Archiv der Kategorie: Erektionsstörung und Erektionsprobleme

Übersicht über alle Artikel zum Thema „Erektionsstörung – Erektionsprobleme“ in der Sexualtherapie

Erektionsstörung und Erektionsprobleme

Erektionsstörungen und Erektionsprobleme können eine große Belastung darstellen: nicht nur für den Mann, der daraus eine regelrechte Versagensangst entwickeln kann, die jede Freude an spontaner Sexualität zerstört- sondern auch für die Frau, wenn ihr dadurch die Möglichkeit genommen ist, im Koitus einen eigenen Orgasmus zu erleben.

Eine Sexualtherapie kann helfen, mögliche Versagensängste abzubauen. Insbesondere kann eine Sexualtherapie dabei helfen, eine möglichewrweise sehr eng gefaßte Vorstellung von der Sexualität zu erweitern, nach der die Partner nur im Akt des Koitus ihren Organsmus erleben dürfen. Viele Erektionsstörungen können dadurch aufgelöst werden, dass die Partner im Rahmen einer Sexualtherapie neue und befriedigerndere Formen der Sexualität entdecken.

Erektionsstörung? Erektionsprobleme?

Wichtig:

Erektionsstörungen haben zwar fast immer ausschließlich psychische Ursachen, die im Rahmen einer Psychotherapie gut zu behandeln sind. Erektionsstörungen können aber auch ein Hinweis auf eine ernsthaftere Erkrankung sein (z.B. Diabetes). Deshalb ist unbedingt eine ärztliche Untersuchung nötig, um solche körperlichen Ursachen ausschließen zu können.

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Ursachen für Erektionsprobleme

Ursachen für Erektionsprobleme

Ursachen für Erektionsprobleme de.123rf.com/photo_23486780 Rommel Canlas

Psychische Ursachen für Erektionsprobleme

Ursachen für Erektionsprobleme- es gibt viele verschiedene Faktoren, die mit hineinspielen. Das reicht von rein körperlichen und medizinischen Ursachen über Stress und äußere Belastungen bis hin zu Ängsten, Depressionen und Folgen traumatischer Erlebnisse wie etwa sexuellem Missbrauch.

Es ist also sehr wichtig, nicht gleich sofort mit irgendeinem Therapieverfahren zu starten (wie z.B. der häufig empfohlenen SqueezingTechnik), sondern zunächst einmal eine gründliche Diagnostik vorzunehmen, welche Ursachen für die Erektionsprobleme eigentlich verantwortlich sind.

Und je nachdem, welche Ursache zugrunde liegt, kann die Therapie sehr unterschiedlich aussehen: Bei Depressionen ist Verhaltenstherapie angesagt, die insgesamt zu einer stärkeren Aktivierung des Klienten führt (und möglicherweise auch die Verschreibung eines Antidepressivums durch einen Arzt). Bei einem zugrunde liegenden Trauma dagegen kann nur Psychotherapie helfen- weder körperliche Übungen noch Medikamente werden hier groß etwas bewirken.

Ursachen für Erektionsprobleme (1):
Körperliche Ursachen und Diagnostik

Bluthochdruck, Cholesterin, Testosteronmangel, Diabetes- all das können medizinische Gründe sein, warum ein Mann Erektionsprobleme hat. Deshalb ist der erste Schritt immer der Gang zum Arzt (Urologe), um mögliche körperliche Ursachen abzuklären.

Denn die beste Psychotherapie nützt nichts, wenn z.B. Bluthochdruck die Ursache für die Beschwerden ist. Da ist es wichtig, die entsprechende Grunderkrankung zu behandeln- und wenn diese Erkrankung behandelt ist, nehmen in der Regel auch de Erektionsprobleme ab.

Das Ergebnis einer medizinischen Beratung kann sein, dass ein bestimmtes Medikament wie etwa ein PDE-5-Hemmer (z.B. Viagra) zur Behandlung der Erektionsprobleme eingesetzt wird. Viagra ist aber kein Wundermittel, dass aus jedem Mann einen Casanova macht- Viagra kann helfen, um die Blutzufuhr des Schwellkörpers zu erleichtern und damit die Erektion zu stärken.

