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Orgasmus und Orgasmusprobleme

Der Orgasmus ist der intensivste Moment im sexuellen Miteinander zweier Menschen. Wenn es hier Probleme gibt, kann das auf Dauer die Beziehung selbst gefährden.

Problematisch ist besonders das Ideal des gleichzeitigen sexuellen Höhepunktes beider Partner- ein Mythos, der sich bis heute beharrlich festgesetzt hat.

In der Wirklichkeit kommen die wenigsten Paare gleichzeitig- und es ist sogar fraglich, ob dieses Ziel überhaupt so erstrebenswert ist. Viele glückliche Paare schenken sich gegenseitig ihren Orgasmus nacheinander.

Der Traum vom gleichzeitigen, gemeinsamen Höepunkt im Koitus, der nie erreicht wird, kann dagegen zu vielfältigen Problemen führen, besonders dann, wenn ein Paar über dieses Thema nicht offen sprechen kann.

Dann entsteht ein Druck von Erwartungshaltungen, die sich niemals einlösen lassen und zu Versagensängsten führen können.

Wenn die Situation festgefahren ist, kann eine Sexualtherapie hier weiterhelfen.

Häufig gelesene Artikel hier im Blog zum Thema

Ist Selbstbefriedigung
gesund?

Selbstbefriedigung-
Laster oder völlig normal?

Radiointerview Selbstbefriedigung
Hier der Radiomitschnitt.

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Ist Selbstbefriedigung gesund?
Oder wird man davon blind?

Onanie macht definitiv nicht blind. Diese Aussage ist wissenschaftlich gesehen ein völliger Unsinn.

In Wirklichkeit ist genau das Gegenteil richtig. Selbstbefriedigung ist aus Sicht der Sexualtherapie gesund. Und zwar sowohl körperlich wie auch psychisch.

Bei Männern trägt häufiges Onanieren dazu bei, das Risiko von Prostata-Krebs zu senken und schützt vor Entzündungen der Harnblase. Bei Männern und Frauen senken die Sexualhormone, die bei der Selbstbefriedigung freigesetzt werden, das Diabetes-Risiko.

Aus psychologischer Sicht gilt: Wer sich gut selbstbefriedigen kann, hat auch besseren Sex mit dem Partner.

Zum einen deswegen, weil er den eigenen Körper, seine eigene Orgasmusfähigkeit und seine eigenen sexuellen Bedürfnisse besser kennt und auch in der Beziehung besser äußern kann.
Zum anderen, weil es durch Selbstbefriedigung ein Ventil gibt, auch in der Partnerschaft den eigenen Sexualdrang manchmal alleine ausleben zu können.- und bei dr eigenen Bedürfnisbefriedigung nicht notgedrungen nur auf den Partner bzw. die Partnerin angewiesen zu sein oder aus lauter Druck fremdgehen zu müssen.

Selbstbefriedigung in der Partnerschaft

Wenn beide Partner unterschiedlich häufig das Bedürfnis zum Sex haben, ist das dann kein Problem, wenn die Partner sich auch selbstbefriedigen können.

Der Partner mit dem häufigeren Sex-Bedürfnis hat so eine Möglichkeit, trotzdem zum Orgasmus zu kommen , und muss nicht den anderen gegen dessen Willen mit seinem Sexwunsch bedrängen.

Interessanterweise ist Masturbation übrigens auch im Tierreich weit verbreitet, nicht nur bei Säugetieren wie Hunden, Affen, Kühen, Pferden oder Schafen, sondern auch bei Vögeln und Reptilien. Allein das zeigt, dass Masturbation biologisch zur Sexualität schlicht und einfach hinzugehört.

Nicht normal ist einzig und allein, die Lust an der Onanie künstlich zu unterdrücken.

Warum galt das früher als verpönt?

Das Verbot von Onanie ist menschheitsgeschichtlich eine späte Erfindung im Umfeld des Christentums. Bei den alten Griechen und Römern war Selbstbefriedigung noch völlig selbstverständlich.
Im frühen Christentum galt Sexualität schon bald als verpönt. Die eigentliche Liebe des Menschen sollte nur noch Gott allein gehören- und sogar der Sex mit der Ehefrau nicht mehr Lust bereiten als unbedingt nötig (daher das Verbot aller anderen Sexpraktiken außer der Missionarsstellung).

