ihrem Mann sehr stark ausgeprägt ist und  er diesen Fetisch im Rahmen der Selbstbefiredigung lebt, dürfte es äußerst unwahrscheinlich sein, dass es bei Ihrem Mann irgendwann zu einem tatsächlichen Fremdgehen mit einer anderen Frau kommen wird. Er hat da schlicht und ergreifend eine ganz andere sexuelle Leidenschaft, Und das könnte sogar etwas Beruhigendes für Sie sein…

 

Mit herzlichem Gruß

Michael Petery

PS: Weitere Infos zum Thema Männer und Frauenkleider im Artikel „Mein Mann trägt Frauenkleider- wie krank ist das?“ und BDSM Beratung.

Was ist Fetischismus? Dinge als Lustobjekte
Zum Artikel
BDSM Beratung
und Sexualtherapie
Zum Artikel
Mein Mann
trägt gerne Frauenkleider
Zum Artikel
Fetischismus: Im Bett ist er nur ein Schnürpaket
Zum Artikel
10 Fakten
zum Thema Fetischismus
Zum Artikel
Transvestitismus-Krankheit oder nicht?
Zum Artikel
Fetischismus: Selbstbefriedigung im Abendkleid
Zum Artikel
Unterwäsche-Diebstahl- warum machen Männer das?
Zum Artikel
Masken, Rollenspiele und Sex
Zum Artikel
Rauchen als Fetisch
Zum Artikel

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

Mein Partner
will zur Domina

Mein Partner will zur Domina
Mein Partner will zur Domina @ XtravaganT stock.adobe.com AdobeStock_18760614

Mein Partner will zur Domina– und das während unseres gemeinsamen Urlaubs

Mein sogenanntes Problem begann als mir mein Partner vor kurzem gestanden hat, er würde sich einen Termin bei einer Domina wünschen.

Da wir schon in diese Richtung experimentiert haben und ich einige Erfahrung in diesem Bereich habe, ist für mich nicht die Schwierigkeit das Akzeptieren seines Fetisches, sondern der Wunsch, dies bei einer anderen Frau zu holen. Ich bin sehr dankbar für seinen Mut, mir das zu sagen.

Mein Kopf erklärt mir immer wieder die logischen Fakten, und für den ist es auch völlig in Ortung, aber dieses schmerzvolle Gefühl, das aus meinem Herzen kommt, will nicht aufhören.

Ich will Ihm nicht die Möglichkeit nehmen, solche Bedürfnisse auszuleben, geschweige denn ein Leben voller Verzicht zu führen, dennoch fällt es mir schwer damit um zu gehen. Vor allem weil es in unserer Umgebung keinerlei solcher Anlaufstellen gibt und er es jetzt während unseres ersten gemeinsamen Urlaubs in Spanien geplant hat.

Mein Wunsch wäre es diesen Punkt einfach akzeptieren zu können und unsere respektvolle und liebevolle Beziehung weiter zu führen. Und genau dabei bräuchte ich Hilfe.

Sabrina K.. (Name geändert)

Mein Partner will zur Domina

Hallo Sabrina,

Sie lieben Ihren Partner- und Sie möchten ihn in sexueller Hinsicht ganz für sich alleine haben. Jetzt fahren Sie zum ersten Mal gemeinsam in Urlaub- und er möchte während dieser Zeit einen Termin bei einer Domina vereinbaren.

Sie selber haben mit diesem Wunsch emotionale Schwierigkeiten. Vermutlich wird es den meisten Frauen in einer solchen Situation genauso wie Ihnen ergehen. Es ist definitiv ungewöhnlich, wenn ein Mann solche Pläne für den ersten gemeinsamen Urlaub mit der Partnerin äußert.

In den Ohren eines Therapeuten klingt das schon fast so, als würde Ihr Partner den psychischen Schmerz, den er Ihnen damit zumutet, selbst kaum erkennen. Gleichzeitig ist es positiv, dass er diesen Plan so offen mit Ihnen teilt: Hintergehen möchte er Sie offensichtlich nicht.

Grund für ein solches Verhalten könnte ein Mangel an spontanem emotionalem Einfühlungsvermögen sein, wie das z.B. bei Menschen der Fall ist, die das Asperger-Syndrom haben (siehe auch meinen Extra-Blog-Artikel zu diesem Thema). Denkbar ist natürlich auch, dass er „einfach so“ nicht mitbekommen hat, dass er Ihnen mit seinem Verhalten weh tut.

Deswegen wäre meine erste Frage: Haben Sie ihm schon klar genug erklärt, dass er Ihnen mit seinem Plan weh tut? Wenn er tatsächlich verstanden hat, wie es Ihnen mit seinem Plan geht, wird er vielleicht sogar von selbst darauf verzichten- und Sie können sich danach gemeinsam überlegen, wie Sie mit den sexuellen und nicht-sexuellen Bedürfnissen von Ihnen beiden alleine und gemeinsam umgehen.

Unterschiedliche Bedürfnisse beim Sex sind auch in einer sehr guten Beziehung nichts Ungewöhnliches. Wichtig ist aber, dass beide Partner hier einen gemeinsamen Weg finden, damit umzugehen. Und eine offene Erlaubnis für einen Domina-Besuch ist mit Sicherheit besser als die langfristige Unterdrückung solcher Bedürfnisse.

Es ist auch gut möglich, dass Ihr Partner diese Seite seiner Sexualität deswegen nicht mit Ihnen ausleben möchte, weil er sich in Ihrer Partnerschaft mit einer weicheren und zärtlicheren Sexualität wohl fühlt- und seine submissiven Bedürfnisse lieber ausverlagern möchte.

Schwieriger ist die Lage, wenn Sie miteinander über dieses Thema nicht ins Gespräch kommen und er ohne weitere Begründung einfach auf seinem Vorhaben besteht. Dann ist die Frage, ob sie ein solches Verhalten in Ihrer Partnerschaft akzeptieren können- oder ob Ihr Partner dadurch sozusagen eine Grundregel Ihres Zusammenlebens gebrochen hat.

Sollte dem so sein, kann eventuell eine Paartherapie helfen, doch noch eine gemeinsame Umgangsstrategie mit diesem Thema zu finden.

Falls das nicht möglich ist, bleibt noch die Frage, wie Sie so weit für sich selbst sorgen können, dass Sie nicht durch solche Sprachlosigkeit selber in psychische Probleme gezogen werden. In diesem Fall wären einige Stunden psychotherapeutische Hilfe auch für Sie alleine sicherlich nicht schlecht.

Aber zunächst einmal wünsche Ihnen beiden, dass Sie miteinander eine gute Lösung finden- und dann einen wunderbaren Urlaub in Spanien verbringen!

Mit herzlichem Gruß

Michael Petery

 

PS: Weitere Infos im Artikel BDSM Beratung.

BDSM Beratung
und Sexualtherapie
Zum Artikel
Fesseln im Bett- erregendes Spiel oder Grund zur Panik?
Zum Artikel
Bondage
als Kunstform??
href="" >Zum Artikel
Normal oder nicht? Normsex und Normen für den Sex
Zum Artikel
Agressiver Sex
trotz liebevoller Beziehung
Zum Artikel
Mein Freund
will mich als Domina
Zum Artikel
Sadismus- Gewalt oder Spiel?
Zum Artikel
Masochismus- der Traum vom Misshandeltwerden
Zum Artikel
Hilfe! Mein Freund will BDSM von mir
Zum Artikel
Domina-Sex: Warum stehen Männer darauf?
Zum Artikel

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

Bedeutet ein Besuch bei einer Domina Fremdgehen?

Ist der Sex mit einer Domina Fremdgehen?
Ist Sex mit einer Domina Fremdgehen? ©pict rider – stock.adobe.com #124717145


Ist ein Besuch bei einer Domina Fremdgehen?

Was ich schon lange wissen wollte: Ist aus sexualtherapeutischer Sicht ein Besuch bei einer Domina Fremdgehen?

Ich, männlich 42, bin mit meiner Frau schon über 15 Jahre zusammen. Seit fast 12 Jahren sind wir verheiratet und haben 2 Kinder Meine Frau ist für mich meine absolute Traumfrau – menschlich gibt es keine bessere Frau die zu mir passen könnte! Wir haben eine TOP Beziehung und lieben uns sehr.

Leider gibt es einen kritischen Punkt, der mich ziemlich kaputt macht… Ich habe schon im Jugendalter Lust auf dominante Frauen bekommen – leider nie richtig ausgelebt – außer durch Videos im Internet anzuschauen.

Meine Frau weiß darüber alles – aber sie sagt auch eindeutig, dass sie diese Praktiken bei mir nicht machen möchte, da sie sich nicht wohl dabei fühlt. Aber sie will auch nicht, dass ich zu einer Domina gehe…

Ich verstehe meine Frau und versuche jetzt schon viele Jahre alles zu unterdrücken – doch irgendwie wird alles schlimmer „die Sehnsucht“… Aber meine Frau möchte ich ja nicht drängen! und ich habe es bestimmt schon sehr oft bei ihr versucht – doch setze hier ja unsere tolle Beziehung aufs Spiel…

Was raten Sie mir? Ich habe mich im Internet viel eingelesen und die Tipps, mit meiner Frau zu reden, habe ich schon mehr als dreimal versucht. Immer gab es leider Streit und Tränen, was mir sehr weh getan hat – denn ich kann meine Frau nicht mit Tränen sehen… Aber ich zügel mich eine gefühlte Ewigkeit und weiß nicht weiter…

Deshalb kommt immer und immer wieder der Gedanke einmal zu einer Domina zu gehen… (Es zereißt mich innerlich und nervlich, denn: Meine Frau ist mein Heiligtum!)

Marius C. (Name geändert)

Bedeutet ein Besuch bei einer Domina Fremdgehen?

Eine gar nicht so seltene Frage…

Hallo Marius,

es gibt viele Männer, die sich diese Frage stellen. Die meisten Männer, die eine Domina aufsuchen, machen das wohl heimlich und berichten ihren Frauen nicht davon.

Auf den ersten Blick spricht einiges dafür, dass der Besuch bei einer Domina nicht das Gleiche ist wie Fremdgehen. Bei den meisten Paarbeziehungen, die am Fremdgehen eines Partners scheitern, ist die tiefste Verletzung weniger der Sex an sich, sondern die Tatsache, dass ein Dritter oder eine Dritte wichtigste Vertrauensperson des Partners wurde.

Der Vertrauensbruch beim Fremdgehen besteht darin, dass jemand, der fremdgeht, einen höheren Grad an Intimität und Gemeinsamkeit mit einer dritten Person lebt als mit dem eigenen Partner bzw. der eigenen Partnerin. Schliesslich weiss der/die Aussenstehende dann in der Regel mehr von den geheimen Sehnsüchten, Leidenschaften und Gefühlen des Menschen, der fremdgeht, als der betrogene Partner, der auf genau diese Offenheit den eigentlichen Anspruch hätte.

Denn das ist ja die Grundlage einer Partnerschaft: sich zu versprechen, dass der jeweils andere Partner für einen selbst die Nr. 1 im Leben ist und bleibt.

Bedeutet ein Besuch bei einer Domina Fremdgehen?

Wenn doch gar keine neue Beziehung entsteht…

Eine Domina ist in gewisser Hinsicht eine Schauspielerin. Auch wenn für die Dauer der bezahlten Sitzung eine intensive (sexuelle) Beziehung vorgespielt wird, kommt es zu keiner tatsächlichen emotionalen Intimität, die in irgendeiner Weise mit einer Lebenspartnerschaft vergleichbar wäre.

Domina-Sex ist eine Dienstleistung: Wenn kein Geld mehr fliesst, ist die Beziehung zu Ende.

Bedeutet ein Besuch bei einer Domina Fremdgehen?

Warum die Partnerin sich verletzt fühlen kann.

Das Problem beim Sex mit einer Domina (bzw. bei einem SM-Spiel mit einer Domina, weil sich nur die wenigsten Dominas auf tatsächlichen Sex mit Austausch von Körperflüssigkeiten einlassen) liegt also weniger darin, dass nun eine aussen stehende dritte Person den exklusiven Status der eigentlichen Partnerin gefährdet.

Das Problem kann aber darin liegen, dass die eigentliche Partnerin vorgeführt bekommt, dass sie den geheimen sexuellen Neigungen ihres Partners nicht genügt. Und das kann für sie ausgesprochen schmerzlich sein.

So kann sich daraus auch die Angst entwickeln, der Partner wäre nur noch auf Absprung bei ihr- so lange bis er vielleicht auch im wirklichen Leben eine dominaähnliche Frau findet, mit der er nicht nur stundenweise sondern dauerhaft zusammen bleibt.

Domina-Sex: Lassen sich die Vorbehalte der eigenen Lebenspartnerin ausräumen?

Eine schwierige Frage, die immer nur individuell beantwortet werden kann. Es gibt tatsächlich Frauen, die keine Lust auf SM-Spiele in der Partnerschaft haben und es deshalb ihren Männern erlauben, diesen Teil der Sexualität bei professionellen Dominas auszuleben.

Das fällt umso leichter, je deutlicher die Männer aufzeigen können, warum sie diese Form des Sex neben der Partnerschaft brauchen und warum dieses Interesse an SM kein insgeheimer Wunsch nach einer sexuell „besseren“ Partnerin darstellt, der langfristig in der Aufkündigung der Beziehung enden könnte.


Bedeutet ein Besuch bei einer
Domina Fremdgehen?

Ist Geheimhaltung ein geeigneter Schutz?

Geheimhaltung beim Sex ist ein Spiel mit dem Feuer. Wenn die Partnerin von sich aus durch irgendeinen Zufall (oder auch duch gute Beobachtungsgabe-und Frauen kennen ihre Männer in der Regel sehr gut, so dass ihnen jede kleine Verhaltensveränderung auffällt) herausfindet, dass ihr Partner geheimen Kontakt mit einer Domina hatte: dann wird sie in der Regel das Schlimmste vermuten und den Mann kurz vor dem Absprung aus der Partnerschaft sehen. Von daher ist die Geheimhaltung aus psychologischer Sicht nicht zu empfehlen- jedenfalls dann nicht, wenn dem Mann etwas an seiner eigentlichen Partnerschaft liegt und er diese nicht gefährden möchte.

Was bleibt also übrig als Lösung? Von der Logik her gibt es nur zwei Möglichkeiten: auf den Besuch bei der Domina zu verzichten oder der eigenen Partnerin verständlich zu machen, warum ich als Mann den Domina-Besuch brauche und warum das keine Gefährdung der Partnerschaft darstellt. Für beide Lösungen kann es sinnvoll sein, sich sexualtherapeutische Hilfe zu holen.

Wobei kann ein Sexualtherapeut helfen?

Die meisten Männer, die sich nach SM-Sex sehnen, kennen den Grund dafür nicht. Und deswegen können sie ihren Partnerinnen auch nicht klarmachen, warum sie diese Form sexueller Stimulation -jedenfalls von Zeit zu Zeit- benötigen. Die sexualtherapeutische Hilfe wäre in zweifacher Hinsicht möglich:

1. als paartherapeutisches Setting: dabei können sich beide Partner unter fachkundiger Supervision über ihre sexuellen Wünsche austauschen- und der Mann mit dem Wunsch nach SM im Dominastudio kann klar formulieren, warum dieser Wunsch für die Partnerschaft keine Gefahr darstellt.

2. Als Einzelsitzung: der Wunsch nach SM hat häufig etwas mit sexuellen Traumatisierumgen, meist in der Kindheit, zu tun. Sexuelle Übergriffe von Erwachsenen (und das müssen nicht unbedinht explizite Handgreiflichkeiten sein- es reicht bereits eine Sexualisierung der Beziehung des Erwachsenen zum Kind, aus der der Erwachsene sexuellen Lustgewinn zieht) bedeuten eine extreme Ohnmachtserfahrubg des Kindes bei gleichzeitiger nie erwünschter sexueller Stimulation.

In einer gespielten SM-Situation hat nun der Erwachsene die Möglichkeit, sich sozusagen freiwillig selber wieder in eine solche scheinbare Situation sexueller Ohnmacht zu bringen. Diese Situation ist dann ähnlich erregend oder sogar erregender als das traumatische Ausgangserlebnis und kann als eine Art Sieg über die Angst oder das Beklemmungsgefühl erlebt werden, welche mit dem Ursprungserlebnis verbunden waren. Kurz gesagt: der Besuch im Domina-Studio kann eine mehr oder weniger glücklich gewählte Bewältigungsstrategie für sexuelle Traumata darstellen. Die therapeutische Aufarbeitung solcher Zusammenhänge kann dazu führen, dass fer Wunsch nach der Domina nachlässt. Sie kann aber auch zum Ergebnis führen, dass der Domina-Sex ohne Schuldgefühle in das eigene Leben integriert werden kann und der Betroffene auch seiner Partnerin erklären kann, warum er aufgrund seiner sexuellen Biographie diese zweite Form des Sex hin und wieder braucht und warum das mit seiner Liebe zur Partnerin schlichtweg überhaupt nichts zu tun hat.

*** *** ***

© M.Petery

Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Weitere Infos: Sexuelle Zwangsgedanken- wie wird man sie los?

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“9276″]

Zuletzt aktualisiert am 28.01.2019.

Noch nie einen Orgasmus- die RTL Morgenwette

Noch nie einen Orgasmus

Noch nie einen Orgasmus- die RTL Morgenwette

Hier der Radiomitschnitt.

Noch nie einen Orgasmus- in der RTL-Morgenwette geht es darum, ob sich 89 Frauen ourten, noch nie einen Orgasmus bekommen zu haben.

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung RTL Morgenwette bei Radio 89.0 RTL

Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Lesen Sie auch den Beitrag: Noch nie einen Orgasmus erlebt- und das als Frau mit 38

Unzufriedenheit
in der Beziehung
Zum Artikel

Lasgeweile
in der Beziehung
Zum Artikel
Die 5 häufigsten
Beziehungskiller
Zum Artikel
Kinderwunsch
als Trennungsgrund
Zum Artikel
Zusammenziehen oder nicht?
Zum Artikel
Lust auf Fremdgehen
Zum Artikel
Zu häßlich für Sex?
Zum Artikel
Trennungsschmerz noch Jahre nach der Beziehung
Zum Artikel
Ehebruch mit Prustizuierten- Grund zur Trennung?
Zum Artikel
Partner betrogen ohne rechten Grund
Zum Artikel
Alkohol und Gewalt
in der Partnerschaft
Zum Artikel
Alkohol-
mein Partner trinkt zu viel
Zum Artikel
Bin ich beziehungsunfähig?
Zum Artikel
Warum will meine Freundin keinen Sex?
Zum Artikel
Sex und Krebs
Zum Artikel" alt="" width="212" height="155" class="aligncenter size-thumbnail wp-image-7583" />
Asexuell- keine Lust auf Sexs
Zum Artikel
Noch schön genug nach Schwangerschaft?s
Zum Artikel
Stalking durch den Exfreunds
Zum Artikel
Sie wünscht sich eine offene Beziehung
Zum Artikel
in 30 Jahre älteren Mann
verliebt
Zum Artikel
Schwiegermutter ist zu besitzergreifend
Zum Artikel
Hörigkeit- wie komme ich von ihm los?
Zum Artikel
Abhängigkeit- meine Freundin klebt an mir
Zum Artikel
Fremdgehen- mögliche Anzeichen für Untreuer
Zum Artikel
Nach Fremdgehen sofortige Trennung?
Zum Artikel
Meine Freundin
war Prostituierte
Zum Artikel
Sex mit dem Ex- nicht ohne
Risiken und Nebenwirkungen
Zum Artikel
Partnerschaft und Asperger-Syndrom
Zum Artikel
Sex und
Schwangerschaft
Zum Artikel
Gleichberechtigte
Sexualität
Zum Artikel
Rauchen als Fetisch
Zum Artikel
Wie streitet
man richtig?
Zum Artikel
Kondome
und Partnerschaft
Zum Artikel
Affären
und Fremdgehen
Zum Artikel

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.
Zuletzt aktualisiert am 18.06.2019.

HOCD Homosexual Obsessive Compulsive Disorder

HOCD Homosexual Obsessive Compulsive Disorder

HOCD Homosexual Obsessive Compulsive Disorder

HOCD Homosexual
Obsessive Compulsive Disorder

HOCD- Was bedeutet das?

In den USA ist HOCD längst als psychische Erkrankung bekannt. Beispielsweise hat das Center for Treatment of Anxiety and Mood Disorders in Florida zu dem Thema eine Reihe interessanter Informationen auf der eigenen Website zusammengestellt.

HOCD Homosexual Obsessive Compulsive Disorder ist eine spezielle Form der Zwangsstörung. Es gelten die gleichen Diagnosekriterien wie für Zwangsstörungen allgemein (nach ICD-10):

  • Die Zwangsgedanken werden als eigene Gedanken erlebt.
  • Der/die Betroffene leistet gegen die Gedanken inneren Widerstand.
  • Der Zwangsgedanke wird als unangenehm empfunden und nicht als lustvoll.
  • Die Zwangssymptome wiederholen sich immer wieder und beschäftigen den/die Betroffene mindestens 2 Wochen lang an den meisten Tagen.

Das Besondere an HOCD Homosexual Obsessive Compulsive Disorder ist, dass der Inhalt der Zwangsgedanken sich auf die Frage konzentriert: Bin ich homosexuell oder nicht? Dazu kommen möglicherweise weitere zwanghafte Verhaltensweisen, z.B. Selbsttests mit Betrachten von Gay- bzw. lesbischer Pornografie, um zu prüfen, ob Menschen eigenen Geschlechts eine/n vielleicht sexuell erregen.

Im deutschen Sprachraum gibt es dazu bislang nur sehr wenig Veröffentlichungen- und kaum Therapeuten, die sich mit dem Störungsbild „Homosexuelle Zwangsgedanken“ geschäftigen. Eine Ursache dafür liegt sicherlich daran, dass sexualtherapeutische Fragestellungen in den meisten psychotherapeutischen Ausbildungen entweder gar nicht oder nur sehr am Rande vorkommen.

Der Unterschied zwischen Homosexualität
und homosexuellen Zwangsgedanken

Homosexuelle Zwangsgedanken sind etwas völlig anderes als Homosexualität. Homosexualität ist eine als lustvoll erlebte Form menschlicher Sexualität zwischen Menschen gleichen Geschlechts- homosexuelle Zwangsgedanken sind die psychische Störung eines einzelnen betroffenen Menschen, der an diesen Gedanken leidet.

Typisch für homosexuelle Zwangsgedanken sind folgende Symptome (die nicht notwendigerweise alle gleichzeitig vorliegen müssen):

  • Oft kennen Betroffene auch andere Formen der Zwangsstörung, z.B. die Sorge, an einer schweren Krankheit zu leiden, oder Angst davor zu haben, sich selbst oder anderen Menschen ohne es zu wollen etwas anzutun.
  • Unwillentliches, aber sehr intensives Nachdenken über die eigene sexuelle Identität
  • Ständiger Wunsch, sich selbst zu versichern, man sei sexuell „normal“
  • Angst davor, Menschen gleichen Geschlechts zu nahe zu kommen, aus dem Gefühl heraus, das könnte eigene Homosexualität fördern
  • Angst davor, andere könnten einen aufgrund bestimmter Anzeichen für schwul/lesbisch halten
  • Homosexuelle Fantasien beängstigen die Betroffenen und bereiten keine Lust
  • Die erotische Anziehung fehlt in Bezug auf das eigene Geschlecht
  • Selbstkorrektur von Verhaltensweisen, die aus eigener Sicht homosexuell wirken könnten: Z.B. steht ein Mann vom Stuhl auf uns setzt sich nochmal, aus Angst, das erste Hinsetzen hätte irgendwie feminin wirken können
  • Angst, die Begegnung mit einem homosexuellen Menschen könnte eigene Homosexualität wachrütteln


Typisch für tatsächliche Homosexualität sind folgende Anzeichen:

  • Homosexuelle Fantasien machen den Menschen, die sie haben, Spaß und werden als lustvoll erlebt (auch dann, wenn die eigene Homosexualität anderen gegenüber versteckt wird oder sich Betroffene wegen ihrer Homosexualität schämen)
  • Homosexuelle Menschen bevorzugen gleichgeschlechtliche Sexualpartner (eigentlich eine Binsenweisheit- aber das ist definitiv das Kriterium!)

HOCD-
Mögliche Ursachen

Homosexuelle Zwangsgedanken können die gleichen Ursachen haben wie andere Zwangsstörungen auch. Voraussetzung, an HOCD zu erkranken, ist eine gewisse Vulnerabilität (Anfälligkeit), die genetisch begründet sein kann oder auch durch eine andere psychische Erkrankung (z.B. Depression) ausgelöst wird.

Auffallend oft habe ich in meiner Praxis Patienten und Patientinnen erlebt, die kurz vor Ausbruch der homosexuellen Zwangsgedanken Drogen (insbesondere Cannabis) oder Alkohol (in gesundheitsgefährdender Weise) konsumiert haben.

Homosexuelle Zwangsgedanken scheinen häufig ein Ausdruck für andere psychische Probleme zu sein, die dahinter liegen und häufig dem bzw. der Betroffenen bewusst gar nicht klar sind.

Das kann etwa eine depressive Erkrankung sein, weger der sich der bzw. die Betroffene schlecht fühlt, die aber als solche nicht recht benennbar ist. Da ist es in gewisser Hinsicht leichter zu denken: „Ich fühle mich schlecht, weil ich unsicher bin, ob ich nicht homosexuell oder lesbisch sei könnte.“ Die fortwährende Beschäftigung mit dieser Frage verschlimmert zwar in der Regel das eigene Unwohlsein- aber immerhin gibt es jetzt einen scheinbaren Grund dafür: Es ist die Ungewissheit, möglicherweise homosexuell/lesbisch zu sein, die einen sich selber schlecht fühlen lässt.

Andere mögliche Gründe sind berufliche oder private Fehlschläge (z.B. das Verlassenwerden durch die eigene Freund/Freundin). Im letztgenannten Beispiel kann es für Betroffene zunächst eine (scheinbare) Erleichterung sein, sich in die Frage möglicher eigener Homosexualität hineinzuversenken, statt über die beendete Beziehung zu trauern und mögliche Ursachen zu ergründen.

HOCD- Traumatische Erfahrungen
als alternative Ursache

Ebenfalls häufig sind mir in meiner Praxis Menschen begegnet, die in ihrer Kindheit homosexuellen Übergriffen ausgesetzt waren. Dabei waren die „Täter“ in der Regel ältere Jugendliche, die vermutlich selbst Opfer sexueller Misshandlung gewesen sind und diese Übergriffe selbst an Jüngere weitergeben. Mögliche Übergriffe können sein: Zwang zum gemeinsamen Ansehen von Pornografie, Zwang zur Entblößung, Zwang zu sexuellen Handlungen.

Wenn solche Übergriffe in einer Zeit stattfinden, in der ein Kind noch keine Möglichkeit hat, Sexualität als solche zu begreifen und zu verstehen, kann es dazu kommen, dass sich im Gehirn keine klare Erinnerung an solche Vorfälle abspeichert (sogenanntes „cold memory“), sondern sich vielmehr ein ganzer Cocktail an Erinnerungsfetzen einprägt, die sich später gegenseitig triggern können (sogenanntes „hot memory“).

So kann es beispielweise eine „Erinnerungswolke“ geben, in der sich die folgenden Vorstellungen miteinander verbinden:

  • Ich tue etwas Verbotenes.
  • Ich tue etwas Aufregendes.
  • Das tut mir weh.
  • Das bereitet mir irgendwie Lust.
  • Ich habe es nicht gewollt.
  • Aber der andere hat gesagt: Du hast es doch auch gewollt.
  • Ich darf darüber nicht sprechen.
  • Irgendwie war der/die andere doch mein Freund/meine Freundin.
  • So richtig ist da gar nichts gewesen.

Später im Leben kann dann irgendein erinnertes Detail ein solches Erlebnis wieder wachrufen („triggern“) und die ganze emotionale Unsicherheit, die damals erlebt wurde, wieder in die Gegenwart ziehen, insbesondere die Frage:

Hab ich damals nicht doch das homosexuelle Erlebnis als angenehm empfunden? Habe ich es nicht schon damals irgendwie auch selber gewollt und genossen?

HOCD Homosexual Obsessive Compulsive
Disorder: Therapeutische Möglichkeiten

Für die Therapie von HOCD Homosexual Obsessive Compulsive Disorder scheint mir eine gründliche Diagnostik die entscheidende Voraussetzung, insbesondere die Abklärung, ob es sich tatsächlich um eine Form der Zwangsstörung handelt oder um eine Traumafolgestörung.

Ferner muss ausgeschlossen sein, dass nicht doch eine Form der Homosexualität vorliegt, die sich der Betroffene aus gesellschaftlichen Gründen (z.B. durch ein rigides ethisches Regelwerk) nicht eingestehen möchte.

Nach der Diagnosestellung bieten sich folgende Therapieverfahren an:

Verhaltenstherapeutische Sofortmaßnahmen

Unser Hirn schafft bevorzugte neuronale Verbindungen für Gedanken, die besonders häufig gedacht werden. D.h.: Wenn ich häufig über mögliche eigene Homosexualität nachdenke, schlägt mir mein Hirn laufend vor, über dieses Thema wieder und wieder nachzudenken- ähnlich wie der Computer mit seiner Liste zuletzt aufgerufener Dateien.

Solche gedanklichen Fixierungen werden erlernt- und können folglich auch wieder verlernt werden. Dabei hift es allerdings nicht, zu denken: Ich will jetzt keine homosexuellen Zwangsgedanken denken! Denn mit genau diesem Gedanken bin ich schon wieder mitten drin in der gedanklichen Verstrickung. Unser Gehirn kennt keine negativen Vorstellungen (etwas NICHT zu denken). Wenn ich Sie auffordere: „Stellen Sie sich KEINEN rosa Elefanten vor!“, dann können Sie nicht anders, als an einen rosa Elefanten zu denken.

Deshalb geht es bei verhaltenstherapeutischen Verfahren bei HOCD Homosexual Obsessive Compulsive Disorder darum, Techniken zu erlernen, das eigene Denken mit anderen Gedanken zu erfüllen, die weniger schädlich bzw. sogar förderlich für das Selbstbefinden sind.

Ursachenforschung

Homosexuelle Zwangsgedanken entstehen nicht einfach so, sondern haben eine psychische Ursache. Diese Ursache ist den meisten Betroffenen zu Therapiebeginn selber nicht recht klar. Oft dienen Zwangsgedanken dazu, Betroffene davon abzuhalten, andere, noch unangenehmere Themen anzugehen und aufzuarbeiten.

Eine genaue Analyse der Auslösefaktoren kann helfen, das Entstehen von HOCD Homosexual Obsessive Compulsive Disorder zu verstehen. Und dieses Wissen kann für Betroffene ein erster Schritt sein, sich um die Bearbeitung der auslösenden Umstände zu kümmern. Im Rahmen einer solchen Aufarbeitung entfällt dann nach und nach die Notwendigkeit, diese Zwangsgedanken denken zu müssen.

Therapeutische Methoden zur Ursachenforschung können biografische Gespräche sein, aber auch tiefenpsychologische und psychoanalytische Verfahren wie z.B. die Analyse von Träumen.

Traumatherapie bei Missbrauchserlebnissen

Bei sexuellen Missbrauchserlebnissen (und das muss keineswegs eine physische Vergewaltigung sein- es reicht jede ungewollte Konfrontation mit Sexualität durch Übergriffigkeit eines anderen Menschen!) kann es, wie schon oben beschrieben, zu einer Traumatisierung kommen.

Hirnphysiologisch ist damit gemeint, dass ein solches Erlebnis als „Gefühlswolke“ (hot memory) in der Amygdala gespeichert ist und jederzeit durch bestimmte Auslöser getriggert werden kann, so dass die Gegenwart komplett von dieser Gefühlswolke geprägt ist.

Therapeutisches Ziel ist es, die andere Form menschlicher Erinnerungsfähigkeit (das sogenannte cold memory im Hippocampus) anzuregen und daran zu arbeiten, das traumatische Erlebnis in die Zeitlinie der eigenen Biografie einzubinden. Je mehr diese bewusste Form der Erinnerung gestärkt wird, desto geringer wird die Gefahr, dass aktuelle Trigger die Gefühlswolke des traumatischen Erlebnisses wieder hervorholen.

******
© M.Petery.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Sexuelle Zwangsgedanken loswerden
Zum Artikel
Zwangsgedanken
Die gefolterte Lehrerin
Zum Artikel
Exfreund-Fantasien
verfolgen mich
Zum Artikel
Homosexuelle Zwangsgedanken- wie werde ich sie los?
Zum Artikel
Eifersucht-die ständige Angst, ihn zu verlieren
Zum Artikel
Zu schüchtern für eine Beziehung?
Zum Artikel
HOCD- Homosexuelle Zwangsgedanken
Zum Artikel

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“7484″]

Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Partnerschaft und Asperger-Syndrom

Partnerschaft und Asperger-Syndrom
Partnerschaft und Asperger-Syndrom

Partnerschaft und Asperger-Syndrom-
Erfahrungen aus der Paartherapie

Asperger-Syndrom: Kommunikationsprobleme in der Partnerschaft

„Na, wie gefällt Dir mein neuer Schnitt? Ich bin gerade beim Friseur gewesen…“
„Gar nicht. Deine langen Haare waren viel schöner.“

*************************

„Heute hab ich es endlich mal geschafft, die ganze Wohnung wieder auf Vordermann zu bringen.“
„Und ich weiß jetzt nicht mehr, wo du die Sachen hingeräumt hast, die ich mir auf dem Esstisch hergerichtet habe.“

*************************

„Das ist doch toll: Jetzt habe ich schon heute mittag den ganzen Wochenendeinkauf geschafft.“
„Beim Bäcker bist du noch nicht gewesen.“

Partnerschaft und Asperger-Syndrom
Typische Missverständnisse im Alltag

Immer wieder erzählen Paare bei mir in der Praxis von solchen Szenen, in denen es der (in der Regel männliche) Partner mit einem einzigen Satz schafft, die gesamte Stimmung zu verderben. Betroffene Frauen verstehen es nicht, warum ihr Mann sie immer wieder so sehr brüskiert oder zur Weißglut bringt.

Bei einer Paartherapie stellt sich dann in solchen Fällen oft heraus: Der Mann ist gar nicht das narzisstische, selbstbezogene und egoistische Monster, als dass er in solchen Situationen seiner Frau gegenüber erscheint- er hat nur schlicht und ergreifend das Asperger-Syndrom.

Immer nur die ungeschminkte Wahrheit

Frauen, die mit einem Partner mit Asperger-Syndrom zusammenleben, werden solche Dialoge kennen. Ein häufiges Problem vieler Menschen mit Asperger-Syndrom ist es, gar nicht anders zu können als immer sofort das auszusprechen, was sie tatsächlich denken.

Das Beispiel mit dem Friseurbesuch zeigt das sehr deutlich: Ohne daran zu denken, dass die Frau offenbar aus freiem Willen und mit Freude zum Friseur gegangen ist, um sich hübsch und gutaussehend zu finden, ja vielleicht sogar dem Partner gut gefallen zu wollen, platzt der Ehemann mit seiner persönlichen Wahrheit heraus: „Deine langen Haare waren viel schöner.“

Und diese Wahrheit gilt für ihn absolut. Er kann sich gar nicht vorstellen, dass andere Menschen (wie zum Beispiel seine Frau) auch kurze Haare schön finden könnten.

Unfähig zur „white lie“

Dazu kommt die Unfähigkeit zu dem, was Amerikaner eine „white lie“ nennen, also eine harmlose Lüge, die dazu dient, den anderen nicht zu brüskieren und eine harmloses Smalltalk-Gespräch am Laufen zu halten.