Ein solches Medikament bringt aber nur dann etwas, wenn eine körperliche Störung dieser Blutzufuhr tatsächlich die Ursache für die Probleme ist. Bei allen anderen Ursachen hilft Viagra nicht- oder nur durch den Placebo-Effekt- eine rein psychische Wirkung: Allein dadurch, dass man glaubt, eine Wunderpille im Bauch zu haben, wird das Selbstvertrauen größer und dadurch auch die Erektion einfacher.

Der Gang zum Arzt kann sich aber auch aus umgekehrten Grunde lohnen: Es gibt zahlreiche Medikamente, die als Nebenwirkung Ursache für Erektionsprobleme sein können (vgl. dazu den Fachartikel im Ärzteblatt „Medikamente als Verursacher sexueller Dysfunktionen“). Hier kann der Arzt eventuell auf andere Medikamente umstellen, die diese Nebenwirkung nicht haben.

Ursachen für Erektionsprobleme (2):
Die psychologische Diagnostik

Wenn körperliche Ursachen für Erektionsprobleme durch einen Facharzt ausgeschlossen bzw. geklärt sind, beginnt die Aufgabe für die Psychotherapie.

Das kann eine entsprechende psychotherapeutische Begleitung sein, wenn die körperlichen Ursachen nicht vollständig geheilt werden können (z.B. in der Nachsorge von Prostata-Operationen). Da geht es dann vor allem darum, Wege zu finden, wie sich trotz möglicherweise gegebenen Einschränkungen trotzdem das Maximum an positiven sexuellen Erlebnissen erreichen läßt.

Weitaus häufiger wird allerdings sein, dass der Arzt überhaupt keine körperliche Ursache für die Erektionsprobleme findet. In diesem Fall ist die Aufgabe des Therapeuten bzw. der Therapeutin, im Rahmen einer psychologischen Diagnostik mögliche Ursachen zu finden und dann aufgrund dieser Diagnostik den geeigneten Therapieplan gemeinsam mit dem Klienten zu entwickeln.

Psychische Ursachen für Erektionsstörungen
Psychische Ursachen für Erektionsstörungen

Im Rahmen des Krankheitenkatalogs der Weltgesundheitsorganisation ICD-10 kommen vor allem folgende psychische Störungsbilder als Ursache für Erektionsstörungen in Frage:

  • F10: Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol
  • F11: Störungen durch Cannabinoide
  • F17.1: Störungen durch Nikotin
  • F32: Depressive Episode
  • F34.1 Dysthymie
  • F 40: Phobische Störung (Angststörungen)
  • F42: Zwangsstörung
  • F43: Reaktionen auf schwere Belastungen (z.B. sexuelle Missbrauchserlebnisse)
  • F45: Somatoforme Störungen
  • F52: Sexuelle Funktionsstörungen, nicht verursacht durch organische Störung oder Krankheit
    • F52.0 Mangel oder Verlust von sexuellem Verlangen
    • F52.1: Sexuelle Aversion und mangelnde sexuelle Befriedigung
    • F52.2: Versagen genitaler Reaktionen inkl. psychogene Impotenz
    • F52.3: Orgasmusstörung
    • F52.4: Ejaculatio Praecox
    • F52.6: Nichtorganische Dyspareunie (nur psychich erklärbare Schmerzen beim Sexualverkehr)

Bei diesem Katalog ist allerdings zu bedenken, dass die unter F10 bis F45 beschriebenen Störungen in der Diagnose vorrangig zu berücksichtigen sind, bevor eine rein deskriptive Diagnose nach F52 vergeben werden kann.

Ursachen für Erektionsprobleme (3):
Angst- und Zwangsstörungen

Sexuelle Ängste und Zwänge gehören zu den häufigen psychischen Ursachen für Erektionsprobleme.

Ein Klassiker ist die sexuelle Versagensangst. Der Mann hat bestimmte Erwartungen an seine sexuelle Leistungsfähigkeit, die sehr hoch oder vielleicht sogar völlig unrealistisch sind.

Oft stehen hier Vorstellungen vom sexuellen Normen im Hintergrund, die völlig unrealistisch sind und eher der Fantasiewelt der Pornoindustrie entsprechen als der Wirklichkeit. Immer wieder gilt es im Rahmen einer Sexualtherapie deutlich zu machen, dass guter Sex nicht notwendigerweise voraussetzt, dass Mann und Frau möglichst zeitgleich im Koitus einen Orgasmus bekommen.

