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Übersicht über alle Artikel zum Thema Depression

Depression
als Thema der Sexualtherapie

Eine Depression wirkt sich sehr häufig auch auf die Sexualität aus. Umgekehrt ist bei sexuellen Problemen immer auch zu prüfen, inwieweit eine depressive Erkrankung als Ursache im Hintergrund steht. Um das zu erkennen, sind gründliche Vorbesprechungen im Rahmen der Therapie erforderlich. Dabei geht es u.a. um die Nachfrage nach depressiver Stimmung, Freudlosigkeit, Antriebsarmut und Interesselosigkeit.
Depression
Da depressive Erkrankungen nicht nur eine psychische Komponente haben, sondern auch mit Störungen im Hirnstoffwechsel einhergehen, ist immer eine enge Zusammenarbeit zwischen Therapeut und behandelndem Arzt erforderlich.

Wichtig:

Eine depressive Erkrankung gehört zu den schweren psychischen Erkrankungen. Unbehandelt können die Symptome sich immer weiter verstären. Auch kann die Selbstmordgefahr steigen. Deshalb ist bei Depressionen unbedingt nötig, einen Arzt oder Therapeuten einzuschalten!

Häufig gelesene Artikel hier im Blog zum Thema

Sexuelle Probleme und
psychische Störungen

 

Sexuelle Probleme und psychische Erkrankung

Sexuelle Probleme und psychische Störungen

Der Sex und die Psyche: Sexuelle
Probleme und psychische Störungen

Viele sexuelle Probleme sind Folge von psychischen Erkrankungen. Sexualität ist ein zentrales Element im Wesen des Menschen- von daher ist nicht besonders erstaunlich, dass sich psychische Störungen und Erkrankungen oft zuerst als ein sexuelles Problem bemerkbar machen.

Nicht jedes sexuelle Problem
ist Folge einer psychischen Erkrankung

Das soll natürlich nicht heißen, dass jedes sexuelle Problem automatisch Folge einer psychischen Störung ist. Genauso häufig gibt es auch andere Ursachen wie zum Beispiel die Erziehung in der Herkunftsfamilie. Hier können Probleme entstehen, wenn die eigene Sexualität und das von sich selbst erwartete Rollenbild nicht zusammenpassen: so kommen immer wieder Männer zu mir in die Praxis, die Homosexualität irgendwo verwerflich oder schmutzig finden- und das, obwohl sie selber homosexuell sind.

Auch sexuelle Probleme in einer Partnerschaft liegen in der Regel nicht an psychischen Störungen von einem oder beiden Partnern, sondern daran, das in den wechselseitigen Erwartungen und Bedürfnissen unterschiedliche Vorstellungen vorliegen, die den beiden Partnern oft nicht bewusst sind und erst im Verlauf einer Paartherapie deutlich werden.

Sexuelle Probleme und psychische Störungen: die häufigsten Krankheitsbilder

Es ist also Vorsicht geboten, bei vorliegenden sexuellen Problemen sofort auf eine psychische Erkrankung zu schließen. Umgekehrt macht die Sache mehr Sinn: Viele psychische Erkrankungen haben Folgen, die sich auch auf sexuellem Gebiet auswirken.

1. Depression

Die Hauptanzeichen einer depressiven Erkrankung sind Antriebslosigkeit, Interesseverlust und depressive Symptomatik. Zu den häufigen Nebensymptomen zählt bei Männern und Frauen aber auch die Abschwächung oder der völlige Verlust der Libido.

Das kann sich bei Männern Potenzschwäche oder Erektionsstörung bemerkbar machen, bei Frauen als Vaginismus (Scheidentrockenheit) oder Unfähigkeit zum Orgasmus (Frigidität). Eine Depression kann aber auch dazu führen, wahllos Sex zu haben, ohne ihn überhaupt gewollt zu haben.

2. Suchtkrankheiten:
Drogen, Nikotin und Alkohol

Eine Suchterkrankung hat erhebliche Folgen für die eigene Sexualität und kann sexuelle Probleme und psychische Störungen verursachen. Viele Drogen führen zu einer Steigerung des Sexualtriebs und einer gestörten Impulskontrolle.

Unter Drogeneinfluss kommt es häufiger zu ungeschütztem und daher auch gesundheitlich gefährlichem Sex oder zu Wahllosigkeit in Bezug auf die Sexualpartner/innen.

