Schlagwort-Archive: Selbstmorddrohung

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Voyeurismus-
Mein Freund und der Parkplatz

Voyeurismus-
Frauen beim Uninieren überraschen

Voyeurismus
Seit zwei Jahren bin ich mit meinem Freund zusammengezogen. Was ich von Anfang an merkwürdig fand, ist, dass er in der Freizeit immer wieder für ein paar Stunden wegfährt, ohne dass er es recht erklären kann. Ich konnte herausfinden, dass es den Schulfreund, den er angeblich besucht haben wollte, überhaupt gar nicht gibt.

Ich habe ihn zur Rede gestellt und er hat mir gebeichtet, dass er immer wieder mit dem Auto zu einem Parkplatz an der Autobahn fährt, wo es kein Dixie-Klo gibt und hofft, dass eine Frau aussteigt und hinter den Büschen urinieren geht. Er tut dann genau in dem Moment, wo sie in der Hocke sitzt, so, als würde er rein aus Zufall gerade vorbeilaufen, und starrt sie an.

Angrapschen tut er die Frauen nicht, auch nicht vor ihnen onanieren. Aber er genießt die Peinlichkeit der Situation und den Schreck, den sie bekommen. Offenbar so sehr, dass er das mehrmals die Woche tut. Alternativ geht er wohl auch immer wieder in den Stadtwald, in der Hoffnung, dort ein Pärchen beim Sex zu überraschen.

Ich war ziemlich entsetzt, als er mir das erzählte. Ich habe auch darüber nachgedacht, auszuziehen und unsere Freundschaft zu beenden. Aber ich liebe ihn dazu einfach zu sehr.

Er sagt auch, dass er sich ändern will- immer wieder. Aber spätestens nach 2 Wochen ist er dann doch wieder unterwegs zu dem Parkplatz. Neulich habe ich ihn nur kurz zum Einkaufen geschickt- zurückgekommen ist er 5 Stunden später… Anscheinend liebt er seinen Voyeurismus mehr als mich.

Meine Bitte, dass er sich einen Therapeuten sucht, hat er jedes Mal in den Wind geschlagen. Er wäre nicht krank, meint er. Nur machen ihm eben Dinge Spaß, die sich die meisten Menschen einfach nicht trauen.

Irgendwie habe ich die Lust auf Sex mit ihm verloren. Ich weiß nicht, wie ich auf Dauer mit so einem Mann zusammenleben soll. Außerdem hat er, als ich ihm einmal die Trennung angedroht habe, gesagt, dass doch ich die einzig Wichtige in seinem Leben wäre und dass er sich dann ja gleich umbringen könnte, wenn ich ihn verlasse.

Monika Z. (Name geändert)

Voyeurismus-
eine Belastungsprobe für die Partnerschaft

Hallo Monika,

Ihr Freund hat Ihnen gebeichtet, dass er regelmäßig zu einem Autobahnparkplatz fährt, um dort Frauen beim Urinieren zuzusehen. Auch im Stadtwald versucht er Pärchen beim Sex zu beobachten.

Sie selbst haben deswegen keine Lust mehr auf gemeinsamen Sex. Sie lieben ihn aber zu sehr, um sich von ihm zu trennen. Außerdem hat er für diesen Fall mit einem möglichen Selbstmord gedroht. Jetzt wissen Sie nicht, wie Sie auf Dauer mit ihm zusammenleben können.

Voyeurismus- was ist das?

Der Krankheitenkatalog der Weltgesundheitsorganisaion ICD-10 (F.65.3) definiert Voyeurismus als „wiederkehrender oder anhaltender Drang, anderen Menschen bei sexuellen Aktivitäten oder intimen Tätigkeiten, z.B. Entkleiden, zuzusehen ohne Wissen der beobachteten Person“.

Welche Probleme hat Ihr Freund eigentlich?