Wenn das die Messlatte für den Sex ist, dann ist der Misserfolg geradezu vorprogrammiert: denn es ist völlig normal, wenn beim sexuellen Zusammenspiel vielleicht nur einer beiden der Partner einen Orgasmus haben möchte. Und es es auch normal, wenn beim sexuellen Zusammenspiel einfach nur die Freude an der gemeinsamen sexuellen Aktivität im Vordergrund steht- ohne dass bestimmte Zielvorgaben erreicht werden müssen.

Gerade solche Zielvorgaben können sich zu regelrechten Zwangsstörungen auswachsen. Kaum beginnt der Sex, beginnen dann auch die Zwangsgedanken im Kopf. Statt den Sex zu genießen, drängen sich Gedanken in den Kopf, die so oder so ähnlich aussehen können:

  • Schaffe ich das diesmal, so zum Orgasmus zu kommen, wie es sein sollte? Nicht zu schnell, aber bitte auch nicht zu langsam…
  • Was denkt meine Partnerin, wenn ich zu schnell komme oder gar nicht? Findet Sie mich dann minderwertig und wird mich verlassen?
  • Bestimmt gab es bei meiner Partnerin andere Männer, die sie viel besser befriedigen konnten! Vielleicht sagt sie nur aus Mitleid nicht, wie sehr sie von mir enttäuscht ist…
  • Bin ich eigentlich wirklich genügend erregt, dass ich zum Orgasmus kommen werde? Oder merke ich schon irgendwelche Anzeichen, dass meine Erregung schon wieder am Abklingen ist?
  • Oder, sozusagen auf der Metaebene: Kann es sein, dass jetzt schon wieder diese Gedanken anfangen, die mich beim Sex ausbremsen? Bin ich wirklich bei der Sache oder kommt da schon wieder diese Angst, die mich ausbremst?
  • Bin ich eigentlich ganz normal, weil es bei mir immer wieder diese Orgasmusprobleme gibt? Kann es sein, dass ich vielleicht eigentlich homosexuell bin? (Anm: das ist ein Klassiker negativer Gedanken beim Sex, der mit Homosexualität nichts zu tun hat, vgl. meinen Artikel über HOCD)

Sobald solche Gedanken das Ruder im Hirn übernehmen, kann der Sex keinen Spass mehr machen- die Sexualhormone werden ausgebremst, die Erregung geht zu Ende. Mit solchen Gedanken habe ich das Hier und Jetzt des sexuellen Zusammenspiels bereits innerlich verlassen- und das, obwohl der eigentliche Sex mit der Partnerin noch am Laufen ist.

Neben solchen Zwangsgedanken, die aus sexuellen Normen und unrealistischen Zielvorgaben herrühren, können natürlich auch frühere traumatische Erlebnisse sich negativ auf die Freude an der Sexualität auswirken, insbesondere Missbrauchserfahrungen. Das kann dazu führen, dass ich auch im Rahmen der Sexualität mit einem Menschen, den ich eigentlich liebe, in bestimmten Punkten immer wieder an stark angstbesetzte Erlebnisse erinnert werde- und damit in die alte Angst abgleite. Und Angst ist der Lustkiller schlechthin.

Dabei muss ein solches traumatisches Erlebnis von außen nicht unbedingt sehr dramatisch aussehen. Es reichen auch kleinere Vorfälle, um einen Menschen auf dem Gebiet der Sexualität grundlegend zu verunsichern, z.B.:

  • Hänselei und Verspottung als „Schwuchtel“ in der Schulzeit durch Mitschüler
  • Äußerungen im Elternhaus (z.B.: „Aus dir wird nie ein richtiger Mann!“)
  • demütigende Bemerkungen früherer Partnerinnen (z.B. „Mit einem Schwanz wie deinem wirst du niemals eine Frau befriedigen…“)

Immer dann, wenn Zwangs- oder Angststörungen die eigene Freude an der Sexualität beeinträchtigen, ist es unbedingt sinnvoll, sich im Rahmen einer Sexualtherapie Hilfe und Unterstützung zu holen.