Diese Wahllosigkeit kann sich bei Männern so weit entwickeln, dass sich die sexuelle Leidenschaft gleichermaßen auf beide Geschlechter richtet- und das, obwohl die Betroffenen ohne Drogeneinwirkung eindeutig heterosexuell veranlagt sind.

Ebenfalls nach Cannabis-Konsum treten nach meinen eigenen Erfahrungen mit Patienten vor allem bei jüngeren Männern häufiger homosexuelle Zwangsgedanken auf, bei denen sich die Betroffenen permanent hinterfragen, ob sie nicht homosexuell sein könnten. Diese Zwangsgedanken werden als extrem unangenehm erlebt (ganz im Gegensatz zu homosexuellen Tagträumen bei Männern, die tatsächlich homosexuell veranlagt sind).

Typische Folgen von jahrelanger Nikotin-Sucht sind neben dem allgemein bekannten gesteigerten Risiko für Krebserkrankungen vor allem der Verlust der Libido mit der Folge von Erektionsschwierigkeiten und Impotenz bei Männern bzw. Verlust der Orgasmusfähigkeit bei Frauen (Frigidität).

Eine Alkoholkrankheit kann je nach Krankheitsstadium sowohl zu einer Steigerung des sexuellen Verlangens führen (das oft bei gleichzeitiger Unfähigkeit zu Erektion oder Orgasmus) oder, vor allem in fortgeschrittenem Stadium, zum teilweisen oder völligen Verlust der Libido. Im Rahmen einer Partnerschaft führt die Alkoholkrankheit zu unbegründeten Gewaltausbrüchen gegenüber dem Partner, die häufig zu Trennung und sozialer Isolation führen. Weitere Infos unter Kenn Dein Limit.

3. Sexuelle Probleme und psychische Störungen
bei Trauma und Missbrauch

Traumatische Erfahrungen auf sexuellem Gebiet (Erlebnisse von Missbrauch und/oder Vergewaltigung in Kindheit und/oder Erwachsenenalter) können zu psychischen Erkrankungen führen. Eine häufige Folge ist eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), deren Symptome oft erst Jahre nach dem traumatischen Erlebnis deutlich werden. Typisches Kennzeichen sind Erinnerungslücken in Bezug auf das Trauma bei gleichzeitiger ständiger Präsenz des Erlebnisses. Diese Spannung kann zu dissoziativen Zuständen führen, also dem Auseinanderfallen von Elementen der Wahrnehmung, des Bewusstseins, des Gedächtnisses, der Identität und der Motorik.

Auf sexuellem Gebiet kann ein Trauma zu Vermeidungsverhalten führen (Vermeidung von Situationen, die zu Sex führen könnten, bis hin zu vollständiger sozialer Isolation) oder zu vollständigem Verlust von Libido und Orgasmusfähigkeit.

4. Zwangsstörungen:
Zwangsgedanken und Zwangshandlungen

Zwangsgedanken kommen auf sexuellem Gebiet sehr häufig vor.

Das können katastrophisierende Gedanken sein wie zum Beispiel, dass der geliebte Partner bzw. die geliebte Partnerin einen schon bald verlassen wird- ohne dass es dafür in der Wirklichkeit irgendwelche tatsächlichen Hinweise gibt. Das kann auch umgekehrt die quälende Angst sein, man selber könnte plötzlich nichts mehr für seine/n Partner/in empfinden- und das, obwohl im Augenblick in der Partnerschaft alles in Ordnung ist.

Möglich sind auch andere quälende Gedanken, wie etwa die ständige bildhafte Vorstellung, wie der Sex des eigenen Partners bzw. der eigenen Partnerin mit vorherigen Exfreundinnen bzw. Exfreunden ausgesehen haben könnte.

Bei (heterosexuellen) Männern findet sich außerdem sehr häufig der Zwangsgedanke, „eigentlich“ homosexuell und damit unfähig zur Partnerschaft mit einer Frau zu sein.

Ein Beispiel für eine sexuelle Zwangshandlung wäre der permanente Drang, sich pornografische Videos ansehen zu müssen, auch wenn keine sexuelle Erregung besteht und dieser Drang als unangenehm empfunden wird..

5. Angststörungen

Auch Angst ist ein häufiges Thema in der Sexualtherapie. Zu beachten ist, dass Menschen mit Angststörungen selbst häufig die Angst gar nicht als das Hauptsymptom erkennen und vor allem körperliche Symptome erleben wie z.B. Schwindelgefühle, Herzrasen, Magenschmerzen etc.