Für Ihren Freund trifft diese Definition nur teilweise zu. Denn im Fall der urinierenden Frauen am Parkplatz legt er selbst offenbar selbst keinen Wert darauf legt, unentdeckt zu bleiben, sondern tritt den Frauen direkt entgegen, um sie zu beschämen. Hier kommt auch ein aggressiver Zug hinzu, der bei Voyeuren nach der ICD-10-Definition nicht vorhanden ist.

Um hier zu einer genauen Diagnose zu finden, wäre eine eingehendere Untersuchung durch einen Therapeuten notwendig.

Dazu kommt noch die von ihm -allerdings nicht ganz klar- ausgesprochene Selbstmorddrohung. Schon allein deswegen, dass Ihr Freund Ihnen erklärt, mit dem Gedanken zu spielen, sich das Leben zu nehmen, ist unbedingt eine psychologische oder psychiatrische Klärung erforderlich.

Selbstmorddrohungen sind immer ernst zu nehmen und müssen fachlich kompetent begleitet werden (siehe Artikel: Selbstmorddrohung- Wie gehe ich mit damit um?).

Voyeurismus-
Sie können Ihren Freund nicht ändern

Nach Ihrer Schilderung erscheint es fraglich, ob Sie Ihren Freund zu einer Therapie bewegen können. Denn Grundvoraussetzung für einen Therapieerfolg ist persönliches Leiden unter der Krankheit und Krankheitseinsicht.

Und anders als etwa bei einem Exhibitionisten hat ihr Freund eher weniger juristische Konsequenzen zu fürchten, da sich jeder Mensch frei im öffentlichen Raum bewegen darf. In juristische Schwierigkeiten käme ein Voyeur nur dann, wenn er von fremden Personen gegen deren Willen Photos anfertigt.

Letztlich ist der einzige Nachteil, den er zu befürchten hat, dass Sie es nicht mehr mit ihm aushalten und ihn verlassen.

Vielleicht haben Sie an diesem Punkt die Möglichkeit, ihn zumindest gemeinsam mit Ihnen zu einem Besuch beim Therapeuten zu bringen- indem Sie nicht ihn und seine Probleme in den Vordergrund stellen, sondern sagen, dass Sie selbst ein Problem mit Ihrer Partnerschaft haben, das Sie gerne gemeinsam mit ihm in einer Therapie lösen möchten.

Voyeurismus des Freundes-
Wie gehen Sie damit um?

Sie selbst können nicht für Ihren Freund seine Probleme lösen. Das kann nur er selbst. Sie können aber für sich selbst sorgen und dafür, dass es Ihnen selber gut geht. Momentan scheinen Sie da aber selbst in eine ziemliche Sackgasse hineingeraten zu sein:

  • Einerseits schreiben Sie, dass Sie Ihren Freund zu sehr lieben, um sich von ihm trennen zu können,
  • Einen Absatz weiter schreiben Sie, dass Sie nicht wissen, wie Sie mit ihm auf Dauer zusammenleben können.

Ein erster Schritt, um aus dieser Zwickmühle herauszukommen, könnte sein, dass Sie sich, auch ohne Ihren Freund, für ein paar Stunden die Unterstützung durch einen Therapeuten gönnen.

Themen für Ihr Gespräch
mit einem Therapeuten

Im gemeinsamen Gespräch mit dem Therapeuten könnte es dann u.a. um folgende Themen gehen:

  • Was sind meine eigenen Bedürfnisse in einer Beziehung?
  • Was brauche ich, damit mir der Sex in einer Beziehung Spaß macht?
  • Welche sexuellen Aktivitäten meines Partners außerhalb unserer Beziehung kann ich akzeptieren, welche nicht?
  • Was mache ich, wenn ich sexuelle Aktivitäten meines Partners außerhalb der Beziehung nicht akzeptieren kann?
  • Welche Regeln können Partner in einer Beziehung vereinbaren?
  • Was mache ich, wenn mein Partner gemeinsam vereinbarte Regeln immer wieder verletzt?
  • Wie gehe ich damit um, wenn mein Partner mich mit Selbstmorddrohungen erpreßt?