Diese christliche Sexualmoral hat die bürgerliche Gesellschaft des 19. Jahrhunderts gründlich geprägt- und wirkt direkt oder indirekt bis heute fort.

Wie machen es Frauen / wie die Männer?
Gibt es da Unterschiede?

Die meisten Frauen gelangen selber zum Orgasmus, indem sie die Klitoris mit der Hand stimulieren. Manche Frauen nutzen dazu auch einen Vibrator. Deutlich weniger kommen durch vaginale Masturbation zum Orgasmus, also durch das Einführen eines Fingers in die Scheide . Und wieder andere erregen sich durch das feste Zusammenpressen der Oberschenkel.

Männer haben da weniger Möglichkeiten. Hier ist es eigentlich immer das rhythmische Reiben und Drücken des männlichen Gliedes, das erst zur Erektion und dann zum Samenerguss führt.
Bei Männern sind es etwa 94%, die regelmäßig masturbieren, bei Frauen etwa 80 %.

Männer benutzen dabei weit häufiger als Frauen Pornografie als Hilfsmittel. Selbstbefriedigung bei Männern ist in der Regel mit erotischen Fantasien verbunden, die zur Luststeigerung dienen.
Bei den Frauen sind es nur etwa 50%, die bei der Selbstbefriedigung erotische Vorstellungen haben. Die andere Hälfte der Frauen genießt das Masturbieren als einen rein körperlichen Akt.

Aber wie auch immer Mann oder Frau es macht: Aus sexualwissenschaftlicher Sicht kann gar nicht genug betont werden: Onanieren ist völlig gesund. Onanieren verursacht keinerlei körperliche oder psychische Schäden und kann als solches auch nicht zur Sucht führen.

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© M.Petery.

Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Vgl. dazu den Beitrag

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Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Mein erstes Mal Sex-
Tipps für junge Frauen

Mein erstes Mal Sex- Tipps für junge Männer
Mein erstes Mal Sex-Tipps für junge Frauen

Mein erstes Mal Sex-
Häufige Fragen junger Frauen

Jede Woche bekomme ich neue Anfragen zum Thema „Mein erstes Mal Sex“. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Fragen junger Frauen. Zu den wichtigsten Fragen junger Männer geht es unter diesem Link.

„Ich hätte gern Sex, aber was passiert, wenn mein Jungfernhäutchen total anfängt zu bluten und ich richtig Schmerzen bekomme?“

Spätestens der erste Koitus führt zur Verletzung des Jungfernhäutchens, das allerdings bei vielen Frauen auch schon vorher aufgelöst sein kann, z.B. durch einen entsprechenden Druck beim Sport, insbesondere beim Reiten.

Die Verletzung des Jungfernhäutchens ist schmerzhaft- allerdings auch nicht so sehr, dass deswegen eine örtliche Betäubung oder gar eine chirurgische Entfernung notwendig wäre. Auch die Menge Blut, die dabei austritt, ist eher gering und steht in keinem Vergleich zur Blutmenge, die Sie bei Ihren Monatsblutungen verlieren.

Trotzdem ist es wahrscheinlich, dass Sie nach dem Zerreißen des Jungfernhäutchens erst einmal wenig Lust dazu haben, den Sex mit Ihrem Freund fortzusetzen. Wenn Ihr Freund dann trotzdem weitermacht, kann das tatsächlich schmerzhaft und unangenehm werden.

Daher ist es das Beste, Sie sprechen das Thema mit Ihrem Freud ganz offen an. Ja, Sie wollen den Sex mit ihm ausprobieren- und Sie beide wissen, dass das erste Mal zur Verletzung des Jungfernhäutchens führen wird. Und Sie verabreden mit Ihrem Freund die (eigentlich selbstverständliche) Regel, dass er beim ersten Mal seinen Penis sofort wieder zurückzieht, wenn es schmerzhaft wird.

Sie beide können sich sicher sein, dass die Verletzung des Jungfernhäutchens schon nach wenigen Tagen ausgeheilt ist. Und dann können Sie ohne Schmerzen in aller Ruhe ausprobieren, wie Ihnen beiden der Sex am meisten Freude macht.