Eine Angststörung bzw. phobische Störung liegt immer dann vor, wenn

  • die Angst der Situation nicht angemessen ist
  • die Angst länger deutlich anhält als die angsterregende Situation andauert
  • die besondere Form der Angst nicht erklärbar und beeinflussbar ist
  • die Angst zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität führt
  • die Angst zu Einschränkungen im Kontakt mit anderen Menschen führt.

Auf sexuellem Gebiet gibt es vor allem die Versagensangst, die im Extremfall dazu führt, dass Betroffene sexuelle Begegnungen grundsätzlich vermeiden. Dazu kommen spezielle Formen der Angst wie etwa Gymnophobie, also die Angst, selber nackt zu sein oder andere Menschen nackt zu erleben.

6. Sexuelle Probleme und psychische Störungen
bei einer Borderline-Störung

Hauptmerkmal der Borderline-Störung ist eine kaum auszuhaltende innere Anspannung, die sich häufig in selbstschädigendem Verhalten Erleichterung verschafft.

Das können Selbstverletzungen sein (z.B. durch Ritzen), aber auch Hochrisikoverhalten wie Gebrauch von Suchtmitteln, riskantes Autofahren oder eine wenig kontrollierte Sexualität mit wechselnden Partner/innen. (Wobei in letzterem Fall dieses Verhalten gerade bei jungen Frauen auch die Wahrscheinlichkeit erhöht, sexuell ausgenutzt zu werden.)

Das ist insofern besonders problematisch, da Menschen mit einer Borderline-Störung oft bereits in der Kindheit sexuellen Übergriffen ausgesetzt waren, und sich somit traumatische Erfahrungen der Vergangenheit immer weiter fortsetzen. Vgl. dazu auch das Fallbeispiel Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen.

Menschen mit Borderline-Störung haben häufig eine große Sehnsucht nach einer engen und dauerhaften Beziehung. Da sie in ihrer Kindheit oft nicht erfahren konnten, was die Geborgenheit in einer Familie bedeutet (inkl. aller Aufs und Abs, die im Alltag dazugehören), haben Menschen mit Borderline-Störung oft unrealistische Erwartungen an eine Beziehung. Das zeigt sich in vielen Fällen durch
die Neigung, andere Menschen entweder stark zu idealisieren oder abzuwerten.

Das kann in einer Beziehung dazu führen, dass die Vorzüge des Partners bzw. der Partnerin zunächst völlig überhöht positiv gesehen werden mit der Folge einer um so tieferen Enttäuschung, wenn der Partner bzw. die Partnerin diese hohen Erwartungen später nicht auf Dauer erfüllen kann.

Von daher erklärt sich, dass Beziehungen, auch wenn sie mit großen Erwartungen begonnen wurden, oft nicht sehr lange anhalten- es sei denn, der Partner bzw. die Partnerin bringen sehr viel Verständnis für die Erkrankung auf und schaffen es, die Partnerschaft auf einem mittleren Level zischen Idealisierung und Entwertung zu stabilisieren.

Neben einer speziellen Therapie mit dem Ziel des Spannungsabbaus (und ggf. auch der Traumaverarbeitung) für den Borderline-Patienten bzw. die Borderline Patientin, kann also auch eine paartherapeutische Begleitung sinnvoll sein.

7. Sexuelle Probleme und psychische Störungen
bei Persönlichkeitsstörungen

Persönlichkeitsstörungen sind gemäß der ICD-10, dem Krankheitenkatalog der Weltgesundheitsorganisation, „tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen.“

In der Regel verspüren Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung selbst nur geringen Leidensdruck- ihre Umwelt oder ihre Partnerinnen oder Partner dafür umso mehr. Rein statisch ist jede fünfte Partnerschaft betroffen.

Vgl. dazu den ausführlichen Beitrag über Perönlichkeitsstörungen in der Partnerschaft.

8. Weitere Störungsbilder

Hierzu gehören z.B. Störungen im Bereich des Autismusspektrums.
Auch wenn Autisten Schwierigkeiten haben, Kontakt zu anderen Menschen aufzunehmen, haben sie trotzdem sexuelle Bedürfnisse, die in der Regel durch Masturbation befriedigt werden.