Ursachen für Erektionsprobleme (4):
Depressionen

Ebenfalls eine sehr häufige Ursache für Erektionsprobleme sind depressive Episoden, die den Betroffenen oft selbst noch nicht aufgefallen sind.

Typische Grundsymptome sind Antriebsarmut, Interessenverlust und depressive, pessimistische Stimmung. Aber diese Grundsymptome müssen nicht zwingend gleichzeitig und klar erkennbar auftreten. Es kann auch sein, dass bei einer Depression körperliche Symptome wie etwa Erektionsprobleme in den Vordergrund treten und den Schwerpunkt der subjektiven Beschwerden bilden.

Weil eine Depression oft nicht leicht zu erkennen ist, ist eine genaue Diagnostik durch einen Arzt oder Therapeuten sehr wichtig. Bei Erektionsstörungen sollte immer darauf geachtet werden, ob nicht eine depressive Episode der eigentliche Grund ist.

Denn falls eine Depression vorliegt, hat eine Therapie nur dann Sinn, wenn die Ausheilung der Depression vorrangiges Therapieziel ist. Nach den Ergebnissen der neueren Depressionsforschung hat jede Depression zwar psychische Ursachen, das Krankheitsbild selbst liegt aber in einer Störung des Hirnstoffwechsel (insbesondere des Neurotransmitters Serotonin) begründet: Durch psychische Belastungen ist das Hirn dazu gekommen, unzureichend Serotonin zu bilden- und der Teufelskreis der Depression beginnt, weil für die eigene Serotoninbildung ausreichend Serotonin die Voraussetzung ist.

Aus diesem Teufelskreis hilft bei leichten und mittelgradigen Formen der Depression eine klar strukturierte Verhaltenstherapie, die zum Ziel hat, den Klienten zu aktivieren und Verhaltensweisen zu fordern, die zu einer Verbesserung des Serotoninhaushalts beitragen (z.B. mehr Sport). Ab einem bestimmten Schweregrad ist die Hinzuziehung eines Arztes unumgänglich und die zeitweise Einstellung mit einem Antidepressivum, welches dem Körper hilft, die Eigenproduktion mit Serotonin wieder zu normalisieren.

Allein durch die Ausheilung der Depression können in vielen Fällen auch Erektionsprobleme behandelt werden. Eines der bekanntesten Medikamente bei vorzeitigem Samenerguss, Priligy , ist übrigens chemisch gesehen ein SSRI (Serotoninwiederaufnahmehemmer) und damit ein Antidepressivum.

Ursachen für Erektionsprobleme (5):
Psychische Belastungen und äußere Faktoren

Nicht jeder Mann mit Erektionsproblemen hat psychische Probleme, die im Krankheitenkatalog der ICD-10 (siehe oben) auftauchen. Auch „ganz normale“ psychische Belastungen können Erektionsprobleme verursachen, so etwa Stress am Arbeitsplatz oder in der Partnerschaft.

Sollten solche Belastungen nicht nur an einzelnen Tagen negative Folgen für die Sexualität haben (und dann sicherlich nicht nur für die Sexualität) , ist es wichtig, an der eigenen Work/Life-Balance zu arbeiten. Langanhaltender Stress macht krank- und Probleme beim Sex sind ein Warnzeichen, das ernst zu nehmen ist. Bei Nichtbeachtung der Warnsignale kann sich zum Beispiel aus einer eigentlich nur vorübergehenden Belastungssituation eine Depression entwickeln (oder eine andere körperliche oder psychosomatische Störung

Andere Belastungsfaktoren, die zu psychischen Problemen und zu Erektionsschwierigkeiten führen können, sind u.a.:

  • Schlafmangel
  • schlechte Ernährung
  • zu wenig körperliche Bewegung
  • Belastung durch psychischen Druck (Umzug, neuer Arbeitsplatz, Tod/Krankheit bei Freunden oder Familienangehörigen etc.)
  • Veränderung der Lebenssituation (Heirat, Geburt eines Kindes etc.)

Ursachen für Erektionsprobleme (6):
Alkohol, Drogen und Nikotin

Erektionsstörungen durch Alkohol

Was vielen Menschen erst spät oder sogar zu spät klar wird: Alkohol und Drogen (insbesondere auch THC-Cannabis) haben massive Einwirkungen auf den Serotoninhaushalt und damit auch auf die Sexualität. Kurzfristig wirken solche Substanzen meist anregend und können sogar die sexuelle Libido und Erlebnisfähigkeit steigern.