Menschen mit Asperger-Syndrom sind dazu oft nicht fähig. So kann es beim Besuch bei den Schwiegereltern schon einmal dazu kommen, dass die Schwiegermutter fragt, wie denn ihr selbstgebackener Kuchen schmeckt und dann zu hören bekommt: „Schlecht! Oben ist es eindeutig ziemlich angebrannt.“

Wenn die Begeisterung wieder mal zu weit geht

Oder ein anderes Beispiel für soziale Unbeholfenheit: Auf einer Party beginnt ein Bekannter davon zu schwärmen, wie toll doch die Bob Dylan-Songs sind, die er seit seiner Pubertät mit Begeisterung hört.

Der Ehemann mit Asperger ergänzt die Konversation mit einem „Den Literatur-Nobelpreis hat er dafür jedenfalls nicht verdient. Und musikalisch wird Bob Dylan auch überschätzt. Ich finde es viel interessanter, da auch mal die franzöische Chancon-Kultur mitzuberücksichtigen.“ Und dann folgt ein langer Vortrag über seinen Lieblings-Chansonnier Serge Gainsbourg mit Auflistung seiner wichtigsten Auftritte und Liedtexte.

Die anderen Partygäste halten den Mann für komplett arrogant und selbstbezogen. Seine Frau schämt sich für ihn bis auf die Knochen. Später, in der Therapie, erklärt er: „Ich dachte, die anderen hätten sich für das Thema Songwritung total interessiert.“ Nach seinem eigenen Gefühl hätte sich doch richtig gut in die Unterhaltung eingebracht und den anderen mit Serge Gainsbourg auch noch eine tolle Anregung mit auf den Weg gegeben.

Partnerschaft und Asperger-Syndrom
Die Gefahren des Wörtlich-Nehmens

Viele Missverständnisse entstehen durch Wörtlichnehmen. Das ist bereits bei der Frage aus dem Friseur-Beispiel so. Wenn die Frau frägt: „Wie gefällt dir meine neue Frisur?“ meint sie damit eigentlich: „Lob mich mal und sag, wie hübsch ich bin“.

Der Ehemann mit Asperger-Syndrom erkennt diese Appell-Ebene in der Aussage seiner Frau nicht und antwortet so, als wenn sie wirklich seine Ansicht wissen wollte. Und da kann die Antwort dann tatsächlich auch „Schlecht!“ heißen- ohne dass die geringste Absicht vorliegt, die Frau verletzen zu wollen.

Ganz ähnlich sieht es auch mit den beiden anderen Beispielen am Anfang aus: Die Frau, die stolz darauf ist, die Wohnung schön aufgeräumt zu haben, bekommt kein Lob dafür, sondern nur den Hinweis, dass jetzt die Sachen auf dem Esstisch nicht mehr am Platz liegen. Und wenn sie den Wochenendeinkauf schon extra früh erledigt hat, dann bekommt sie ungebeten die Erklärung, dass trotzdem der Besuch beim Bäcker immer noch fehlt.

Die Chancen einer Paartherapie

Das Asperger-Syndrom ist nach neuestem wissenschaftlichem Stand keine Krankheit, sondern eine Extremveranlagung mit stark unterdurchschnittlicher Empathiefähigkeit, meist gepaart mit deutlich überdurchschnittlichen intellektuellen Fähigkeiten (insbesondere Erkennen von Strukturen, Merkfähigkeit, Detailwissen).

Ziel in einer Paartherapie, bei der ein Partner das Asperger-Syndrom hat (das kann hin und wieder auch die Frau sein, auch wenn Männer überdurchschnittlich betroffen sind), ist es nicht, den betroffenen Partner vom Asperger-Syndrom zu „heilen“. Das geht schlichtweg nicht, da es sich um ein Bündel epi-genetisch vererbter Eigenschaften handelt, die sich nicht wegtherapieren lassen (ebenso wenig wie Haut- oder Augenfarbe).

Möglich ist es dagegen, beide Partner für das Thema Asperger-Syndrom zu sensibilisieren. Oft wissen die Betroffenen und ihre PartnerInnen selbst vor Therapiebeginn noch nichts davon. Eine psychologische Testung und Diagnose kann viel dazu beitragen, Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.

Außerdem lässt sich soziale Kompetenz auch trainieren: Wer weiß, dass er das Asperger-Syndrom hat, wird von selber vorsichtiger damit sein, auf Partys ungebeten lange Vorträge zu halten… Und er wird sich auch überlegen, ob er wirklich seiner Frau nach jedem Friseurbesuch sagen muss, dass die längeren Haare so viel schöner waren.

Ein oder mehrere Besuche bei einem Paartherapeuten, der sich mit dem Thema Asperger auskennt, sind für ein solches Paar sicher eine lohnende Investition.

******
© M.Petery.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Unzufriedenheit
in der Beziehung
Zum Artikel

Lasgeweile
in der Beziehung
Zum Artikel
Die 5 häufigsten
Beziehungskiller
Zum Artikel
Kinderwunsch
als Trennungsgrund
Zum Artikel
Zusammenziehen oder nicht?
Zum Artikel
Lust auf Fremdgehen
Zum Artikel
Zu häßlich für Sex?
Zum Artikel
Trennungsschmerz noch Jahre nach der Beziehung
Zum Artikel
Ehebruch mit Prustizuierten- Grund zur Trennung?
Zum Artikel
Partner betrogen ohne rechten Grund
Zum Artikel
Alkohol und Gewalt
in der Partnerschaft
Zum Artikel
Alkohol-
mein Partner trinkt zu viel
Zum Artikel
Bin ich beziehungsunfähig?
Zum Artikel
Warum will meine Freundin keinen Sex?
Zum Artikel
Sex und Krebs
Zum Artikel" alt="" width="212" height="155" class="aligncenter size-thumbnail wp-image-7583" />
Asexuell- keine Lust auf Sexs
Zum Artikel
Noch schön genug nach Schwangerschaft?s
Zum Artikel
Stalking durch den Exfreunds
Zum Artikel
Sie wünscht sich eine offene Beziehung
Zum Artikel
in 30 Jahre älteren Mann
verliebt
Zum Artikel
Schwiegermutter ist zu besitzergreifend
Zum Artikel
Hörigkeit- wie komme ich von ihm los?
Zum Artikel
Abhängigkeit- meine Freundin klebt an mir
Zum Artikel
Fremdgehen- mögliche Anzeichen für Untreuer
Zum Artikel
Nach Fremdgehen sofortige Trennung?
Zum Artikel
Meine Freundin
war Prostituierte
Zum Artikel
Sex mit dem Ex- nicht ohne
Risiken und Nebenwirkungen
Zum Artikel
Partnerschaft und Asperger-Syndrom
Zum Artikel
Sex und
Schwangerschaft
Zum Artikel
Gleichberechtigte
Sexualität
Zum Artikel
Rauchen als Fetisch
Zum Artikel
Wie streitet
man richtig?
Zum Artikel
Kondome
und Partnerschaft
Zum Artikel
Affären
und Fremdgehen
Zum Artikel

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“7484″]

Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Sex und Schwangerschaft

Sex und Schwangerschaft

Radiointerview Sex und Schwangerschaft

Hier der Radiomitschnitt.

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Sex und Schwangerschaft
Ist Sex in der Schwangerschaft gefährlich?

Sex in der Schwangerschaft ist für fast alle Paare völlig unbedenklich, besonders, wenn der Sex mehr zärtlich und weniger hftig ausgelebt wird. Trotzdem ist es sinnvoll, darüber mit dem Frauenarzt oder der Frauenärztin zu reden, einfach, um sicherzugehen, ob es individuell nicht doch irgendwelche besondere Vorsicht einzuhalten gilt.

Es ist völlig normal, wenn sich das sexuelle Miteinander während der Schwangerschaft verändert. Besonders während der ersten drei Monate und noch einmal am Schluss in den letzten Wochen vor der Geburt kann es sein, dass die Frau deutlich weniger Lust auf Sex hat als sonst. Das liegt an den hormonellen Umstellungen, die während der Schwangerschaft im Körper der Frau vor sich gehen. Das sollte ein verständnisvoller Partner als vorübergehende Ausnahmezeit einfach akzeptieren.

Die ganze Zeit der Schwangerschaft hindurch auf Sex zu verzichten, wäre aus sexualtherapeutischer Sicht ein Fehler. Das könnte tatsächlich für die Partnerschaft zu einer Belastungsprobe werden, die so definitiv nicht nötig ist.

Sex und Schwangerschaft
Was ist psychisch anders in dieser Zeit für Mann und Frau?

Der wichtigste psychische Aspekt ist, wie Mann und Frau zu der Schwangerschaft stehen. Wenn das Kind von beiden gewünscht ist, kann die Schwangerschaft eine Erfahrung sein, welche die beiden unglaublich aneinander schweißt und die beiden sehr eng miteinander verbindet.

Schwangerschaft ist eine psychische Umbruchszeit, in der beide Partner mit der körperlichen Veränderung der Frau durch die Schwangerschaft umzugehen lernen müssen- und sich zugleich auf ihre künftige Rolle als Vater und Mutter vorbereiten.

Wichtig ist hier das Gefühl, dass sich die beiden komplett aufeinander verlassen können – und aus der Anfangsphase der Verliebtheit nun definitiv eine Phase der Liebe wird, in der Sex zwar immer noch wichtig, aber nicht das Wichtigste allein ist.

Schwieriger sieht es aus, wenn Mann oder Frau das Kind nicht wünschen. Dann sind psychische Schwierigkeiten und Partnerschaftsprobleme fast schon fest vorprogrammiert und ohne therapeutische Hilfe durch das Paar selber kaum zu lösen.

Sex und Schwangerschaft
Sex mit Kind im Nebenzimmer?

Für ein Paar mit einem neugeborenen Kind ist es oft nicht einfach, ausreichend Momente für gemeinsamen Sex zu finden. Dabei ist und bleibt gemeinsamer Sex für die Partnerschaft sehr, sehr wichtig. Hier ist etwas organisatorische Planung erforderlich. Bei aller privaten und beruflichen Belastung sollten auch junge Eltern mindestens einmal pro Woche drei Stunden Zeit am Stück miteinander alleine haben- sei es durch die Hilfe von Oma und Opa oder durch einen professionellen Babysitter. Hier zu sparen ist aus meiner therapeutischen Erfahrung ein großer Fehler.

Wie funktioniert der Sex nach der Geburt?

Natürlich können die beiden zusätzlich auch dann Sex haben, wenn das Kind ruhig im Nebenzimmer schläft- aber bereits das ist nicht dasselbe, wie echte Zeit nur für das Paar alleine.

Auf Sex in Gegenwart des Kindes sollte besser verzichtet werden- auch wenn das nicht notwendigerweise zu einer traumatischen Erfahrung für das Kind werden muss. Aber es ist klar, dass auch sehr kleine Kinder sehr viel mehr mitbekommen –und das gilt auch in Bezug auf Sex-, als die meisten Erwachsenen das für möglich halten.

******

Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Lesen Sie auch den Beitrag: Schön genug für Sex auch nach der Schwangerschaft?

Unzufriedenheit
in der Beziehung
Zum Artikel

Lasgeweile
in der Beziehung
Zum Artikel
Die 5 häufigsten
Beziehungskiller
Zum Artikel
Kinderwunsch
als Trennungsgrund
Zum Artikel
Zusammenziehen oder nicht?
Zum Artikel
Lust auf Fremdgehen
Zum Artikel
Zu häßlich für Sex?
Zum Artikel
Trennungsschmerz noch Jahre nach der Beziehung
Zum Artikel
Ehebruch mit Prustizuierten- Grund zur Trennung?
Zum Artikel
Partner betrogen ohne rechten Grund
Zum Artikel
Alkohol und Gewalt
in der Partnerschaft
Zum Artikel
Alkohol-
mein Partner trinkt zu viel
Zum Artikel
Bin ich beziehungsunfähig?
Zum Artikel
Warum will meine Freundin keinen Sex?
Zum Artikel
Sex und Krebs
Zum Artikel" alt="" width="212" height="155" class="aligncenter size-thumbnail wp-image-7583" />
Asexuell- keine Lust auf Sexs
Zum Artikel
Noch schön genug nach Schwangerschaft?s
Zum Artikel
Stalking durch den Exfreunds
Zum Artikel
Sie wünscht sich eine offene Beziehung
Zum Artikel
in 30 Jahre älteren Mann
verliebt
Zum Artikel
Schwiegermutter ist zu besitzergreifend
Zum Artikel
Hörigkeit- wie komme ich von ihm los?
Zum Artikel
Abhängigkeit- meine Freundin klebt an mir
Zum Artikel
Fremdgehen- mögliche Anzeichen für Untreuer
Zum Artikel
Nach Fremdgehen sofortige Trennung?
Zum Artikel
Meine Freundin
war Prostituierte
Zum Artikel
Sex mit dem Ex- nicht ohne
Risiken und Nebenwirkungen
Zum Artikel
Partnerschaft und Asperger-Syndrom
Zum Artikel
Sex und
Schwangerschaft
Zum Artikel
Gleichberechtigte
Sexualität
Zum Artikel
Rauchen als Fetisch
Zum Artikel
Wie streitet
man richtig?
Zum Artikel
Kondome
und Partnerschaft
Zum Artikel
Affären
und Fremdgehen
Zum Artikel

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.
Zuletzt aktualisiert am 18.09.2017.

Gleichberechtigte Sexualität

Gleichberechtigte Sexualität

Gleichberechtigte Sexualität zwischen Mann und Frau- kann das gehen?

gleichberechtigte Sexualität

Gleichberechtigte Sexualität-
Mann und Frau sind unterschiedlich

Gleichberechtigte Sexualität- wie kann das möglich sein, wenn alle Ergebnisse der Sexualwissenschaft darauf hinweisen, dass Mann und Frau grundsätzlich ein unterschiedliches Sexualempfinden haben und die sexuellen Bedürfnisse beider Geschlechter sich deutlich unterscheiden?

Schon die Forschungen von Masters und Johnson aus den 60er Jahren haben gezeigt: Auch wenn Mann und Frau beim Sex die gleichen vier Phasen der Erregung durchlaufen, sind die Zeiten geschlechtsspezifisch sehr unterschiedlich.

Erregungsphase

Frau: Puls und Blutdruck steigen. Anschwellen von Klitoris, Schamlippen und Brustwarzen an. Die Geschlechtsteile werden feucht.
Mann: Puls und Blutdruck steigen. Penis wird steif.
Dauer (bei beiden Geschlechtern):wenige Minuten bis zu einer Stunde. Große individuelle Unterschiede, große Unterschiede je nach Situation und Tagesform.

Plateauphase

Frau: Puls und Blutdruck steigen weiter. Weitung der äußeren Schamlippen, eine Schwellung der äußeren Vagina. Weitere Absonderung von Scheidenflüssigkeit.
Mann: Puls und Blutdruck steigen weiter. Möglicherweise Ausschüttung von Präejakulat.
Dauer (bei beiden Geschlechtern): einige Minuten. Große individuelle Unterschiede beim Erregungsniveau, große Unterschiede je nach Situation und Tagesform.

Orgasmusphase

Frau: Nochmalige Steigerung von Puls, Blutdruck und Atemtempo. Möglicherweise kurzer Bewusstseinsverlust. Muskelkontraktionen im unteren Scheidendrittel der Vagina, der Gebärmutter und der Analregion. Beim durchschnittlichen Orgasmus etwa 5 mal, beim intensiven Orgasmus 10-15 mal.
Mann: Nochmalige Steigerung von Puls, Blutdruck und Atemtempo. Möglicherweise kurzer Bewusstseinsverlust. Ejakulation des Sperma, verbunden mit Orgasmus. (In Einzelfällen ist auch ein Orgasmus ohne Ejakulation möglich.)
Dauer einige Sekunden.
Wichtigster Unterschied bei Frau und Mann: Frauen können (individuell und je nach Situation/Tagesfom unterschiedlich) nach einem Orgasmus wieder in die Plateauphase zurückkehren und dadurch mehrere Orgasmen hintereinander erleben. Männer kommen nach einem Orgasmus immer sofort in die Rückbildungsphase

Rückbildungsphase (Refraktärphase)

Rückkehr zu normalem Puls und Blutdruck. Müdigkeitsgefühle.
Frau: Rückgang der Schwellung von Schamlippen, Klitoris und Brustwarzen.
Mann: : Phase der sexuellen Reizunempfindlichkeit. Individuell sehr unterschiedlich. Meist länger mit zunehmendem Lebensalter. Ebenfalls länger, wenn vorangegangene Phasen länger angedauert haben.
Dauer (bei beiden Geschlechtern): individuell sehr unterschiedlich, auch abhängig vom Lebensalter. Von wenigen Minuten bis Stunden.

Die wichtigsten Unterschiede beim sexuellen Erleben

Frauen brauchen nach den Untersuchungen von Masters und Johnson in der Regel eine längere Zeit als Männer, um in die Orgasmusphase zu gelangen.

Haupterregungsquelle ist ihren Studien zufolge für Frauen körperliche Berührung, während Männer vor allem durch visuelle Eindrücke erregt werden. (Wobei es natürlich auch Männer und Frauen geben kann, bei denen der Fall genau umgekehrt liegt.)

Der Orgasmus der Frau kann länger als beim Mann dauern und auch mehrfach hintereinander auftreten. Der männliche Orgasmus dauert kürzer und ist in der Regel deutlich schneller erreichbar.

Gleichberechtigte Sexualität
und unterschiedliche Bedürfnisse

Typischerweise haben Frauen und Männer unterschiedliche sexuelle Bedürfnisse:

  • Sexrhythmus: Frauen haben ein stärkeres Interesse während der fruchtbaren Tage und häufig während der Menstruation eher wenig Interesse, manchmal sogar eine Abneigung gegen Sex. Männer dagegen wünschen sich meist ein gleichbleibenden Sexrhythmus (individuell und je nach Lebensalter meist zwischen 1mal am Tag bis 1mal in der Woche).
  • Sexphasen: Frauen benötigen in der Regel ein längeres Vorspiel mit intensivem Körperkontakt (Berührungen, Kuscheln), um zur Orgasmusphase gelangen zu können. Männer gelangen manchmal so schnell in die Orgasmusphase, dass ihre Partnerinnen nicht mithalten können. Besonders problematisch ist diese Unterschiedlichkeit, wenn Männer nach ihrem Orgasmus in die Refraktärphase geraten und die Lust daran verlieren, ihre Partnerinnen auf dem Weg zu ihrem Orgasmus bis zum Ende zu begleiten.
  • Sexuelle Vorlieben: Jeder Mensch hat individuelle Vorlieben und Abneigungen beim Sex. Das kann z.B. bestimmte Stellungen betreffen, aber auch die Auswahl der Tageszeit oder der Wunsch nach Spontaneität versus dem Wunsch nach Planungssicherheit beim Thema Sex, etwa wenn sich ein Partner darauf verlassen möchte, zu bestimmten Zeiten den anderen tatsächlich für Sex verfügbar zu haben. Männer wünschen sich oft bestimmte visuelle Reize zur sexuellen Stimulation (z.B. aufreizende Kleidung), während Frauen vor allem ein stimmige Gesamtsituation (entspanntes Umfeld, Gefühl der Verwöhnung etc.) benötigen.

Um gleichberechtigte Sexualität zu leben, ist es wichtig, dass beide Partner mit diesen Unterschieden umgehen können.

Gleichberechtigte Sexualität
bei unterschiedlichem Sexrhythmus

Eines der häufigsten Themen, das Paare ansprechen, die zu mir zur Sexualberatung kommen, ist der unterschiedliche Sexrhythmus. Meist ist es der Mann, der deutlich häufiger Sex haben möchte- und es ist die Partnerin, die sich durch die sexuellen Wünsche des Mannes bedrängt fühlt.

Da diese Unterschiede evolutionsbiologisch und genetisch angelegt zu sein scheinen, ist ein therapeutisches Umerziehungsprogramm nicht möglich- etwa in dem Sinne, dass der Mann weniger häufig und die Frau häufiger Lust auf Sex empfinden sollte. Vielmehr sind Umgangsformen zu finden, wie beide mit dem jeweils unterschiedlichen Sexrhythmus des anderen umgehen können.

Mögliche Lösungsansätze sind beispielsweise:

  • Verzicht auf das Ideal vom Normsex, nach dessen Vorgaben jeder Sex als Koitus stattfinden muss und beide Partner einen Orgasmus erleben müssen. Eine deutliche Entspannung beim Thema Sexrhythmus tritt auf, wenn beide Partner es auch als ein gutes sexuelles Miteinander empfinden, wenn kein Koitus stattfindet und nur einer zum Orgasmus kommt- wobei der andere alles an Unterstützung und Hilfe beiträgt, was ihm selber gefällt und was er dem anderen schenken möchte. Also z.B. einfach nur dabei sein, streicheln, Handjob etc.
  • Fähigkeit beider Partner, sich auch individuell sexuell befriedigen zu können. Wenn beide Partner in der Lage sind, auch individuell sexuell für sich zu sorgen, besteht kein Zwang dazu, den anderen mit eigenen sexuellen Wünschen bedrängen zu müssen, wenn der gerade keine Lust auf Sex hat. Dabei ist es wichtig, welche Formen der Sexualität sich die beiden außerhalb ihrer Zweierbeziehung zugestehen. Masturbation und Gebrauch von Pornografie erscheint aus meiner Erfahrung ein geeigneter Weg, um einen unterschiedlichen Sexrhythmus auszugleichen. Das Konzept einer offenen Beziehung mit zusätzlichen Sexpartnern bzw. Sexpartnerinnen führt aus meiner Erfahrung dagegen in der Regel zu großen Vertrauensverlusten und gefährdet den Fortbestand einer Partnerschaft.

Gleichberechtigte Sexualität
trotz unterschiedlicher Dauer der Sexphasen

Wie oben beschrieben, gibt es erhebliche individuelle Unterschiede in der zeitlichen Dauer der Phasen der sexuellen Erregung, die als worst case dazu führen können, dass der Mann schon „fertig“ ist, während die Frau gerade erst dabei ist, die Plateauphase zu erreichen- und dadurch letztlich niemals einen eigenen Orgasmus mit ihrem Mann erlebt.

Mit etwas Planung und Offenheit lässt sich dieses Problem relativ leicht lösen:

  • Ladies first. Nachdem die meisten Männer biologisch schneller zum Orgasmus kommen als ihre Frauen, kann ein Lösungsansatz lauten: Männer, lasst eure Frauen zuerst kommen und kümmert euch erst danach um euren eigenen Orgasmus! Dabei muss der weibliche Orgasmus übrigens nicht notwendigerweise im Koitus passieren: etwa 30% der Frauen sind ohnehin anatomisch gar nicht dazu in der Lage, im Koitus zum Orgasmus zu kommen. Also: Nachfragen lohnt sich. Wie kommt z.B. die Frau zum Orgasmus, wenn sie alleine masturbiert? Lässt sich diese Form der Masturbation in den gemeinsamen Sex mit einbauen?
  • Vorheriger Abbau übergroßer sexueller Spannung. Für Männer, die regelmäßig sehr schnell beim Sex kommen (und danach die Lust verlieren), kann es sinnvoll sein, mit etwas Abstand schon vorher für sich allein zu masturbieren. Danach dauert der Sex mit der Partnerin automatisch länger- und der zweite Orgasmus fühlt sich in der Regel auch noch stärker an als der erste…

Gleichberechtigte Sexualität
bei unterschiedlichen sexuellen Vorlieben

Menschen sind unterschiedlich. Und auch wenn ein Paar noch so viele Gemeinsamkeiten hat- es bleiben bei zwei Individuen immer erhebliche individuelle Unterschiede bestehen, mit denen beide Partner umzugehen haben- ob sie das nun wahrhaben möchten oder nicht.

Auch hier sind Strategien gefragt, um mit der Unterschiedlichkeit sexueller Vorlieben umgehen zu können:

  • Miteinander reden. Viele Menschen, die zu mir in die Beratung kommen, wissen gar nichts davon, dass ihre Partner unterschiedliche sexuelle Wünsche haben wie sie selbst. Häufig wagen sie es auch selbst nicht, ihre eigenen Wünsche dem Partner gegenüber auszusprechen, häufig aus Angst, bei bestimmten Wünschen nur auf Ablehnung zu stoßen oder sogar beschämt zu werden. Ein offenes und tabufreies Gespräch über die eigenen sexuellen Wünsche ist unverzichtbar, um in einer Paarbeziehung gleichberechtigte Sexualität leben zu können.
  • Sexualtherapie: Da ein offenes Gespräch über die eigenen sexuellen Bedürfnisse und Vorlieben vielen Menschen zunächst einmal schwer fällt, ist der gemeinsame Besuch bei einem Sexualtherapeuten/einer Sexualtherapeutin oft sehr hilfreich, um die Beziehung langfristig erfüllt und zufrieden leben zu können.
  • Extreme sexuelle Wünsche, die der Partner nicht teilen mag/kann: Manchmal gibt es auch sexuelle Wünsche, die einem der beiden Partner sehr wichtig sind, die der andere aber überhaupt nicht teilen kann bzw. mag, z.B. im Bereich BDSM. In einem solchen Fall kann es eine Lösung sein, wenn sich die beiden Partner zugestehen, dass der betreffende Partner diesen Teil seiner Sexualität von Zeit zu Zeit in professionellem Rahmen auslebt (z.B. bei einem Besuch im Domina-Studio).

Fazit: So ist gleichberechtigte Sexualität möglich

Gleichberechtigte Sexualität kann also nicht heißen, dass Mann und Frau im Rahmen einer Partnerschaft unbegrenzen Zugriff auf den Körper des anderen haben- wie das bei Immanuel Kants berühmter Definition der Ehe anklingt: Die Ehe sei eine „Verbindung zweier Personen verschiedenen Geschlechts zum lebenswierigen, wechselseitigen Besitz ihrer Geschlechtseigenschaften“ (MS RL, AA 06: 277.)

Gleichberechtigte Sexualität bedeutet vielmehr, dass beide Partner -im Rahmen ihrer Unterschiedlichkeit- ein erfülltes und befriedigendes Sexualleben führen, bei dem ihre je unterschiedlichen Bedürfnisse jeweils in für sie befriedigender Form erfüllt werden.

Oder einfacher ausgedrückt: Sex in einer Partnerschaft ist dann schön und erfüllt, wenn er beiden Partnen Spass macht und wenn beide sexuell nicht zu kurz kommen.

*** *** ***

© M.Petery

Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“8867″]

Bondage als Kunstform?

Bondage als Kunstform

Bondage als Kunstform

Bondage als Kunstform?
Dr. Michael Petery im Interview
mit Morena Barra

Morena Barra ist Experimentalfilmerin und bereitet zur Zeit einen Film über Shibari, japanische Bondage, vor.

Bondage als Kunstform- In der japanischen Bondage geht es hauptsächlich um Unterwerfung und Dominanz. Mich interessiert, wie eine solche Präferenz überhaupt entsteht? Gibt es einen „Grund“, wieso eine Person gerne unterwürfig ist oder dominant? Ist es meist mit einer Erfahrung, auch nicht sexueller Art, verbunden?

Hier eine pauschale Antwort zu geben, ist sicherlich nicht möglich. Aus psychotherapeutischer Sicht wäre die Hauptfrage: Geht es dabei tatsächlich um reale sexuelle Unterwerfung und Dominanz oder um ein Spiel mit den Thema Unterwerfung und Dominanz?

Je nachdem, wie die Antwort ausfällt, macht das für die Beurteilung einen riesigen Unterschied. Reale sexuelle Gewalt, reale sexuelle Unterwerfung und reale sexuelle Dominanz sind als solche niemals zu rechtfertigen, der Wunsch danach (aktiv wie passiv) deutet auf schwerwiegende psychische Störungen hin, die Ausübung kann sogar strafrechtlich relevant sein.

Ganz anders liegt der Fall jedoch, wenn Menschen sexuelle Dominanz und Unterwerfung im Spiel erfahren wollen. Da kann das sogar eine Art von Coping-Strategie sein, um tatsächliche Gewalterfahrungen, etwas in der Kindheit, zu verarbeiten. Das wäre so etwas wie die Erfahrung einer psychotherapeutischen Angst-Exposition: Ja, ich kann mich im hier und heute im Spiel gefahrlos fesseln und dominieren lassen- und dabei sogar sexuelle Lust empfinden.

In meiner Praxis habe ich immer wieder Menschen kennengelernt, die in Kindheit und Jugend sexuellen Übergriffen ausgesetzt waren und dann später sexuelle Vorlieben im Bereich BDSM entwickelt haben, sowohl als dominanter wie auch als submissiver Part.

Bondage als Kunstform-Lust und Schmerz

Wieso liegt das Schmerz- und Lustempfinden so nahe beieinander?

Die Ursache ist wohl, dass es in sexuellen Übergriffen auch zu sexueller Erregung des Opfers kommen kann- und dadurch beim Opfer zur Entwicklung masochistischer sexueller Präferenzen. (Schlimmerweise führen Täter das immer wieder zur eigenen Rechtfertigung an: Das Opfer „habe doch auch mitgemacht und seinen Spaß gehabt“. Diese Argumentation ist natürlich nur widerlich!)

Die Erfahrung der Grenzverletzung, der Angst und des Schmerzes wird bei manchen Opfern zusammen mit der sexuellen Erregung als Erinnerung im Hirn sehr eng verknüpft gespeichert- und fortan können diese Größen sich gegenseitig triggern. Am Beispiel Bondage bedeutet das: die Fesselung als solche löst beim früheren Opfer auch weiterhin sexuelle Erregung aus. Bondage kann also direkt zu sexueller Erregung führen.

Oft ist es so, dass der Mann die Frau fesselt. Sind das immer noch unbewusste Rollenmuster die in uns verankert sind?

Das mag in der japanischen Bondageszene der Regelfall sein- hier in Westeuropa gilt vielleicht sogar das Gegenteil. Nach meiner Einschätzung haben wir sogar einen Männerüberhang in Richtung Submission.

Der typische Klient für Bondage ist jedenfalls im deutschen Sprachraum ein Mann, der dafür viel Geld bezahlt, sich von einer Domina fixieren und spielerisch misshandeln zu lassen… Allerdings gibt es bei uns natürlich auch submissive Frauen… Eine exakte Statistik gibt es dazu meines Wissens nach nicht.

Bondage als Kunstform-krank oder gesund?

Ich habe mit verschiedenen Leuten aus der BDSM-Szene gesprochen und da erzählten sie mir von Praktiken mit Nadeln oder mit allgemeinen starken Schmerzen. Da dachte ich mir: oh Gott das ist doch krank.. Gibt es da eine Grenze zwischen „gesund“ und „krank“? Oder gilt auch hier, wenn kein Leidensdruck besteht, dann ist alles gut?

Laut Weltgesundheitsorganisation ist das wichtigste Kriterium dafür, dass etwas eine Krankheit ist, das Vorliegen eines Leidensdrucks. Ohne dieses Kriterium besteht die Gefahr, alles Mögliche als krank zu bezeichnen, bis hin zu Feststellungen: Dies oder das wäre „kranke“ Kunst oder „kranke“ Politik etc…

Eine Krankheitsdefinition ohne Kriterium Leidensdruck ist also sehr gefährlich. Sie würde schlicht und ergreifend das statistische Durchschnittsverhalten für „gesund“ erklären und alles Verhalten, was davon abweicht, als „krank“ bezeichnen. Wohin das führt, hat die Geschichte schon einmal zur Genüge gezeigt…

Also nochmal im Klartext: Bondage und BDSM, im gegenseitigem Einverständnis praktiziert, sind nicht krank, sondern eine Spielart menschlicher Sexualität, die manchen Menschen sehr viel Intimität und sehr intensiven sexuellen Genuss schenken kann. Und das ist aus psychotherapeutischer Sicht etwas Gutes!

Kann man bei Bondage auch von Fetisch sprechen? Kann das Seil als „Fetischobjekt“ verstanden werden?

Ein sexueller Fetisch ist ein Objekt, das bei einem Menschen als solches sexuelle Erregung hervorruft oder intensiviert. Die meisten Menschen, Männer wie Frauen, haben Fetische, oft ohne es selbst so zu nennen. Das kann ja bereits die Freude an bestimmten Kleidungsstücken sein oder auch an bestimmten Duftstoffen und Parfüms.

Inwieweit das Seil als solches bei Bondage sexuelle Erregung auslöst, ist eine ziemlich akademische Frage. Für die meisten Bondage-Freunde ist es wohl mehr die Geste der Fesselung, die sexuell interessant ist, als der Gegenstand Seil für sich genommen.

*** *** ***
Mausklick deaktivieren
Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS:
Hier der Link zu weiteren Beiträgen zum Thema BDSM.

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“6845″]

Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Rauchen als Fetisch

Rauchen als Fetisch-
Gefährde ich die Gesundheit meiner Freundin?

Rauchen als Fetisch

Ich bin 31 Jahre alt und habe seit meiner Kindheit einen Rauchfetisch.

Rauchen als Fetisch: Zu Beginn fand ich es einfach nur sexy eine Frau rauchen zu sehen. Über die Jahre ist der Fetisch stärker geworden und geht nun schon seit vielen Jahren in die Richtung dass mich die negativen Seiten des Rauchens anziehen. Bei mir selbst (ich rauche nicht so stark) hält es sich noch im Rahmen, aber bei attraktiven Frauen macht es mich tatsächlich an, wenn sie sehr viel rauchen, sehr feste an der Zigarette ziehen, tief inhalieren, evtl. Raucherhusten haben usw. Es gefällt mir zu merken, wenn sie richtig süchtig ist.

In Gedanken stelle ich mir dann auch manchmal vor wie ihre Lunge schwarz wird, sie es aber einfach nicht lassen kann zu rauchen. Diese „extreme“ Einstellung schockiert mich auf gewisse Weiße selbst, da ich in Wahrheit keinem Menschen etwas schlechtes wünsche. Im Gegenteil: Ich bin eigentlich ein sehr freundlicher und hilfsbereiter Mensch, eher vernünftig und gesund. Bevor ich diesen Fetisch entwickelt habe, habe ich es sogar gehasst wenn Menschen rauchen.

Ich bin jetzt seit vielen Jahren in einer glücklichen Beziehung. Als ich meine Freundin kennen gelernt hatte war sie Nichtraucherin. Nach einiger Zeit hatte ich ihr davon erzählt und sie bot mir damals an, es einfach mal auszuprobieren. Anfangs haben wir das 1-2x im Monat gemacht, aber mittlerweile raucht sie jedes Mal wenn wir Sex haben, seit einigen Jahren schon. Mittlerweile hat sie auch das Verlangen zu rauchen und zieht sehr intensiv auf Lunge, manchmal gleich mehrere Zigaretten hintereinander.

Für mich also eigentlich genau das, was ich mir immer gewünscht hatte. Auch sie empfindet mittlerweile Lust dabei und hat wahrscheinlich diesen Fetisch durch die ständige Kopplung ein Stück weit selbst entwickelt. Das Rauchen beim Sex hat sich über die Zeit immer mehr weg vom normalen Geschlechtsverkehr entwickelt – meistens liegen wir rauchend nebeneinander und befriedigen uns selbst und sehen uns dabei an. Oft sehe ich mir, wenn sie nicht da ist, auch Videos auf Youtube an in denen Frauen rauchen. Es ist also, ob sie dabei ist oder nicht, meist eine Selbstbefriedigung bei der ich eine rauchende Frau ansehe.