„Mein erstes Mal Sex: Wenn ich mit meinem Freund schlafe, tut das nur weh.“

Sex tut jeder Frau weh, wenn die Vagina nicht genügend Scheidenflüssigkeit entwickeln konnte, die als Gleitflüssigkeit bei Eindringen des Penis dient. Vor dem Koitus ist es also sehr wichtig, dass Sie selbst bereits so sehr erregt sind, dass Ihre Scheide ausreichend feucht geworden ist. Sie beide sollten also unbedingt beim Vorspiel bleiben und mit dem Koitus noch warten, bis sich ausreichend Flüssigkeit bilden konnte

Sollten Sie körperlich zu wenig Scheidenflüssigkeit bilden, ist ein Gespräch mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt angezeigt. Möglicherweise können Sie sich nach solcher Rücksprache auch mit einem künstlichen Gleitmittel behelfen.

Es kann aber auch sein, dass Ihr Körper ganz grundsätzlich noch nicht zum Sex mit Ihrem Freund bereit ist- vielleicht deswegen, weil Sie sich noch nicht lange genug kennen und Sie in seiner Gegenwart noch nicht völlig entspannt sind und sich innerlich verkrampfen.

In diesem Fall sollten Sie mit dem ersten Sex einfach warten- solange, bis Sie selbst auf Sex mit Ihrem Freund Lust haben. Es ist völlig normal, wenn es in einer Beziehung bis zum ersten Sex einige Wochen oder auch Monate dauert- gerade dann, wenn einer oder beide Partner noch wenig Erfahrung mit Sex haben.

„Mein erstes Mal Sex: Ich bekomme beim Sex einfach keinen Orgasmus.“

Das ist ein Problem, das ich in der Praxis häufig höre. Sie stehen also keineswegs allein da.

Die wichtigste Frage, die vorab zu klären ist: Sind Sie alleine in der Lage, einen Orgasmus zu bekommen? Wenn Sie für sich alleine einen Orgasmus bekommen können, haben Sie keinerlei körperliche Probleme, welche die Ursache für den fehlenden Orgasmus beim Sex mit dem Partner sein können. Falls der Orgasmus auch alleine nicht klappt (ein eher seltener Fall), sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin über das Thema reden.

Häufig liegt die Ursache für den fehlenden Orgasmus der Frau beim Sex mit dem Partner schlicht und ergreifend an falschen Vorstellungen darüber, wie Sex zu funktionieren hat. Und die wenigsten Frauen (und auch die weigsten Männer!) wissen, dass das in der Öffentlichkeit verbreitete Ideal vom Normsex im Koitus bei vielen Frauen niemals zum Orgasmus führt.

Zu den erregunngsempfindlichsten Stellen der Frau gehört die Klitoris und der G-Punkt (vgl. Artikel Weiblicher Orgasmus- Jede Frau ist anders), nicht aber die Scheideninnenwand. Durch das bloße Eindringen des Penis in die Scheide erreichen die meisten Frauen keinen Orgasmus (auch wenn genau dieses Eindringen für sehr viele Männer das höchste aller Sexgefühle darstellt- aber übrigens auch nicht für alle!).

Viele Männer, die davon überzeigt sind, dass das Einführen des Penis (=Koitus)auch automatisch für jede Frau das höchste der Gefühle sein muss, ziehen ihre Vorstellung von Sex einfach durch und wundern sich, falls sie das überhaupt bemerken, dass die Frau nicht im genau gleichen Rhythmus ihren Orgasmus bekommt.

Im Hintergrund steht das traditionelle Ideal, dass Mann und Frau ihren Orgasmus möglichst gleichzeitig im Koitus erleben sollten.  Eine solche Gleichzeitigkeit ist aus sexualtherapeutischer Sicht ein extrem unwahrscheinliches Ereignis und auch gar nicht unbedingt erstrebenswert. Guter Sex besteht vor allem darin, dass die Partner sich gegenseitig verwöhnen und dabei unterstützen, je auf ihre Weise zu sexueller Befriedigung zu kommen.