Hier kommt es auf eine behutsame Sexualerziehung an, welche den Betroffenen nichts aufdrängt (und keinesfalls sexuell ausbeutet!), gleichzeitig aber auch vor Situationen schützt, die ihnen schaden (Masturbation in der Öffentlichkeit, Verletzungen durch Einsatz ungeeigneter Gegenstände bei der Masturbation).
Vgl. dazu den Aufsatz zu Sexualität und Autismus von Karin Dreisigacker.

Beim Asperger-Syndrom verspüren Betroffene oft den lebhaften Wunsch nach Partnerschaft und Sexualität. Eine große Schwierigkeit bereitet allerdings das Kennenlernen eines geeigneten Partners bzw. einer geeigneten Partnerin, die Verständnis für die Eigenheiten von Menschen mit Asperger-Syndrom hat (Spezialinteressen, Reizüberforderung bei sozialen Anlässen etc.). Um diese Schwierigkeit zu überwinden, kann eine einfühlsame Therapie sehr hilfreich sein, die darauf abzieht, soziale Skills einzuüben und zu trainieren.

ADHS im Erwachsenenalter kann sich im Bereich Sexualität auf sehr unterschiedliche Art und Weise auswirken. Während Frauen mit ADHS oft erst relativ spät mit Ende 20 ihre Freude an der Sexualität entdecken, haben junge Männer mit ADHS oft ein stark gesteigertes sexuelles Interesse („Hypersexualität„).

Beiden Geschlechtern gemeinsam ist bei ADHS oft eine überdurchschnittliche Experimentierfreude beim Sex und eine große Akzeptanz auch von Partnern, die nicht dem gängigen Idealbild entsprechen. Impulsivität und rasche Stimmungsumschwünge können in der Partnerschaft Beziehungsprobleme bereiten. In solchen Fällen kann eine Paartherapie dazu beitragen, das gegenseitige Verständnis für die jeweiligen Eigenheiten des anderen Partners zu fördern.

Sexuelle Probleme und psychische Störungen: eine Aufgabe für den Spezialisten

Ob eine psychische Erkrankung (Mit-)Ursache für sexuelle Probleme ist oder nicht, ist oft auch für den Spezialisten nicht auf den ersten Blick erkennbar. Deswegen sind spezielle Untersuchungen nötig, um genaue Klarheit zu gewinnen und auf dieser Grundlage das geeignete Therapieverfahren zu wählen (z.B. Verhaltenstherapie oder Gesprächstherapie).

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© M.Petery
Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Scheidung- und danach
nur Depression?

Scheidung- nach Monaten
immer noch unendlich traurig

Scheidung und danach nur Depression? Foto © Kichigin19 Fotolia.com

Seit etwas mehr als einem Jahr bin ich, 43, jetzt von meinem Mann geschieden. Da wir keine Kinder hatten, lebe ich jetzt allein für mich. Meine neue Wohnung ist klein und ziemlich trist- aber mehr kann ich mir einfach nicht leisten.

Meine Freundinnen sagen, dass ich mich völlig verändert habe. Ich komme über meine Traurigkeit einfach nicht hinweg- schließlich war er es, der mich wegen einer anderen verlassen hat. Wütend bin ich eher weniger, dafür fühle ich mich unendlich schlapp und antriebslos. Dazu die ständige Grübelei, was ich eigentlich falsch gemacht habe und was an der Neuen besser sein sollte.

Ich weiß selbst, dass das Nachdenken keinen Sinn macht, und dass ich meiner Beziehung viel zu lange nachhänge. Und obwohl ich ihn eigentlich hassen sollte, fehlt mir mein Mann sehr. Wir hatten doch so viel gemeinsam. Am schlimmsten ist, dass ich mit unserer Beziehung auch unser Zuhause verloren habe: das Haus, die Küche, den Garten… Ich schaffe es einfach nicht, einen wirklichen Neuanfang zu machen.

Wenigstens sind mir die Freundinnen geblieben- und ich kann auch viel mit ihnen gemeinsam unternehmen. Mindestens zweimal die Woche treffe ich mich mit einer von ihnen. Das tut mir gut. Für ein paar Stunden komme ich dann auf andere Gedanken.

Eine meinte neulich, ich könnte mein Single-Dasein doch auch nach Strich und Faden genießen. Es gäbe genügend Männer, die an mir Interesse haben würden. Aber ehrlich gesagt, ich komme mir vor wie eine Witwe, für die es keinen Mann mehr geben kann in diesem Leben.