Das Problem:
Ich fühle mich ihr gegenüber schuldig, da ich der Grund dafür bin dass sie angefangen hat. Außerdem habe ich die extremen Gedanken, dass sie sich selbst damit schadet, auch bei ihr. Das bekomme ich im Kopf nicht zusammen, da ich wirklich nur das beste für sie möchte. Die Anzahl der Zigaretten, die sie raucht, ist auch immer davon abhängig wie lange wir Sex haben. Wenn ich öfter mal später zum Höhepunkt komme dann raucht sie dadurch gleich mal 3-4 Zigaretten mehr, wofür ich mich wieder verantwortlich fühle.
Obwohl wir beide eigentlich Spaß dabei haben, kann ich den Sex nicht richtig genießen, da die Erregung immer mit einer Angst gekoppelt ist. Sobald ich diese extremen Gedanken habe, die mich erregen, kommt zugleich die Angst dass ihr wirklich deshalb etwas passieren kann, was ich mir nie verzeihen könnte.

Dieses Problem beschäftigt mich seit Jahren. Es gab bereits mehrere Anläufe, in denen ich darauf bestanden hatte, dass wir damit aufhören. Diese Versuche gingen zwischen 2-6 Wochen. In dieser Zeit war der Sex für mich komplett langweilig und ich habe gemerkt dass das Rauchen bei Ihr für mich erotischer ist als der Sex selbst.

Gibt es Möglichkeiten diesen Fetisch loszuwerden? Soll ich sie der Gesundheit zuliebe zwingen das sein zu lassen? Haben Sie sonst noch Vorschläge? Was würden Sie mir raten?

Danke und viele Grüße

Lukas C. (Name geändert)

Der sexuelle Reiz des Rauchens

Hallo Lukas,
danke für Ihre sehr offene und selbstkritische Nachricht!


Rauchen ist ein sehr häufiger und weit verbreiteter Fetisch. Viele Männer empfinden eine rauchende Frau als besonders sexy- und insbesondere die Filmindustrie des letzten jahrhunderts hat dieses Bild immer wieder verbreitet, so zum Beispiel im Film „Der blaue Engel“ mit Marlene Dietrich von 1931.

Rauchen als Fetisch-
die psychoanalytische Sicht

Aus der Sicht der Psychoanalyse ist die Vorstellung von der rauchenden Frau deswegen besonders aufregend, weil die Zigarette als phallisches Objekt das männliche Glied symbolisiert und somit das Rauchen eine Art von öffentlich zur Schau gestelltem Oralsex bedeutet.

Der Mann sieht also das Rauchen der Frau als eine sexuelle Aktivität, die auch auf ihn selbst stimulierend wirkt. Ein eher schüchterner Mann kann sich leichter dazu ermutigt fühlen, einer rauchenden Frau gegenüber seine eigenen sexuellen Wünsche auszusprechen, weil er das Gefühl hat, das die Frau sozusagen berteits im „Sex-Modus“ unterwegs ist.

Für sich genommen ist es kein Problem, wenn der Anblick einer rauchenden Frau für einen Mann erregnd ist. Das ist aus der Sicht der Sexualtherapie nicht aufregender, als wenn ein Mann eine Frau dann besonders attraktiv findet, wenn sie einen Minirock trägt. Beides sind Fetische- und wahrscheinlich gibt es keinen Menschen, der nicht seine persönlichen Fetische hat, die seine eigene sexuelle Erregung steigern können.

Rauchen als Fetisch-
die dunklen sexuellen Fantasien vom Tod

Bei Ihnen ist das Rauchen einer Frau nicht nur deswegen interessant, weil es als sexuelle Geste verstanden werden kann. Sie erregt vor allem die Vorstellung, dass eine Frau sich aus Zuneigung für Sie selbst schädigt, ihre Lunge zuteert und möglicherweise daran stirbt. Das ist eine gleichermaßen beängstigende wie lusterregende Vorstellung.

Auch da sind Sie nicht alleine auf der Welt. Starke Angst und sexuelle Erregung sind in unserem Hirn sehr nahe zueinander angesiedelt- und triggern sich gegenseitig. Wenn Angst nicht irgendwo auch erregend wäre, gäbe es keine Geisterbahnen und keine Horrorfilme! Angst löst einen Adrenalin-Stoß und regt zu verstärkter Bildung anderer Transmitterstoffe an wie z.B. Serotonin und Dopamin aus (was biologisch dazu dient, den Körper bei Fluchtreaktionen wie etwa schnellem davonlaufen zu unterstützen).

Außerdem kann es sein, dass bestimmte negative Kindheitserfahrungen (vor allem Missbrauchserlebnisse) die Gefühle von Angst, Scham, Schuld und sexueller Erregung miteinander koppeln, so dass diese Gefühle sich im späteren Leben immer wieder gegenseitig triggern, und z.B. ein Schuldgefühl zu sexueller Erregung führt.

Prinzipiell wäre gegen grausame und aggressive sexuelle Fantasien prinzipiell nichts zu sagen, solange sie zur Luststeigerung dienen, keinen anderen Menschen in der Wirklichkeit tatsächlich schädigen und den Betroffenen selbst nicht quälen.

Aber genau da entstehen bei Ihrem Fetisch die Probleme: zum einen schädigen Sie Ihre Freundin (und auch sich selbst) körperlich, zum anderen leiden Sie auch psychisch darunter, eine solche „dunkle“ sexuelle Fantasie mit sich herumzutragen, die bei Ihnen so obsessiv geworden ist, dass sie alle anderen Formen von Sex als langweilig empfinden.

Rauchen als Fetisch-
ein ethisches Problem

Problematisch ist in Ihrer Geschichte also weniger der Fetisch an sich.

Die ethische Schwierigkeit liegt darin, dass Sie Ihre Freundin, die zu Beginn ihrer Beziehung Nichtraucherin war, aus sexuell eigennützigen Motiven zum Rauchen gedrängt haben. Das stellt ein ethisches Problem dar. Ist es in Ordnung, einen anderen Menschen zur Schädigung seiner Gesundheit zu drängen, nur um selbst zusätzliche sexuelle Lust zu empfinden?

Letztlich geht es hier um die Abwägung zweier Güter: zum einen das Gut sexuelle Luststeigerung -ein für sich genommen sehr legitimes und gutes Ziel- und zum anderen der Übernahme von Verantwortung für die Gesundheit der Freundin. Beide Ziele gleichzeitig sind so nicht miteinander vereinbar. Und letztlich müssen Sie sich für eines der beiden Güter entscheiden oder zumindest für einen Kompromiss, der dann weniger Rauchen, aber auch weniger Lust bedeuten würde.

Bei dieser ethischen Entscheidung sind Sie aber nicht allein. Denn zunächst einmal ist jeder Mensch für seine eigene Gesundheit selbst verantwortlich und das gilt auch ihre Freundin. Auch sie hat eine ethische Entscheidung zu treffen: zwischen der Lust, die sie inzwischen selber am Rauchen hat (und daran, Ihnen als rauchende Frau sexuell zu gefallen) und der Sorge für ihre eigene Gesundheit.

Was diesen ethischen Aspekt betrifft, ist ein offenes Gespräch und eine gemeinsame Güterabwägung sicherlich der beste Weg, um mehr Klarheit zu gewinnen. Dabei ist zu bedenken, dass es wohl kaum möglich ist, dass nur einer von Ihnen beiden mit dem Rauchen aufhört- die würden sich wegen des Suchtcharakters des Rauchens dadurch trotzdem gegenseitig immer wieder zum Rauchen stimulieren.

Falls Sie sich gemeinsam zum Nichtrauchen entscheiden, wäre es sicherlich sinnvoll, sich medizinisch beraten zu lassen über mögliche Raucherentwöhnungsprogramme, die Ihnen helfen, vom rein körperlichen Suchtfaktor des Rauchens loszukommen.

Rauchen als Fetisch-
den Fetisch loswerden?

Für Sie (und mittlerweile auch für Ihre Freundin) ist das Aufgeben des gemeinsamen Rauchens besonders schwierig, weil es sich gleichzeitig zur Hauptquelle Ihres gemeinsamen sexuellen Lusterlebens entwickelt hat.

Andererseits könnte es sich für Sie lohnen, gleich aus zwei Gründen von diesem Fetisch loszukommen: einmal, weil er Ihnen beiden tatsächlich körperlich schadet, zum anderen, weil sie, von den Momenten sexueller Erregung einmal abgesehen, selber darunter leiden, solche schwarze Fantasien von Krankheit und Tod bei einem Menschen zu entwickeln, den sie eigentlich aus ganzem Herzen lieben.

An diesem Punkt wäre vermutlich eine Psychotherapie ein guter Weg, um weiter voranzukommen. Schließlich reicht Ihr Rauchfetisch, wie Sie selber schreiben, schon bis in Ihre Kindheit zurück. Es wäre also möglicherweise sinnvoll, sehr behutsam in einer Therapie der Frage nachzugehen, warum bei Ihnen sich gerade diese Verbindung von sexueller Lust mit Schuldgefühlen und Bildern von Tod und Krankeit ergeben hat.

Wenn Sie möchten, können Sie mich gern nochmals kontaktieren, damit wir gemeinsam über therapeutische Möglichkeiten sprechen, die Ihnen hier weiterhelfen können.

*** *** ***

© M.Petery

Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“8867″]

Peinlicher Sex

Peinlicher Sex

Radiointerview Peinlicher Sex

Hier der Radiomitschnitt.

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Peinlicher Sex-Warum haben wir Angst,
etwas falsch zu machen?

Für die meisten Menschen ist Sex ein besonders wichtiger Moment in einer Partnerschaft, die ihnen insgesamt sehr viel bedeutet. Die Angst, beim Sex zu versagen, hängt also mit der Befürchtung zusammen, den Partner oder die Partnerin möglicherweise zu verlieren, wenn er oder sie mit dem Sex nicht hinreichend zufrieden sind.

Das Problem mit den Normen

Das Hauptproblem dabei ist, dass häufig das eigene Ideal vom „richtig guten Sex“ wenig passend ist- weder für einen selbst noch für die Partnerin oder den Partner.

In unserer Gesellschaft gibt es einen ziemlich strikten Kanon vom Normsex. Nach den Vorgaben des Normsex wechseln die Partner nach relativ kurzem Vorspiel zum Koitus. Dann hat der Mann nach etwa 10 min zu kommen (aber auch nicht früher, denn das wäre eine Ejakulatio praecox). Und die Frau soll ihren Orgasmus möglichst gleichzeitig oder zumindest unmittelbar zuvor oder danach erleben, ansonsten gilt sie als frigide.

Dieses Ideal vom Normsex löst deswegen besonders viel Stress aus, weil es die Partner unter großen Druck setzt. Für viele Menschen gilt der gemeinsame Sex nur dann als gelungen, wenn alles glatt nach solchen Vorgaben läuft. Und manche Männer und Frauen haben das Gefühl, auch wenn sie den Partner ansonsten sehr mögen, etwas verpasst zu haben, wenn ihr Partner bzw. ihre Partnerin den Normsex nicht hinbekommt.

Dieses sexuelle Ideal ist aber nach sexualmedizinischen Erkenntnissen für die Mehrheit der Menschen rein körperlich nicht machbar. Viele Frauen können rein physiologisch im Koitus keinen Orgasmus bekommen. Außerdem benötigen Männer und Frauen in der Regel unterschiedlich viel Zeit für das Vorspiel, bis sie zum Orgasmus kommen können (bei Frauen dauert es oft länger als bei Männern). Dafür können Frauen aber durchaus mehrere Orgasmen hintereinander bekommen- und empfinden es als enttäuschend, wenn der Mann nach seinem Orgasmus das sexuelle Spiel sofort abbricht.

All das sind Gründe, warum das Normsex-Ideal bei vielen Menschen zu sexuellen Frustrationserlebnissen geführt hat. Und wer schon ein oder mehrere Male beim Sex frustriert worden ist oder wer von seinem Partner verlassen wurde, „weil der Sex nicht gestimmt hat“, der wird in seiner Angst bestärkt, auch beim nächsten Mal wieder „irgendetwas“ falsch zu machen- ohne zu wissen, was er bzw. sie eigentlich besser machen könnte.

Peinlicher Sex-
Was sind wirkliche Pannen im Bett?

Mit etwas Googeln kann man seitenlange Berichte finden, was alles peinlicher Sex sein kann: das reicht über Mundgeruch bis zum Zusammenbrechen des Bettgestells bis hin zur Gaumensperre nach Oralverkehr…

Aus der Sicht der Sexualtherapie ist das alles eigentlich eher harmlos. Die größte Panne im Bett geschieht nach meiner therapeutischen Erfahrung, wenn ein Partner oder beide beim Sex ein bestimmtes, genormtes Programm durchspielen wollen. Dann ist das Scheitern praktisch vorprogrammiert.

Noch schlimmer ist es, wenn nur einer der Partner ein solches Programm durchziehen will. Vor ein paar Jahren ist mir einmal ein junger Mann begegnet, der seine gesamte Sexualerziehung Filmen aus dem Internet verdankte. Und der war völlig überrascht, als seine erste Freundin mit dem von ihm angeregten sexuellen Komplettprogramm mit Lutschen, Vaginal- und Analverkehr und abschließender Ejakulation ins Gesicht überhaupt nichts anfangen konnte.

Eine richtig schlimme Panne im Bett ist es also, die Bedürfnisse des Partners nicht behutsam und allmählich kennenlernen zu wollen oder gar rundherum missachten. Es gilt die Regel: Niemand kann von sich aus und von vornherein wissen, was für den Partner oder die Partnerin gerade die richtige Form von Sex ist.

Alle Menschen sind unterschiedlich- und je nach Tagesform haben wir alle zudem auch noch zusätzlich unterschiedliche Bedürfnisse. Mal kann es vielleicht tatsächlich das volle Sex-Programm sein- mal aber auch nur ein behutsames Streicheln und gemeinsames Kuscheln.

Außerdem kann es sein, dass an einem Abend im Bett nur er oder nur sie Lust auf einen Orgasmus hat. Und wirklich gut ist eine Beziehung erst dann, wenn beide Partner um ihre unterschiedlichen Bedürfnisse wissen und Möglichkeiten gefunden haben, dass ggf. auch mal nur einer von beiden zum Orgasmus kommt und der bzw. die andere trotzdem mit Verständnis und Spaß dabei ist.

Peinlicher Sex-
Wie kann ich peinliche Situationen vermeiden?

Bestimmte Missgeschicke, wie z.B. das zusammenbrechende Bett, sind Zufälle, die sich sicherlich kaum vermeiden lassen.

Bei allen anderen Situationen gibt es ein wunderbares Zaubermittel: Miteinander reden.

Damit finde ich nicht nur die jeweiligen sexuellen Wünsche des Partners bzw. der Partnerin heraus (und kann ihn oder sie mit diesem Wissen sexuell noch besser verwöhnen). Sondern ich kann auch selbst meine Wünsche zum Ausdruck bringe, wie für mich der Sex aussieht, den ich mir aktuell gerade wünsche.

Und wenn ich empathisch und vorsichtig bin, dann kann ich sogar besonders peinliche Themen ganz offen ansprechen. Wie zum Beispiel einen Partner oder eine Partnerin mit schlechtem Mundgeruch davon zu überzeugen, dass er oder sie noch viel sexyer wären, wenn sie vorher die Zähne bürsten.

******

Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Unzufriedenheit
in der Beziehung
Zum Artikel

Lasgeweile
in der Beziehung
Zum Artikel
Die 5 häufigsten
Beziehungskiller
Zum Artikel
Kinderwunsch
als Trennungsgrund
Zum Artikel
Zusammenziehen oder nicht?
Zum Artikel
Lust auf Fremdgehen
Zum Artikel
Zu häßlich für Sex?
Zum Artikel
Trennungsschmerz noch Jahre nach der Beziehung
Zum Artikel
Ehebruch mit Prustizuierten- Grund zur Trennung?
Zum Artikel
Partner betrogen ohne rechten Grund
Zum Artikel
Alkohol und Gewalt
in der Partnerschaft
Zum Artikel
Alkohol-
mein Partner trinkt zu viel
Zum Artikel
Bin ich beziehungsunfähig?
Zum Artikel
Warum will meine Freundin keinen Sex?
Zum Artikel
Sex und Krebs
Zum Artikel" alt="" width="212" height="155" class="aligncenter size-thumbnail wp-image-7583" />
Asexuell- keine Lust auf Sexs
Zum Artikel
Noch schön genug nach Schwangerschaft?s
Zum Artikel
Stalking durch den Exfreunds
Zum Artikel
Sie wünscht sich eine offene Beziehung
Zum Artikel
in 30 Jahre älteren Mann
verliebt
Zum Artikel
Schwiegermutter ist zu besitzergreifend
Zum Artikel
Hörigkeit- wie komme ich von ihm los?
Zum Artikel
Abhängigkeit- meine Freundin klebt an mir
Zum Artikel
Fremdgehen- mögliche Anzeichen für Untreuer
Zum Artikel
Nach Fremdgehen sofortige Trennung?
Zum Artikel
Meine Freundin
war Prostituierte
Zum Artikel
Sex mit dem Ex- nicht ohne
Risiken und Nebenwirkungen
Zum Artikel
Partnerschaft und Asperger-Syndrom
Zum Artikel
Sex und
Schwangerschaft
Zum Artikel
Gleichberechtigte
Sexualität
Zum Artikel
Rauchen als Fetisch
Zum Artikel
Wie streitet
man richtig?
Zum Artikel
Kondome
und Partnerschaft
Zum Artikel
Affären
und Fremdgehen
Zum Artikel

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“8720″]

Zuletzt aktualisiert am 18.09.2017.

Wie streitet man richtig?

Wie streitet man richtig?

Radiointerview Wie streitet man richtig?

Hier der Radiomitschnitt.

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Wie streitet man richtig?

Streit ist in der Partnerschaft etwas Gutes. Das ist die wichtigste Botschaft gleich am Anfang. Eine Partnerschaft, in der immer alles nur harmonisch ist, gibt es nicht.

Wenn sich die Partner niemals streiten, dann haben die beiden mit großer Sicherheit Angst vor Streit und kehren gemeinsam alle Schwierigkeiten unter den Teppich. Das kann eine ganz Zeit lang gut gehen, tut der Partnerschaft aber mit Sicherheit nicht gut.

Wahrscheinlich ist es sogar so, dass der Partner, der sein Problem mit dem anderen gegenüber nicht aussprechen kann, eine Art innere Tiefkühltruhe anlegt, in der die gesammelten Probleme scheinbar endgültig eingefroren werden. Heftig wird es, wenn irgendwann nach Jahren kein Platz mehr in der Tiefkühltruhe ist und es doch zum ersten richtigen Streit kommt.

Dann passiert es oft, dass der geduldige Tiefkühltruhenhalter plötzlich die Mikrowelle anwirft und dem anderen Partner mit einem Schlag alle Probleme brühwarm serviert, die sich über Jahre aufgestaut haben. Und von einem solchen plötzlichen Riesenmenü an Problemen ist die Beziehung, in der bis dahin nie gestritten wurde, komplett überfordert.

Der richtige Zeitpunkt für einen Streit

Über aktuelle Probleme sollte zeitnah gestritten werden- und zwar so lange, bis beide Partner eine Lösung gefunden haben, die beide gleichermaßen überzeugt. Solange dieser Punkt nicht erreicht ist, sollte weitergestritten werden- und auf keinen Fall der Gang zur Tiefkühltruhe erfolgen, egal ob es die gemeinsame Tiefkühltruhe ist oder ob die Truhe nur einem von beiden gehört…

Wie streitet man richtig?
Gibt es Regeln oder no gos?

Gutes Streiten braucht tatsächlich Regeln. Hier mal gleich die drei wichtigsten:

1. Regel: Beleidigungen haben bei einem richtigen Streit nichts zu suchen. Wer den anderen beleidigt, verhindert, dass weitergestritten werden kann. Denn was kann man da noch erwidern, wenn der oder die andere einen für einen Blödmann erklärt hat…

2. Regel: Verallgemeinerte Vorwürfe bringen nichts. Ein Satz wie „Du machst ja nie was im Haushalt!“ ruft nur Widerstand hervor. Denn irgendwann hat ja sicher jeder der Partner mal etwas im Haushalt gemacht. Besser ist da schon: „ Du weißt, dass ich möchte, dass du für den Müll zuständig bist. Und gestern hast du den Müllsack nicht runtergetragen.“ Dann können die Partner darüber streiten, ob diese Müllregel einvernehmlich gilt oder nicht.

3. Regel: Erst dann selber weiterreden, wenn der andere weiß, dass man ihn verstanden hat. Das ist ganz wichtig: denn nichts macht einen Menschen, der bereits ärgerlich ist, noch ärgerlicher als das Gefühl, das man ihm nicht zuhört. Da hilft ein einfacher, simpler Trick: Bevor ich selbst meinen Standpunkt dem anderen darlege, fasse ich mit eigenen Worten kurz zusammen, was der andere gerade gesagt hat, und frage dann: „Habe ich richtig verstanden, dass du das so meinst?“ Und erst wenn der andere Ja sagt, dann kann ich mit meinen eigenen Argumenten anfangen und meinerseits davon ausgehen, dass der andere hörbereit ist.

Ist Versöhnungssex der richtige Weg?
Oder verdrängt man da was?

Grundsätzlich ist Sex eine tolle Sache, um Anspannungen abzubauen. Das gilt natürlich auch für Spannungen in der Partnerschaft.

Allerdings löst auch der beste Sex nicht automatisch sämtliche Probleme in der Partnerschaft. Wer es als bestes Mittel zur Streitlösung ansieht, den anderen ins Bett zu ziehen, um ihm zu zeigen, wie unglaublich gut der gemeinsame Sex ist, der schafft langfristig nur neue Probleme.

Denn ernstgenommen fühlt sich der Partner durch solchen Ablenkungssex langfristig bestimmt nicht. Die Probleme sind also, wie oben geschildert, nur in die Tiefkühltruhe gewandert. Und da liegen sie dann, scheinbar vergessen- und kommen irgendwann doch alle gemeinsam brühwarm auf den Tisch.

Wenn man allerdings richtig und ausgiebig gestritten hat und beide Partner übereinstimmen, dass es jetzt wieder gut ist und alle anstehenden Probleme für beide befriedigend besprochen sind- dann kann ein gemeinsamer Versöhnungssex richtig Spaß machen und sogar der Anfang für ein ganz neues Miteinander in der Beziehung sein.

Buchtipp:
Wie streitet man richtig?

******

Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Unzufriedenheit
in der Beziehung
Zum Artikel

Lasgeweile
in der Beziehung
Zum Artikel
Die 5 häufigsten
Beziehungskiller
Zum Artikel
Kinderwunsch
als Trennungsgrund
Zum Artikel
Zusammenziehen oder nicht?
Zum Artikel
Lust auf Fremdgehen
Zum Artikel
Zu häßlich für Sex?
Zum Artikel
Trennungsschmerz noch Jahre nach der Beziehung
Zum Artikel
Ehebruch mit Prustizuierten- Grund zur Trennung?
Zum Artikel
Partner betrogen ohne rechten Grund
Zum Artikel
Alkohol und Gewalt
in der Partnerschaft
Zum Artikel
Alkohol-
mein Partner trinkt zu viel
Zum Artikel
Bin ich beziehungsunfähig?
Zum Artikel
Warum will meine Freundin keinen Sex?
Zum Artikel
Sex und Krebs
Zum Artikel" alt="" width="212" height="155" class="aligncenter size-thumbnail wp-image-7583" />
Asexuell- keine Lust auf Sexs
Zum Artikel
Noch schön genug nach Schwangerschaft?s
Zum Artikel
Stalking durch den Exfreunds
Zum Artikel
Sie wünscht sich eine offene Beziehung
Zum Artikel
in 30 Jahre älteren Mann
verliebt
Zum Artikel
Schwiegermutter ist zu besitzergreifend
Zum Artikel
Hörigkeit- wie komme ich von ihm los?
Zum Artikel
Abhängigkeit- meine Freundin klebt an mir
Zum Artikel
Fremdgehen- mögliche Anzeichen für Untreuer
Zum Artikel
Nach Fremdgehen sofortige Trennung?
Zum Artikel
Meine Freundin
war Prostituierte
Zum Artikel
Sex mit dem Ex- nicht ohne
Risiken und Nebenwirkungen
Zum Artikel
Partnerschaft und Asperger-Syndrom
Zum Artikel
Sex und
Schwangerschaft
Zum Artikel
Gleichberechtigte
Sexualität
Zum Artikel
Rauchen als Fetisch
Zum Artikel
Wie streitet
man richtig?
Zum Artikel
Kondome
und Partnerschaft
Zum Artikel
Affären
und Fremdgehen
Zum Artikel

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[

Zuletzt aktualisiert am 18.06.2019.

Sex und Liebe-
gehört beides
notwendig zueinander?

„Sex und Liebe sind nicht dasselbe.“

(Virginia Johnson im Bewerbungsgespräch bei Dr. William Masters)

Sex und Liebe

Die Fernsehserie Masters of Sex
aus sexualtherapeutischer Sicht.
Staffel 1.1. Pilot

Masters of Sex. Staffel 1.1: Pilot

Sex und Liebe

1956: Der Gynäkologe Dr. William Masters (Michael Sheen), geehrt für seine Forschungen auf dem Gebiet Geburtshilfe, beginnt seine ersten Forschungen zum Thema Orgasmus an der Washington University in St. Louis/ Missouri. Bei einer Prostituierten im Wandschrank versteckt, misst er die Dauer der Erregungsphasen der Klienten mit einer Stoppuhr.

Privat leiden er und seine Frau Libby (Caitlin FitzGerald) unter Kinderlosigkeit- seine Frau beginnt jeden Beischlaf mit einem Gebet um Schwangerschaft. Obwohl Dr. Masters weiß, dass sein eigener Spermienmangel die Ursache ist, beginnt er, seine Frau im Krankenhaus zu behandeln.

Zur Vorbereitung einer neuen Studie zum Paarsex gewinnt er Virginia Johnson (Lizzy Caplan), früher Nachtclubsängerin, als Sekretärin. Diese erlkärt ihm im Vorstellungsgespräch, dass Sex und Liebe nicht dasselbe sind und dass Frauen Orgasmen vortäuschen, damit der Mann kommt und sie mit dem weitermachen können, was sie eigentlich wollen.

Virginia, die schon zweimal verheiratet war und 2 Kinder hat, freundet sich mit dem Assistenzarzt Dr. Ethan Haas (Nicolas d´Agosto) an, und zeigt ihm, was orale Befriedigung bei Mann und Frau bedeutet. Ethan verliebt sich und kann nicht verstehen, dass Virginia mit ihm zwar aus Spaß Sex gehabt hat, ihn aber dennoch nicht als neuen Lebenspartner wünscht. Bei einer Auseinandersetzung schlägt Ethan Virginia ins Gesicht und beschimpft sie als Hure.

Oberarzt Langham (Teddy Sears)stellt sich als Freiwilliger für die Paarstudie zur Verfügung, die unter Duldung von Universitätspräsident Scully beginnt. Dr. Masters schlägt seiner Assistentin vor, dass sie beide gemeinsam ebenfalls an der Paarsexstudie teilnehmen sollten.

Die sexualtherapeutische Sicht

Weit aufregender als die Messung der verkabelten Testpersonen erscheint in dieser Pilotfolge die Lebensweise von Virginia Johnson, die sich ihre Liebhaber nach eigenem Bedürfnis zum Sex aussucht, ohne einen festen Lebenspartner zu wünschen.

Sex und Liebe sind für sie zwei getrennte Bereiche, die nicht notwendig zusammengehören- eine heftige Provokation im Amerika der prüden 50er Jahre.

Sex und Liebe- auch heute noch ein Thema

Dass es Sex auch ohne Liebe und Bindung gibt, ist offenkundig. Sex funktioniert auch ohne Zuneigung, was für den männlichen Part ganz offensichtlich ist- im Film am Beispiel der Prostituierten aufgezeigt, die reichlich Sex liefert, ansonsten von den Männern ziemlich rüde behandelt wird und selbst emotional völlig unbeteiligt bleibt.

Im Bewerbungsgespräch bei Dr. Masters vermutet Virginia Johnson, dass die Mehrheit der Frauen beim Sex kaum etwas empfinden würde- und schließlich den eigenen Orgasmus vortäuscht, um sich danach endlich wieder anderen Interessen widmen zu können. Sie selbst lebt hier ein völlig anderes Lebenskonzept, wenn sie sich als Frau männliche Sexpartner sucht, um den Spaß am Sex zu genießen- und diese Männer als Freunde ansieht, nicht aber als Partner in einer Liebesbeziehung.

Was als Konzept für die Männerwelt selbstverständlich ist (Sex ohne Liebe), wird zum Skandal, sobald eine Frau dasselbe auslebt. Es ist bezeichnend, dass der enttäuschte Liebhaber Ethan Virginia als Hure beschimpft, als sie seine Liebeserklärung nicht erwidert. Und das, wo sie als Frau doch das genaue Gegenteil einer Hure ist: sie lässt männlichen Sex nicht empfindungslos über sich hingehen, sondern sucht sich Männer aus, mit denen sie Spaß am Sex haben will.

Ethans Schimpfwort von der Hure ist also im Grunde eine Projektion: er selbst fühlt sich von Virginia wie eine Hure behandelt. Virginia wünscht den Sex mit ihm als gutaussehenden Mann- aber sie will ihn nicht wahrnehmen als den liebesbedürftigen Menschen, der er vor allem ist.

Sex und Liebe- das Kränkungspotential
unterschiedlicher Vorstellungen

Aus meiner eigenen paartherapeutischen Erfahrung kann ich bestätigen: Unterschiedliche Vorstellungen über die Zusammengehörigkeit oder Nichtzusammengehörigkeit von Sex und Liebe können zu tiefsten gegenseitigen Kränkungen führen.

Es kommt gar nicht so selten vor, dass Menschen zunächst von der Vorstellung ausgehen, sehr klar zwischen einer „reinen Sexbeziehung“ und „wirklicher Liebe“ trennen zu können. Was solchermaßen als „reine Sexbeziehung“ beginnt, kann aber schon bald für einen der Partner zur Liebesbeziehung werden- und wenn das einseitig ist, kommt es schon bald zu Problemen. Etwa dadurch, dass der liebende Part glaubt, besondere Rechte auf den anderen zu haben, z.B. die sexuelle Exklusivität oder den Vorrang gegenüber anderen Interessen des Partners. im schlimmsten Fall hilft sogar die offen ausgesprochene Trennung nicht- und der bzw. die Liebende belästigt als Stalker die oder den früheren Partner auf Jahre hin mit immer neuen Liebesbekundungen.

Problematisch ist also der Fall, wenn einer der Partner in einer „reinen Sexbeziehung“ plötzlich Gefühle entwickelt.

Und mindestens ebenso problematisch ist es, wenn ein Liebender (so wie im Film Dr. Ethan Haas) feststellen muss, dass der Partner eigentlich nur den Spaß am Sex haben wollte und mehr nicht. In diesem Fall begreift der Liebende -auch wenn nie etwas anderes vereinbart gewesen ist- den gemeinsamen Sex ohne anschließenden Beginn einer Beziehung als ungeheure Zurückweisung und tiefste persönliche Demütigung.

Sex als Risikofaktor für menschliches Leid

Sex ist eine der intensivsten Erfahrungen, die zwei Menschen gemeinsam erleben können. Menschen kommen sich bei intensivem Sex emotional so nahe wie nirgendwo sonst. Aus diesem Grunde geschieht es gar nicht so selten, dass auch in einer Beziehung, die zunächst als reines Sexabenteuer geplant war, Gefühle der Liebe entstehen. Wer guten Sex mit einem anderen Menschen hat- der will davon schon bald noch deutlich mehr haben und wünscht sich schließlich, diesen Menschen mit niemand anderem teilen zu müssen.

Aus dieser Logik heraus ist sexuelle Freizügigkeit aus therapeutischer Sicht höchst problematisch. Die Vereinbarung einer „offenen Beziehung“ (vgl. dazu auch diese Fallgeschichte), in der beide Partner dem jeweils anderen weitere Sexkontakte zugestehen, ist aus meiner therapeutischen Erfahrung regelmäßig zum Scheitern verurteilt. Entweder deswegen, weil sich einer der Partner tatsächlich beim Sex mit einer oder einer Dritten verliebt- oder weil einer der beiden Partner zumindest glaubt, das könnte so sein und dann aller vereinbarten Offenheit zum Trotz massiv unter seiner Eifersucht leidet.

******

Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Unzufriedenheit
in der Beziehung
Zum Artikel

Lasgeweile
in der Beziehung
Zum Artikel
Die 5 häufigsten
Beziehungskiller
Zum Artikel
Kinderwunsch
als Trennungsgrund
Zum Artikel
Zusammenziehen oder nicht?
Zum Artikel
Lust auf Fremdgehen
Zum Artikel
Zu häßlich für Sex?
Zum Artikel
Trennungsschmerz noch Jahre nach der Beziehung
Zum Artikel
Ehebruch mit Prustizuierten- Grund zur Trennung?
Zum Artikel
Partner betrogen ohne rechten Grund
Zum Artikel
Alkohol und Gewalt
in der Partnerschaft
Zum Artikel
Alkohol-
mein Partner trinkt zu viel
Zum Artikel
Bin ich beziehungsunfähig?
Zum Artikel
Warum will meine Freundin keinen Sex?
Zum Artikel
Sex und Krebs
Zum Artikel" alt="" width="212" height="155" class="aligncenter size-thumbnail wp-image-7583" />
Asexuell- keine Lust auf Sexs
Zum Artikel
Noch schön genug nach Schwangerschaft?s
Zum Artikel
Stalking durch den Exfreunds
Zum Artikel
Sie wünscht sich eine offene Beziehung
Zum Artikel
in 30 Jahre älteren Mann
verliebt
Zum Artikel
Schwiegermutter ist zu besitzergreifend
Zum Artikel
Hörigkeit- wie komme ich von ihm los?
Zum Artikel
Abhängigkeit- meine Freundin klebt an mir
Zum Artikel
Fremdgehen- mögliche Anzeichen für Untreuer
Zum Artikel
Nach Fremdgehen sofortige Trennung?
Zum Artikel
Meine Freundin
war Prostituierte
Zum Artikel
Sex mit dem Ex- nicht ohne
Risiken und Nebenwirkungen
Zum Artikel
Partnerschaft und Asperger-Syndrom
Zum Artikel
Sex und
Schwangerschaft
Zum Artikel
Gleichberechtigte
Sexualität
Zum Artikel
Rauchen als Fetisch
Zum Artikel
Wie streitet
man richtig?
Zum Artikel
Kondome
und Partnerschaft
Zum Artikel
Affären
und Fremdgehen
Zum Artikel

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.
Zuletzt aktualisiert am 18.06.2019.

Kondome und Partnerschaft

Kondome und Partnerschaft

Kondome und Partnerschaft

Interview mit Dr. Michael Petery

Kondome und Partnerschaft:
Typische Fälle aus der therapeutischen Praxis

Kondomgeschichten gibt es jede Menge… Ich bekomme natürlich vor allem erzählt, was alles schiefgehen kann und nicht klappt. Also immer wieder, dass Sex mit Kondom Männern weniger Spaß macht. Was aber als solches nicht sehr viel aussagt: denn von den Paaren, die beim Sex mit Kondom keine Schwierigkeiten haben, erfahre ich ja nichts.

Daneben gibt es dann auch krassere Geschichten. So etwa von einer Frau, die absichtlich vor dem Sex in das Kondom kleine Löcher einstanzt, weil sie sich eigentlich ein Kind wünscht und es sich nicht traut, das ihrem Partner zu sagen…

Sind Kondome vor für Männer lein Lustkiller?

Reibung und Druck auf den Penis fördern die männliche Erregung. Ein Kondom kann tatsächlich das Reibungsgefühl in der Scheide verringern und dadurch ein Lustkiller sein.

Andererseits gibt es auch den genau gegenteiligen Effekt. Es gibt Männer, die Sex mit einem Kondom, besonders wenn es zum Beispiel mit Noppen besetzt ist, sogar noch aufregender finden als Sex ohne Kondom.

Kondome und Partnerschaft: Verhütung- nur Frauensache?