Diese Wirkung funktioniert durch Raubbau an den eigenen Ressourcen. So erwingen Alkohol und Cannabis die Ausschüttung von Serotonin in solcher Menge, dass der Körper in den Folgetagen und -wochen unterversorgt sein kann („Katerstimmung“). Die Stärke dieses negativen Effekts ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und kann sich im Laufe eines mehrjährigen Abusus deutlich verstärken.

Die körperliche Schädigung kann im Extremfall sogar irreversibel sein, d.h. Heilung ist nicht möglich, sondern nur die Suche, wie mit den Beeinträchtigungen relativ am besten umzugehen ist.

In jedem Fall ist hier suchtmedizinische Beratung erforderlich, möglicherweise eine Suchttherapie mit medizinischer und psychotherapeutischer Begleitung. Es ist definitiv keine Schande, sich hier Hilfe zu holen. Eine Sucht ist kein moralisches Laster, für das ich einen Menschen verurteilen kann, sondern eine schwere Erkrankung, die professionell behandelt gehört.

Rauchen schadet Ihrer Potenz- psychische Ursachen für Erektionsprobleme
Quelle: Amt für Veröffentlichungen der EU (eur-lex.europa.eu)

Nikotin kann die Potenz eines Mannes so sehr schädigen, dass keine Heilung mehr möglich ist. Daher ist für einen Mann, der sich seine Potenz langfristig erhalten will, sehr wichtig, mit dem Rauchen aufzuhören und ggf. auch therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Denn langjähriger Nikotingenuss greift über die Jahre schleichend die Gefäße an und die Arterien verschließen sich. Ein bekanntes Beispiel dafür ist das „Raucherbein“. Aber auch im Bereich der Genitalien kann Rauchen zu Durchblutungsstörungen führen und zu einer Störung der Blutzufuhr in den Penis (der „Raucher-Penis“ ist oft die Vorstufe eines späteren „Raucher-Beins“).

Darüber hinaus kann es durch Rauchen und durch Aufnahme der im Tabak enthaltenen Giftstoffe auch zu einer Schädigung der Muskulatur um den Schwellkörper kommen, was die Blutzufuhr zum Schwellkörper und damit auch die Erektion noch weiter erschwert.

Gute Gründe also auch hier, rechtzeitig zum Arzt zu gehen und sich therapeutische Hilfe zu suchen.

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  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
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Sexuelle Probleme und
psychische Störungen

Sexuelle Probleme und psychische Störungen

Sexuelle Probleme und psychische Störungen

Der Sex und die Psyche: Sexuelle
Probleme und psychische Störungen

Viele sexuelle Probleme sind Folge von psychischen Erkrankungen. Sexualität ist ein zentrales Element im Wesen des Menschen- von daher ist nicht besonders erstaunlich, dass sich psychische Störungen und Erkrankungen oft zuerst als ein sexuelles Problem bemerkbar machen.

Nicht jedes sexuelle Problem
ist Folge einer psychischen Erkrankung

Das soll natürlich nicht heißen, dass jedes sexuelle Problem automatisch Folge einer psychischen Störung ist. Genauso häufig gibt es auch andere Ursachen wie zum Beispiel die Erziehung in der Herkunftsfamilie. Hier können Probleme entstehen, wenn die eigene Sexualität und das von sich selbst erwartete Rollenbild nicht zusammenpassen: so kommen immer wieder Männer zu mir in die Praxis, die Homosexualität irgendwo verwerflich oder schmutzig finden- und das, obwohl sie selber homosexuell sind.

Auch sexuelle Probleme in einer Partnerschaft liegen in der Regel nicht an psychischen Störungen von einem oder beiden Partnern, sondern daran, das in den wechselseitigen Erwartungen und Bedürfnissen unterschiedliche Vorstellungen vorliegen, die den beiden Partnern oft nicht bewusst sind und erst im Verlauf einer Paartherapie deutlich werden.