Ich frage mich echt, wann diese Traurigkeit endlich aufhören wird. Natürlich weiß ich, dass es Zeit braucht, eine solche Scheidungsgeschichte zu verarbeiten: aber irgendwann muss das doch ein Ende haben. Gibt es da irgendeinen Erfahrungswert, wann das so weit ist?

Bettina S. (Name geändert)

Scheidung-
wie lange trauern ist normal?

Hallo Bettina,

vor über einem Jahr haben Sie und Ihr Mann sich scheiden lassen. Deswegen mussten Sie aus Ihrem gemeinsamen Haus in eine kleine Wohnung umziehen. Immer noch sind Sie sehr traurig über die Trennung und fühlen sich schlapp und antriebslos. Sie fragen sich, wie lange ein solcher Zustand andauern kann.

Eine ärztliche oder
psychotherapeutische Diagnose ist nötig

Aus der Ferne ist es schwierig, festzustellen, ob Ihre Traurigkeit sich noch „im normalen Rahmen“ bewegt oder ob dahinter weitergehende psychischer Probleme stehen, die Sie selbst nicht allein lösen können und bei denen eine psychotherapeutische Behandlung notwendig ist.

Ihre Schilderung enthält Elemente, die es möglich erscheinen lassen, dass Sie an einer depressiven Erkrankung leiden, die sich nach Ihrer Scheidung aus einer Anpassungsstörung entwickelt hat.

Weil depressive Erkrankungen -vergleichbar mit einer schweren körperlichen Erkrankung wie z.B. einer Lungenentzündung- nicht mit Hausmitteln geheilt werden können, ist es unbedingt nötig, dass Sie sich in ärztliche bzw. psychotherapeutische Behandlung begeben damit eine genaue Diagnose erstellt werden kann.,

Scheidung-aus einer Anpassungsstörung
kann sich eine Depression entwickeln

Eine Anpassungsstörung kann durch verschiedene Lebensereignisse ausgelöst werden, die für den/die Betroffene/n eine erhebliche Veränderung mit sich bringen, so z.B. Schulwechsel, Heirat, Krankheit, Arbeitslosigkeit- und natürlich auch Scheidung. Typische Symptome einer Anpassungsstörung sind u.a. emotionale Beeinträchtigung, Trauer, Gedankenkreisen und depressive Verstimmung.

Eine Anpassungsstörung dauert bis zu sechs Monate und kann sich zu einer depressiven Erkrankung ausweiten. Bei diesem Prozess kommt es oft zu chemischen Veränderungen im Hirnstoffwechsel, die dazu führen, dass der/die Betroffene durch eigene Willensanstrengung nicht mehr aus ihrem Tief herauskommen.

Sollte das bei Ihnen der Fall sein, wäre eine Psychotherapie erforderlich, möglicherweise in Verbindung mit der Einnahme bestimmter Medikamente, die helfen können, eine Störung des Hirnstoffwechsels auszugleichen.

Scheidung- weitere Hilfsmöglichkeiten

Auch unabhängig von der Frage nach einer möglichen psychischen Erkrankung stellt sich die Frage, wie Sie mit den Folgen Ihrer Scheidung umgehen können.

Wichtig ist, dass Sie sich jetzt weiterhin aktiv um Ihre Lebensgestaltung kümmern, auch wenn das schwierig erscheint: Freundschaften und eigene Interessen pflegen, Unternehmungen planen, etwas für den eigenen Körper tun… Denn Sie stehen jetzt nicht nur am Ende des Lebensabschnittes, den Sie in Ihrer Ehe mit Ihrem Mann verbracht haben, sondern auch am Anfang eines neuen Lebensabschnittes, den Sie selbst aktiv mitgestalten können.

Gemeinsam mit einem Therapeuten könnten Sie nach der Abklärung einer möglichen depressiven Erkrankung daher auch über das Thema sprechen, welche Ziele Ihnen in Ihrem Leben jetzt wichtig sind und was Sie tun können, um ihre Verwirklichung zu fördern. Das betrifft auch die Frage, ob und wie Sie noch einmal neu an das Thema Partnersuche herangehen wollen.

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
© M.Petery.
Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Vgl. zum Thema auch den Artikel
„Trennungsschmerz noch Jahre nach der Beziehung“.

Sexuelle Probleme
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