Das ist sehr unterschiedlich. Es gibt Männer, die meinen, Verhütung sei ausschließlich Sache der Frau. Und die wie selbstverständlich davon ausgehen, dass die Frau die Pille nimmt.

Andere wiederum haben Angst davor, ungewollt Vater zu werden und benutzen gern ein Kondom, um die Kontrolle nicht ganz und gar an die Frau abzugeben. Dieser Wunsch ist vor allem dann verständlich, wenn der Mann seine Partnerin nicht besonders gut kennt oder es sich nur um einen One-Night-Stand handelt.

Zum Funktionieren einer langfristigen Partnerschaft gehört allerdings immer dazu, dass beide Partner gemeinsam das Thema Verhütung absprechen und sich dann auch aufeinander verlassen können.

Benutzen die meisten Männer Kondome wirklich ungern?

Umfrageergebnisse sprechen da eine andere Sprache. Nach der neuesten Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung von 2016 benutzen 59 % der alleinlebenden Frauen zwischen 16 und 44 häufig oder immer Kondome und 71% der alleinlebenden Männer.

Das Kondom ist also im Laufe der letzten Jahre zur wichtigsten Verhütungsmethode außerhalb fester Partnerschaften geworden.
Das ist auch insofern wichtig, als dass Kondome nicht nur ungewollte Schwangerschaften verhindern, sondern auch vor AIDS und anderen sexuellen Erkrankungen schützen.

Welche Rolle spielt die Größe des Kondoms und welchen Einfluss hat sie auf den Sex?

Damit ein Kondom seine Funktion erfüllt, muss es die richtige Größe haben. Entsprechende Maßbänder zum Download finden sich auf der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Wenn es nur um Luststeigerung geht, kann ein zu kleines Kondom, das während des Koitus aufplatzt, die Erregung des Mannes fördern.

Wählen Paare in der Regel die richtige Größe aus?

Ich fürchte, das Wissen um die richtige Kondomgröße ist allgemein in der Bevölkerung nicht sehr verbreitet. Die meisten kaufen wohl einfach irgendein Kondom- egal ob das nun richtig passt oder nicht.

Häufige Pannen beim Kondomgebrauch

Ein häufiger Fehler ist, beim Überstreifen des Kondoms auch Luft mit einzuschließen. Das erhöht die Gefahr, dass das Kondom platzt. Und dann natürlich, wie schon erwähnt: das Kondom sollte die richtige Größe haben, also weder zu eng sein noch zu weit.

Tipps zum Thema Kondom

Ich denke, es ist vor allem wichtig und gut, den Blick im Bereich der Sexualität etwas zu weiten. Das bedeutet, dass sexuelles Erleben nicht immer unbedingt mit einem Koitus und mit dem Thema Verhütung verbunden sein muss.

Guter Sex setzt nicht voraus, dass es bei jedem sexuellen Akt zum Koitus mit Ejakulation in der Scheide der Frau kommt. (Vgl. den beitrag über Normsex.)

Es gibt zahlreiche andere Varianten von Sex, bei denen das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft ohnehin nicht oder nur in sehr geringem Umfang gegeben ist. Auch durch Selbstbeobachtung der Frau und Vermeidung des Koitus an den Tagen der Empfänglichkeit lässt sich das Risiko einer Schwangerschaft weitgehend ausschließen.

Aus meiner Sicht ist das Kondom-Thema vor allem deswegen so heiß diskutiert, weil eine weitverbreitete gesellschaftliche Norm von Paaren verlangt, möglichst immer und regelmäßig Sex mit Koitus und Ejakulation in der Vagina zu haben. Wer sich von dieser Norm freimacht, kann aus meiner Sicht den deutlich vielseitigeren und interessanteren Sex erleben und ist auch nicht so sehr auf das Kondom als Verhütungsmittel angewiesen.

******

Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Unzufriedenheit
in der Beziehung
Zum Artikel

Lasgeweile
in der Beziehung
Zum Artikel
Die 5 häufigsten
Beziehungskiller
Zum Artikel
Kinderwunsch
als Trennungsgrund
Zum Artikel
Zusammenziehen oder nicht?
Zum Artikel
Lust auf Fremdgehen
Zum Artikel
Zu häßlich für Sex?
Zum Artikel
Trennungsschmerz noch Jahre nach der Beziehung
Zum Artikel
Ehebruch mit Prustizuierten- Grund zur Trennung?
Zum Artikel
Partner betrogen ohne rechten Grund
Zum Artikel
Alkohol und Gewalt
in der Partnerschaft
Zum Artikel
Alkohol-
mein Partner trinkt zu viel
Zum Artikel
Bin ich beziehungsunfähig?
Zum Artikel
Warum will meine Freundin keinen Sex?
Zum Artikel
Sex und Krebs
Zum Artikel" alt="" width="212" height="155" class="aligncenter size-thumbnail wp-image-7583" />
Asexuell- keine Lust auf Sexs
Zum Artikel
Noch schön genug nach Schwangerschaft?s
Zum Artikel
Stalking durch den Exfreunds
Zum Artikel
Sie wünscht sich eine offene Beziehung
Zum Artikel
in 30 Jahre älteren Mann
verliebt
Zum Artikel
Schwiegermutter ist zu besitzergreifend
Zum Artikel
Hörigkeit- wie komme ich von ihm los?
Zum Artikel
Abhängigkeit- meine Freundin klebt an mir
Zum Artikel
Fremdgehen- mögliche Anzeichen für Untreuer
Zum Artikel
Nach Fremdgehen sofortige Trennung?
Zum Artikel
Meine Freundin
war Prostituierte
Zum Artikel
Sex mit dem Ex- nicht ohne
Risiken und Nebenwirkungen
Zum Artikel
Partnerschaft und Asperger-Syndrom
Zum Artikel
Sex und
Schwangerschaft
Zum Artikel
Gleichberechtigte
Sexualität
Zum Artikel
Rauchen als Fetisch
Zum Artikel
Wie streitet
man richtig?
Zum Artikel
Kondome
und Partnerschaft
Zum Artikel
Affären
und Fremdgehen
Zum Artikel

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“8720″]

Zuletzt aktualisiert am 18.09.2017.

Nacktheit und Körperideal

Nacktheit und Körperideal

Radiointerview Nacktheit und Körperideal

Hier der Radiomitschnitt.
(Sendetermin noch unbekannt)

 
Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Nacktheit und Körperideal:
Warum warum finden es einige so schön nackt zu schlafen oder zu sein und andere nicht?

Nacktheit und Sexualität haben in unserer Kultur direkt etwas miteinander zu tun. „Mit der Kleidung zieht der Mensch auch sein Schamgefühl aus“- hat schon der griechische Historiker Herodot vor 2500 Jahren geschrieben.

Wer nackt ist, lässt andere, zumindest mit ihren Blicken, direkt an den eigenen Körper heran.

Viele Menschen empfinden Nacktheit als prinzipielle Ungeschütztheit vor dem sexuellen Zugriff anderer. Für solche Menschen ist es eher unangenehm, nackt zu sein außer direkt beim Sex. Und auch nackt zu schlafen ist für solche Menschen keine schöne Vorstellung.

Andere Menschen genießen es dagegen, nackt zu sein und dadurch dem Sex ein Stückchen näher. Nacktheit ist für sie mit keinem Gefühl der Bedrohung verbunden, sondern eher ein angenehmer Kitzel, prinzipiell für den Sex bereit zu sein.

Nacktheit und Körperideal:
Wie ist das biologisch – worauf stehen wir?

Die Haut ist unser größtes Sinnesorgan- und macht uns zu ganz unterschiedlichen Wahrnehmungen fähig: Berührung, Wärmeempfinden und natürlich auch Schmerz.

Da sexuelle Lust sehr eng mit allen Formen der Wahrnehmung verbunden ist gehört auch das körperliche Fühlen über die Haut mit zum sexuellen Erlebnis hinzu- mindestens so sehr wie Sehen, Hören und Riechen.

Sich direkt von Haut zu Haut zu spüren, ist für viele Menschen der intensivste sinnliche Austausch, der überhaupt möglich ist.

Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass in solchen Momenten der Zärtlichkeit die Sehnsucht jedes Menschen nach der Ur-Geborgenheit wiedererlebt werden kann, die er vor seiner Geburt im Mutterleib erlebt hat.

Muss der Körper des Partners perfekt sein?

Dafür, dass eine Partnerschaft funktioniert und guter Sex möglich ist, müssen die beiden Partner mit Sicherheit keinen perfekten Körper haben. Wie viele Menschen haben denn überhaupt „perfekte Körper“? Wenn das die Bedingung wäre, dann würde mindestens dreiviertel der Menschheit als Single herumlauifen. Vgl. auch den Artikel: Zu hässlich für Sex?

Damit Sex funktioniert, ist es wichtig, dass die Partner sich wechselseitig attraktiv finden- so weit ist das sicher richtig. Aber diese Attraktivität bedeutet weit mehr als nur ideale Körperkennzahlen.

Attraktivität ist immer etwas ganz Individuelles, etwas Persönliches: die Art, wie der andere lacht, seine Gestik, seine Stimme… Die Attraktivität eines anderen Menschen besteht sicher nicht nur aus dem Vorliegen irgendwelcher Idealmaße, sondern vor allem darin, was ihn oder sie zu einem besonderen Menschen macht, der mich persönlich fasziniert.

Gegenseitiges Verständnis, gemeinsame Interessen, sympathische Verhaltensweisen- all diese Punkte sind mit Sicherheit sehr viel entscheidender dafür, dass eine Beziehung zustande kommt und dass Partner auch langfristig beieinander bleiben.

Nacktheit und Körperideal:
Warum messen wir Attraktivität daran?

Äußere Attraktivität ist das erste, was wir wahrnehmen. Wir sind nun einmal „Hingucker“. Die Information, ob ein Mensch körperlich gut gebaut und hübsch ist, erhalten wir über unsere Augen in Bruchteilen von Sekunden. Hier laufen sehr schnell Vorentscheidungen, mit denen wir uns aber sehr täuschen können.

Nicht jeder Mensch, der uns auf den ersten Blick optisch gut gefällt, ist auch tatsächlich ein passender Traumpartner.

Um einen anderen Menschen wirklich kennenzulernen, genügt das bloße Anschauen nicht: Miteinander sprechen führt da schon deutlich weiter und vor allem, miteinander Zeit zu verbringen, gemeinsame Erlebnisse zu haben und irgendwann auch eine gemeinsame Geschichte. Das ist dann etwas, was zwei Menschen wirklich auf Dauer verbinden kann.

******

Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Unzufriedenheit
in der Beziehung
Zum Artikel

Lasgeweile
in der Beziehung
Zum Artikel
Die 5 häufigsten
Beziehungskiller
Zum Artikel
Kinderwunsch
als Trennungsgrund
Zum Artikel
Zusammenziehen oder nicht?
Zum Artikel
Lust auf Fremdgehen
Zum Artikel
Zu häßlich für Sex?
Zum Artikel
Trennungsschmerz noch Jahre nach der Beziehung
Zum Artikel
Ehebruch mit Prustizuierten- Grund zur Trennung?
Zum Artikel
Partner betrogen ohne rechten Grund
Zum Artikel
Alkohol und Gewalt
in der Partnerschaft
Zum Artikel
Alkohol-
mein Partner trinkt zu viel
Zum Artikel
Bin ich beziehungsunfähig?
Zum Artikel
Warum will meine Freundin keinen Sex?
Zum Artikel
Sex und Krebs
Zum Artikel" alt="" width="212" height="155" class="aligncenter size-thumbnail wp-image-7583" />
Asexuell- keine Lust auf Sexs
Zum Artikel
Noch schön genug nach Schwangerschaft?s
Zum Artikel
Stalking durch den Exfreunds
Zum Artikel
Sie wünscht sich eine offene Beziehung
Zum Artikel
in 30 Jahre älteren Mann
verliebt
Zum Artikel
Schwiegermutter ist zu besitzergreifend
Zum Artikel
Hörigkeit- wie komme ich von ihm los?
Zum Artikel
Abhängigkeit- meine Freundin klebt an mir
Zum Artikel
Fremdgehen- mögliche Anzeichen für Untreuer
Zum Artikel
Nach Fremdgehen sofortige Trennung?
Zum Artikel
Meine Freundin
war Prostituierte
Zum Artikel
Sex mit dem Ex- nicht ohne
Risiken und Nebenwirkungen
Zum Artikel
Partnerschaft und Asperger-Syndrom
Zum Artikel
Sex und
Schwangerschaft
Zum Artikel
Gleichberechtigte
Sexualität
Zum Artikel
Rauchen als Fetisch
Zum Artikel
Wie streitet
man richtig?
Zum Artikel
Kondome
und Partnerschaft
Zum Artikel
Affären
und Fremdgehen
Zum Artikel

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.
Zuletzt aktualisiert am 18.09.2018.

Affären und Fremdgehen

Affären und Fremdgehen

Radiointerview Affären und Fremdgehen

Hier der Radiomitschnitt.

Affären und Fremdgehen

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Affären und Fremdgehen:
Warum gehen Menschen eigentlich fremd?

Eine pauschale Antwort gibt es da sicher nicht. Jeder Mensch ist anders, und jeder Mensch, der fremdgeht, hat eine eigene Geschichte.

Es soll sie ja geben, die Menschen, die glücklich sind, wenn sie neben ihrer Hauptbeziehung immer wieder fremdgehen, und dadurch beides haben, das Glück einer festen Beziehung und die stete Abwechslung im Sex. Allerdings ist mir selbst ein solcher Mensch in meiner Praxis noch nicht begegnet.

Nach meiner Erfahrung steckt hinter jedem Fremdgehen ein ziemliches Maß persönlichen Unglücks- und zwar nicht nur bei dem betrogenen Partner, sondern gerade auch bei dem, der betrügt.

Vor einiger Zeit habe ich in meinem weiteren Bekanntenkreis davon gehört, wie ein junger Vater seine schwangere Frau in den letzten Monaten der Schwangerschaft mit einer ganzen Reihe anderer Frauen betrogen hat. Was ihn dazu geführt hat, darüber lässt sich nur mutmaßen: die Angst davor, durch das Kind jetzt endgültig an die eine Frau gebunden zu sein? Oder vielleicht auch die Eifersucht auf das werdende Kind, nach dem Motto: Eigentlich ist es ja meine Frau, die mich betrügt, wenn sie jetzt ihre ganze Liebe auf das Kind im Bauch richtet und nicht mehr auf mich- wenn ich da fremdgehe, ziehe ich selber nur nach.

Krisen in der Partnerschaft als Ursache

Das Beispiel zeigt, dass das Fremdgehen oft nicht nur aus sexueller Neugier passiert (die natürlich auch immer mitschwingt; vgl. den Link), sondern viel häufiger eine Folge von Problemen und Enttäuschungen in der Hauptbeziehung ist. Wer rundum glücklich ist in seiner Hauptbeziehung, wird kaum fremdgehen und kann auch dann nein sagen, wenn sich eine noch so attraktive Gelegenheit zum Seitensprung bietet.

Allerdings: Wer ist schon immer und ständig rundum glücklich in seiner Hauptbeziehung? In jeder Partnerschaft gibt es auch einmal Krisen- besonders dann, wenn der erste Kick der Anfangsverliebtheit vergangen ist und sich ein bestimmter Beziehungsalltag eingestellt hat. In einem solchen Moment kann es leichter scheinen, die Gelegenheit zum Sex mit einem anderen Partner zu nutzen, und sich nicht um die Probleme und Schwierigkeiten mit dem Hauptpartner kümmern zu müssen.

Dazu kommt dann beim Fremdgehen noch die verführerische Hoffnung, wenigstens für einmal den noch viel besseren Sex zu erleben oder auch einen neuen und besseren Partner bzw. Partnerin zu finden.

Affären und Fremdgehen-
Wann beginnt fremdgehen?

Es gibt da unterschiedliche Positionen. Manche halten bereits die Beschäftigung mit Pornos für einen Akt der Untreue. Andere meinen, sogar Sex mit anderen Partnern wäre noch kein Fremdgehen, solange nicht Liebe und emotionale Gemeinsamkeit hinzukämen.

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Sogar wenn Partner im Anfang eine offene Beziehung vereinbart haben, in der jeder Partner hin und wieder auch mit Dritten Sex haben darf: sobald es dann tatsächlich dazu kommt, fühlt sich der nicht beteiligte Partner meist trotzdem betrogen und ausgenutzt.

Ich denke, unter Fremdgehen kann man letztlich jede sexuelle Aktivität mit einem anderen Menschen sehen, die ein Partner außerhalb seiner Hauptpartnerschaft hat. Welche sexuellen Aktivitäten das sind, ob nur ein Blowjob oder ein ausgedehntes Liebeswochenende, ist letztlich egal.

Affären und Fremdgehen- Was ist schlimmer:
eine Affäre oder ein einmaliger Seitensprung?

Hier ist, denke ich, immer die Sichtweise des betrogenen Partners entscheidend. Und der wird möglicherweise einen einmaligen Seitensprung leichter verzeihen können, zumal wenn es der andere von sich aus zeitnah berichtet und glaubhaft machen kann, dass er das selber bereut und es nicht nochmal vorkommen soll.

Eine längerfristige Affäre führt dagegen eigentlich immer zur Trennung, wenn der betrogene Partner davon erfährt. Da ist dann einfach zu viel Vertrauen zerbrochen, als dass es sich noch kitten ließe

******

Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Unzufriedenheit
in der Beziehung
Zum Artikel

Lasgeweile
in der Beziehung
Zum Artikel
Die 5 häufigsten
Beziehungskiller
Zum Artikel
Kinderwunsch
als Trennungsgrund
Zum Artikel
Zusammenziehen oder nicht?
Zum Artikel
Lust auf Fremdgehen
Zum Artikel
Zu häßlich für Sex?
Zum Artikel
Trennungsschmerz noch Jahre nach der Beziehung
Zum Artikel
Ehebruch mit Prustizuierten- Grund zur Trennung?
Zum Artikel
Partner betrogen ohne rechten Grund
Zum Artikel
Alkohol und Gewalt
in der Partnerschaft
Zum Artikel
Alkohol-
mein Partner trinkt zu viel
Zum Artikel
Bin ich beziehungsunfähig?
Zum Artikel
Warum will meine Freundin keinen Sex?
Zum Artikel
Sex und Krebs
Zum Artikel" alt="" width="212" height="155" class="aligncenter size-thumbnail wp-image-7583" />
Asexuell- keine Lust auf Sexs
Zum Artikel
Noch schön genug nach Schwangerschaft?s
Zum Artikel
Stalking durch den Exfreunds
Zum Artikel
Sie wünscht sich eine offene Beziehung
Zum Artikel
in 30 Jahre älteren Mann
verliebt
Zum Artikel
Schwiegermutter ist zu besitzergreifend
Zum Artikel
Hörigkeit- wie komme ich von ihm los?
Zum Artikel
Abhängigkeit- meine Freundin klebt an mir
Zum Artikel
Fremdgehen- mögliche Anzeichen für Untreuer
Zum Artikel
Nach Fremdgehen sofortige Trennung?
Zum Artikel
Meine Freundin
war Prostituierte
Zum Artikel
Sex mit dem Ex- nicht ohne
Risiken und Nebenwirkungen
Zum Artikel
Partnerschaft und Asperger-Syndrom
Zum Artikel
Sex und
Schwangerschaft
Zum Artikel
Gleichberechtigte
Sexualität
Zum Artikel
Rauchen als Fetisch
Zum Artikel
Wie streitet
man richtig?
Zum Artikel
Kondome
und Partnerschaft
Zum Artikel
Affären
und Fremdgehen
Zum Artikel

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“8720″]

Zuletzt aktualisiert am 18.09.2017.

Masken,
Rollenspiele und Sex

Masken, Rollenspiele und Sex

Radiointerview Masken, Rollenspiele und Sex

Hier der Radiomitschnitt.

Masken, Rollenspiele und Sex

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Masken, Rollenspiele und Sex
Wo liegt der Reiz an Fetischen, Rollenspielen oder SM?

Sex ist eine Ausnahmesituation in unserem Leben: allein schon körperlich, dadurch, dass unser Puls steigt, dadurch, dass spezielle Hormone und Botenstoffe aktiv werden, die schließlich im Gefühl des Orgasmus gipfeln, der emotionalen und körperlichen Ausnahmesituation in unserem Leben schlechthin. Sex ist also ein Moment, in dem wir einmal vollkommen anders sind als sonst in unserem Alltag.

Dieses aufregende Gefühl des Andersseins im Sex können wir dadurch noch verstärken, in dem wir zum Beispiel Fetischkleidung tragen und so die Andersartigkeit des sexuellen Moments noch weiter zum Ausdruck bringen.

Auch Rollenspiele können dazu beitragen, den Sex noch aufregender und spannender zu gestalten.

Viele Menschen mögen es, wenn im Rahmen eines solchen Spiels zusätzlich die Dimension von Macht und Unterwerfung hinzukommt, wie sie im SM-Sex praktiziert wird. Der dominante Partner bzw. die dominante Partnerin genießt es, dass sich ein anderer Mensch freiwillig vollkommen den eigenen Wünschen und Fantasien zur Verfügung stellt. Und umgekehrt genießt der submissive Partner bzw. oder die submissive Partnerin, sich für den Moment des Sex vollkommen fallenlassen zu können und sich nur noch darauf zu konzentrieren, was der oder die Partnerin mit dem eigenen Körper macht.

Masken, Rollenspiele und Sex
Wieso sind Rollenspiele so spannend? Gibt es Rollenspiele, die besonders gern ausgeübt werden? Warum?

Wie schon gesagt: Rollenspiele dienen dazu, die Besonderheit des sexuellen Miteinanders noch einmal ein Stück besonderer und aufregender zu machen.

Um zu sehen, welche Rollenspiele besonders beliebt sind, reicht ein Blick in einen beliebigen Sex-Shop. Klassiker sind Spiele, die um das Thema Krankenhaus (z.B. Krankenschwester und Patient) kreisen oder um das Thema Schule (z.B. Lehrer und Schülerin) oder Polizei (Verhör, Verhaftung, Verführung von Polizist oder Polizistin).

Alle diese Szenarien haben gemeinsam, dass es jeweils um ein gewisses Autoritätsgefälle geht, das im wirklichen Leben mit dem mehr oder weniger großen Gefühl von Angst verbunden ist.

Tatsächlich sind Angst und sexuelle Erregung zwei Gefühle, die in unserem Hirn relativ nah zueinander stehen. Ein gewisses Maß an Angst kann sexuelle Erregung auslösen und steigern.

Das machen sich solche Rollenspiele zunutze. Wobei hier natürlich die Erzeugung eines leichten Angstgefühls kein Selbstzweck ist, sondern nur dazu dient, die sexuelle Erregung noch weiter zu steigern. Und dadurch, dass sich das Rollenspiel im Orgasmus auflöst, kommt dann zusätzlich zum sexuellen Wohlgefühl auch noch die Erfahrung hinzu, sich der eigenen Angst gestellt und diese Angst erfolgreich besiegt zu haben.

Masken, Rollenspiele und Sex
Wo sind die Grenzen bei solchen Ausübungen? Ist es noch okay, wenn Blut und blaue Flecke im Spiel sind?

Sex soll Spaß machen. Das gilt auch für Rollenspiele und auch für SM-Sex.
Von daher sind die Grenzen ganz klar:

1. Alles, was beim Sex passiert, muss im Einvernehmen der beiden Partner passieren. Deshalb ist es gut, wenn sich die Partner bei Rollenspielen schon vorher darüber austauschen, was OK ist und was nicht. Und das kann von Mensch zu Mensch höchst unterschiedlich sein. Für den einen ist zum Beispiel bereits das Anlegen von Handschellen zu viel, während ein anderer gar nicht fest genug gefesselt werden kann.
Eine gute Möglichkeit, dass hier im Eifer des Gefechts nicht tatsächlich Grenzen überschritten werden, ist es, gemeinsam ein Code-Wort festzulegen, bei dem das Spiel dann sofort abgebrochen werden muss. Bewährt hat sich zum Beispiel der Ampel-Code: Wenn einer der Partner „Gelb!“ sagt, dann heißt das, die Grenze ist fast erreicht und jetzt sollten beide lieber etwas anderes spielen, also zum Beispiel eine bestimmte Fesselung wieder auflösen und dafür etwas anderes ausprobieren. „Rot!“ hieße dagegen, das ganze Spiel sofort abzubrechen und erst einmal darüber zu reden, was da gerade schief gelaufen ist.

2. Darüber hinaus ist beim Sex alles nicht OK, was zu bleibenden gesundheitlichen Schädigungen führt. Sogar dann, wenn einer der Partner solche bleibenden Schädigungen selber wünscht (wie z.B. im Extremfall die Kastration).
Blaue Flecken oder Blut sind prinzipiell kein Tabu- allerdings nur dann, wenn der betroffene Partner das selber beim Sex genau so haben will und wenn die Grundregeln von Medizin und Hygiene beachtet werden.

Masken, Rollenspiele und Sex
Horror im Bett (Masken, Verkleidungen…) – warum gruseln wir uns so gern?

Es soll mal dahingestellt sein, ob sich wirklich alle Menschen gerne gruseln- und das auch noch im Bett! Da würde ich doch ein bisschen Vorsicht walten lassen, bevor ich mich mit einer Vampirmaske auf Partnerin oder Partner stürze…

Aber davon mal abgesehen: Der psychologische Hintergrund für die Freude an Gruselverkleidungen zu Halloween ist, das wir alle eine tief in unserer Biologie verankerte Angst vor dem Tod haben. Halloween nimmt uns ein Stück von dieser Angst, weil wir in diesen Tagen einer Menge gruseliger Todesbilder begegnen- und trotzdem wunderbar weiterleben.

Wer diesen Halloween-Effekt dann auch noch ins Bett holt durch entsprechende Masken und Verkleidung, für den verwandelt sich ein Stück der eigenen Todesangst dann sogar in intensiven Sex-Genuss. Und das kann für manche vielleicht sogar die ultimative Halloween-Erfahrung sein.

******

Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Was ist Fetischismus? Dinge als Lustobjekte
Zum Artikel
BDSM Beratung
und Sexualtherapie
Zum Artikel
Mein Mann
trägt gerne Frauenkleider
Zum Artikel
Fetischismus: Im Bett ist er nur ein Schnürpaket
Zum Artikel
10 Fakten
zum Thema Fetischismus
Zum Artikel
Transvestitismus-Krankheit oder nicht?
Zum Artikel
Fetischismus: Selbstbefriedigung im Abendkleid
Zum Artikel
Unterwäsche-Diebstahl- warum machen Männer das?
Zum Artikel
Masken, Rollenspiele und Sex
Zum Artikel
Rauchen als Fetisch
Zum Artikel

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“7131″]

Zuletzt aktualisiert am 18.09.2017.

Sex mit dem Ex

Sex mit dem Ex

Radiointerview Sex mit dem Ex

Hier der Radiomitschnitt.

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Sex mit dem Ex:
Was bewegt uns dazu Sex mit dem Ex zu haben?

Mögliche Gründe gibt es viele.
Hier mal die häufigsten Szenarios:

Szenario 1: Bequemlichkeit

Ich habe immer noch keine erfüllte Beziehung und der bzw. die Ex ist am leichtesten verfügbar, wenn ich einfach mal Sex oder etwas Zärtlichkeit haben will. Da reicht dann schon ein Anruf: „Kann ich mal vorbeikommen?“ Und es braucht keine neue Phase des Kennenlernens und des Warmwerdens.

Das Risiko: Solange ich mit dem Ex oder der Ex rummache, sinken meine Chancen, einen neuen Partner oder eine neue Partnerin kennenzulernen, bei denen die Chemie wirklich stimmt.

Szenario 2: Rückeroberungsversuch

Ich habe die Trennung von meinem bzw. meiner Ex letztlich nie richtig akzeptiert und hoffe, ihn oder sie durch weiteren Kontakt wieder zurückzuerobern.

Die Gefahr: der oder die andere nimmt das Sex-Angebot gerne an, denkt aber trotzdem nicht daran, die Beziehung wieder aufnehmen zu wollen. Dann ist das Gefühl vorprogrammiert, schon wieder einfach nur ausgenützt worden zu sein.

Szenario 3: Eifersucht

Ich bin auf meinen bzw. meine Ex wütend und eifersüchtig, weil der oder die jetzt in einer neuen Beziehung leben. Da kann es Spaß machen, ihm oder ihr mal durch erneuten Sex zu zeigen, was ihm oder ihr mit mir im Bett verlorenen gegangen ist.

Und der „nette“ Nebeneffekt: Wenn die neue Partnerin oder der neue Partner mitbekommen, dass ihr Mann oder ihre Frau Sex mit dem Ex hatten, dann habe ich vielleicht sogar die neue Partnerschaft zerstört.

Szenario 4: Rache

Ich will es meiner oder meinem Ex nochmal so richtig zeigen. Zum Beispiel, indem ich sie oder ihn noch mal total heiß auf mich mache und sie oder ihn dann einfach hängen lasse. Etwa dadurch, dass ich ganz kurzfristig nicht zum Date komme oder es immer wieder verschiebe. Oder wenn ich den Sex schon nach einem sehr feurigen und aufregenden Vorspiel plötzlich abbreche mit einem Kommentar wie „Naja, eigentlich hätte ich mir gleich denken können, dass Sex mit dir komplett unbefriedigend ist…“

Sex mit dem Ex:
Wieso haben so viele Menschen einen ‚Rückfall‘ zur alten Liebe?

Eine Beziehung löst sich selten deswegen auf, weil beide Partner Lust auf etwas Neues haben. In der Regel werden Beziehungen einseitig aufgekündigt.

Die Folge: Meist hat der Mensch, der verlassen worden ist, ziemlich zu kämpfen. Verlassenwerden ist eine der tiefsten Kränkungen, die einem passieren kann, und schlägt massiv auf das Selbstwertgefühl.

Die einfachste Lösung lautet: die Trennung einfach wieder rückgängig zu machen, so tun, als wäre nichts geschehen.

Für den, der aus der Beziehung herausgeschmissen wurde, bleibt erstmal nur der Traum, es könnte alles wieder so werden wie früher in besseren Zeiten.

Solange der oder die Verstoßene also keine neue befriedigende Beziehung gefunden hat, ist die Wiederaufnahme der alten Beziehung ein wünschenswertes Ziel. Und um dieser Hoffnung willen sind die meisten Menschen bereit, über einiges hinwegzusehen, was es da an Gründen gegeben hat, die zur Trennung geführt haben.

Sobald der frühere Partner oder die frühere Partnerin wieder auf einen zukommt, ist alles vergeben und vergessen. Das macht natürlich sehr anfällig fürs Ausgenütztwerden. Möglicherweise will der frühere Partner ja gar keine Beziehung, wenn er sich wieder meldet, sondern nur kurz mal wieder bequemen Sex. Oder schlimmer noch: Der frühere Partner hat zwar für sich neue Freiheiten gefunden, genießt es aber, wenn der oder die Ex weiterhin von ihm abhängig bleibt.

Sex mit dem Ex:
Gibt es überhaupt eine zweite Chance,
wenn es einmal zu Ende war?

Wenn eine Beziehung in die Brüche geht, passiert das nicht ohne Grund.

Und bei einer Neuauflage der Beziehung sind alle die Probleme und Schwierigkeiten, die es beim ersten Mal gab, natürlich wieder mit an Bord.

Einen wirklichen Neuanfang zu machen, ist in der Praxis sehr schwierig. Denn natürlich wissen beide Partner, wie es früher schon einmal gewesen ist. Und wo die jeweiligen Schwachpunkte des andern liegen, in die man immer wieder neu hineinstoßen kann…

Die Gefahr bei der wiederaufgewärmten Beziehung ist, dass sie nicht auf Augenhöhe neu begründet wird. Sondern dass sich die Partner bloß deswegen wiederfinden, weil ihnen beiden in der Zwischenzeit jeweils kein besser geeigneter Partner über den Weg gelaufen ist. Weil es schwierig ist, das Single-Dasein auszuhalten. Weil es mühselig ist, immer wieder neue Dates auszuprobieren und immer wieder Enttäuschungen zu erleben. Und weil es so viel einfacher ist, die Telefonnummer vom Ex oder von der Ex herauszukramen.

Häufig ist es der Fall, dass einer der beiden Partner sich auch nach der Trennung emotional nicht vom anderen abgelöst hat und weiterhin an der alten Liebe wie eine Klette hängenbleibt.
Bei einer Wiederauflage der Beziehung kann das dazu führen, dass ein emotional anhängiger Mensch die Liebe des alten Partners dadurch neu zu erkaufen versucht, dass er selber die eigenen Wünsche immer mehr zurückstellt und ständig versucht, es ihm oder ihr in allem recht zu machen.

Langfristig kann das natürlich nicht klappen. Eine gute Beziehung funktioniert nur, wenn sich beide Partner sich auf gleicher Augenhöhe begegnen und beide gleichermaßen sich genau diese Beziehung wünschen.

Eine wirkliche zweite Chance gibt es also nur, wenn sich die beiden Partner in der Zeit der Trennung grundlegend verändert haben, durch neue Lebensumstände oder auch durch eine Psychotherapie- so dass es sich jetzt weniger um die Wiederaufnahme der alten Beziehung mit all den alten Mustern handelt, sondern um einen tatsächlichen Neuanfang.
Und als tatsächlicher Neuanfang kann der zweite Frühling dann auch wirklich eine Chance haben.

******

Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Unzufriedenheit
in der Beziehung
Zum Artikel

Lasgeweile
in der Beziehung
Zum Artikel
Die 5 häufigsten
Beziehungskiller
Zum Artikel
Kinderwunsch
als Trennungsgrund
Zum Artikel
Zusammenziehen oder nicht?
Zum Artikel
Lust auf Fremdgehen
Zum Artikel
Zu häßlich für Sex?
Zum Artikel
Trennungsschmerz noch Jahre nach der Beziehung
Zum Artikel
Ehebruch mit Prustizuierten- Grund zur Trennung?
Zum Artikel
Partner betrogen ohne rechten Grund
Zum Artikel
Alkohol und Gewalt
in der Partnerschaft
Zum Artikel
Alkohol-
mein Partner trinkt zu viel
Zum Artikel
Bin ich beziehungsunfähig?
Zum Artikel
Warum will meine Freundin keinen Sex?
Zum Artikel
Sex und Krebs
Zum Artikel" alt="" width="212" height="155" class="aligncenter size-thumbnail wp-image-7583" />
Asexuell- keine Lust auf Sexs
Zum Artikel
Noch schön genug nach Schwangerschaft?s
Zum Artikel
Stalking durch den Exfreunds
Zum Artikel
Sie wünscht sich eine offene Beziehung
Zum Artikel
in 30 Jahre älteren Mann
verliebt
Zum Artikel
Schwiegermutter ist zu besitzergreifend
Zum Artikel
Hörigkeit- wie komme ich von ihm los?
Zum Artikel
Abhängigkeit- meine Freundin klebt an mir
Zum Artikel
Fremdgehen- mögliche Anzeichen für Untreuer
Zum Artikel
Nach Fremdgehen sofortige Trennung?
Zum Artikel
Meine Freundin
war Prostituierte
Zum Artikel
Sex mit dem Ex- nicht ohne
Risiken und Nebenwirkungen
Zum Artikel
Partnerschaft und Asperger-Syndrom
Zum Artikel
Sex und
Schwangerschaft
Zum Artikel
Gleichberechtigte
Sexualität
Zum Artikel
Rauchen als Fetisch
Zum Artikel
Wie streitet
man richtig?
Zum Artikel
Kondome
und Partnerschaft
Zum Artikel
Affären
und Fremdgehen
Zum Artikel

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.
Zuletzt aktualisiert am 18.05.2019.

Was ist „richtig guter Sex“?