Sexuelle Probleme und psychische Störungen: die häufigsten Krankheitsbilder

Es ist also Vorsicht geboten, bei vorliegenden sexuellen Problemen sofort auf eine psychische Erkrankung zu schließen. Umgekehrt macht die Sache mehr Sinn: Viele psychische Erkrankungen haben Folgen, die sich auch auf sexuellem Gebiet auswirken.

1. Depression

Die Hauptanzeichen einer depressiven Erkrankung sind Antriebslosigkeit, Interesseverlust und depressive Symptomatik. Zu den häufigen Nebensymptomen zählt bei Männern und Frauen aber auch die Abschwächung oder der völlige Verlust der Libido.

Das kann sich bei Männern Potenzschwäche oder Erektionsstörung bemerkbar machen, bei Frauen als Vaginismus (Scheidentrockenheit) oder Unfähigkeit zum Orgasmus (Frigidität). Eine Depression kann aber auch dazu führen, wahllos Sex zu haben, ohne ihn überhaupt gewollt zu haben.

2. Suchtkrankheiten:
Drogen, Nikotin und Alkohol

Eine Suchterkrankung hat erhebliche Folgen für die eigene Sexualität und kann sexuelle Probleme und psychische Störungen verursachen. Viele Drogen führen zu einer Steigerung des Sexualtriebs und einer gestörten Impulskontrolle.

Unter Drogeneinfluss kommt es häufiger zu ungeschütztem und daher auch gesundheitlich gefährlichem Sex oder zu Wahllosigkeit in Bezug auf die Sexualpartner/innen.

Diese Wahllosigkeit kann sich bei Männern so weit entwickeln, dass sich die sexuelle Leidenschaft gleichermaßen auf beide Geschlechter richtet- und das, obwohl die Betroffenen ohne Drogeneinwirkung eindeutig heterosexuell veranlagt sind.

Ebenfalls nach Cannabis-Konsum treten nach meinen eigenen Erfahrungen mit Patienten vor allem bei jüngeren Männern häufiger homosexuelle Zwangsgedanken auf, bei denen sich die Betroffenen permanent hinterfragen, ob sie nicht homosexuell sein könnten. Diese Zwangsgedanken werden als extrem unangenehm erlebt (ganz im Gegensatz zu homosexuellen Tagträumen bei Männern, die tatsächlich homosexuell veranlagt sind).

Typische Folgen von jahrelanger Nikotin-Sucht sind neben dem allgemein bekannten gesteigerten Risiko für Krebserkrankungen vor allem der Verlust der Libido mit der Folge von Erektionsschwierigkeiten und Impotenz bei Männern bzw. Verlust der Orgasmusfähigkeit bei Frauen (Frigidität).

Eine Alkoholkrankheit kann je nach Krankheitsstadium sowohl zu einer Steigerung des sexuellen Verlangens führen (das oft bei gleichzeitiger Unfähigkeit zu Erektion oder Orgasmus) oder, vor allem in fortgeschrittenem Stadium, zum teilweisen oder völligen Verlust der Libido. Im Rahmen einer Partnerschaft führt die Alkoholkrankheit zu unbegründeten Gewaltausbrüchen gegenüber dem Partner, die häufig zu Trennung und sozialer Isolation führen. Weitere Infos unter Kenn Dein Limit.

3. Sexuelle Probleme und psychische Störungen
bei Trauma und Missbrauch

Traumatische Erfahrungen auf sexuellem Gebiet (Erlebnisse von Missbrauch und/oder Vergewaltigung in Kindheit und/oder Erwachsenenalter) können zu psychischen Erkrankungen führen. Eine häufige Folge ist eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), deren Symptome oft erst Jahre nach dem traumatischen Erlebnis deutlich werden. Typisches Kennzeichen sind Erinnerungslücken in Bezug auf das Trauma bei gleichzeitiger ständiger Präsenz des Erlebnisses. Diese Spannung kann zu dissoziativen Zuständen führen, also dem Auseinanderfallen von Elementen der Wahrnehmung, des Bewusstseins, des Gedächtnisses, der Identität und der Motorik.

Auf sexuellem Gebiet kann ein Trauma zu Vermeidungsverhalten führen (Vermeidung von Situationen, die zu Sex führen könnten, bis hin zu vollständiger sozialer Isolation) oder zu vollständigem Verlust von Libido und Orgasmusfähigkeit.