Die Klärung dieser Fragen könnte ein wichtiger Schritt für Sie sein, dass Sie selbst wieder mehr Spielräume für Ihren eigenen Lebensweg finden. Dafür wünsche ich Ihnen alles Gute!

Gern können Sie sich bei weitere Fragen an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen

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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Selbstmorddrohung-
wie gehe ich damit um?

Selbstmorddrohung Selbstmorddrohung

Selbstmorddrohung immer ernst nehmen

Selbstmorddrohung
Eine Selbstmorddrohung gehört in einer Partnerschaft zum Belastendsten, was geschehen kann. Das Schwierigste ist, dass niemand sicher weiß (und vielleicht nicht einmal der Partner, der die Drohung ausspricht), wie ernst diese Drohung gemeint ist und ob nach dieser Drohung tatsächlich der Selbstmord folgt oder nicht.

Gerade deswegen gilt:
Eine Selbstmorddrohung ist immer ernst zu nehmen.

Auch wenn es schwer fällt, sind berechtigte und wichtige Fragen wie „Will er/sie mich damit eigentlich nur erpressen?“ erst einmal in den Hintergrund zu stellen.

Selbstmord- Wer ist besonders gefährdet?

Eine besondere Gefährdung für Suizidalität liegt vor, wenn bereits folgende Umstände gegeben sind:

  • depressive Erkrankung
  • Missbrauch oder -abhängigkeit von Drogen, Alkohol oder Medikamenten
  • anderer Selbstmord im persönlichen Umfeld
  • Opfer von sexuellem Missbrauch, besonders in der Kindheit: vgl. dazu den Beitrag: Missbrauch und Trauma<
  • vorangegangene Selbstmordankündigungen oder Selbstmordversuche

Selbstmorddrohung- die Phasen der Suizidalität

Der Psychiater Walter Pöldinger hat aufgezeigt, dass sich Suizidalität (die Neigung zum Selbstmord) in drei Phasen entwickelt.

1. Erwägungsphase
Es kommt der Gedanke an Suizid (Selbstmord) als Möglichkeit zur Problem- oder Konfliktlösung auf. Dabei können verschiedene Faktoren begünstigend hinzukommen, so etwa, wenn eigene Aggressionen nicht nach außen abgeführt werden können oder wenn im Umfeld bereits ein anderer Suizid stattgefunden hat.

2. Ambivalenzphase
In dieser Phase kommt es zu einem inneren Kampf zwischen dem Willen, sich umzubringen, und dem Willen, am Leben zu bleiben. In dieser Phase kann es zu direkten und indirekten Selbstmordankündigungen kommen.
Ein Beispiel für eine direkte Selbstmordankündigung: „Ich bringe mich jetzt bald um, wenn das so weitergeht.“
Ein Beispiel für eine indirekte Selbstmordankündigung: „Vielleicht bist du mich als Problem ja bald los…“

Etwa 80% aller Menschen, die Selbstmord begehen, kündigen mit solchen oder ähnlichen Sätzen (Andeutungen, Drohungen, Ankündigungen) ihre Tat an.
Psychologisch sind solche Äußerungen als Hilferufe zu interpretieren, die von der Seite des Überlebenswillens der betroffenen Person kommen.
Eine Selbstmorddrohung ist immer unbedingt ernst zu nehmen, auch dann, wenn sie vor allem dazu zu dienen scheint, den anderen Partner unter Druck setzen zu wollen („Wenn du dies oder das machst bzw. nicht machst, bringe ich mich um!“).