Was ist eigentlich „richtig guter Sex“?
Was heißt eigentlich, gut im Bett zu sein?

Radiointerview richtig guter Sex
Hier der Radiomitschnitt.

Was ist „richtig guter Sex“?

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Richtig guter Sex:
Worauf kommt es im Bett an, damit es gut klappt?

Die Hauptregel gleich zuerst:
Dafür, dass es in einer Beziehung im Bett klappt, ist die wichtigste Voraussetzung, dass es schlicht und ergreifend auch außerhalb vom Bett klappt: sowohl im Miteinander der beiden Partner, aber auch im Leben der beiden Partner je für sich.

Die Sexualität ist ein Kernbereich in der Emotionalität jedes Menschen. Und jede Störung in anderen Lebensbereichen wirkt sich hier aus.

Das beginnt bereits bei äußeren Problemen wie z.B. beruflichem Stress, der bis ins Bett hineinlappen kann, wenn der Kopf einfach nicht mehr abschaltet. Aber auch eigene psychische Probleme, wie zum Beispiel Depressionen oder Zwangsstörungen können die Freude am Sex erheblich beeinträchtigen.

Und noch schwieriger wird der Sex, wenn ungelöste Konflikte mit dem Partner oder der Partnerin anstehen, wenn ein offener Streit besteht oder unausgesprochene Vorwürfe zwischen beiden schwelen.

Solche Probleme außerhalb und innerhalb der Partnerschaft können dazu führen, dass der Sex rein körperlich gar nicht mehr möglich ist und einer oder beide Partner keinen Orgasmus mehr bekommen.

Warum klappt schneller Sex mit Unbekannten?

Interessant ist, dass bei vielen Menschen der schnelle Sex mit einem bzw. einer völlig Unbekannten manchmal besser klappt als mit dem langjährigen Partner. Das liegt daran, dass sich beide so noch in der Illusion wiegen können, den absoluten Traummann oder die absolute Traumfrau zu umarmen: den anderen Menschen in seinen tatsächlichen Eigenarten haben beide noch überhaupt nicht wahrgenommen.

Ähnlich funktioniert auch jede Form der Verliebtheit. Letztlich bin ich zunächst einmal in das Idealbild von einem Menschen verliebt und nicht in die konkrete Person, die ich ja noch gar nicht kenne. In dieser Phase funktioniert der Sex einfach und gut- aber es ist letztlich noch keine tiefe Begegnung mit einem anderen Menschen.

Richtig guter Sex benötigt Zeit, benötigt das gegenseitige Kennenlernen der sexuellen Vorlieben und Fantasien, benötigt auch ein gutes Stück Spielfreude und Spaß am Ausprobieren.

Richtig guter Sex:
Was ist für Männer und was für Frauen wichtig?

So pauschal lässt sich da keine Antwort geben. Jeder Mensch ist unterschiedlich, und das gilt für Männer genauso wie für Frauen. Entgegen dem allgemeinen Klischee gibt es durchaus Männer, die vor allem kuscheln wollen, und Frauen, die im Sex auch härtere Gangarten mögen.

Was allerdings zu beachten ist, dass Männer und Frauen rein anatomisch unterschiedlich zum Orgasmus kommen.

Für die meisten Männer –aber auch nicht für alle- ist der Koitus, also das Eindringen des erigierten Penis in die Scheide der Frau- ein sicherer Weg zum Höhepunkt.

Viele Frauen dagegen bekommen allein durch den Koitus niemals einen Orgasmus. Für sie ist ein ausführliches Vorspiel mit der Erregung der Klitoris entscheidend oder auch die Möglichkeit, die eigenen Schenkel fest zusammenpressen zu können, um so einen Orgasmus zu erreichen.

Dazu kommt dann auch noch ein zeitlicher Unterschied. Frauen benötigen ca. 20 min Vorspiel, um ihren ersten Orgasmus zu bekommen. Dafür können sie danach länger auf dem höchsten Erregungslevel bleiben und ggf. auch noch weitere Orgasmen bekommen.

Männer dagegen kommen bei entsprechender körperlicher Stimulation deutlich schneller zum Orgasmus- und gelangen danach sehr schnell in die sogenannte Refraktärphase, in der die sexuelle Erregung komplett zurückgeht.

Wie kann es im Bett besser funktionieren?

Von der technischen Seite her gesehen, ist es wichtig, dass beide Partner um diese geschlechtsspezifischen Unterschiede beim Sex wissen. Es ist also sinnvoll, dass der Mann seinen Orgasmus erst dann bekommt, wenn die Frau bereits ihren ersten hatte. Sonst besteht die Gefahr, dass der Mann die Lust verliert, bevor es bei der Frau mit der Erregung überhaupt richtig losgegangen ist.

Das traditionelle Ideal, einen gemeinsamen, gleichzeitigen Orgasmus im Koitus anzustreben, ist geradezu ein sicherer Weg, sich beim Sex gegenseitig total unter Druck zu setzen und nur Frust abzubekommen.

Sex funktioniert dann am besten, wenn beide Partner vom jeweils anderen wissen, was der braucht, um glücklich zu sein. Deshalb ist es so wichtig, in einer Beziehung hin und wieder auch über den Sex und über sexuelle Bedürfnisse zu reden. Und das nicht nur beim Sex selber- sondern vielleicht auch einmal in Ruhe auf einem Spaziergang, ohne gleich übereinander her zu fallen.

Dabei könnten dann auch etwas ausgefallenere Themen angesprochen werden, wie z.B. „Was hältst du eigentlich von Fetisch- oder BDSM-Sex?“ Und das, ohne den anderen mit solchen Ideen sofort unter Druck zu setzen.

Sich gegenseitig zu kennen, auch in seinen sexuellen Fantasien, und darüber offen reden zu können- das ist der Königsweg zu richtig gutem Sex, der immer wieder aufregend und spannend ist.

******

Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery
MILF

Vgl. dazu die Artikel

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“7131″]

Zuletzt aktualisiert am 18.09.2017.

Klischees über Frauen-
Interview mit Dr. Michael Petery

Klischees über Frauen

Klischees über Frauen

Radiointerview Klischees über Frauen
Hier der Radiomitschnitt.
(wird nachgetragen)

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Klischees über Frauen: die psychoogischen Hintergründe

Beispiele für Klischees über Frauen sind: Sie können zwischen Sex und Liebe nicht trennen, interpretieren überall etwas hinein…

Klischees über Frauen:
Wie entstehen solche Klischees?

Klischees über Frauen:
Nr.1: Frauen wollen nach dem Sex kuscheln, Männer nicht – warum?

Zuerst vorab als die Vorbemerkung: Alle Menschen sind unterschiedlich, Männer genauso wie Frauen.

Das heißt: Natürlich kann es auch Männer geben, die nach dem Sex kuscheln wollen und Frauen, die das nicht mögen. Und beides ist vollkommen normal.

Allerdings stimmt, dass bei Männern und Frauen die Erregungskurve beim Sex unterschiedlich verläuft. Bei Männern setzt nach dem Orgasmus schon nach wenigen Sekunden die sogenannte Refraktärphase ein, also die Phase des Rückgangs der sexuellen Erregung. In dieser Phase ist der Mann eine Zeit lang zu sexueller Erregung nicht fähig. Manchen Männern wird es dann sogar zu viel, weiter im Bett liegenzubleiben und mit der Partnerin zu kuscheln.

Frauen dagegen haben körperlich die Möglichkeit zu mehreren Orgasmen hintereinander. Sie können eine viel längere Zeit sexuell erregt bleiben. Es kommt bei mir bei Paartherapien immer wieder vor, dass Frauen enttäuscht davon berichten, dass ihre Männer sehr schnell mit dem Sex fertig sind, während sie eigentlich noch weitermachen könnten.

Mein Tipp ist, sich gemeinsam insgesamt viel mehr Zeit zu lassen- und als Mann ruhig einmal nachzufragen, ob die Frau nicht doch noch einen weiteren Orgasmus haben will. Das muss dann gar nicht unbedingt im Koitus sein- das kann dann auch durch Selbstbefriedigung der Frau passieren. Denn auch nebeneinander Sex zu haben ist eine Form des gemeinsamen Sex!

Klischees über Frauen:
Nr.2: Frauen können Sex und Liebe meist nicht trennen – warum?

Auch das ist eine sehr pauschale Zuschreibung. Natürlich gibt es Männer, für die Sex ohne Liebe nicht vorstellbar ist und es gibt Frauen, die beides trennen und hin und wieder einfach bloß Sex haben wollen.

Trotzdem gibt es Unterschiede zwischen Mann und Frau, die möglicherweise durch die Entwicklungsgeschichte des Menschen erklärbar sind. Amerikanische Forscher wie Irwin Silverman haben darauf hingewiesen, dass die unterschiedlichen Aufgabenbereiche in der Urhorde eine unterschiedliche Organisation des Gehirns bei Männern und bei Frauen begünstigt haben. Männer sind demnach mehr die „Jäger“, die auf schnelle Beute aus sind, Frauen eher „Sammlerinnen“, welche die Vorräte sorgfältig verwalten.

Demnach scheint die reine Lust am Sex ohne Liebe genetisch vor allem ein Interesse von Männern zu sein, die ihren Samen möglichst breit unter viele Frauen verteilen möchten.(Was modern auch heißen kann, sich virtuell mit zahlreichen Porno-Film-Frauen zu befriedigen.)

Bei Frauen ist Sex entwicklungsgeschichtlich dagegen immer auch mit Schwangerschaft und Kinderkriegen verbunden. So gesehen, ist es für Frauen wichtig, Sexualpartner zu finden, die nicht nur ihren Trieb abarbeiten wollen, sondern bereit sind, liebevoll für die Beziehung und auch den möglichen Nachwuchs einzustehen.

Heute haben sich Frauen durch moderne Verhütungsmittel aus dieser Zwangslage weitgehend befreit und können Sex auch pur und ohne Fortpflanzungsabsicht genießen. Trotzdem bleibt an dieser stammesgeschichtlichen Ausrichtung der Geschlechterrollen immer noch etwas dran.

In einer Partnerschaft ist es in jedem Fall eine etwas merkwürdige Idee, Sex und Liebe voneinander trennen zu wollen… Meiner Meinung nach gehört es zu einer funktionierenden Partnerschaft unbedingt hinzu, dass beide Partner nicht nur durch Sex, sondern auch durch Liebe miteinander verbunden sind und dass beide je nach ihren eigenen Bedürfnissen dazu auch noch sexuell die Befriedigung finden, die sie jeweils brauchen.

Trennung von Sex und Liebe wäre also eher ein Thema für One-Night-Stands als für die Partnerschaft.

Klischees über Frauen:
Nr.3: Warum interpretieren Frauen gern „in alles etwas rein“?

Das ist schon ein ziemlich heftiger Satz. Ich selbst kenne ihn vor allem von Männern in der Paartherapie, wenn sie ihrer Partnerin einfach nicht zuhören wollen.

Dann ist das die argumentative Superkeule: „Ihr Frauen interpretiert ja gern in alles etwas hinein.“ Und weil das nun einmal generell so ist, brauche ich als Mann mich auf keine weitere Diskussion mehr einzulassen.

Das Argument funktioniert natürlich auch mit umgekehrter Geschlechterverteilung. Auch die Frau kann zu ihrem Partner sagen: „Du interpretierst da in alles immer etwas rein.“

Und schon ist ein ernsthaftes Gespräch auf Augenhöhe nicht mehr möglich. Der oder die andere wird danach kaum noch Lust haben, Punkte in der Partnerschaft anzusprechen, die ihm gerade eben noch sehr wichtig waren.

Das Beispiel zeigt, wie gefährlich solche allgemeinen Zuschreibungen im Bereich der Psychologie sein können. Also: Vorsicht mit Sätzen an meinen Partner, die so ähnlich klingen wie: „Das ist doch bei allen Männern bzw. Frauen immer so!“

Viel besser, als das Gespräch mit einem solchen Dampfhammer abzubrechen, ist es, kurz innezuhalten und darüber nachzudenken, warum dem anderen das so wichtig ist, was er mir da sagen will. Und dann kann ich immer noch mit ihr oder ihm darüber weiterdiskutieren, ob der andere mit seinen Vermutungen recht hat oder nicht.

 

******

Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery
Klischees über Frauen

PS:
Vgl. auch das Interview Klischees über Männer

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“7635″]

Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Sexuelle Zwangsgedanken-
wie wird man sie los?

Sexuelle ZwangsgedankenSexuelle Zwangsgedanken

Sexuelle Zwangsgedanken-
wenn Fantasien zur Qual werden

Menschen denken häufig an Sex: nach einer Studie der Ohio State University aus dem Jahr 2011 denken Männer tagsüber durchschnittlich etwa alle 30 min einmal an Sex, Frauen ungefähr alle 60 min (was übrigens ungefähr der Häufigkeit entspricht, mit der wir an Essen und Trinken denken).

Sexuelle Zwangsgedanken
erkennen und richtig einordnen

Die meisten Menschen empfinden sexuelle Gedanken als angenehm. Und aus psychologischer Sicht ist ein solches regelmäßiges Denken an Sex bzw. Essen sogar ein Zeichen psychischer Gesundheit und Selbst-Achtsamkeit. Gesund ist ein Mensch, der auf seine Bedürfnisse achtet- fehlende Selbst-Achtsamkeit macht krank.

Wo liegt also die Grenze zwischen gesunden Gedanken an Sex und sexuellen Zwangsgedanken? Die Häufigkeit, mit der ein Mensch an Sex denket, ist für sich allein KEIN Kriterium dafür, dass sexuelle Zwangsgedanken vorliegen.

Was genau sind eigentlich
sexuelle Zwangsgedanken?

Nach der ICD-10, dem Krankheitenkatalog der Weltgesundheitsorganisation, müssen folgende Bedingungen vorliegen, damit es sich bei solchen Gedanken tatsächlich um ZWANGS-Gedanken handelt:

  • Die Gedanken werden als zur eigenen Person gehörig erlebt.
  • Die Gedanken sind nicht angenehm.
  • Die Gedanken wiederholen sich fortwährend und dauern zeitlich mindestens 2 Wochen an (bis hin zu Jahren).
  • Versuche, dieses Denkkarussell zu durchbrechen, sind meist erfolglos.

Zwangsstörungen sind für die Betroffenen eine große Belastung. Ca. 2-3 Prozent der Bevölkerung sind in ihrem Leben von Zwangsstörungen betroffen.

Die Erkrankung beginnt oft schon in der Pubertät. Verschlimmerungen können schubweise durch besondere Lebensumstände ausgelöst werden, z.B. Schwangerschaft, Arbeitslosigkeit.

Die Ursache der Erkrankung liegt nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen meist sowohl an einer Störung des Hirnstoffwechsels (also einer rein körperliche Ursache, die mit Medikamenten behandelt werden kann) als auch in eingeübten Gedankenmustern, die eine psychotherapeutische Behandlung erfordern. Die Lebensqualität kann bei manchen Menschen so sehr darunter leiden, dass Suizidrisiko besteht.

Deshalb ist eine Zwangsstörung als Krankheit immer sehr ernst zu nehmen. Eine ärztliche oder therapeutische Behandlung ist unbedingt angebracht.

Was sind keine sexuelle Zwangsgedanken?

Keine sexuellen Zwangsgedanken sind gemäß obiger Definition der Weltgesundheitsorganisation:

  • Angenehme erotische Fantasien
    Auch wer sehr oft an Sex denkt, hat deswegen noch lange keine sexuellen Zwangsgedanken. Denn Häufigkeit allein ist kein Kriterium für Zwangsgedanken. Damit ein sexueller Gedanken ein Zwangsgedanke ist, muss hinzukommen, dass dieser Gedanke als unangenehm erlebt wird. Im Extremfall sind demnach sogar sexuelle Gewaltfantasien dann keine Zwangsgedanken, wenn sie dem Denkenden Lust bereiten und ihn nicht selber bedrücken.
  • Vorübergehende unangenehme sexuelle Gedanken
    Unangenehme sexuelle Gedanken können aus eigenen Erlebnissen, aber auch aus einem Film oder einem Buch herrühren und einen durchaus einige Tage lang beschäftigen. Solange sich solche Gedanken aber nicht festsetzen und nicht mehr als zwei Wochen lang das Denken beschäftigen, handelt es sich nicht um Zwangsgedanken.
  • Leicht beängstigende sexuelle Fantasien, die Lust bereiten
    Auch leicht beängstigende sexuelle Fantasien (wie z.B. Fantasien von Gewalt, Fetisch oder Homosexualität) sind keine sexuellen Zwangsgedanken, wenn sie letztlich dazu dienen, die sexuelle Lust zu erhöhen. Ein Zwangsgedanke liegt nur dann vor, wenn der Gedanke in keiner Weise als angenehm empfunden wird (und auch nicht zur erotischen Selbststimulation dient).
  • Häufiger Pornokonsum
    Auch mehrmals täglicher Pornokonsum oder der Wunsch nach solchem hat mit dem Thema sexuelle Zwangsgedanken nichts zu tun, solange das betroffene Individuum darunter nicht leidet. Zu prüfen wäre nur, ob es sich um Pornosucht handeln könnte- was aber etwas anderes ist als Zwangsgedanken.

Beispiele für sexuelle Zwangsgedanken

Der Inhalt sexueller Zwangsgedanken kann individuell sehr unterschiedliche sein. In diesem Blog habe ich einige typische Fallbeispiele gesammelt:

  • Homosexuelle Zwangsgedanken (vgl. Fallbeispiel)
    Homosexuelle Zwangsgedanken liegen vor, wenn ein heterosexuell veranlagter Mensch regelmäßig und zwanghaft von dem Gedanken gequält wird, ob er denn möglicherweise homosexuell sein könnte.

    Kennzeichen dafür, dass es sich tatsächlich um Zwangsgedanken handelt, ist, dass diese Gedanken als unangenehm und unangebracht empfunden werden und keinerlei sexuelle Lust bereiten. Zu solchen homosexuellen Zwangsgedanken kann auch die Zwangshandlung hinzukommen, sich regelmäßig als „Selbsttest“ Schwulenpornos anzusehen- obleich das Ansehen keinerlei Lust erzeugt und möglicherweise sogar Ekelgefühle hervorruft.

    Aber Vorsicht vor einem zu schnellen Urteil:
    Wenn das Ansehen der Schwulenpornos zwar keine Lust erzeugt, aber auch nicht als unangenehm empfunden wird, ist es möglich, dass der Betroffene schlicht nur unsicher in seiner eigenen sexuellen Rollenfestlegung ist. Die ausbleibende Erregung bei Schwulenpornos hätte dann die Ursache in der Angst, sich selbst die eigene Homosxualität oder Bisexualität einzugestehen.

  • Ständige Eifersucht (vgl. Fallbeispiel)
    Ständige Eifersucht wegen mögicher sexueller Fehltritte des Partners (ohne dass dafür irgendwelche tatsächliche Anhaltspunkte vorliegen), ist eine häufige Form sexueller Zwangsgedanken. Das kann soweit gehen, dass zwanghaft immer wieder ganze Szenarien über die fantasierte Untreue des Partners bzw. der Partnerin durchgedacht werden müssen.

    Hier handelt es sich eindeutig um sexuelle Zwangsgedanken, wenn
    1. diese Gedanken tatsächlich nur unangenehm sind (und nicht eine doch irgendwie verquere, aber lustbringende Fantasie)
    2. das Wissen da ist, dass diese Vorstellungen keinen Anlass in der Wirklichkeit haben (ansonsten wäre das eine Wahnvorstellung).

  • Weitere Beispiele

Was könnten unangenehme wiederkehrende
sexuelle Gedanken noch sein?

  • Angstbesetzte sexuelle Gedanken
    Viele sexuell erregende Fantasien sind angstbesetzt: dazu gehören insbesondere sexuelle Gewaltfantasien (z.B. eigenes Vergewaltigtwerden), aber auch homoerotische Fantasien bei Menschen, die sich selbst eigentlich als heterosexuell sehen wollen. Diese Fantasien sind durchaus angstbesetzt, haben aber letztlich einen eigentümlichen sexuellen Reiz.

    In solchen Fällen lohnt sich eine therapeutische Abklärung, inwieweit sich diese Fantasien auch ohne Angst als Quelle sexueller Lust oder zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit positiv nutzen lassen. Speziell bei schweren aktiven sexuellen Gewaltfantasien ist eine therapeutische Abklärung nötig, inwieweit hier die Gefahr besteht, dass der Betroffene zum tatsächlichen Täter wird und seine Fantasien irgendwann auch in der Realität ausleben muss.

  • Flashbacks und Intrusionen
    Unangenehme sexuelle Gedanken können Erinnerungssplitter von sexuellem Missbrauch und sexueller Misshandlung in der Kindheit oder nach einer Vergewaltigung sein. Oft entwickeln Opfer erst lange nach dem traumatisierenden Ereignis Symptome, die körperlicher Natur sein können (Zittern, Schweißausbruch etc.), aber auch als belastende Gedanken auftreten können: Erinnerungsfragmente, Alpträume, bedrohliche Fantasien…

    In solchen Fällen ist unbedingt der Weg zu einem kompetenten Therapueten erforderlich, der abklärt, ob eine PTBS (posttraumatische Belastungsstörung) nach Missbrauch vorliegt. Vgl. dazu den ausführlichen Beitrag: Missbrauch und Trauma.

  • Nebensymptom einer Depression
    Grübelzwang und negative Gedanken sind oft Anzeichen für das vorliegen einer depressiven Erkrankung. Da eine spontane Heilung ohne ärztliche und/oder therapuetische Hilfe bei Depressionen eher unwahrscheinlich ist, lohnt sich bei sexuellen Zwangsgedanken auf jeden Fall der Weg zum Arzt oder Therapeuten- allein um das Risiko des Vorliegens einer unerkannten Depression auszuschließen bzw. bei einer Depressions-Diagnose die entsprechenden therapeutischen Möglichkeiten zu nutzen und sicherzustellen, dass sich die Symptome nicht immer weiter verschlechtern.

Sexuelle Zwangsgedanken:
Möglichkeiten der Therapie

Zwangsgedanken müssen nicht sein! Und schon gar nicht im Bereich der Sexualität, die so konstituierend für unser gesamtes menschliches Wohlbefinden ist.

Zwangsgedanken sind zwar für die Betroffenen kaum alleine und ohne Hilfe auflösbar- es gibt aber mittlerweile eine ganze reihe gut erforschter therapeutischer Verfahren (überwiegend aus dem bereich der Verhaltenstherapie), mit denen sich Zwangsgedanken schon in relativ weniger Sitzungen gut in den Griff bekommen lassen.

Das gilt auch für Zwangsgedanken auf sexuellem Gebiet. Es ist daher sinnvoll, sich nicht unnötig lange mit solchen Gedanken herumzuquälen, sondern sich kompetente therapeutische Hilfe zu holen.

Vgl. auch den Artikel:

HOCD (Homosexuelle Zwangsgedanken)

******

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen

© M.Petery.
Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.
Zuletzt aktualisiert am 14.06.2019.

Ist Selbstbefriedigung
gesund?

Selbstbefriedigung

Selbstbefriedigung-
Laster oder völlig normal?

Radiointerview Selbstbefriedigung
Hier der Radiomitschnitt.

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Ist Selbstbefriedigung gesund?
Oder wird man davon blind?

Onanie macht definitiv nicht blind. Diese Aussage ist wissenschaftlich gesehen ein völliger Unsinn.

In Wirklichkeit ist genau das Gegenteil richtig. Selbstbefriedigung ist gesund. Und zwar sowohl körperlich wie auch psychisch.

Bei Männern trägt häufiges Onanieren dazu bei, das Risiko von Prostata-Krebs zu senken und schützt vor Entzündungen der Harnblase. Bei Männern und Frauen senken die Sexualhormone, die bei der Selbstbefriedigung freigesetzt werden, das Diabetes-Risiko.

Aus psychologischer Sicht gilt: Wer sich gut selbstbefriedigen kann, hat auch besseren Sex mit dem Partner.

Zum einen deswegen, weil er den eigenen Körper, seine eigene Orgasmusfähigkeit und seine eigenen sexuellen Bedürfnisse besser kennt und auch in der Beziehung besser äußern kann.
Zum anderen, weil es durch Selbstbefriedigung ein Ventil gibt, auch in der Partnerschaft den eigenen Sexualdrang manchmal alleine ausleben zu können.- und bei dr eigenen Bedürfnisbefriedigung nicht notgedrungen nur auf den Partner bzw. die Partnerin angewiesen zu sein oder aus lauter Druck fremdgehen zu müssen.

Selbstbefriedigung in der Partnerschaft

Wenn beide Partner unterschiedlich häufig das Bedürfnis zum Sex haben, ist das dann kein Problem, wenn die Partner sich auch selbstbefriedigen können.

Der Partner mit dem häufigeren Sex-Bedürfnis hat so eine Möglichkeit, trotzdem zum Orgasmus zu kommen , und muss nicht den anderen gegen dessen Willen mit seinem Sexwunsch bedrängen.

Interessanterweise ist Masturbation übrigens auch im Tierreich weit verbreitet, nicht nur bei Säugetieren wie Hunden, Affen, Kühen, Pferden oder Schafen, sondern auch bei Vögeln und Reptilien. Allein das zeigt, dass Masturbation biologisch zur Sexualität schlicht und einfach hinzugehört.

Nicht normal ist einzig und allein, die Lust an der Onanie künstlich zu unterdrücken.

Warum galt das früher als verpönt?

Das Verbot von Onanie ist menschheitsgeschichtlich eine späte Erfindung im Umfeld des Christentums. Bei den alten Griechen und Römern war Selbstbefriedigung noch völlig selbstverständlich.
Im frühen Christentum galt Sexualität schon bald als verpönt. Die eigentliche Liebe des Menschen sollte nur noch Gott allein gehören- und sogar der Sex mit der Ehefrau nicht mehr Lust bereiten als unbedingt nötig (daher das Verbot aller anderen Sexpraktiken außer der Missionarsstellung).

Diese christliche Sexualmoral hat die bürgerliche Gesellschaft des 19. Jahrhunderts gründlich geprägt- und wirkt direkt oder indirekt bis heute fort.

Wie machen es Frauen / wie die Männer?
Gibt es da Unterschiede?

Die meisten Frauen gelangen selber zum Orgasmus, indem sie die Klitoris mit der Hand stimulieren. Manche Frauen nutzen dazu auch einen Vibrator. Deutlich weniger kommen durch vaginale Masturbation zum Orgasmus, also durch das Einführen eines Fingers in die Scheide . Und wieder andere erregen sich durch das feste Zusammenpressen der Oberschenkel.

Männer haben da weniger Möglichkeiten. Hier ist es eigentlich immer das rhythmische Reiben und Drücken des männlichen Gliedes, das erst zur Erektion und dann zum Samenerguss führt.
Bei Männern sind es etwa 94%, die regelmäßig masturbieren, bei Frauen etwa 80 %.

Männer benutzen dabei weit häufiger als Frauen Pornografie als Hilfsmittel. Selbstbefriedigung bei Männern ist in der Regel mit erotischen Fantasien verbunden, die zur Luststeigerung dienen.
Bei den Frauen sind es nur etwa 50%, die bei der Selbstbefriedigung erotische Vorstellungen haben. Die andere Hälfte der Frauen genießt das Masturbieren als einen rein körperlichen Akt.

Aber wie auch immer Mann oder Frau es macht: Aus sexualwissenschaftlicher Sicht kann gar nicht genug betont werden: Onanieren ist völlig gesund. Onanieren verursacht keinerlei körperliche oder psychische Schäden und kann als solches auch nicht zur Sucht führen.

******

© M.Petery.

Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Vgl. dazu den Beitrag

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“7465″]

Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Sexuelle Probleme und
psychische Störungen

Sexuelle Probleme und psychische Störungen

Sexuelle Probleme und psychische Störungen

Der Sex und die Psyche: Sexuelle
Probleme und psychische Störungen

Viele sexuelle Probleme sind Folge von psychischen Erkrankungen. Sexualität ist ein zentrales Element im Wesen des Menschen- von daher ist nicht besonders erstaunlich, dass sich psychische Störungen und Erkrankungen oft zuerst als ein sexuelles Problem bemerkbar machen.

Nicht jedes sexuelle Problem
ist Folge einer psychischen Erkrankung

Das soll natürlich nicht heißen, dass jedes sexuelle Problem automatisch Folge einer psychischen Störung ist. Genauso häufig gibt es auch andere Ursachen wie zum Beispiel die Erziehung in der Herkunftsfamilie. Hier können Probleme entstehen, wenn die eigene Sexualität und das von sich selbst erwartete Rollenbild nicht zusammenpassen: so kommen immer wieder Männer zu mir in die Praxis, die Homosexualität irgendwo verwerflich oder schmutzig finden- und das, obwohl sie selber homosexuell sind.

Auch sexuelle Probleme in einer Partnerschaft liegen in der Regel nicht an psychischen Störungen von einem oder beiden Partnern, sondern daran, das in den wechselseitigen Erwartungen und Bedürfnissen unterschiedliche Vorstellungen vorliegen, die den beiden Partnern oft nicht bewusst sind und erst im Verlauf einer Paartherapie deutlich werden.

Sexuelle Probleme und psychische Störungen: die häufigsten Krankheitsbilder

Es ist also Vorsicht geboten, bei vorliegenden sexuellen Problemen sofort auf eine psychische Erkrankung zu schließen. Umgekehrt macht die Sache mehr Sinn: Viele psychische Erkrankungen haben Folgen, die sich auch auf sexuellem Gebiet auswirken.

1. Depression

Die Hauptanzeichen einer depressiven Erkrankung sind Antriebslosigkeit, Interesseverlust und depressive Symptomatik. Zu den häufigen Nebensymptomen zählt bei Männern und Frauen aber auch die Abschwächung oder der völlige Verlust der Libido.

Das kann sich bei Männern Potenzschwäche oder Erektionsstörung bemerkbar machen, bei Frauen als Vaginismus (Scheidentrockenheit) oder Unfähigkeit zum Orgasmus (Frigidität). Eine Depression kann aber auch dazu führen, wahllos Sex zu haben, ohne ihn überhaupt gewollt zu haben.

2. Suchtkrankheiten:
Drogen, Nikotin und Alkohol

Eine Suchterkrankung hat erhebliche Folgen für die eigene Sexualität und kann sexuelle Probleme und psychische Störungen verursachen. Viele Drogen führen zu einer Steigerung des Sexualtriebs und einer gestörten Impulskontrolle.

Unter Drogeneinfluss kommt es häufiger zu ungeschütztem und daher auch gesundheitlich gefährlichem Sex oder zu Wahllosigkeit in Bezug auf die Sexualpartner/innen.

Diese Wahllosigkeit kann sich bei Männern so weit entwickeln, dass sich die sexuelle Leidenschaft gleichermaßen auf beide Geschlechter richtet- und das, obwohl die Betroffenen ohne Drogeneinwirkung eindeutig heterosexuell veranlagt sind.

Ebenfalls nach Cannabis-Konsum treten nach meinen eigenen Erfahrungen mit Patienten vor allem bei jüngeren Männern häufiger homosexuelle Zwangsgedanken auf, bei denen sich die Betroffenen permanent hinterfragen, ob sie nicht homosexuell sein könnten. Diese Zwangsgedanken werden als extrem unangenehm erlebt (ganz im Gegensatz zu homosexuellen Tagträumen bei Männern, die tatsächlich homosexuell veranlagt sind).

Typische Folgen von jahrelanger Nikotin-Sucht sind neben dem allgemein bekannten gesteigerten Risiko für Krebserkrankungen vor allem der Verlust der Libido mit der Folge von Erektionsschwierigkeiten und Impotenz bei Männern bzw. Verlust der Orgasmusfähigkeit bei Frauen (Frigidität).

Eine Alkoholkrankheit kann je nach Krankheitsstadium sowohl zu einer Steigerung des sexuellen Verlangens führen (das oft bei gleichzeitiger Unfähigkeit zu Erektion oder Orgasmus) oder, vor allem in fortgeschrittenem Stadium, zum teilweisen oder völligen Verlust der Libido. Im Rahmen einer Partnerschaft führt die Alkoholkrankheit zu unbegründeten Gewaltausbrüchen gegenüber dem Partner, die häufig zu Trennung und sozialer Isolation führen. Weitere Infos unter Kenn Dein Limit.

3. Sexuelle Probleme und psychische Störungen
bei Trauma und Missbrauch

Traumatische Erfahrungen auf sexuellem Gebiet (Erlebnisse von Missbrauch und/oder Vergewaltigung in Kindheit und/oder Erwachsenenalter) können zu psychischen Erkrankungen führen. Eine häufige Folge ist eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), deren Symptome oft erst Jahre nach dem traumatischen Erlebnis deutlich werden. Typisches Kennzeichen sind Erinnerungslücken in Bezug auf das Trauma bei gleichzeitiger ständiger Präsenz des Erlebnisses. Diese Spannung kann zu dissoziativen Zuständen führen, also dem Auseinanderfallen von Elementen der Wahrnehmung, des Bewusstseins, des Gedächtnisses, der Identität und der Motorik.

Auf sexuellem Gebiet kann ein Trauma zu Vermeidungsverhalten führen (Vermeidung von Situationen, die zu Sex führen könnten, bis hin zu vollständiger sozialer Isolation) oder zu vollständigem Verlust von Libido und Orgasmusfähigkeit.

4. Zwangsstörungen:
Zwangsgedanken und Zwangshandlungen

Zwangsgedanken kommen auf sexuellem Gebiet sehr häufig vor.

Das können katastrophisierende Gedanken sein wie zum Beispiel, dass der geliebte Partner bzw. die geliebte Partnerin einen schon bald verlassen wird- ohne dass es dafür in der Wirklichkeit irgendwelche tatsächlichen Hinweise gibt. Das kann auch umgekehrt die quälende Angst sein, man selber könnte plötzlich nichts mehr für seine/n Partner/in empfinden- und das, obwohl im Augenblick in der Partnerschaft alles in Ordnung ist.

Möglich sind auch andere quälende Gedanken, wie etwa die ständige bildhafte Vorstellung, wie der Sex des eigenen Partners bzw. der eigenen Partnerin mit vorherigen Exfreundinnen bzw. Exfreunden ausgesehen haben könnte.

Bei (heterosexuellen) Männern findet sich außerdem sehr häufig der Zwangsgedanke, „eigentlich“ homosexuell und damit unfähig zur Partnerschaft mit einer Frau zu sein.

Ein Beispiel für eine sexuelle Zwangshandlung wäre der permanente Drang, sich pornografische Videos ansehen zu müssen, auch wenn keine sexuelle Erregung besteht und dieser Drang als unangenehm empfunden wird..

5. Angststörungen

Auch Angst ist ein häufiges Thema in der Sexualtherapie. Zu beachten ist, dass Menschen mit Angststörungen selbst häufig die Angst gar nicht als das Hauptsymptom erkennen und vor allem körperliche Symptome erleben wie z.B. Schwindelgefühle, Herzrasen, Magenschmerzen etc.

Eine Angststörung bzw. phobische Störung liegt immer dann vor, wenn

  • die Angst der Situation nicht angemessen ist
  • die Angst länger deutlich anhält als die angsterregende Situation andauert
  • die besondere Form der Angst nicht erklärbar und beeinflussbar ist
  • die Angst zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität führt
  • die Angst zu Einschränkungen im Kontakt mit anderen Menschen führt.

Auf sexuellem Gebiet gibt es vor allem die Versagensangst, die im Extremfall dazu führt, dass Betroffene sexuelle Begegnungen grundsätzlich vermeiden. Dazu kommen spezielle Formen der Angst wie etwa Gymnophobie, also die Angst, selber nackt zu sein oder andere Menschen nackt zu erleben.