4. Zwangsstörungen:
Zwangsgedanken und Zwangshandlungen

Zwangsgedanken kommen auf sexuellem Gebiet sehr häufig vor.

Das können katastrophisierende Gedanken sein wie zum Beispiel, dass der geliebte Partner bzw. die geliebte Partnerin einen schon bald verlassen wird- ohne dass es dafür in der Wirklichkeit irgendwelche tatsächlichen Hinweise gibt. Das kann auch umgekehrt die quälende Angst sein, man selber könnte plötzlich nichts mehr für seine/n Partner/in empfinden- und das, obwohl im Augenblick in der Partnerschaft alles in Ordnung ist.

Möglich sind auch andere quälende Gedanken, wie etwa die ständige bildhafte Vorstellung, wie der Sex des eigenen Partners bzw. der eigenen Partnerin mit vorherigen Exfreundinnen bzw. Exfreunden ausgesehen haben könnte.

Bei (heterosexuellen) Männern findet sich außerdem sehr häufig der Zwangsgedanke, „eigentlich“ homosexuell und damit unfähig zur Partnerschaft mit einer Frau zu sein.

Ein Beispiel für eine sexuelle Zwangshandlung wäre der permanente Drang, sich pornografische Videos ansehen zu müssen, auch wenn keine sexuelle Erregung besteht und dieser Drang als unangenehm empfunden wird..

5. Angststörungen

Auch Angst ist ein häufiges Thema in der Sexualtherapie. Zu beachten ist, dass Menschen mit Angststörungen selbst häufig die Angst gar nicht als das Hauptsymptom erkennen und vor allem körperliche Symptome erleben wie z.B. Schwindelgefühle, Herzrasen, Magenschmerzen etc.

Eine Angststörung bzw. phobische Störung liegt immer dann vor, wenn

  • die Angst der Situation nicht angemessen ist
  • die Angst länger deutlich anhält als die angsterregende Situation andauert
  • die besondere Form der Angst nicht erklärbar und beeinflussbar ist
  • die Angst zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität führt
  • die Angst zu Einschränkungen im Kontakt mit anderen Menschen führt.

Auf sexuellem Gebiet gibt es vor allem die Versagensangst, die im Extremfall dazu führt, dass Betroffene sexuelle Begegnungen grundsätzlich vermeiden. Dazu kommen spezielle Formen der Angst wie etwa Gymnophobie, also die Angst, selber nackt zu sein oder andere Menschen nackt zu erleben.

6. Sexuelle Probleme und psychische Störungen
bei einer Borderline-Störung

Hauptmerkmal der Borderline-Störung ist eine kaum auszuhaltende innere Anspannung, die sich häufig in selbstschädigendem Verhalten Erleichterung verschafft.

Das können Selbstverletzungen sein (z.B. durch Ritzen), aber auch Hochrisikoverhalten wie Gebrauch von Suchtmitteln, riskantes Autofahren oder eine wenig kontrollierte Sexualität mit wechselnden Partner/innen. (Wobei in letzterem Fall dieses Verhalten gerade bei jungen Frauen auch die Wahrscheinlichkeit erhöht, sexuell ausgenutzt zu werden.)

Das ist insofern besonders problematisch, da Menschen mit einer Borderline-Störung oft bereits in der Kindheit sexuellen Übergriffen ausgesetzt waren, und sich somit traumatische Erfahrungen der Vergangenheit immer weiter fortsetzen. Vgl. dazu auch das Fallbeispiel Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen.

Menschen mit Borderline-Störung haben häufig eine große Sehnsucht nach einer engen und dauerhaften Beziehung. Da sie in ihrer Kindheit oft nicht erfahren konnten, was die Geborgenheit in einer Familie bedeutet (inkl. aller Aufs und Abs, die im Alltag dazugehören), haben Menschen mit Borderline-Störung oft unrealistische Erwartungen an eine Beziehung. Das zeigt sich in vielen Fällen durch
die Neigung, andere Menschen entweder stark zu idealisieren oder abzuwerten.