3. Entschlussphase
In der dritten Phase fällt der Entschluss zu sterben oder weiterzuleben. Der Betroffene wirkt jetzt ruhig und ausgeglichen („Ruhe vor dem Sturm“)- und genau darin liegt die Gefahr, die Situation von außen falsch einzuschätzen. Hier kann nur helfen, denjenigen, der von Selbstmord gesprochen hat, zu fragen, warum er sich jetzt nicht mehr umbringen, sondern weiterleben will. Wenn der Betroffene hier keine klaren Gründe angeben kann, steht die Tat möglicherweise unmittelbar bevor. Das gilt um so mehr, wenn der Betroffene scheinbar ganz ruhig und überlegt anfängt, finanzielle oder testamentarische Fragen zu regeln.

Selbstmorddrohung-
Regeln für den richtigen Umgang

Wie reagiere ich richtig, wenn ich vermute oder bemerke, dass mein Partner (oder ein anderer Mensch) Selbstmordgedanken hegt?
Dafür gibt es die folgenden Regeln:

1. Regel:
Eigene Scheu überwinden und das Thema aktiv ansprechen

Wenn ich mir unsicher bin, ob mein Partner (oder auch ein anderer Mensch) Selbstmordgedanken hegt, sollte ich derjenige sein, der das aktiv anspricht.
Es gilt vor allem, falsche Scheu zu überwinden. Die Vorstellung, ich könnte durch meine Nachfrage jemand anderen erst auf den Gedanken bringen, sich umzubringen, ist grundsätzlich falsch. Die Sprachlosigkeit ist die eigentliche Gefahr, nicht die Nachfrage.
Mögliche Fragen könnten sein: „Ich mache mir Sorgen um dich. Kann es sein, dass dich dein Lebensmut verlassen hat? Denkst du manchmal daran, dass es besser wäre, nicht mehr am Leben zu sein?“

2. Regel:
Abschätzung des Gefährdungsgrades

Wenn Selbstmordgedanken vorliegen, ist es wichtig zu erfahren, in welcher der drei oben erklärten Phasen der Betroffene steht. Hier könnten mögliche Fragen lauten: „Hast du eher allgemein das Gefühl, nicht mehr leben zu wollen oder ist das schon konkreter geworden? Hast du schon Ideen, wie du dich tatsächlich umbringen würdest? Was kann ich jetzt für dich tun?“

3. Regel:
Nicht abwarten, sondern Hilfe holen

Vorgehen bei Phase 1 (Erwägungsphase):
Grundsätzlich ist therapeutische Hilfe immer erforderlich, wenn ein Mensch, auch ohne konkreten Plan, an Selbstmord als eine Möglichkeit zur Problemlösung denkt. Deshalb ist es richtig, dass Sie Ihrem Partner anbieten: „Ich denke, das ist der Punkt, an dem wir die Hilfe eines Therapeuten benötigen. Deshalb werde ich für uns einen Termin ausmachen.“

Vorgehen bei Phase 2 (Ambivalenzphase) und Phase 3 (Entschlussphase):
Hier ist schnelle Hilfe notwendig.

Rufen Sie die Notrufnummer 110 an
(lieber einmal zu viel als zu wenig!).

Lassen Sie den Betroffenen nicht allein, bis ein Arzt oder Psychologe die Behandlung übernommen hat.
Wenn Ihr Partner mit Selbstmord droht, ist solche professionelle Hilfe absolut notwendig.

Wenn Sie in solcher Weise für Ihren Partner gesorgt haben, kann es sein, dass Ihnen auch selbst psychotherapeutische Unterstützung gut tun kann. Es ist auf jeden Fall Grund genug dafür da, dass Sie jetzt auch an sich selbst denken, um auch Ihre eigenen Belastungen durch die Selbstmorddrohung Ihres Partners verarbeiten zu können.

Auch wenn ich keine Notfallhilfe leisten kann (dafür ist Telefon 110 zuständig!): Wenn Sie weitere Fragen zum Thema haben, die sich nicht auf einen direkten Notfall beziehen, freue ich mich, wenn Sie sich an mich wenden.

Mit herzlichen Grüßen

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.