6. Sexuelle Probleme und psychische Störungen
bei einer Borderline-Störung

Hauptmerkmal der Borderline-Störung ist eine kaum auszuhaltende innere Anspannung, die sich häufig in selbstschädigendem Verhalten Erleichterung verschafft.

Das können Selbstverletzungen sein (z.B. durch Ritzen), aber auch Hochrisikoverhalten wie Gebrauch von Suchtmitteln, riskantes Autofahren oder eine wenig kontrollierte Sexualität mit wechselnden Partner/innen. (Wobei in letzterem Fall dieses Verhalten gerade bei jungen Frauen auch die Wahrscheinlichkeit erhöht, sexuell ausgenutzt zu werden.)

Das ist insofern besonders problematisch, da Menschen mit einer Borderline-Störung oft bereits in der Kindheit sexuellen Übergriffen ausgesetzt waren, und sich somit traumatische Erfahrungen der Vergangenheit immer weiter fortsetzen. Vgl. dazu auch das Fallbeispiel Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen.

Menschen mit Borderline-Störung haben häufig eine große Sehnsucht nach einer engen und dauerhaften Beziehung. Da sie in ihrer Kindheit oft nicht erfahren konnten, was die Geborgenheit in einer Familie bedeutet (inkl. aller Aufs und Abs, die im Alltag dazugehören), haben Menschen mit Borderline-Störung oft unrealistische Erwartungen an eine Beziehung. Das zeigt sich in vielen Fällen durch
die Neigung, andere Menschen entweder stark zu idealisieren oder abzuwerten.

Das kann in einer Beziehung dazu führen, dass die Vorzüge des Partners bzw. der Partnerin zunächst völlig überhöht positiv gesehen werden mit der Folge einer um so tieferen Enttäuschung, wenn der Partner bzw. die Partnerin diese hohen Erwartungen später nicht auf Dauer erfüllen kann.

Von daher erklärt sich, dass Beziehungen, auch wenn sie mit großen Erwartungen begonnen wurden, oft nicht sehr lange anhalten- es sei denn, der Partner bzw. die Partnerin bringen sehr viel Verständnis für die Erkrankung auf und schaffen es, die Partnerschaft auf einem mittleren Level zischen Idealisierung und Entwertung zu stabilisieren.

Neben einer speziellen Therapie mit dem Ziel des Spannungsabbaus (und ggf. auch der Traumaverarbeitung) für den Borderline-Patienten bzw. die Borderline Patientin, kann also auch eine paartherapeutische Begleitung sinnvoll sein.

7. Sexuelle Probleme und psychische Störungen
bei Persönlichkeitsstörungen

Persönlichkeitsstörungen sind gemäß der ICD-10, dem Krankheitenkatalog der Weltgesundheitsorganisation, „tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen.“

In der Regel verspüren Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung selbst nur geringen Leidensdruck- ihre Umwelt oder ihre Partnerinnen oder Partner dafür umso mehr. Rein statisch ist jede fünfte Partnerschaft betroffen.

Vgl. dazu den ausführlichen Beitrag über Perönlichkeitsstörungen in der Partnerschaft.

8. Weitere Störungsbilder

Hierzu gehören z.B. Störungen im Bereich des Autismusspektrums.
Auch wenn Autisten Schwierigkeiten haben, Kontakt zu anderen Menschen aufzunehmen, haben sie trotzdem sexuelle Bedürfnisse, die in der Regel durch Masturbation befriedigt werden.

Hier kommt es auf eine behutsame Sexualerziehung an, welche den Betroffenen nichts aufdrängt (und keinesfalls sexuell ausbeutet!), gleichzeitig aber auch vor Situationen schützt, die ihnen schaden (Masturbation in der Öffentlichkeit, Verletzungen durch Einsatz ungeeigneter Gegenstände bei der Masturbation).
Vgl. dazu den Aufsatz zu Sexualität und Autismus von Karin Dreisigacker.

Beim Asperger-Syndrom verspüren Betroffene oft den lebhaften Wunsch nach Partnerschaft und Sexualität. Eine große Schwierigkeit bereitet allerdings das Kennenlernen eines geeigneten Partners bzw. einer geeigneten Partnerin, die Verständnis für die Eigenheiten von Menschen mit Asperger-Syndrom hat (Spezialinteressen, Reizüberforderung bei sozialen Anlässen etc.). Um diese Schwierigkeit zu überwinden, kann eine einfühlsame Therapie sehr hilfreich sein, die darauf abzieht, soziale Skills einzuüben und zu trainieren.

ADHS im Erwachsenenalter kann sich im Bereich Sexualität auf sehr unterschiedliche Art und Weise auswirken. Während Frauen mit ADHS oft erst relativ spät mit Ende 20 ihre Freude an der Sexualität entdecken, haben junge Männer mit ADHS oft ein stark gesteigertes sexuelles Interesse („Hypersexualität„).

Beiden Geschlechtern gemeinsam ist bei ADHS oft eine überdurchschnittliche Experimentierfreude beim Sex und eine große Akzeptanz auch von Partnern, die nicht dem gängigen Idealbild entsprechen. Impulsivität und rasche Stimmungsumschwünge können in der Partnerschaft Beziehungsprobleme bereiten. In solchen Fällen kann eine Paartherapie dazu beitragen, das gegenseitige Verständnis für die jeweiligen Eigenheiten des anderen Partners zu fördern.

Sexuelle Probleme und psychische Störungen: eine Aufgabe für den Spezialisten

Ob eine psychische Erkrankung (Mit-)Ursache für sexuelle Probleme ist oder nicht, ist oft auch für den Spezialisten nicht auf den ersten Blick erkennbar. Deswegen sind spezielle Untersuchungen nötig, um genaue Klarheit zu gewinnen und auf dieser Grundlage das geeignete Therapieverfahren zu wählen (z.B. Verhaltenstherapie oder Gesprächstherapie).

*** *** ***

© M.Petery
Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.
Zuletzt aktualisiert am 14.06.2019.

Zu schüchtern
für eine Beziehung?

zu schüchtern für eine Beziehung?

Zu schüchtern zum Küssen-
lässt sie mich deswegen fallen?

Zu schüchtern für eine Beziehung?

Ich bin 22 Jahre und hatte noch nie eine Freundin. Mein Problem ist, dass ich generell Schwierigkeiten habe, mich auf andere Leute einzulassen.

Schon in der Schule bin ich von meinen Klassenkameraden gemobbt worden und war ein ziemlicher Einzelgänger- allerdings, ohne es sein zu wollen. Selbst wenn mir dann mal jemand etwas Nettes gesagt hat, wusste ich nie, ob das echt gemeint war oder nur als Verarschung.

Immer hatte ich das Gefühl, dass die anderen über mich tuscheln und blöde Bemerkungen machen. Die paar Versuche, die ich gemacht habe, um mit einem Mädchen ins Gespräch zu kommen, endeten immer mit einer Zurückweisung. Allmählich glaube ich, dass mich niemand mag, und wenn ich überhaupt etwas Nettes höre, dann nur aus Mitleid.

Mittlerweile studiere ich, aber auch an der Uni hat sich erstmal nicht viel geändert. Im Hörsaal bin ich immer allein dagesessen, auch in den Seminaren hat sich kein richtiger Kontakt entwickelt.

Zu schüchtern-
Ein Mädchen als neues Problem

Was aber komisch ist, dass ich vor zwei Monaten an der Uni jetzt doch ein Mädchen kennengelernt habe. Sie ist sogar ausgesprochen hübsch und sehr nett. Wir lernen jeden Nachmittag miteinander, sind auch schon gemeinsam Essen gegangen und waren im Kino.

Neulich hat sie mir zum Abschied sogar einen Kuss auf die Wange gegeben und gemeint, sie fände es nett, wen ich sie das nächste Mal auch mit einem Kuss begrüßen würde. Ich war da ziemlich perplex und bin auch etwas zurückgeschreckt. Auf jeden Fall habe ich es nicht geschafft, sie beim nächsten Mal zu küssen, sondern habe sie nur einfach mit Hallo begrüßt- und sie hat das auch auf sich beruhe lassen.

Dafür waren wir jetzt an einem Nachmittag gemeinsam zu Besuch bei Ihren Eltern, wo sie mich als ihren Freund vorgestellt hat. Die Eltern waren übrigens sehr nett zu mir. Am Tag darauf haben wir uns wieder getroffen zu einem Wanderausflug, und sie hat mir gesagt, dass sie es total schön mit mir findet und dass ich sehr nett bin. Aus mir kam dann nichts mehr heraus außer ein Danke, und dass es mir mit ihr zusammen auch sehr gut gefällt. Und das stimmt zu 100%. Ich mag sie wirklich sehr gern.

Und trotzdem:
Ich weiß jetzt irgendwie gar nicht mehr, wie das weitergehen soll. Ich kann einfach auf Ihre Annäherungsversuche nicht richtig reagieren. Irgendwie habe ich auch schon wieder das Gefühl, dass sie das alles nur aus Mitleid macht, eine Zeit lang, und mich dann fallen lässt.

Patrick F. (Name geändert)

Wie reagiere ich auf einen Kuss?

Hallo Patrick,

In Ihrer Schulzeit waren Sie in Ihrer Klasse ein Außenseiter und haben keine Freundin gefunden. So ging das auch an der Uni weiter, bis jetzt ein hübsches Mädchen auf Sie zugegangen ist, Sie auf die Wange geküsst hat und offensichtlich noch mehr von Ihnen will. Sie wissen nicht, wie Sie reagieren sollen und haben Angst, sie täte das alles nur aus Mitleid und Sie könnten sie schon bald wieder verlieren.

Zu schüchtern-
Katastophisierende Gedanken

Das Problem besteht offenbar vor allem in Ihrem Kopf. Egal, wie es Ihnen früher in Ihrer Schulzeit ergangen ist: Jetzt haben Sie ein Mädchen, mit dem Sie täglich zusammen sind, schöne Ausflüge unternehmen können und das von Ihnen einen Kuss bekommen möchte.

Ihre Schüchternheit ist dabei gar nicht so sehr das Problem: Denn ganz offensichtlich mag Ihre Freundin Sie genau so, wie Sie sind. Und dass Sie eher schüchtern sind, hat sie schon längst mitbekommen. Im Prinzip sind Sie also am Ziel Ihrer Wünsche, ohne dass Ihnen Ihre Schüchternheit dabei geschadet hätte.

Das eigentliche Problem, das Sie jetzt quält, sind Ihre eigenen Gedanken, die Sie daran hindern, Ihr Glück zu genießen und die Beziehung zu Ihrer Freundin weiter zu vertiefen.

Aus psychologischer Sicht sind das katastrophisierende Gedanken: Statt sich vorzustellen, dass Sie jetzt am Beginn einer wunderbaren Freundschaft stehen, dreht sich das Gedankenkarussell und Sie stellen sich vor, dass das Mädchen sich nur aus Mitleid Ihnen zugewandt hat und sie bald schon wieder fallen lässt.

Wenn diese negativen Gedanken jetzt schon länger als 14 Tage anhalten, dann leiden Sie aus therapeutischer Sicht an einer Zwangsstörung, die sich in Zwangsgedanken äußert.

Zu schüchtern-
Anzeichen einer Depression?

Um hier wieder herauszukommen, ist es mit Sicherheit sinnvoll, sich an einen Therapeuten zu wenden. Im therapeutischen Gespräch wäre zusätzlich zu prüfen, ob Sie außer an Zwangsgedanken möglicherweise auch an einer Depression erkrankt sind, die dazu geführt hat, dass Sie Ihren eigenen Selbstwert sehr niedig ansetzen.

Zwangsgedanken treten häufig in Verbindung mit einer Depression auf. Bei einer Depression handelt es sich nicht einfach nur um eine psychische Verstimmung, sondern um eine Störung biochemischer Prozesse im Gehirn, die unbedingt durch einen Spezialisten behandelt werden muss.

Gerade, weil Sie jetzt eine Frau kennengelernt haben, mit der eine wunderbare Zeit der Gemeinsamkeit beginnen könnte, ist es wichtig, dass Sie jetzt Ihre Probleme aktiv angehen und gemeinsam mit einem Therapeuten nach Lösungswegen suchen. Es wäre schade, diese Möglichkeit zu einer netten Beziehung verstreichen zu lassen, ohne hier nicht alles versucht zu haben, um gegen die störenden negativen Gedanken anzukämpfen.

*** *** ***

© M.Petery

Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Zwangsgedanken und Sexualität

Zwangsgedanken kommen auf sexuellem Gebiet sehr häufig vor. Das können, wie im vorliegenden Fall katastrophisierende Gedanken darüber sein, dass der Partner bzw. die Partnerin einen schon bald verlassen wird- ohne dass es dafür in der Wirklichkeit irgendwelche tatsächlichen Hinweise gibt.

Das kann auch umgekehrt die quälende Angst sein, man selber könnte plötzlich nichts mehr für seine/n Partner/in empfinden- und das, obwohl im Augenblick in der Partnerschaft alles in Ordnung ist.

Bei (heterosexuellen) Männern findet sich außerdem sehr häufig der Zwangsgedanke, „eigentlich“ homosexuell und damit unfähig zur Partnerschaft mit einer Frau zu sein. Vgl. den Beitrag Homosexuelle Zwangsgedanken.

Weitere Infos: Sexuelle Zwangsgedanken- wie wird man sie los?

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“2909″]

Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Bin ich sexsüchtig?
Sexsucht-Tests im Internet

Bin ich sexsüchtig?
Bin ich sexsüchtig?
Wer im Internet den Begriff Sexsucht eingibt, wird schnell fündig. Eine ganze Reihe von Websites bieten Online-Fragebögen an, die eine schnelle Antwort auf die Frage versprechen.

Bin ich sexsüchtig?
Wie aussagekräftig Internet-Tests sind…

Typische Testfragen im Internet und ihre tatsächliche Relevanz

Als ein Beispiel möchte ich hier den Online-Fragebogen „Sind Sie sexsüchtig?“ des Magazins Fit for fun etwas näher analysieren. Der gleiche Test findet sich übrigens auch bei Focus Online.

Hier werden dem User insgesamt 12 Fragen vorgelegt, die jeweils mit Ja oder Nein beantwortet werden können. Nur wer alle Fragen mit Nein beantwortet, erhält das Ergebnis: Kein Grund für Bedenken. Ihr Sexleben scheint in normalen Bahnen zu laufen.“

Bereits ab einem einzigen Ja heißt es in der Auswertung „Zur Vorsicht wird geraten!“ und der Test empfiehlt: „Wenn Sie eine oder gar mehrere der Fragen mit Ja beantworten mussten, sollten Sie Ihre sexuellen Vorlieben vielleicht einmal mit einem Arzt/Psychologen Ihres Vertrauens besprechen.“

Ab 5 Jas gilt dann „Alarmstufe Rot“, verbunden mit dem Hinweis: „Sie sollten unbedingt zu einem Experten – Psychologen oder Arzt – gehen und ihm Ihre Beobachtungen ganz offen schildern. Er kann beurteilen, ob Sie unter einer behandlungsnötigen Sexsucht leiden und die richtigen Schritte einleiten, damit Sie wieder ein normales Verhältnis zu Sex und Erotik entwickeln.“

Ist also schon ein einziges Ja auf eine der Fragen in diesem Test Hinweis auf eine mögliche psychische Störung?

Es lohnt sich, die Testfragen genauer in den Blick zu nehmen:

  1. Haben Sie wegen Ihrer sexuellen Vorlieben oft ein schlechtes Gewissen?

    Sexuelle Vorlieben haben aus sexualtherapeutischer Sicht nur dann einen Krankheitswert, wenn sie die betroffene Person oder deren soziales Umfeld schädigen.
    Fraglich ist, wofür das „schlechte Gewissen“ ein Indikator sein soll.

    Leider ist sowohl der Fall denkbar, dass ein Pädophiler mit eindeutig krankhaftem und suchtartigem Konsumzwang von Kinderpornografie kein schlechtes Gewissen hat, als auch der umgekehrte Fall eines Menschen mit „schlechtem Gewissen“, dessen einzige „Sünde“ ist, hin und wieder zu onanieren. Es gibt also das Risiko, dass der Fragebogen im einen Fall ein falsches Nein zum Thema Sexsucht ausgibt und im anderen Fall ein falsches Ja.

    Das schlechte Gewissen allein ist kein zuverlässiger Hinweis auf Sexsucht. Allerdings brauchen sexuelle Vorlieben wie z.B. Masturbation, die niemandem schaden, grundsätzlich nicht mit schlechtem Gewissen verbunden sein. Wer also z.B. wegen Masturbation ein schlechtes Gewissen hat, ist zwar nicht sexsüchtig- ein therapeutisches Gespräch konnte sich allerdings lohnen um herauszufinden, warum sich der/die Betroffene für ein völlig normales sexuelles Verhalten mit Selbstvorwürfen überzieht.

  2. Haben Sie bereits wichtige Termine versäumt, weil Sie mit Erotik und Sex beschäftigt waren?

    Die Vernachlässigung wichtiger Termine ist ein wichtiger Indikator für eine Sucht. Wer diese Frage mit Ja beantwortet, kann also tatsächlich ein Suchtproblem haben.

    Einzige Ausnahme: Der Sex war der noch wichtigere Termin. Und dieser Fall kann eigentlich nur dann vorkommen, wenn es sich um die einmalige Gelegenheit handelt, sich den Traummann oder die Traumfrau des Lebens zu sichern und darüber alles andere zu vergessen…

  3. Masturbieren Sie zwanghaft oft, sogar mehrmals am Tag?

    So gestellt, ist das eine Suggestivfrage, die keine aussagekräftigen Ergebnisse liefern kann.

    Denn Masturbation, die zwanghaft erfolgt, ist immer ein psychisches Problem, sogar wenn die zwanghafte Masturbation nur zu bestimmten Anlässen alle paar Wochen einmal auftritt.

    Mehrmalige Onanie täglich hat dagegen definitiv keinen Krankheitswert, wenn sie nicht zwanghaft erfolgt, sondern der betreffenden Person schlicht und ergreifend Spaß macht und auch im Rahmen einer Partnerschaft keine Belastung darstellt.

  4. Haben Sie viele Sexualpartner/innen?

    Viele Sexualpartner zu haben, ist für sich allein genommen kein Anzeichen für eine Krankheit.

    Für eine solche Diagnose müsste ein Leidensdruck hinzukommen: z.B. durch die Gefährdung der hauptsächlichen Partnerschaftsbeziehung.

  5. Lenken Sie sexuelle Fantasien oft von Ihrer Arbeit ab?

    Sexuelle Fantasien, die einen Menschen bei Arbeiten stören, sind tatsächlich problematisch, wenn sie als störend empfunden werden.

    Andererseits haben eine ganze Reihe an Studien ergeben, dass sehr viele Menschen Dutzende Male am Tag an Sex und an sexuelle Fantasien denken und das eher als Bereicherung ihres Alltags empfinden.

    Insofern hat auch diese Frage Suggestivcharakter und könnte Menschen mit völlig unauffälligen sexuellen Fantasien dazu bringen, die Frage mit Ja zu beantworten. Aussagekräftig wäre nur die Frage: „Stören Sie sexuelle Fantasien oft bei Ihrer Arbeit?“

  6. Sind Sie davon überzeugt, dass tabulose Pornos unbedingt zum Liebesspiel dazugehören?

    „Tabulose Pornos“- das ist schon eine etwas merkwürdige Formulierung. Gibt es denn Pronos, die nicht tabulos sind? Also verklemmte Pornos mit vielen Tabus? Und wären die dann in einer Partnerschaft weniger gefährlich?

    Aber von der Formulierung mal abgesehen: Es ist definitiv kein Zeichen für Sexsucht, wenn es in einer Partnerschaft beiden Partnern Spaß macht, während des Sex einen Porno laufen zu lassen.

  7. Nutzen Sie regelmäßig anonyme Sex-Angebote wie Telefonsex oder Prostitution?

    Zwanghafte Konsumierung von Telefonsex-Angeboten oder Prostitution sind mit Sicherheit Hinweise auf eine psychische Erkrankung. Das gilt insbesondere dann, wenn eine solche Nutzung selbstschädigenden Charakter hat, beispielsweise finanziell, beruflich oder in Bezug auf eine bestehende Partnerschaft.

    Allerdings bedeutet „regelmäßig“ nicht automatisch „zwanghaft“. So die Person keinen Leidensdruck verspürt, liegt also auch bei regelmäßiger Nutzung solcher Angebote ohne inneren Zwang kein Hinweis auf einen Suchtcharakter vor.

  8. Stehen Sie auf Sado-Maso-Spiele?

    Bei dieser Frage stand wohl eher Prüderie Pate als sexualwissenschaftlicher Erkenntnisdrang.

    SM-Vorlieben, die einvernehmlich mit dem oder der Partnerin ausgelebt werden, haben mit Sexsucht definitiv nichts zu tun.

  9. Können Sie nur mit bestimmten Fetischen in Fahrt kommen?

    Und schon wieder Prüderie! Fetischismus ist keine Krankheit, außer, der/die Betroffene leidet darunter, dass er nur mit einem bestimmten Fetisch kommt (z.B., wenn der/die Partner/in den Fetisch ablehnt).

    Das wäre dann aber ein paartherapeutisches Problem und kein Hinweis auf Sexsucht.

  10. Werden Sie nervös und schlecht gelaunt, wenn Sie Ihren Trieb nicht ausleben können?

    Die meisten Menschen brauchen sexuelle Zufriedenheit, um psychisch gesund zu sein. Libidoverlust gilt als eine Erkrankung (z.B. infolge einer Depression). Insofern werden wohl die meisten Menschen „nervös und schlecht gelaunt, wenn sie ihren Trieb nicht ausleben können“.

    Sinnvoller wäre z.B. die Frage, wie unmittelbar sexuelles Verlangen ausgelebt werden muss, ob es also auf sexuellem Gebiet eine „Störung der Impulskontrolle“ gibt (was tatsächlich eine Erkrankung wäre).

  11. Hat sich Ihre Begierde in letzter Zeit gesteigert, brauchen Sie eine immer höhere Dosis Sex?

    Bei der Fragestellung hat wohl die Analogie zur Alkoholsucht Pate gestanden. Aber wie soll man sich das mit der Dosissteigerung beim Sex eigentlich vorstellen?

    Sexualwissenschaftliche Erkenntnisse weisen darauf hin, dass es im Leben ein und desselben Menschen immer wieder Zeiten mit häufigerem und weniger häufigem Sex gibt, die sich abwechseln. Eine Analogie zum Alkohol, dass sich die Sexdosis über Jahrzehnte infolge einer sich aufbauenden physischen Abhängigkeit immer mehr steigert, ist beim Sexualverhalten noch bei keinem Menschen beobachtet worden…

    Eine „Steigerung der Begierde in letzter Zeit“ ist also kein Kriterium für Sexsucht. Einen Krankheitswert hat häufiger Sex nur dann, wenn der Betroffene oder seine Umwelt darunter leiden.

  12. Haben Sie sich sexuell schon einmal aufgedrängt, also jemanden belästigt?

    Sexuelle Belästigung ist eine sexuelle Handlung ohne Einverständnis des anderen- und als solche strafrechtlich relevant.

    Häufigste Ursache aus psychologischer Sicht ist wohl entweder eine „Störung der Impulskontrolle“ oder zwanghaftes Verhalten. Beides hat mit Sexsucht wenig zu tun.

Fazit

Die Testfragen sprechen zwar eine ganze Reihe möglicher psychischer Probleme an, können aber die Ausgangsfrage „Bin ich sexsüchtig?“ nicht beantworten.

Immerhin stellt der Test kein großes Risiko da: Die schon nach einem einzigen „Ja“ gegebene Empfehlung, einen Arzt oder Psychologen aufzusuchen, kann zumindest nicht groß schaden. Inhaltlich hilfreich ist der Test allerdings wohl weniger.

Wie ich in meinem Beitrag über Hypersexualität dargestellt habe, ist es wissenschaftlich nach wie vor unklar, ob es das Krankheitsbild Hypersexualität als solches überhaupt gibt.

Ein „Zuviel“ an Sex kann Hinweis auf die unterschiedlichsten psychischen Erkrankungen sein: das beginnt bei der Depression, Störung der Impulskontrolle und Zwangsstörung und reicht bis hin zu Persönlichkeitsstörungen oder Borderline. Deshalb ist eine sehr sorgfältige Diagnostik durch einen spezialisierten Arzt oder Therapeuten unbedingt erforderlich, um dann jeweils krankheitsspezifisch therapeutisch helfen zu können.

Bin ich sexsüchtig?
Warnung vor unseriösen Angeboten

Neben solchen vergleichsweise harmlosen Selbsttests im Internet, die sich auf den Portalen der großen Zeitschriftenverlage finden, gibt es auch „Bin sich sexsüchtig?“-Websites, die offenbar völlig unseriös sind.

Dazu gehören meiner Meinung nach insbesondere von therapeutischen Laien organisierte Selbsthilfegruppen gegen Sexsucht, die als mögliche Lösung vor allem sexuelle Enthaltsamkeit und die „spirituelle Unterwerfung unter ein höchstes Wesen“ als Lösung propagieren.

Im Umfang solcher Gruppen zirkulieren Fragebögen, wo bereits ein Ja auf folgende Fragen als Anzeigen für Sexsucht gesehen wird:

  • Wäre es für Sie peinlich, wenn jemand Außenstehendes etwas über deine sexuellen Beziehungen erfährt?
  • Brauchen Sie die Nähe deines Partners, um sich wohl zu fühlen?
  • Glauben Sie, in Ihrem Leben einen Anspruch auf Sex zu haben?
  • Leben Sie in einer Beziehung, die Sie nicht aufgeben können?
  • Menen Sie, das Leben hätte ohne Sexualität weniger Sinn?
  • Onanieren Sie hin und wieder, obwohl Sie in einer festen Partnerschaft leben?
  • Brauchen Sie Sex, um sich richtig als Mann oder Frau zu fühlen?

Wer mit solchen Fragen versucht, völlig normales menschliches Verhalten krank zu reden, versucht wohl eher. Menschen zu verunsichern als ihnen zu helfen. Dass solchermaßen fragwürdige Persönlichkeitstests beliebtes Anwerbemittel für diverse Sekten sein können, muss wohl an dieser Stelle nicht extra betont werden.

*** *** ***

© M.Petery
Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Hypersexualität-
macht zuviel Sex krank?
Zum Artikel
Wie erkennt man Pornosucht?-
Die wichtigsten Kriterien
Zum Artikel
Bin ich sexsüchtig?
Sexsucht-Tests im Internet
Zum Artikel
Sexuelle Probleme
und psychische Störungen
Zum Artikel
Exzessive Onanie
trotz Partnerschaft
Zum Artikel
Ständig Sex-
Er will häufiger als ich
Zum Artikel

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.
Zuletzt aktualisiert am 14.06.2019.

Hypersexualität-
ist zu viel Sex krank?

Hypersexualität-  zu viel an Sex

Arthur Schnitzler- ein Beispiel für Hypersexualität?

Hypersexualität: ist Arthur Schnitzler dafür ein Beispiel?

Hypersexualität-
was bedeutet das eigentlich?

Wörtlich übersetzt bedeutet Hypersexualität „zu viel an Sexualität“. Wissenschaftlich gesehen gibt es keine klare Definition. Objektiv lässt sich nur feststellen, dass Menschen sehr unterschiedlich häufig Sex haben: manche nie oder nur sehr selten, andere mehrmals am Tag. Und das kann sich bei genau dem gleichen Menschen phasenweise immer wieder ändern.

Der Wiener Arzt und Schriftsteller Arthur Schnitzler war zum Beispiel stolz darauf, es als junger Mann mit seiner damaligen Freundin in nur einem Jahr geschafft zu haben, über 1000 Mal Sex gehabt zu haben. Ist ein solcher Rekord als krank einzusstufen, als ein Zuviel an Sex, mit dem Krankheitstitel Hypersexualität? Ist er selber als Opfer von Hypersexualität anzusehen oder auch seine Freundin?

Für den amerikanischen Psychiater Martin Kafka wären beide krank: er hält alles, was über 6 Orgasmen pro Woche hinausgeht, für bedenklich, ebenso jede Beschäftigung mit Sex mehr als eine Stunde am Tag.

Hypersexualität-
eine Erfindung von Moralaposteln?

Tatsächlich kommen vor allem aus den USA Stimmen, welche ein zu viel an Sex als ein psychologisches Krankheitsbild festsetzen möchten. Wissenschaftliche Begründungen für eine solche Grenzsetzung gibt es nicht. Es ist zu vermuten, dass dieser Wille zur Sexbegrenzung vor allem in einer sehr konservativen Sexualmoral begründet ist.

In der wissenschaftlichen Diskussion in Europa ist man sich dagegen weithin einig, dass ein Verhalten nur dann einen „nosologischen Charakter“ (Krankheitswert) hat, wenn es mit physischen oder psychischen Schädigungen für den Betroffenen oder dessen soziale Umgebung einhergeht.

Mit dieser Definition lässt sich der Fall Schnitzler deutlich flexibler beurteilen: Wenn wir davon ausgehen wollen, dass es Schnitzler und seiner Freundin gemeinsam sehr viel Spaß gemacht hat, ihren gemeinsamen Sexrekord aufzustellen, dann wäre beider Verhalten zwar ungewöhnlich, aber keinesfalls eine Krankheit.

Wenn sich allerdings herausfinden ließe, dass es allein der junge Arzt war, der seine Freundin zu so viel Sex drängte, ohne dass die dazu eigentlich richtig Lust hatte- dann wäre der Krankheitswert vorhanden (Schädigung der sozialen Umwelt durch eigenes Verhalten).

Gleichfalls wäre Schnitzlers Verhalten problematisch, wenn er weniger aus Freude an der Sache zu so viel Sex gekommen wäre, sondern aus einem inneren Zwang heraus gehandelt hätte, der ihm aufgezwungen hätte, einen solchen Rekord aufstellen zu müssen.

Hypersexualität-
Kriterien für eine mögliche Erkrankung

Folgende Punkte können also Anzeichen sein, dass sehr viel Sex tatsächlich eine psychische Erkrankung darstellt:

  • Leidensdruck: Der oder die Betroffene empfinden das von ihnen ausgelebte Mass an Sex (mit oder ohne Partner) als zu viel und leiden darunter, z.B. weill sie dadurch andere wichtige Tätigkeiten vernachlässigen (z.B. berufliche Erfordernisse oder sonstige persönliche Interessen).
  • Nötigung des Partners oder der Partnerin: Unfähigkeit, in der Partnerschaft akzeptieren zu können, dass der oder die andere nicht so oft das Bedürfnis zum Sex hat als man selbst.
  • Unfähigkeit, auf eine Möglichkeit zum Sex zu verzichten, auch wenn dadurch einen persönlicher Schaden entstehen kann. Z.B. Nutzung des PC am Arbeitsplatz für privaten Pornokonsum, Sex mit Unbekannten ohne Abklärung des Risikos von Geschlechtskrankheiten und Verhütung…. (gestörte Impulskontrolle)
  • Belästigung anderer mit verbalen sexuellen Anspielungen oder Handlungen (Angrapschen etc.) ohne deren explizites Einverständnis
  • hohe Promiskuität (zahlreiche, wechselnde Sexualpartner) ohne expliziten Wunsch danach
  • Ausbleiben des Gefühls wirklicher sexueller Befriedigung trotz intensiver sexueller Betätigung
  • suchtartiges Sexualverhalten, bei dem keine eigene Kontrolle mehr möglich schient (vgl. dazu meinen Beitrag zu Wie erkennt man Pornosucht?)

Alle diese Hinweise weisen zwar auf mögliche psychische Erkrankungen hin, definieren allerdings kein klar feststellbares Krankheitsbild von Sexsucht bzw. Hypersexualität.

Die Störung im sexuellen Bereich ist also vor allem ein Hinweis darauf, dass es sich lohnen kann, das Thema mit einem kompetenten Therapeuten durchzusprechen- und abzuklären, ob eventuell andere psychische Erkrankungen im Hintergrund stehen, die psychotherapeutisch behandelt werden sollten.

*** *** ***
< © M.Petery

Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Weitere Beiträge zum Thema Hypersexualität

Wie erkennt man Pornosucht?
Exzessive Onanie trotz Partnerschaft
Ständig Sex- er will häufiger als ich

Literaturtipp

Schnitzler Jugend in WienArthur Schnitzler (1862-1931) interessierte sich als Arzt und Schriftsteller gleichermaßen für das Thema Sex. Bereits seine Jugenderinnerungen enthalten eine ganze Reihe von Sexerlebnissen. Berühmt (und berüchtigt) wurden seine freizügigen Sexschilderungen im Theaterstück „Der Reigen“ oder in der Erzählung „Elsa“. Seine „Traumnovelle“ von 1926 wurde Vorbild für Stanley Kubricks Film Eyes Wide Shut- einem Klassiker der BDSM-Szene.

Hypersexualität-
macht zuviel Sex krank?
Zum Artikel
Wie erkennt man Pornosucht?-
Die wichtigsten Kriterien
Zum Artikel
Bin ich sexsüchtig?
Sexsucht-Tests im Internet
Zum Artikel
Sexuelle Probleme
und psychische Störungen
Zum Artikel
Exzessive Onanie
trotz Partnerschaft
Zum Artikel
Ständig Sex-
Er will häufiger als ich
Zum Artikel

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“7157″]

Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Das erste Mal Sex- worauf kommt es wirklich an?

Das erste Mal Sex

Das erste Mal Sex- Vorübung
oder entscheidender Eindruck?

Radiointerview Das erste Mal Sex
Hier der Radiomitschnitt.

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Das erste Mal Sex- warum erinnern wir uns alle daran?

Erinnerungen werden dann besonders gut gespeichert, wenn eine emotionale Komponente beteiligt ist. Deswegen ist es leicht, sich an Personen und Erlebnisse zu erinnern, die uns etwas bedeuten- und aus genau dem gleichen Grund ist es für die meisten von uns schwer, sich mathematische Formeln zu merken, die uns emotional nur sehr wenig sagen.

Beim ersten Mal Sex sind wir alle mit unseren Gefühlen stark beteiligt. Das kann Stolz sein, Aufregung, Neugier, aber auch Angst oder sogar Ekel. Bei so starken Gefühlen ist das keine große Überraschung, dass wir uns alle an unser erstes Mal Sex gut erinnern können.

Dass wir Erlebnisse mit großem emotionalen Wert besonders gut erinnern, ist übrigens nicht sexspezifisch, sondern tritt auch auf bei anderen Lebensereignissen, die mit starken Gefühlen verbunden sind. Die meisten erinnern sich zum Beispiel sehr gut an den ersten Schultag, an die Abschlussprüfung oder an den Todesfall eines nahestehenden Menschen.

Das erste Mal Sex: Was sollte man beachten?

Das Wichtigste gleich als erstes:
Es gibt kein richtig oder falsch für den ersten Sex.

Es gibt auch keine festgesetzten Regeln, welches Programm da abzulaufen hat.

Das erste Mal muss nicht zwangsweise mit dem Orgasmus beider Partner im Koitus enden oder ein unglaublich schönes Erlebnis der Zweisamkeit werden. Eine solche Vorstellung ist insgesamt ziemlich unrealistisch.

Das gilt insbesondere dann, wenn bei der Frau das Jungfernhäutchen noch vorhanden ist und es beim ersten Sex durchtrennt wird. Das tut (in Maßen) weh- und danach sollte erst einmal Schluss mit dem Sex sein, außer die Frau erklärt ausdrücklich, dass sie weitermachen will.

Viele Menschen haben in Bezug auf das erste Mal eher zwiespältige Erinnerungen. Sex ist ein Spiel, das etwas Übung und Erfahrung braucht.
Viel wichtiger als die Frage nach dem ersten Sex ist aus sexualtherapeutischer Sicht, wie der Sex in der Gegenwart läuft.

Das erste Mal Sex: Was sollte man einfach „geschehen“ lassen?