Das kann in einer Beziehung dazu führen, dass die Vorzüge des Partners bzw. der Partnerin zunächst völlig überhöht positiv gesehen werden mit der Folge einer um so tieferen Enttäuschung, wenn der Partner bzw. die Partnerin diese hohen Erwartungen später nicht auf Dauer erfüllen kann.

Von daher erklärt sich, dass Beziehungen, auch wenn sie mit großen Erwartungen begonnen wurden, oft nicht sehr lange anhalten- es sei denn, der Partner bzw. die Partnerin bringen sehr viel Verständnis für die Erkrankung auf und schaffen es, die Partnerschaft auf einem mittleren Level zischen Idealisierung und Entwertung zu stabilisieren.

Neben einer speziellen Therapie mit dem Ziel des Spannungsabbaus (und ggf. auch der Traumaverarbeitung) für den Borderline-Patienten bzw. die Borderline Patientin, kann also auch eine paartherapeutische Begleitung sinnvoll sein.

7. Sexuelle Probleme und psychische Störungen
bei Persönlichkeitsstörungen

Persönlichkeitsstörungen sind gemäß der ICD-10, dem Krankheitenkatalog der Weltgesundheitsorganisation, „tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen.“

In der Regel verspüren Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung selbst nur geringen Leidensdruck- ihre Umwelt oder ihre Partnerinnen oder Partner dafür umso mehr. Rein statisch ist jede fünfte Partnerschaft betroffen.

Vgl. dazu den ausführlichen Beitrag über Perönlichkeitsstörungen in der Partnerschaft.

8. Weitere Störungsbilder

Hierzu gehören z.B. Störungen im Bereich des Autismusspektrums.
Auch wenn Autisten Schwierigkeiten haben, Kontakt zu anderen Menschen aufzunehmen, haben sie trotzdem sexuelle Bedürfnisse, die in der Regel durch Masturbation befriedigt werden.

Hier kommt es auf eine behutsame Sexualerziehung an, welche den Betroffenen nichts aufdrängt (und keinesfalls sexuell ausbeutet!), gleichzeitig aber auch vor Situationen schützt, die ihnen schaden (Masturbation in der Öffentlichkeit, Verletzungen durch Einsatz ungeeigneter Gegenstände bei der Masturbation).
Vgl. dazu den Aufsatz zu Sexualität und Autismus von Karin Dreisigacker.

Beim Asperger-Syndrom verspüren Betroffene oft den lebhaften Wunsch nach Partnerschaft und Sexualität. Eine große Schwierigkeit bereitet allerdings das Kennenlernen eines geeigneten Partners bzw. einer geeigneten Partnerin, die Verständnis für die Eigenheiten von Menschen mit Asperger-Syndrom hat (Spezialinteressen, Reizüberforderung bei sozialen Anlässen etc.). Um diese Schwierigkeit zu überwinden, kann eine einfühlsame Therapie sehr hilfreich sein, die darauf abzieht, soziale Skills einzuüben und zu trainieren.

ADHS im Erwachsenenalter kann sich im Bereich Sexualität auf sehr unterschiedliche Art und Weise auswirken. Während Frauen mit ADHS oft erst relativ spät mit Ende 20 ihre Freude an der Sexualität entdecken, haben junge Männer mit ADHS oft ein stark gesteigertes sexuelles Interesse („Hypersexualität„).

Beiden Geschlechtern gemeinsam ist bei ADHS oft eine überdurchschnittliche Experimentierfreude beim Sex und eine große Akzeptanz auch von Partnern, die nicht dem gängigen Idealbild entsprechen. Impulsivität und rasche Stimmungsumschwünge können in der Partnerschaft Beziehungsprobleme bereiten. In solchen Fällen kann eine Paartherapie dazu beitragen, das gegenseitige Verständnis für die jeweiligen Eigenheiten des anderen Partners zu fördern.

Sexuelle Probleme und psychische Störungen: eine Aufgabe für den Spezialisten

Ob eine psychische Erkrankung (Mit-)Ursache für sexuelle Probleme ist oder nicht, ist oft auch für den Spezialisten nicht auf den ersten Blick erkennbar. Deswegen sind spezielle Untersuchungen nötig, um genaue Klarheit zu gewinnen und auf dieser Grundlage das geeignete Therapieverfahren zu wählen (z.B. Verhaltenstherapie oder Gesprächstherapie).

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© M.Petery
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