Es ist also völlig in Ordnung, wenn  der Mann seinen Orgasmus im Koitus bekommt, die Frau aber davor oder danach durch eine andere Form des Sex, also zum Beispiel durch die Stimulation der Klitoris (durch die Zunge des Mannes oder einen Vibrator) oder auch durch eigenes festes Zusammenpressen der Oberschenkel (möglicherweise unterstützt durch eine kräftige Umarmung des Mannes).

Die Regel „Ladies first!“ kann auch beim Orgasmus hilfreich sein. Schließlich hält bei den meisten Frauen das Erregungslevel deutlich länger an (was Frauen oft auch mehrere Orgasmen hintereinander ermöglicht), während bei den meisten Männern die sexuelle Erregung nach dem Samenerguss sehr schnell abflacht- bis dahin, dass sie danach den gemeinsamen Sex ziemlich abrupt abbrechen wollen.

Wichtig ist da vor allem eines: Miteinander reden! Als Frau dem männlichen Partner ganz offen zu sagen,  wie die eigene Form des Orgasmus aussieht, und ihm zu erklären, was er am besten dazu beitragen kann, dass es klappt. Denn von sich aus kommen nur sehr wenige Männer selbst auf den Gedanken, da einmal nachzufragen.

„Mein erstes Mal Sex: Ich habe Angst, dass mich mein neuer Freund verlässt, wenn wir nicht bald richtigen Sex miteinander haben.“

Das Gelingen einer guten Beziehung liegt definitiv nicht daran, dass der erste Sex schon sehr schnell nach dem ersten Kennenlernen passiert. Das Gegenteil ist eher richtig: Wenn Partner sich auch außerhalb des Sex gut verstehen und miteinander bereits über alles und jedes geredet haben, dann fällt ihnen auch der Sex sehr viel leichter.

Wenn Ihr neuer Freud Sie zum Sex drängt, ohne dass Sie das zum jetzigen Zeitpunkt selber wollen, dann ist das nicht unbedingt eine Empfehlung für ihn. Möglicherweise hat er an der sexuellen Erfahrung als solcher mehr Interesse als an Ihrer Person. Das wäre dann für eine wirkliche Partnerschaft eine sehr schlechte Ausgangsbasis.

Möglicherweise ist es aber auch so, dass Ihr Freund Sie da gar nicht bedrängt und Sie nur selbst die Vorstellung haben, dass es in einer neuen Freundschaft schon bald zum Sex kommen muss.

Das wäre insofern wenig erstaunlich, als dass in der Öffentlichkeit fast überall die Vorstellung vorherrscht, jede Beziehung müsste grundsätzlich sehr schnell zum Sex führen.  Das mag auch in Ihrem eigenen Freundeskreis so scheinen- aber wer traut sich schon zu sagen, selber mit dem erste Sex etwas länger gewartet zu haben, wenn die Gefahr besteht, mit einer solchen Aussage irgendwie lächerlich dazustehen.

Richten Sie sich also nicht nach irgend welchen Vorstellungen, wie schnell der erste Sex kommen muss, sondern achten Sie vor allem auf sich selbst: Der erste Sex sollte erst dann sein, wenn Sie selber (und auch Ihr Freund!) es gern möchten.

Und bis zum ersten „richtigen“ Sex  gibt es gemeinsam noch eine ganze Reihe an Zwischenschritten zu entdecken, die ebenfalls aufregend sind: vom ersten Kuss bis hin zu ausgiebigem Petting (gegenseitiges Streicheln, auch mit sexueller Erregung, aber ohne Koitus). Und es ist schon fast schade, diese gemeinsame Entdeckungsreise zu schnell zurückzulegen oder ganz zu überspringen.

„Mein erstes Mal Sex: Ich würde gern Sex ausprobieren, habe aber Angst, schwanger zu werden.“

Eine ungewollte Schwangerschaft muss definitiv nicht sein! Vor dem ersten Mal sollten Sie also Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt aufsuchen und sich ausführlich darüber beraten lassen, welche Verhütungsmethode für Sie am besten geeignet ist.

Gerade für junge Frauen sind in den letzten Jahren viele neue Präparate entwickelt worden, die eine effektive Verhütung garantieren und ihren Körper wenig belasten.

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© M.Petery.
Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS:
Hier noch zwei weitere Links zum Thema:

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michael@petery.eu

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