„Geschehen lassen“ ist beim Sex nie eine gute Idee.

Wenn ich den Partner (oder auch die Partnerin) beim Sex Sachen machen lasse, die ich selbst nicht will, dann vergifte ich damit die Partnerschaft. Denn wenn ich etwas zugelassen habe, was ich aktiv gar nicht wollte, dann stauen sich innerlich Vorwürfe auf- nach dem Motto: Warum war der oder die denn so unsensibel, dass sie nicht gemerkt hat, dass ich gar nicht so weit gehen wollte?
Und so weit sollte es gar nicht erst kommen.

Wichtig ist also: Schlicht und einfach miteinander zu reden, auch in Sachen Sex. Dem Partner oder der Partnerin also schon vorher zu sagen, was man sich erwartet und wo die eigenen Grenzen sind.
Es ist nicht falsch, auch zwischendurch mal nachzufragen: Gefällt dir das so? Magst du das? Sollen wir so weitermachen oder vielleicht noch etwas anderes ausprobieren?

Sex funktioniert dann am besten, wenn beide aktiv mitspielen und sich beide Partner gemeinsam auf Entdeckungsreise begeben!

Wie ist das beim ersten Mal in einer neuen Partnerschaft?

Warum ist man dabei immer noch aufgeregt? Gibt es einen richtigen Zeitpunkt? Was sollte man beachten (Lachen können, Verhütung)?

Klar, wenn es in einer neuen Partnerschaft zum ersten Sex kommt, ist das immer eine aufregende Sache. Schließlich sind beide Partner neugierig, wie da der andere zu einem passt. Möglicherweise kommt auch noch der Wunsch dazu, beim ersten Sex einen tollen Eindruck machen zu wollen (was auch immer das sein soll).

Mein Tipp wäre, da ein bisschen Druck raus zu nehmen. Richtig guter Sex braucht in den meisten Partnerschaften Zeit. Es dauert eben, bis man sich richtig kennengelernt hat, auch auf sexuellem Gebiet. Deshalb sollten beide den ersten Sex in einer neuen Partnerschaft nicht überbewerten. Es ist völlig normal, wenn einer oder beide Partner erst nach ein paar Wochen beim Sex einen Orgasmus bekommen- auch wenn wir in unseren Köpfen vielleicht ein ganz anderes Bild vom feurigen Beginn einer Beziehung haben.

Ob es in einer neuen Partnerschaft gleich beim ersten Date oder erst nach ein paar Wochen zum ersten Sex kommt, hat neueren Studien zufolge keinen Einfluss auf die Dauerhaftigkeit der Beziehung. Deshalb ist es weder sinnvoll, den ersten Sex künstlich hinauszuzögern- und auch nicht, den ersten Sex möglichst gleich beim ersten Date zu erzwingen.

In einer Partnerschaft lernen sich zwei Menschen über kurz oder lang sowieso in all ihren Vorzügen und ihren Nachteilen kennen. Daher lohnt es sich auch nicht, dem anderen irgendetwas beim ersten Sex vorspielen zu wollen.

Wichtig ist allein der Wunsch und die Freude, genau mit diesem Menschen zusammen sein zu wollen: und eine gemeinsame Form des Sex zu entdecken, die beiden Spaß macht.

Dazu gehört natürlich, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Zu guten Sex gehört dazu, dass sich die Partner schon vorher darüber Gedanken machen, wo sie dabei nicht gestört werden und welche Form der Verhütung sinnvoll ist.

Und auch dafür gibt es ein gutes Mittel: einfach offen miteinander zu reden!

******
© M.Petery

Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery
MILF

Vgl. dazu die Artikel

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“7131″]

Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Reden über Sex

Reden über Sex

Reden über Sex-
Interview mit Dr. Michael Petery

Reden über Sex- warum halten Sie es aus der therapeutischen Sicht für wichtig, das Thema Sex mit dem Partner bzw. Sexpartner von einer etwas trockeneren Seite anzugehen und zu besprechen?

Wir Menschen sind alle unterschiedlich, nicht nur genetisch, sondern auch durch unsere Erziehung, durch unsere persönlichen Erfahrungen. Das bedeutet: niemand kann davon ausgehen, dass seine Partnerin oder sein Partner bei Sex genau dieselben Vorstellungen haben wie man selber. Und das, obwohl im Zustand der Anfangsverliebtheit die meisten Paare glauben, der andere wäre die 100%-Ergänzung zu einem selbst.

Natürlich kann man eine Menge schönen Sex gemeinsam auch nonverbal und spielerisch herausfinden. Das ist eine großartige Sache, die viel Spaß macht! Trotzdem besteht da die Gefahr, nur durch Spiel und Probieren wichtige gemeinsame Möglichkeiten zu übersehen, was sich durch gemeinsames Drüberreden vermeiden ließe.

Und richtig notwendig ist das Reden dann, wenn es beim Sex Probleme gibt. Mir sind zum Beispiel in meiner Praxis bereits Männer begegnet, die ich gefragt habe, ob Ihre Partnerin beim Sex einen Orgasmus bekommt. Und die dann sagten: Wahrscheinlich ja, aber ich weiß es nicht. Spätestens da wäre es unbedingt angezeigt, miteinander zu reden.

Reden über Sex- inwiefern kann es den Sex verbessern, wenn man darüber spricht?

Den besseren Sex gibt es dadurch, dass sich die beiden Partner besser kennenlernen. Erstaunlich viele Leute haben immer noch das traditionelle Normsex-Konzept im Kopf: Sex funktioniert nach diesem Modell so: der Mann dringt bei der Frau ein, dann dauert der Koitus mindestens 3, aber höchstens 15 Minuten- und die Frau bekommt einen Orgasmus, der Mann bekommt einen Orgasmus, und das war´s.
Diese Art von Sex funktioniert in der Praxis bei den wenigsten Paaren. Es gibt viele Männer und Frauen, die ihren Orgasmus überhaupt nicht beim Koitus bekommen. Und die trotzdem guten Sex haben! Wobei dann der Koitus ein Vorspiel sein kann, das die Erregung aufbaut, und der Orgasmus erst danach stattfindet. Das tut der Zärtlichkeit beider Partner keinen Abbruch.

Da ist es wichtig, die sexuellen Bedürfnisse und Wünsche des anderen Partners zu kennen. Und zu wissen: Genau das ist es, was meiner Partnerin oder meinem Partner gefällt. Wer nicht darüber redet, wird solche Wünsche jenseits des Normsex nur sehr schwer herausfinden.

Erst recht gilt das für etwas ausgefallenere Wünsche wie z.B. die Frage, ob dem/der eigenen Partner/in Fetischkleidung oder Toys im Bett gefallen oder ob BDSM etwas sein könnte, was beiden Spaß macht. So etwas lässt sich mit Sicherheit im Gespräch besser herausfinden als durch den Überraschungsangriff im Schlafzimmer.

Reden über Sex- wo machen Sie zwischen Dirtytalk, Sexting und einem normalen Gespräch über den Sex in der Partnerschaft die Unterschiede fest?

Dirtytalk bedeutet, sich gegenseitig durch eine stark sexualisierte Sprache zu erregen. Sexting meint den Austausch erotischer Nachrichten oder Bilder per Handy.

Das beides sind sexuelle Praktiken, die in den Bereich der Verbalerotik gehören. Dirtytalk und Sexting sind kein Reden über Sex, sondern bereits praktizierte Sexualität. Deshalb ist es wichtig, dass Dirtytalk und Sexting nur im gegenseitigen Einverständnis aller Beteiligten stattfinden- ansonsten wäre das ein sexueller Übergriff ganz ähnlich wie ungefragtes Angrapschen.

Reden über Sex ist eine ganz andere Sache. Vielleicht lässt sich das am besten im Vergleich mit der Planung eines Galadinners vergleichen. Die gemeinsame Planung macht Spass und kann das spätere Festessen erheblich verbessern. Aber die Planung ist noch nicht das Essen selbst. Sexting dagegen kann eine Vorspeise sein und Dirtytalk das passende Gewürz.

Das Reden über Sex kann in diesem Sinne eine Art Vorplanung sein- es kann aber auch zur Nachbesprechung dienen, genauso wie nach dem Galadinner, um es das nächste Mal vielleicht noch anders oder noch aufregender zu gestalten- oder auch um festzustellen, dass es genauso absolut wunderbar gewesen ist.

Ist das Gespräch über den Sex tendenziell eher unsexy?

Das Reden über Sex ist nicht der Sex selbst, genauso, wie das Kochrezept nicht das richtige Essen ersetzt. Aber auch das Reden über Sex kann bereits den Appetit anregen. Insofern kann also auch Reden über Sex durchaus sexy sein.

Wobei haben die meisten ihrer Klienten Schwierigkeiten, wenn Sie ihnen empfehlen über den Sex zu sprechen?

Den meisten Menschen fällt das Reden über Sex schwer, weil wir das in unserer Gesellschaft nie gelernt haben. Auch Paare, die schon viele Jahre miteinander zusammen sind, wissen oft nicht, welche erotische Fantasien der andere beim Sex hat oder ob der/die andere für sich allein gerne masturbiert.

Richtig schwierig wird es, wenn es um besondere Vorlieben wie Fetischismus oder BDSM geht. Da haben eigentlich fast alle Schwierigkeiten, wie sie darüber mit ihrer Partnerin oder ihrem Partner reden sollen. Häufig ist ein solches Gespräch erst in der geschützten Umgebung einer Paartherapie möglich.

Dabei ist es absolut wichtig, gerade über solche Fantasien und Wünsche zu sprechen, wenn es in einer Beziehung sexuelle Probleme gibt. Nur wenn beide Partner wissen, was den anderen richtig heiß macht, kann sich das Sexleben verbessern.

Nicht in dem Sinne, dass jetzt alles ausgelebt werden muss, was da an Fantasien und Wünschen hochkommt: Bei jedem Paar gibt es immer Vorlieben, die nur der eine mag und der andere gar nicht. Aber ohne das gemeinsame Reden lassen sich neue Gemeinsamkeiten, die beiden gefallen, nur schwer finden.

Wie waren die Erfahrungen ihrer Klienten, nachdem sie es schließlich versucht haben?

Das Reden über Sex kann eine riesige Erleichterung sein. Das gilt übrigens nicht nur für Paare, sondern auch für Einzelklientinnen und -klienten, die in ihrer Therapie das erste Mal zum Beispiel über sexuelle Versagensängste oder sexuelle Zwangsgedanken reden konnten.

Das Reden ist der erste Schritt zu mehr Freiheit, zu mehr Lebensqualität und zu besserem Sex.

Wie äußert man seine Wünsche am besten? Besonders auch ausgefallene Wünsche?

Sinnvoll ist es, bei sexuellen Wünschen die Partnerin oder den Partner nicht mit direkten Fragen zu überfallen, auf die sie oder er nur mit Ja oder Nein antworten kann. Es ist zum Beispiel auch in einer langjährigen Beziehung mit Sicherheit keine gute Idee, aus heiterem Himmel im Schlafzimmer mit einem Paar Handschellen anzukommen und zu sagen: „Ich bin übrigens ein Fan von Bondage. Darf ich dich mal ans Bett fesseln?“ Die Gefahr, dass die oder der andere dann gleich Nein sagt, ist hoch- und sei es nur deswegen, weil es der bzw. dem anderen peinlich ist, so plötzlich und so direkt mit einer solchen Frage konfrontiert zu werden.

Viel besser ist es, das Ganze etwas langfristiger anzugehen und das Thema eher indirekt anzusprechen. Und am besten nicht beim Sex und nicht im Schlafzimmer, sondern vielleicht bei einem gemeinsamen Spaziergang, wo die oder der andere nicht befürchten muss, das diese Wünsche jetzt sofort in Realität umgesetzt werden.

Das könnte etwa so gehen: „Was ich dir von mir schon immer mal erzählen wollte, ist, dass mich die Vorstellung von Bondage und Fesseln ziemlich erregt. Wie geht es dir eigentlich mit dem Thema?“ An der Reaktion des anderen wird dann ziemlich schnell klar, ob das Gespräch weitergehen kann oder nicht. Und auch wenn die oder der andere nicht darüber reden mag, dann hat es zumindest keine definitive Abfuhr gegeben- und vielleicht kommt irgendwann wieder eine neue Gelegenheit, darüber zu reden.

*** *** ***
Mausklick deaktivieren © M.Petery.
Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Vgl. auch
mein Interview bei ze.tt Wie sich euer Sex verbessert, wenn ihr öfter drüber redet (Zeit online)
und meinen Beitrag Bedürfnisse beim Sex: Wie rede ich darüber?

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“7023″]

Zuletzt aktualisiert am 18.09.2017.

Blog Sexualtherapie

Blog Sexualtherapie

Blog Sexualtherapie

Wozu braucht es einen
Blog Sexualtherapie?

Aus den Anfragen, die mich in meiner Praxis erreichen, weiß ich: Fachlich aktuelle und ausführliche Information zum Thema Sex und Sexproblemen ist auch im digitalen Zeitalter Mangelware.

Gerade zu etwas schwierigeren Themen wie z.B. sexuellen Zwangsgedanken oder speziellen Formen des Fetischismus fehlen weithin die entsprechenden Informationen. Das liegt sicher auch daran, dass es in Deutschland viel zu wenig Sexualtherapeuten gibt, wie sogar Wikipedia beklagt.
Hier möchte ich mit meinem Blog Sexualtherapie Abhilfe schaffen.

Einen Überblcik über die wichtigsten Artikel in meinem Blog finden Sie hier:

Sexuelle Probleme

Fragen und Antworten rund um das Thema sexuelle Probleme bei Singles und in der Partnerschaft.

Partnersuche

Partnersuche ist ein großes Thema in der Sexualtherapie: Wer paßt zu mir und wie finde ich den Richtigen oder die Richtige?

Partnerschaftsprobleme

Beiträge zu allen Problemen, die in einer Partnerschaft entstehen können…

Sexualtherapie- Ablauf und Theorie

Theoretische Überlegungen zur Sexualtherapie habe ich in diesen Beiträgen dargestellt.

Häufige Fragen rund um das Thema Therapie

*** *** ***
Mausklick deaktivieren © M.Petery.
Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“7073″]

Zuletzt aktualisiert am 18.09.2017.

Verliebt in den Lehrer

Verliebt in den Lehrer
Verliebt in den Lehrer

Verliebt in den Lehrer-
wenn´s nicht beim Unterrichten bleibt

Mein Name ist Emily, ich bin jetzt gerade 18 geworden und bin begeisterte Musikerin (Geige und Gesang).

Seit letztem Jahr habe ich bei einem neuen Musiklehrer Privatunterricht, der mich für die Aufnahmeprüfung aufs Konservatorium vorbereiten soll.

Am Anfang war ich total glücklich, dass er mich bei sich aufgenommen hat, un der Unterricht hat total viel Spaß gemacht. Manfred (Name geändert) hat mir gleich von Anfang an das Du angeboten, obwohl er bestimmt 30 Jahre älter ist als ich. Er gibt sich mit mir riesig Mühe, und ich habe bei ihm in ein paar Monaten mehr gelernt als die ganze letzten Jahre zuvor. Er ist eben ein richtiger Profi, der auch selbst Konzerte gibt und weiß, wie man technisch vorankommt.

Was mir durchaus gefallen hat, dass er mir immer sehr nett Komplimente macht, mir auch gern über die Schulter streicht, wenn ich eine Passage richtig gut gemacht habe, und mich zum Abschied nach der Stunde auch mal in den Arm nimmt. In der letzten Zeit ist diese Körperlichkeit noch deutlich mehr geworden: Es ist schon geradezu zur Standardübung geworden, dass ich ein Solo mit meiner Violine im Stehen spiele und er mir dabei, um mich zu stützen, wie er sagt, von hinten her mit seinen Armen um den Bauch herum umfasst.

Das fühlt sich auch sehr gut an und hilft mir sicher auch- aber ich habe gleich beim ersten Mal gemerkt, dass da noch mehr im Spiel zwischen uns ist als nur die Musik. Manchmal führt er mir die Finger, um eine schwierige Passage zu „erfühlen“ und hat sein Gesicht so nah beim meinem, dass ich denke, er würde mich jetzt jeden Moment küssen. Einmal hat er sogar gesagt, ich würde beim Musizieren wirklich aussehen wie ein Engel- und am liebsten würde er mir ja in solchen Situationen auf den Mund küssen. Aber er wüsste ja, dass sich das nicht gehört. Vielleicht dürfte er mir ja irgendwann mal einen Kuss auf die Schulter drücken…

Das Heftigste, was er mal zu mir gesagt hat, war, als wir das Brahms-Violinkonzert eingeübt haben. Da meinte er, er hätte noch nie so starke Gefühle wie beim Musizieren mit mir erlebt, außer in den allerstärksten Momenten des Sex. Ich wäre auf jeden Fall eine ganz unglaublich emotional aufregende Frau.

Eigentlich finde ich das total süß von ihm, dass er mir das alles so offen erzählt. Manchmal denke ich, am liebsten würde ich einfach den Anfang machen und ihm einen Kuss auf die Lippen geben. Dann aber mache ich mir doch Gedanken, ob das richtig ist. Immerhin weiß ich, dass Manfred verheiratet ist und sogar zwei Kinder hat. Ich habe ihn sogar mal nach seiner Frau gefragt: da meinte er nur, es würde in seiner Ehe nicht mehr viel laufen und eigentlich wären sie so gut wie getrennt.

Seitdem geht mir der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf: Ob eine Beziehung von uns zweien eine Chance haben kann? Irgendwie passen wir toll zusammen. Aber Manfred ist halt wirklich sehr viel älter als ich…


Emily G. (Name geändert)

Verliebt in den Lehrer-
Erotik an der falschen Stelle…

Hallo Emily,

…verliebt in den Lehrer: die Geschichte, die Sie erzählen, passiert in dieser oder ähnlicher Form immer wieder: die Begegnung einer Schülerin mit einem begeisterten, engagierten Lehrer, der nach und nach immer mehr sexuelles Interesse zeigt und Grenzen überschreitet, die mit dem Unterricht nichts zu tun haben.

Dazu passt Ihr eigenes Gefühl der Unsicherheit, wie Sie damit umgehen sollen, das zwischen großer Verliebtheit schwankt und dem Gedanken, das das Ganze so eigentlich zu gar keiner richtigen Beziehung führen kann.

Verliebt in den Lehrer-
oder Austesten Ihrer Grenzen?

Ihre Schilderung deutet darauf hin, dass es weniger Sie selbst gewesen sind, die sich spontan in Ihren Lehrer verliebt hat. Vielmehr sieht es so aus, dass Ihr Lehrer sehr bewusst und geradezu planmäßig Ihrer beider Beziehung immer weiter erotisiert hat. Das hat mit netten Komplimenten begonnen und ging dann mit körperlichen Berührungen weiter. Jeder neue Schritt ging jeweils von ihm aus: Offensichtlich testet er aus, ob er jeweils noch einen Schritt weiter gehen kann.

Sie haben ihm keinerlei Grenze gesetzt: Jetzt traut er sich bereits offen über Küsse und orgasmusartige Gefühle zu sprechen. Dabei ist er geschickt genug, sich selbst als einen Mann darzustellen, der von sich aus die Schranken einhält. Er bringt die Themen auf: Küssen und Sex. Aber er hofft, dass Sie irgendwann den ersten Schritt zu „richtiger“ Sexualität machen (Mundkuss)- und dass er sich dann sagen kann, die Initiative wäre von Ihnen ausgegangen.

Solche Erotik hat in einer Lehrer-Schüler-Beziehung definitiv nichts verloren. Und das gilt nicht nur an der gewöhnlichen Schule, sondern auch beim Musikunterricht, beim Sportunterricht oder in der Fahrschule. Ihr Lehrer hat den Auftrag, Sie zu unterrichten und wird dafür auch bezahlt: von Ihrer Schule oder von Ihren Eltern. Diese besondere Vertrauensverhältnis ist zerstört, wenn ein Lehrer es dazu missbraucht, einer Schülerin (oder einem Schüler) sexuelle Avancen zu machen.

Verliebt in den Lehrer-
Missbrauch eines Vertrauensverhältnisses

Da Sie bereits über 18 Jahre alt sind, liegt in Ihrem Fall kein Strafbestand nach § 174 Abs. 1 S.2 vor (sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen). Trotzdem sollten Sie sich selbst deutlich machen, dass Ihr Lehrer hier Grenzen verletzt hat, die mit seinem Auftrag nicht gedeckt waren.

Er nutzt das Vertrauensverhältnis Lehrer-Schülerin dazu aus, seine eigenen sexuellen Wünsche auszuleben. Möglicherweise reichen diese Wünsche gar nicht bis hin zum konkreten Geschlechtsakt; möglicherweise genügen ihm bereits genau diese Formen der Berührung und der Verbalerotik, verbunden mit dem Wissen, auch in Ihnen erotische Gefühle auszulösen.

Viele junge Frauen, denen so etwas widerfährt, glauben, selbst einen Anteil an dieser Erotisierung des Verhältnisses zum Lehrer zu haben. Möglicherweise haben Sie ja früher auch selbst bereits für andere Lehrer geschwärmt, ohne das sich da irgendetwas in diese Richtung getan hat. Aber genau da liegt der Unterschied: Ihr Musiklehrer ist, wenn es denn solche Anfangsverliebtheit von Ihrer Seite aus gab, auf diese angesprungen und hat dann seine eigenen Wünsche auch noch draufgesattelt.

Möglicherweise kann es Ihnen helfen, Kontakt auch zu anderen Schülerinnen Ihres Lehrers aufzunehmen. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass Sie nicht die einzige sind, bei der sich Ihr Lehrer so verhält. Und dieser gemeinsame Austausch könnte Ihnen helfen, einen klareren Blick auf Ihren Lehrer zu gewinnen.

Auf jeden Fall ist sein Verhalten ein Zeichen für große Unprofessionalität- und allein das ist ein guter Grund, sich auf die Suche nach einem anderen Musiklehrer oder einer anderen Musiklehrerin zu machen.

*** *** ***
Mausklick deaktivieren © M.Petery.
Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Vgl. auch meinen Beitrag
Missbrauch und Trauma:psychische Folgen von Kindesmissbrauch

Missbrauch und Trauma
Folgen von Kindesmissbrauch
Zum Artikel
Was ist alles sexueller Missbrauch von Kindern?
Zum Artikel
Sexueller Missbrauch
durch die Mutter
Zum Artikel
Sexuelle Gewaltphantasien
Anzeichen für Missbrauch?
Zum Artikel
Mein Sohn
trägt meine Kleider
Zum Artikel
Sexuelle Probleme
und psychische Störungen
Zum Artikel
Verliebt in den Lehrer- wenn es nicht beim Lernen bleibt
Zum Artikel
in 30 Jahre älteren Mann verliebt
Zum Artikel
Hörigkeit- wie komme ich von ihm los?
Zum Artikel
HOCD- Homosexuelle Zwangsgedanken
Zum Artikel

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“7023″]

Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Cyber-Sex und
Virtual Reality

Cyber-Sex und Virtual Reality

Cyber-Sex und Virtual Reality
cyborg woman and sperm on hologram display

Cyber-Sex und Virtual Reality- Wie VR-Pornografie unser Leben verändern wird

Interview mit Dr. hum biol. Michael Petery

Sex und Virtual Reality: Spielt VR in irgendeiner Art eine Rolle in ihrer Arbeit? Wie blicken Sie als Therapeut auf das Phänomen?

Mit VR stehen wir alle noch am Beginn einer weiteren Revolution des digitalen Zeitalters.

Was Klienten und Klientinnen in meiner Praxis zur Zeit noch am meisten beschäftigt, ist die schon ein paar Jahre alte Entwicklung, dass Pornovideos dank Portalen wie youporn kostenlos geworden sind und in nahezu unbegrenzter Menge konsumiert werden können. Damit haben viele Menschen noch keine eigene Umgangsform gefunden. Sobald Betroffene und ihre Partner darunter leiden, ist das ein Thema für die Sexualtherapie (vgl. Artikel Pornosucht).

In manchen Fällen liegt die Problematik darin, dass sie selbst oder der Partner sehr viel mehr Zeit als zuvor mit Pornografie verbringen. Das kann eine Beziehung erheblich belasten.

Ein anderes Problem ergibt sich dadurch, dass sich bei manchen Klienten geradezu eine Sucht entwickelt, immer neue und krassere Formen des Sex im Internet aufzusuchen- was sich zu einer regelrechten Zwangsstörung auswachsen kann, die den Betroffenen keinerlei Lust bereitet, sondern Leidensdruck.

VR Pornografie und die damit verbundenen noch größeren Möglichkeiten werden diese schon vorhandenen problematischen Tendenzen sicher noch verstärken.

Andererseits wird es, wie auch schon beim Umgang mit den bisherigen Möglichkeiten der Pornografie, viele andere Menschen geben, die VR-Pornografie als eine angenehme Form der Unterhaltung und sexuellen Erregung genießen, ohne daran psychisch zu erkranken.


Welche konkreten technischen Neuerungen sind durch VR-Pornografie zu erwarten?

Zum einen wird sich das Eintauchen in neue, vor allem optisch vermittelte virtuelle Realitäten mit den entsprechenden VR-Brillen immer weiter entwickeln. Es wird schon bald für jeden möglich sein, Sexerfahrungen in einer so überzeugenden 3-dimensionalen Umgebung zu machen, dass sich das optisch nicht mehr von realen Erlebnissen unterscheiden lässt.

Das muss nicht nur Sex mit absoluten Traumfrauen und Traummännern sein, das kann auch der Kick durch entsprechende Umgebungen sein: also etwa Sex mitten auf einem belebten Platz in der Öffentlichkeit, wie er in Wirklichkeit unmöglich ist, oder Sex im Szenario eines Historienfilms. So etwas kann dann auch virtuell gemeinsam mit dem tatsächlichen eigenen Partner erlebt werden durch technische Mittel einer augmented reality.

Parallel dazu wird es immer überzeugendere Entwicklungen von Sexrobotern geben, für Männer wie auch für Frauen. Solche Roboter, wie sie etwa schon jetzt von der US-Firma True Companion entwickelt werden, beschränken sich schon längst nicht mehr auf die reine Simulation sexueller Erlebnisse, wie das bei aufblasbaren Liebespuppen der Fall war. Die neuen Liebesroboter werden in der Lage sein, sich mit uns angeregt über Alltagsthemen unterhalten zu können. Sie werden uns etwas simulieren, was bisherige Liebespuppen nie gekonnt haben: nämlich persönliche Zuneigung, menschliches Verständnis, Emotionalität und Wärme.

Die eigentliche Revolution der Virual Reality wird es sein, wenn durch geeignete Algorithmen menschliche Beziehungen überzeugend simuliert werden können und es Menschen geben wird, die ihr Bedürfnis nach menschlicher Beziehung lieber mit einem Roboter als mit einem tatsächlichen Menschen befriedigen.

Dass es soweit kommt, und zwar nicht nur als Einzelphänomen, ist durchaus nicht unwahrscheinlich: Wirkliche Menschen im eigenen Leben zuzulassen, ist oft kompliziert- im Rahmen von Paartherapien habe ich da reichlich Erfahrungen! Der virtuelle Partner lässt sich dagegen nach den eigenen Wünschen programmieren: soviel Unterschiedlichkeit und Reibung, dass keine Langeweile aufkommt, und so viel Konsens, dass die Grundharmonie der „Beziehung“ niemals gestört ist. Im Zweifelsfall ist die Maschine immer so programmiert, dass sie den Wünschen ihres Besitzers nachgibt.

Sex und Virtual Reality: Welche Gefahren bergen diese neuen Entwicklungen? Welche besonderen ethischen Probleme können damit verbunden sein?

Es gibt da zwei Aspekte, die besonders interessant sind:

  • Mit Hilfe von VR-Reality lassen sich auch alle „dunklen“ Seiten des Sex nachbauen, also bis hin zu Szenarien von Vergewaltigung, Lustmord und Pädophilie. Ist, um ein krasses Beispiel zu nennen, der Bau einer virtuellen Kinderpuppe als Spielobjekt für Pädophile ein Segen, weil die Puppe davor schützt, dass tatsächliche Kinder vergewaltigt werden?

    Oder ist eine solche Puppe das ideale Trainingswerkzeug, das die Hemmschwelle für Täter immer weiter sinken lässt bis hin zum tatsächlichen Übergriff?-
    Hier besteht noch großer Forschungsbedarf, um irgendeine Wertung abgeben zu können.

    Außerdem steht zu vermuten, dass wirkliche Sadisten mehr noch als den körperlich spürbaren Übergriff, der sich durch VR simulieren lässt, die tatsächliche Demütigung eines anderen menschlichen Wesens genießen- das Wissen, ein anderes menschliches Leben für immer geschädigt zu haben. Diese „Befriedigung“ wird ihnen auch die bestprogrammierte VR-Umgebung niemals geben können.

  • Was bedeutet das für unsere Gesellschaft, wenn für immer mehr Menschen ein Roboter zur Hauptbezugsperson wird?
    Cyber-Sex und Virtual Reality
    Bisherige Beziehungen waren immer geprägt von einem Element gegenseitiger Fürsorge und Übernahme von Verantwortung. Allerdings kann auch der bestprogrammerte Sex-Roboter für den menschlichen Partner nicht sorgen, wenn dieser krank wird oder arbeitslos.

    Was passiert dann mit solchen Menschen? Reicht die Auswechslung des Sexroboters gegen einen Pflegeroboter?

    Verarmt unsere Gesellschaft insgesamt, wenn der alltägliche Small-Talk vielfach nur zwischen dem Individuum und Maschinen stattfindet? Was bedeutet es für die Politik, wenn Hersteller ihren Robotern bestimmte politische Einstellungen vorgeben würden?

    Welche juristischen und gesellschaftspolitischen Festlegungen sind hier notwendig?

    Auch das ist ein weites Feld, wo wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch lange keine Antworten gefunden haben: wir kennen zum großen Teil ja noch nicht einmal die notwendigen Fragestellungen, um die wir uns kümmern sollten…


Sex und Virtual Reality: Ist das letztlich alles abzulehnen, was da auf uns zukommt? Oder kann VR-Pornografie aus sexualtherapeutischer Sicht auch gute Seiten haben?

Zunächst einmal: Technischen Fortschritt abzulehnen, hat noch nie etwas gebracht. Der technische Fortschritt kommt, egal, ob man ihn sich wünscht oder nicht.

Die richtige Fragestellung lautet also: Wie gehen wir mit technischen Neuerungen so um, dass sie uns gut tun und unsere Lebensqualität bereichern.

So gesehen, gibt es auch auf dem Gebiet der Sexualtherapie zahlreiche positive Anwendungsmöglichkeiten für VR-Sex. Das können spezielle Therapieverfahren sein, also etwa virtuelle Programme zum Abbau von Sexualangst. Wer virtuell erlebt hat, mit einer Frau befriedigenden Sex gehabt zu haben, kann das danach möglicherweise auch leichter im wirklichen Leben mit einer realen Frau.

Für Coachings bei der Partnersuche wird es die Möglichkeit geben, virtuell zu üben, wie ich auch als schüchterner Mensch es schaffe, einen Mann oder ein Frau anzusprechen.

Auch beim häufigen Thema „Langeweile beim Sex in der Partnerschaft“ können sich spannende neue Therapieverfahren entwickeln lassen, etwa dadurch, dass beide Partner ihren nächsten Sex nicht wie sonst immer nur im Schlafzimmer erleben, sondern in völlig neuen und aufregenden virtuellen Szenarien.

Interessant ist auch die Möglichkeit in der Paartherapie, bestimmte Situationen virtuell direkt aus der Sichtweise des Partners zu erleben- bis hin zum sexuellen Akt selbst. Das kann für manchen Mann oder manche Frau möglicherweise zu einem echten Offenbarungserlebnis werden…

Das sind jetzt nur ein paar Beispiele: Hier tun sich geradezu unendlich viele Möglichkeiten auf, bei denen VR im Rahmen der Sexualtherapie sehr hilfreich sein kann.

*** *** ***
© M.Petery.
Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“6984″]

Zuletzt aktualisiert am 18.09.2017.

Mein erstes Mal Sex-
Tipps für junge Frauen

Mein erstes Mal Sex- Tipps für junge Männer
Mein erstes Mal Sex-Tipps für junge Frauen

Mein erstes Mal Sex-
Häufige Fragen junger Frauen

Jede Woche bekomme ich neue Anfragen zum Thema „Mein erstes Mal Sex“. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Fragen junger Frauen. Zu den wichtigsten Fragen junger Männer geht es unter diesem Link.

 

„Ich hätte gern Sex, aber was passiert, wenn mein Jungfernhäutchen total anfängt zu bluten und ich richtig Schmerzen bekomme?“

Spätestens der erste Koitus führt zur Verletzung des Jungfernhäutchens, das allerdings bei vielen Frauen auch schon vorher aufgelöst sein kann, z.B. durch einen entsprechenden Druck beim Sport, insbesondere beim Reiten.

Die Verletzung des Jungfernhäutchens ist schmerzhaft- allerdings auch nicht so sehr, dass deswegen eine örtliche Betäubung oder gar eine chirurgische Entfernung notwendig wäre. Auch die Menge Blut, die dabei austritt, ist eher gering und steht in keinem Vergleich zur Blutmenge, die Sie bei Ihren Monatsblutungen verlieren.

Trotzdem ist es wahrscheinlich, dass Sie nach dem Zerreißen des Jungfernhäutchens erst einmal wenig Lust dazu haben, den Sex mit Ihrem Freund fortzusetzen. Wenn Ihr Freund dann trotzdem weitermacht, kann das tatsächlich schmerzhaft und unangenehm werden.

Daher ist es das Beste, Sie sprechen das Thema mit Ihrem Freud ganz offen an. Ja, Sie wollen den Sex mit ihm ausprobieren- und Sie beide wissen, dass das erste Mal zur Verletzung des Jungfernhäutchens führen wird. Und Sie verabreden mit Ihrem Freund die (eigentlich selbstverständliche) Regel, dass er beim ersten Mal seinen Penis sofort wieder zurückzieht, wenn es schmerzhaft wird.

Sie beide können sich sicher sein, dass die Verletzung des Jungfernhäutchens schon nach wenigen Tagen ausgeheilt ist. Und dann können Sie ohne Schmerzen in aller Ruhe ausprobieren, wie Ihnen beiden der Sex am meisten Freude macht.

„Mein erstes Mal Sex: Wenn ich mit meinem Freund schlafe, tut das nur weh.“

Sex tut jeder Frau weh, wenn die Vagina nicht genügend Scheidenflüssigkeit entwickeln konnte, die als Gleitflüssigkeit bei Eindringen des Penis dient. Vor dem Koitus ist es also sehr wichtig, dass Sie selbst bereits so sehr erregt sind, dass Ihre Scheide ausreichend feucht geworden ist. Sie beide sollten also unbedingt beim Vorspiel bleiben und mit dem Koitus noch warten, bis sich ausreichend Flüssigkeit bilden konnte

Sollten Sie körperlich zu wenig Scheidenflüssigkeit bilden, ist ein Gespräch mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt angezeigt. Möglicherweise können Sie sich nach solcher Rücksprache auch mit einem künstlichen Gleitmittel behelfen.

Es kann aber auch sein, dass Ihr Körper ganz grundsätzlich noch nicht zum Sex mit Ihrem Freund bereit ist- vielleicht deswegen, weil Sie sich noch nicht lange genug kennen und Sie in seiner Gegenwart noch nicht völlig entspannt sind und sich innerlich verkrampfen.

In diesem Fall sollten Sie mit dem ersten Sex einfach warten- solange, bis Sie selbst auf Sex mit Ihrem Freund Lust haben. Es ist völlig normal, wenn es in einer Beziehung bis zum ersten Sex einige Wochen oder auch Monate dauert- gerade dann, wenn einer oder beide Partner noch wenig Erfahrung mit Sex haben.

 

„Mein erstes Mal Sex: Ich bekomme beim Sex einfach keinen Orgasmus.“

Das ist ein Problem, das ich in der Praxis häufig höre. Sie stehen also keineswegs allein da.

Die wichtigste Frage, die vorab zu klären ist: Sind Sie alleine in der Lage, einen Orgasmus zu bekommen? Wenn Sie für sich alleine einen Orgasmus bekommen können, haben Sie keinerlei körperliche Probleme, welche die Ursache für den fehlenden Orgasmus beim Sex mit dem Partner sein können. Falls der Orgasmus auch alleine nicht klappt (ein eher seltener Fall), sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin über das Thema reden.

Häufig liegt die Ursache für den fehlenden Orgasmus der Frau beim Sex mit dem Partner schlicht und ergreifend an falschen Vorstellungen darüber, wie Sex zu funktionieren hat. Und die wenigsten Frauen (und auch die weigsten Männer!) wissen, dass das in der Öffentlichkeit verbreitete Ideal vom Normsex im Koitus bei vielen Frauen niemals zum Orgasmus führt.

Zu den erregunngsempfindlichsten Stellen der Frau gehört die Klitoris und der G-Punkt (vgl. Artikel Weiblicher Orgasmus- Jede Frau ist anders), nicht aber die Scheideninnenwand. Durch das bloße Eindringen des Penis in die Scheide erreichen die meisten Frauen keinen Orgasmus (auch wenn genau dieses Eindringen für sehr viele Männer das höchste aller Sexgefühle darstellt- aber übrigens auch nicht für alle!).

Viele Männer, die davon überzeigt sind, dass das Einführen des Penis (=Koitus)auch automatisch für jede Frau das höchste der Gefühle sein muss, ziehen ihre Vorstellung von Sex einfach durch und wundern sich, falls sie das überhaupt bemerken, dass die Frau nicht im genau gleichen Rhythmus ihren Orgasmus bekommt.

Im Hintergrund steht das traditionelle Ideal, dass Mann und Frau ihren Orgasmus möglichst gleichzeitig im Koitus erleben sollten.  Eine solche Gleichzeitigkeit ist aus sexualtherapeutischer Sicht ein extrem unwahrscheinliches Ereignis und auch gar nicht unbedingt erstrebenswert. Guter Sex besteht vor allem darin, dass die Partner sich gegenseitig verwöhnen und dabei unterstützen, je auf ihre Weise zu sexueller Befriedigung zu kommen.

Es ist also völlig in Ordnung, wenn  der Mann seinen Orgasmus im Koitus bekommt, die Frau aber davor oder danach durch eine andere Form des Sex, also zum Beispiel durch die Stimulation der Klitoris (durch die Zunge des Mannes oder einen Vibrator) oder auch durch eigenes festes Zusammenpressen der Oberschenkel (möglicherweise unterstützt durch eine kräftige Umarmung des Mannes).

Die Regel „Ladies first!“ kann auch beim Orgasmus hilfreich sein. Schließlich hält bei den meisten Frauen das Erregungslevel deutlich länger an (was Frauen oft auch mehrere Orgasmen hintereinander ermöglicht), während bei den meisten Männern die sexuelle Erregung nach dem Samenerguss sehr schnell abflacht- bis dahin, dass sie danach den gemeinsamen Sex ziemlich abrupt abbrechen wollen.

Wichtig ist da vor allem eines: Miteinander reden! Als Frau dem männlichen Partner ganz offen zu sagen,  wie die eigene Form des Orgasmus aussieht, und ihm zu erklären, was er am besten dazu beitragen kann, dass es klappt. Denn von sich aus kommen nur sehr wenige Männer selbst auf den Gedanken, da einmal nachzufragen.

 

„Mein erstes Mal Sex: Ich habe Angst, dass mich mein neuer Freund verlässt, wenn wir nicht bald richtigen Sex miteinander haben.“

Das Gelingen einer guten Beziehung liegt definitiv nicht daran, dass der erste Sex schon sehr schnell nach dem ersten Kennenlernen passiert. Das Gegenteil ist eher richtig: Wenn Partner sich auch außerhalb des Sex gut verstehen und miteinander bereits über alles und jedes geredet haben, dann fällt ihnen auch der Sex sehr viel leichter.

Wenn Ihr neuer Freud Sie zum Sex drängt, ohne dass Sie das zum jetzigen Zeitpunkt selber wollen, dann ist das nicht unbedingt eine Empfehlung für ihn. Möglicherweise hat er an der sexuellen Erfahrung als solcher mehr Interesse als an Ihrer Person. Das wäre dann für eine wirkliche Partnerschaft eine sehr schlechte Ausgangsbasis.

Möglicherweise ist es aber auch so, dass Ihr Freund Sie da gar nicht bedrängt und Sie nur selbst die Vorstellung haben, dass es in einer neuen Freundschaft schon bald zum Sex kommen muss.

Das wäre insofern wenig erstaunlich, als dass in der Öffentlichkeit fast überall die Vorstellung vorherrscht, jede Beziehung müsste grundsätzlich sehr schnell zum Sex führen.  Das mag auch in Ihrem eigenen Freundeskreis so scheinen- aber wer traut sich schon zu sagen, selber mit dem erste Sex etwas länger gewartet zu haben, wenn die Gefahr besteht, mit einer solchen Aussage irgendwie lächerlich dazustehen.

Richten Sie sich also nicht nach irgend welchen Vorstellungen, wie schnell der erste Sex kommen muss, sondern achten Sie vor allem auf sich selbst: Der erste Sex sollte erst dann sein, wenn Sie selber (und auch Ihr Freund!) es gern möchten.

Und bis zum ersten „richtigen“ Sex  gibt es gemeinsam noch eine ganze Reihe an Zwischenschritten zu entdecken, die ebenfalls aufregend sind: vom ersten Kuss bis hin zu ausgiebigem Petting (gegenseitiges Streicheln, auch mit sexueller Erregung, aber ohne Koitus). Und es ist schon fast schade, diese gemeinsame Entdeckungsreise zu schnell zurückzulegen oder ganz zu überspringen.

 

„Mein erstes Mal Sex: Ich würde gern Sex ausprobieren, habe aber Angst, schwanger zu werden.“

Eine ungewollte Schwangerschaft muss definitiv nicht sein! Vor dem ersten Mal sollten Sie also Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt aufsuchen und sich ausführlich darüber beraten lassen, welche Verhütungsmethode für Sie am besten geeignet ist.

Gerade für junge Frauen sind in den letzten Jahren viele neue Präparate entwickelt worden, die eine effektive Verhütung garantieren und ihren Körper wenig belasten.

*** *** ***
Mausklick deaktivieren © M.Petery.
Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS:
Hier noch zwei weitere Links zum Thema:

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“6915″]

Zuletzt aktualisiert am 18.09.2017.

Domina-Sex: Warum stehen Männer darauf?

Domina-Sex

Domina-Sex:
Wenn Frauen Männer quälen

Domina-Sex

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Domina-Sex:
Warum machen das Männer, sich erniedrigen zu lassen?

Der Besuch bei einer professionellen Domina ist, anders als das auf den ersten Blick erscheinen mag, ein Verwöhnprogramm für Männer. Die Männer suchen sich bei einer Domina wie im Restaurant auf einer Speisekarte genau die Formen sexueller Erniedrigung aus, die sie sich selbst wünschen. Das hat mit Sadismus seitens der Frau nur sehr wenig zu tun.

Die wichtigste Erfahrung, um die es den meisten Männern dabei geht, ist die Abgabe der Führungsrolle: einmal selbst für nichts verantwortlich zu sein, sich ganz und gar in die Hände eines anderen Menschen zu begeben, der für die Dauer der Sitzung bestimmt, was geschieht.

Aus psychologischer Sicht ist eine Session bei einer Domina so etwas wie ein Angstexpositions-Training: der Mann stellt sich seinen tiefsten Ängsten von Misshandlung und Erniedrigung und kann im kontrollierten Rahmen des Domina-Studios erleben, dass diese lebensbedrohlichen Ängste sich zuletzt in sexueller Lust auflösen.

Bei vielen Männern, die eine Domina aufsuchen, ist anzunehmen, dass eigene Erfahrungen von sexuellem Missbrauch in der Kindheit im Hintergrund stehen. Neuere Forschungen gehen davon aus, dass in Deutschland etwa 15% der Frauen und 5% der Männer als Kinder Opfer von sexuellen Übergriffen geworden sind. Dabei sind, gerade Männern gegenüber, die Täterinnen häufig weiblich: oft die eigene Mutter, aber auch die Erzieherin oder Lehrerin.

Wer so etwas in der Kindheit erlebt hat, für den ist die Erfahrung des Übergriffs und der sexuellen Erregung lebenslänglich sehr eng verbunden.

Der Besuch bei einer Domina ist da geradezu ein kreativer und lebensbejahender Weg, mit solchen Belastungen umzugehen. Dadurch, dass der Mann Auftraggeber der Domina ist, kann er diese spezielle Verknüpfung seiner sexuellen Lust mit der Erfahrung der Erniedrigung immer wieder nacherleben, ohne in die Rolle des Opfers zurückzufallen.

Domina-Sex:
Frauen – warum haben sie so eine Wirkung? Wieso wollen sie Männer erniedrigen?

Das ist jetzt eine ganz andere Frage: Frauen, die Männer erniedrigen wollen. Professionelle Dominas gehören in der Regel nicht zu dieser Gruppe. Sie verstehen sich meist eher als eine Mischung aus Schauspielerin und Psychotherapeutin.

Wenn eine Frau in ihrem Privatleben Freude daran hat, Männer sexuell zu erniedrigen, ist das etwas ganz anderes. Ein solcher Wunsch hat in der Regel ebenfalls Wurzeln in kindlichen Misshandlungserlebnissen. Das ist bei einer Frau dann oft die mehr oder weniger bewusste Rache für das, was andere Männer ihr früher selber angetan haben.

Domina-Sex:
Wann wird es gefährlich?

In der BDSM-Community und auch in der Beziehung zwischen der Domina und ihren Kunden ist allen Beteiligten klar, dass sie ein Spiel spielen Zu diesem Spiel gehört es, dass vorher festgelegte Regeln gelten: etwa Code-Wörter, wann es zu viel wird oder das Spiel abgebrochen werden soll. Die Kontrolle bleibt letztlich immer bei demjenigen, der die unterlegene Rolle innehat.

Ein solches Spiel zielt nicht auf die Erniedrigung anderer Menschen als Person ab, sondern auf die Erzeugung maximaler sexueller Lust- wobei Schmerz und Erniedrigung durchaus Mittel zum Zweck sein können.

Gefährlich wird es, wenn Schmerz und Erniedrigung selbst zum eigentlichen Zweck werden. Wenn also das Spiel aus Unterwerfung und Dominanz gar kein Spiel mehr ist.

Dann kann es zu schwerwiegenden Übergriffen kommen, sowohl im Sinne einer psychischen Demütigung und menschlichen Erniedrigung, wie auch durch ganz konkrete körperliche Gewaltexzesse.

******
© M.Petery.
Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Domina-Sex

BDSM Beratung
und Sexualtherapie
Zum Artikel
Fesseln im Bett- erregendes Spiel oder Grund zur Panik?
Zum Artikel
Bondage
als Kunstform??
href="" >Zum Artikel
Normal oder nicht? Normsex und Normen für den Sex
Zum Artikel
Agressiver Sex
trotz liebevoller Beziehung
Zum Artikel
Mein Freund
will mich als Domina
Zum Artikel
Sadismus- Gewalt oder Spiel?
Zum Artikel
Masochismus- der Traum vom Misshandeltwerden
Zum Artikel
Hilfe! Mein Freund will BDSM von mir
Zum Artikel
Domina-Sex: Warum stehen Männer darauf?
Zum Artikel

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“6940″]

Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Mein erstes Mal Sex-
Tipps für junge Männer

Mein erstes Mal Sex- Tipps für junge Männer
Mein erstes Mal Sex- Tipps für junge Männer

Mein erstes Mal Sex-
Häufige Fragen junger Männer

Jede Woche bekomme ich neue Anfragen zum Thema „Mein erstes Mal Sex“. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Fragen junger Männer. Zu den wichtigsten Fragen junger Frauen geht es unter diesem Link.

„Ich hatte bisher nur wenig Sex und der Gedanke an mein erstes Mal Sex setzt mich total unter Druck. Was kann ich tun?“

Wenn ein Mann eine Frau kennenlernt, geht es meistens nicht ausschließlich um Sex, sondern vor allem um die Beziehung. Die neue Bekanntschaft mit einer Frau scheitert nicht daran, wie erfahren der Mann im Bett ist oder welche Leistungen er da beim ersten Mal Sex vorlegt.

Das entscheidende Kriterium ist vielmehr: Wie gut passen Sie beide als ein Paar zueinander? Wie offen können Sie über ihre wechselseitigen Bedürfnisse und Wünsche in ihrer Beziehung sprechen, und das nicht nur auf dem Gebiet Sex… Wie sehr ist jeder von Ihnen bereit, auf den anderen einzugehen und gemeinsam ein Leben zu führen, das sich nach den Wünschen und Bedürfnissen beider Partner richtet?

„Mein erstes Mal Sex- Wie mache ich alles richtig, ohne mich zu blamieren?“

Es gibt kein richtiges oder falsches Verhalten beim Sex. Es gibt auch kein bestimmtes Programm, das beim ersten Mal Sex mit einer Frau durchgeturnt werden muss. Die Idee vom Normsex ist wenig hilfreich, um ein erfülltes Sexualleben zu führen.

In der Regel braucht es in einer Beziehung längere Zeit, bis sich der Sex so richtig entwickelt. Wenn einer oder beide Partner wenig Erfahrung haben, ist es gut, den Weg zum „richtigen“ Sex langsam zu entwickeln und erst einmal nur das gemeinsame Zusammensein zu genießen. Zum ersten Mal gemeinsam Petting zu machen (d.h. Körperberührungen und Ankuscheln ohne Koitus) ist in der Regel aufregend genug. Es ist völlig in Ordnung, wenn es in einer neuen Beziehung in der ersten Zeit dabei bleibt.

Auch die meisten Frauen kommen am Anfang mit Männern besser klar, die nicht schon in der allerersten Phase gleich ein ganz bestimmtes Sexprogramm durchspielen wollen.

„Was gibt es zu beachten, dass der erste Koitus beiden Partnern richtig Spaß macht und beide zum Orgasmus kommen?“

Es ist unwahrscheinlich, dass beim ersten Koitus beide Partner einen Orgasmus bekommen.

Möglicherweise ist die Frau beim ersten Sex noch Jungfrau. Beim Zertrennen des Jungfernhäutchens kommt es zu (harmlosen) Blutungen. Es ist wahrscheinlich, dass damit erst einmal Schluss ist mit dem Koitus. Denn wenn die Frau Schmerzen empfindet, macht ihr der Koitus keinen Spaß- und so der Mann kein Sadist ist, ihm auch nicht.

Aber auch, wenn beide Partner schon Koituserfahrung haben, ist es keineswegs sicher, dass beim ersten Mal beide einen Orgasmus bekommen. Erst wenn die beiden im Lauf der Zeit sich und ihre sexuellen Bedürfnisse wechselseitig kennengelernt haben, kommt es schließlich auch bei einem oder beiden Partnern zum Orgasmus.

Wobei der Orgasmus im Koitus definitiv nicht das Kriterium dafür ist, ob der Sex gut war. Entscheidend ist: War es eine gute gemeinsame Erfahrung? Haben wir beide Spaß daran, miteinander noch mehr auszuprobieren?

„Mein erstes Mal Sex: Mache ich mich bei einer Frau lächerlich, wenn ich zugebe, nur wenig sexuelle Erfahrung zu haben?“

Als Mann einer Frau mit größerer sexueller Erfahrung vorzuspielen, man sei selbst auch schon erfahren, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Das wirkt auf die Frau im besten Fall ein bisschen drollig, eventuell aber auch etwas lächerlich. Daher: Ehrlichkeit ist Trumpf! Als sexuell unerfahrener Mann ist es am besten, genau das der Partnerin schon vor dem Sex ganz offen zu sagen.

Wenn die Frau selber wenig sexuelle Erfahrung hat, kann ein solches Geständnis sogar ein zusätzlicher Anziehungspunkt sein. Dann weiß die Frau, dass Sie beide auf gleichem Level stehen und den Sex in aller Ruhe gemeinsam miteinander erkunden können.

Und wenn die Frau schon Erfahrung hat: Dann können Sie als Mann es jetzt genießen, von einer Könnerin in die Welt des Sex eingeführt zu werden. Sie wird es als Kompliment empfinden, wenn Sie sich hier von ihr und ihrer Erfahrung ein Stück weit leiten lassen.

„Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich überhaupt heterosexuell bin.“

Viele junge Männer, die keine feste Freundin haben und/oder nur wenig Erfahrung mit Sex mit Frauen haben, stellen sich die Frage, ob sie eventuell homosexuell sind. Dazu ganz klar die Antwort: Wenig sexuelle Erfahrung mit Frauen ist kein Anzeichen für Homosexualität. (Viel sexuelle Erfahrung mit Männern dagegen schon…)

Bei der Frage der sexuellen Orientierung geht es um das, was mir Lust bereitet. Ein heterosexueller Mann ist aufgeregt beim Gedanken, eine Frau kennenzulernen, und verliebt sich immer wieder in Frauen. Häufig sind heterosexuelle Männer mit wenig sexueller Erfahrung in Gegenwart von Frauen extrem schüchtern und trauen sich kaum, eine Frau anzusprechen.

Heterosexuelle Männer entwickeln aufgrund eigener Ängste manchmal homosexuelle Zwangsgedanken, die sehr quälend sein können (vgl. dazu die Fallgeschichte von Uwe. D.). In einem solchen Fall lohnt es sich unbedingt, darüber mit einem Therapeuten zu sprechen.

Das gleiche gilt, wenn mich die Unsicherheit über mögliche eigene Homosexualität nicht mehr loslässt und zum quälenden Dauerthema wird.

„Wenn ich zu viel onaniere- lerne ich dann niemals eine Frau kennen?“

Onanie schadet nicht. Sie hindert auch nicht daran, eine Frau zu finden, sondern ist eine gute Vorübung, den eigenen Körper und die eigene Sexualität kennenzulernen und zu wissen, was einen selber erregt und zum Orgasmus bringt (d.h. welche Berührungen, welcher Druck bzw. welche Reibung auf den Penis- und auch, welche inneren Vorstellungen und Fantasien).

Onanie ist also eine gute Vorschule für die Beziehung- und Onanie ist auch während der Beziehung wichtig. Wer onanieren kann, braucht den Partner nicht mit sexuellen Wünschen unter Druck zu setzen, wenn es mal einen Tag gibt, an dem nur einer von beiden Lust auf Sex hat.

Zu viel onanieren kann man aus organischer Sicht nicht- irgendwann ist der Körper einfach nicht mehr in der Lage, noch einen weiteren Orgasmus zu produzieren. Dennoch gibt es Menschen, die darunter leiden, sehr viel zu onanieren (vgl. den Artikel „Ist Onanie schädlich?„). Problematisch kann es auch sein, wenn ein Mensch nur noch Pornos konsumiert, darüber seinen Berufsalltag vergisst oder das Interesse an konkreten Menschen als Sexualpartner verliert (vgl. Artikel „Was ist Pornosucht?„).

„Beim ersten Mal klagte meine Freundin nur über Schmerzen, als ich bei ihr eindringen wollte.“

Wenn eine Frau noch nicht ausreichend erregt ist und sich noch nicht genügend Scheidenflüssigkeit gebildet hat, ist das Eindringen des Penis in die Vagina schmerzhaft. Ein Koitus funktioniert also nur nach einem ausreichend langem Vorspiel, bei dem die Frau das zum Koitus nötige Erregungslevel erreicht hat („Plateauphase“- vgl. den Artikel Weiblicher Orgasmus“).

Es ist also wichtig, beim Sex nicht zu schnell vorzugehen. Es ist auch kein Fehler, die Frau zu fragen: „Was meinst du? Kann ich jetzt mal ausprobieren, meinen Penis bei dir einzuführen?“

Wenn die Frau über Schmerzen klagt, ist das ein absoluter Grund, sofort mit dem aufzuhören, was ihr weh tut. Wer trotzdem weitermacht, muss damit rechnen, dass dieser Sex der letzte mit dieser Frau gewesen ist. Zu Recht!
Mein erstes Mal Sex

„Mein Penis ist beim ersten Mal gar nicht richtig steif geworden, so dass der Sex nicht geklappt hat.“

Das passiert auch Männern mit großer sexueller Erfahrung immer wieder. Gründe können sein: Stress, Müdigkeit, aber auch Alkohol.

Und das erste Mal Sex kann (für beide Partner!) ein ziemliches Stressgefühl mit sich bringen. Dass der Stress sich dann auf die Erektion auswirkt, ist vom gesundheitlichen Standpunkt aus gesehen vollkommen normal. Ärztliche Hilfe benötigt nur, wer auch alleine nie eine Erektion bekommt.

Also: Das Beste ist, sich beim Sex nicht selber unter Druck zu setzen. Es gibt kein Pflichtprogramm, was durchexerziert werden muss! Auch Miteinander Kuscheln ist eine Form von Sex- und nicht jeder Sex muss mit einem Orgasmus enden. Viel wichtiger ist es, gemeinsam auf Entdeckungstour zu gehen und die aufregende Welt des Sex mit ihren vielen Möglichkeiten nach und nach gemeinsam zu entdecken.

„Ich komme beim Sex viel zu früh. Manchmal habe ich meinen Samenerguss schon, wenn ich überhaupt erst mit meinem Penis bei ihr in die Scheide eindringen will.“

Auch das kann beim ersten Mal passieren: die Erregung ist so riesig, dass der Orgasmus des Mannes schon bei der ersten Berührung der Eichel erfolgt, noch bevor der Penis überhaupt ganz in die Scheide eingedrungen ist. Das ist etwas, was sich in der Regel mit etwas Erfahrung nach und nach von selber legt.

Ansonsten: Es hilft, vor dem nächsten Date selber zu onanieren. Dann ist die Erregung im entscheidenden Moment nicht ganz so hoch. Beim Onanieren alleine lernt der Mann auch, seine Erregung besser einzuschätzen und besser voraussehen zu können, wann sich der Orgasmus ankündigt.
Mein erstes Mal Sex
Beim Koitus lässt sich der Orgasmus des Mannes dann leichter herauszögern: ein kurzer Bewegungsstopp kann dafür sorgen, die Erregung abzusenken, so dass der Sex danach wieder etwas länger dauert.

„Beim Sex komme immer nur ich als Mann zum Orgasmus. Irgendwie schaffe ich es nicht, auch meine Freundin kommen zu lassen.“

Die Vorstellung, dass Mann und Frau immer beide gleichzeitig beim Koitus zum Orgasmus kommen, ist völlig falsch. Das passiert in der Praxis nur selten und klappt bei vielen Paaren überhaupt nicht.

Guter Sex sieht anders aus als eine solche Vorstellung vom Normsex. Viele Frauen bekommen ihren Orgasmus nicht im Koitus, sondern zum Beispiel durch das Zusammenpressen der Schenkel oder bei einer festen Umarmung durch den Mann. Da lohnt es sich, gemeinsam auf Entdeckungstour zu gehen und herauszufinden, wie der Sex so funktioniert, dass beide zufrieden sind.

*** *** ***
Mausklick deaktivieren © M.Petery.
Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS:
Hier noch zwei weitere Links zum Thema:

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[wp-review id=“6845″]

Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Sex im Freien

Sex im Freien

Sex im Freien-
auf Musikfestivals und anderswo

Radiointerview Sex im Freien
Hier der Radiomitschnitt.

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Sex auf Musikfestivals- Was ist denn Ihre Meinung dazu?
Zunächst einmal ganz grundsätzlich: Sex ist etwas Wunderschönes und Musikfestivals sind auch eine tolle Sache, besonders jetzt im Sommer im Freien.

Das Wichtigste, was ich allen sagen will, die jetzt zuhören: Genießt euer Leben so richtig und in vollen Zügen!

Und damit da nichts schief geht, gibt es aus sexualtherapeutischer Sicht ein paar Sachen zu beachten.

    • Bei Musikfestivals kann man total unkompliziert neue Leute kennenlernen. Das ist eine tolle Sache! Allerdings ist es nie eine gute Idee, mit Leuten, die man erst ein paar Stunden kennt, sofort auch Sex zu haben. Richtig guter Sex braucht etwas Vorlaufzeit: sowohl um sich besser kennenzulernen, aber auch, weil die Vorfreude auf das Zusammensein den Spaß am Sex deutlich vergrößert.
    • Etwas Gesundheitsfürsorge ist ebenfalls sinnvoll. Wo sich viele Menschen unter freiem Himmel treffen, sind auch jede Menge Krankheitskeime unterwegs: Sex ohne vorherige Dusche ist ein echtes Infektionsrisiko für alle möglichen Krankheiten, die ich hier gar nicht im Einzelnen aufzählen will. Also: Wenn es Sex auf dem Festival sein soll, dann unbedingt vorher mit Seife duschen!
    • Und wenn es doch zum Sex mit einem unbekannten Partner oder einer unbekannten Partnerin kommen sollte: Ein Kondom ist Pflichtsache. Also allein zur Sicherheit: Mann oder Frau sollten unbedingt ein paar Kondome dabeihaben. Es gibt immer noch AIDS und jede Menge andere Geschlechtskrankheiten. Und ihr könnt nicht davon ausgehen, dass Euch ein unbekannter Sexpartner noch vor dem Sex verrät, ob er irgendwelche Krankheiten hat.
    • Ein ziemliches Problem bei manchen Festivals ist der Alkohol. Und da gibt es Leute, die es ausnützen, wenn die Hemmschwelle durch den Alkohol sinkt. Bis dahin, dass für Frauen unter Alkoholeinfluss das Risiko erheblich stiegt, Opfer einer Vergewaltigung zu werden.

    Was wäre denn Ihre Empfehlung für Sex im Freien?
    Ich denke, am meisten Spaß macht das mit einem Partner oder einer Partnerin, die sich schon ein etwas länger kennen und jetzt gemeinsam etwas Neues ausprobieren möchten. Da wäre jetzt weniger ein Musikfestival der günstigste Ort, irgendwo eingepfercht in ein enges Zelt, sondern ein schöner, einsamer Ort in der Natur, eine Waldlichtung vielleicht, ein Berg oder auch ein Strand.

    Ist Sex im Freien überhaupt erlaubt?
    Auch wenn ich kein Rechtsanwalt bin und folglich keine rechtlich verbindliche Auskunft geben kann. Prinzipiell ist aber Sex im Freien in Deutschland nicht verboten. Es kann aber Ärger nach StGB 183a geben: Erregung öffentlichen Ärgernisses. Das ist immer dann der Fall, wenn ein Paar es darauf anlegt, von anderen beim Sex entdeckt und beobachtet zu werden.

    Wer also auf einem vielbesuchten Parkplatz am Badesee im Auto Sex hat, so jeder es mitbekommt, muss mit einer Anzeige rechnen. Ein anderes Paar, das sich auf einer abgelegenen Waldwiese hinter dem Gebüsch vergnügt, kann das problemlos tun. Und weil da normalerweise kein Mensch vorbeikommt, sollte es sogar dann keinen strafrechtlichen Ärger geben, wenn überraschenderweise doch plötzlich ein Jäger vorbeispaziert.

    ******
    Mausklick deaktivieren © M.Petery.
    Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery
    MILF

    Vgl. dazu die Artikel

    MILF

    Haben Sie selbst eine Frage
    oder benötigen Sie psychologische Beratung?

    Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

    michael@petery.eu

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

    • sexuelle Probleme aller Art
    • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
    • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
    • Homosexualität und Coming-Out
    • BDSM und Fetisch
    • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
    • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
    • Partnersuche
    • Paartherapie, Eheberatung
    • und vieles mehr.

    [wp-review id=“6821″]

    Zuletzt aktualisiert am 18.09.2017.

Sexuelle Gewaltfantasien
bei Frauen

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen
Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen-
vergewaltigt, geschunden und erregt

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen:
Es fällt mir schwer, über mein Problem zu schreiben. Ich finde das selber total abstoßend und verachte mich dafür.

Es ist aber so, dass mich als Frau sexuelle Gewaltfantasien erregen. Das hat schon in meiner Pubertät begonnen und ist heute immer noch so, mit 29. Diese inneren Bilder treiben mich zum Orgasmus, immer wieder. Je brutaler, desto intensiver. Eigentlich jeden Tag, manchmal sogar mehrmals. Bilder von Vergewaltigung, Würgen, Messerangriffen.

Ich selber hasse mich dafür, finde das komplett monströs. Häufig habe ich das Bedürfnis, mich danach selbst zu verletzen, mir mit einer Rasierklinge die Haut am Unterarm aufzuschneiden, mich bluten zu sehen. Irgendwie möchte ich am liebsten meinen eigenen Körper vernichten, ich finde das alles so eklig.

Meine Mutter meinte einmal zu mir, als ich ihr mein Problem angedeutet habe, dass könnte daran liegen, dass ich mit 5 Jahren von ihrem damaligen Freund missbraucht worden wäre. Ich selber kann mich daran überhaupt nicht erinnern und kann mir auch nicht richtig vorstellen, dass das stimmt.

Sex mit Männern habe ich übrigens trotzdem. Es passiert mir sogar relativ häufig, dass ich mit Männern ins Bett gehe, ohne es vorher so richtig gewollt zu haben. Groß etwas empfinden tue ich dabei nicht. Ich spiele dann irgendetwas vor, wie in einem billigen Porno. Und hasse mich dafür dann erst recht.

Bin ich völlig daneben? Ist das krankhafter Masochismus, was ich da mache, oder noch irgendwie normal?

Nadine Z. (Name geändert)

Quälende Bilder, die erregen

Hallo Nadine,

Sie werden von inneren Bildern gequält, Bildern von extremer sexueller Gewalt, die Sie immer wieder zum Orgasmus bringen. Sie empfinden darüber Ekel und Scham. Danach haben Sie das Bedürfnis, sich selbst zu verletzen und bluten zu sehen.

Ihre Mutter hat Ihnen berichtet, dass sie als Kind sexuell missbraucht wurden. Sie selbst können sich daran nicht erinnern. Mit Männern haben Sie relativ häufig Sex, aber eher ungeplant und ohne sexuelles Vergnügen. Sie spielen dann etwas vor, wie in einem billigen Pornofilm.

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen-
eine typische Folge von Missbrauch

Auch wenn Sie das selber nicht bewusst erinnern können: es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie als Kind tatsächlich missbraucht wurden, so wie Ihnen das Ihre Mutter berichtet hat. Möglicherweise ist das sogar nicht nur eine einmalige Erfahrung gewesen.

Bei einer Traumatisierung durch Missbrauch ist es geradezu typisch, dass die konkrete Erinnerung an die Übergriffe verdrängt wird (bis hin zum Erinnerungsverlust) und dass sich gleichzeitig Erinnerungsfetzen verselbständigen und sozusagen ohne Anbindung an das konkrete Erlebnis allgegenwärtig herumschwirren (vgl. den Beitrag Missbrauch und Trauma).

Es sind vor allem die Gefühle durch die Misshandlung, die solchermaßen ungebremst weiterbestehen: also die Scham, der Ekel und die Erregung.

Weil Sie keine Erinnerung an das auslösende Erlebnis haben, gibt es für Sie keine Möglichkeit, diese Erinnerungsfetzen diesem auslösenden Ereignis klar zuzuordnen und dadurch als eine Erinnerung der Vergangenheit einordnen und ablegen zu können.

Die Nachinszenierung des Missbrauchs

In gewisser Hinsicht schreit Ihre Psyche geradezu danach, irgendeinen realen Grund für diese unselige Verbindung von Scham, Ekel und sexueller Erregung zu finden.

Gerade weil Ihnen die Erinnerung in der Vergangenheit fehlt (und damit eine Erklärungsmöglichkeit für Ihre Gefühle), lassen Sie es immer wieder zu neuen Situationen kommen, die Ihnen in der Gegenwart eine Begründung für diesen Gefühlscocktail geben können: und das sind die Situationen mit dem ungeplante und ungewollten Sex mit Männern, in denen Sie sich benutzen lassen wie in einem billigen Porno.

Das bringt kurzfristige Erleichterung, genauso wie das Ritzen, weil Sie nun ja einen tatsächlichen Grund für das Gefühlsgemisch Scham, Ekel und Erregung haben. Die Wirkung hält aber nur kurz vor, übrig bleibt vor allem der Selbsthass.

Masochismus oder nicht?

Ihre Fantasien von Gewalt, Schmerz und Vergewaltigtwerden bringen Sie zwar täglich zum Orgasmus- sind aber für Sie alles andere als eine Quelle der Lust. Insofern lässt sich die Frage, ob Sie eine krankhafte Masochistin sind, ganz klar mit Nein beantworten.

Körperliche Schmerzen bzw. psychische Erniedrigungen sind für Sie keine Quelle sexueller Lust, die genossen werden kann. (Das wäre hingegen der Fall beim klassischen Masochismus, der übrigens gar keine Krankheit ist, wenn der Betroffene darunter nicht leidet, sondern eine besondere Form der sexuellen Präferenz.)

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen-
Verdachtsdiagnose Borderline

Sehr viel wahrscheinlicher erscheint mir nach Ihren Schilderungen, dass Sie infolge Ihrer Missbrauchserfahrung an einer Borderline-Störung erkrankt sind, für die eben weiteren Symptomen auch die Selbstverletzungen typisch sind, die Sie sich zufügen.

Hier ist es unbedingt erforderlich, dass Sie einen Arzt oder Psychotherapeuten aufsuchen und sich eingehender untersuchen lassen.

Nirgendwo steht es festgeschrieben, dass Sie ihr Leben lang unter Ihren Gewaltfantasien so leiden müssen wie jetzt. Es gibt gute und erprobte Therapieverfahren, die sowohl bei einem Trauma durch Missbrauch in der Kindheit helfen können wie auch bei einer Borderline-Störung.

Auf diesem Weg wünsche ich Ihnen alles Gute und eine gute Besserung.

*** *** ***

Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

MILF

Missbrauch und Trauma
Folgen von Kindesmissbrauch
Zum Artikel
Was ist alles sexueller Missbrauch von Kindern?
Zum Artikel
Sexueller Missbrauch
durch die Mutter
Zum Artikel
Sexuelle Gewaltphantasien
Anzeichen für Missbrauch?
Zum Artikel
Mein Sohn
trägt meine Kleider
Zum Artikel
Sexuelle Probleme
und psychische Störungen
Zum Artikel
Verliebt in den Lehrer- wenn es nicht beim Lernen bleibt
Zum Artikel
in 30 Jahre älteren Mann verliebt
Zum Artikel
Hörigkeit- wie komme ich von ihm los?
Zum Artikel
HOCD- Homosexuelle Zwangsgedanken
Zum Artikel

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

[

Zuletzt aktualisiert am 14.06.2019.

Therapie bei Liebeskummer?

Liebeskummer

Liebeskummer-
wie kann ich damit umgehen?

Radiointerview Liebeskummer
Hier der Radiomitschnitt.

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Wie viel Liebeskummer ist gut? Wann wird es problematisch?

Zunächst einmal: Liebeskummer nach einer Trennung ist eine völlig normale und gesunde Reaktion. Wenn ich über den Verlust einer Beziehung überhaupt keine Trauer empfinde, dann kann diese Beziehung für mich entweder nicht besonders wichtig gewesen sein oder ich habe insgesamt Probleme mit meinem Gefühlsleben.

Wer liebt, riskiert etwas. Vor Liebeskummer ist nur geschützt, wer ü