Vorgetäuschter Orgasmus beim Mann- Sex Education Staffel 1 Folge 1

Pädophile Zwangsgedanken: Die Angst, pädophil zu sein
Vorgetäuschter Orgasmus beim Mann, Fake Orgasmus beim Mann
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Ein vorgetäuschter Orgasmus beim Mann- so beginnt die Kultserie Sex Education Staffel 1 Folge 1

Ein vorgetäuschter Orgasmus beim Mann- das klingt definitiv ungewöhnlich. Und genau mit dieser Szene beginnt die Netflix-Serie Sex Educaton Staffel 1 Folge 1 schon im Vorspann (unbedingte Filmempfehlung!!!)

Adam, Sohn des überstrengen und pedantischen Schulrektors, hat Sex mit seiner Freundin Aimee, schafft es aber nicht zu kommen. Nachdem sie sichtlich ihren Orgasmus genießt (oder vielleicht auch nur sehr gut vortäuscht???), müht er sich um ein lustvolles Stöhnen, das allerdings so unbeholfen klingt, dass ihn seine Freundin zur Rede stellt. Er leugnet erst noch, dann aber prüft sie das Präservativ: und siehe, da ist absolut nichts gekommen.

Das ist sehr peinlich für ihn: schließlich ist er stolz auf seinen Ruf, sein erregter Penis habe die Größe und den Umfang von zwei aufeinandergestellten Bierdosen. Aus Verzweiflung wirft er sich mehrere Tabletten Viagra ein, was ihm aber auch nichts bringt, da seine Freundin keinen Sex mehr mit ihm haben möchte.

Und damit ist er ein Fall für den etwas unbeholfenen Otis, der darunter leidet, Sohn einer ziemlich oberpeinlichen Sex- und Paartherapeutin zu sein. Er erklärt Adam auf der Schultoilette, dass es wohl vor allem an der von ihm selbst aufgebauten Erwartungshaltung daran liegt, warum er beim Sex so versagt.

So gestärkt, holt Adam zum Befreiungsschlag aus: in der Schulmensa besteigt er einen Tisch, entblößt sich und zeigt aller Welt die reale Schwanzgröße: nicht riesig, aber durchschnittlich und völlig in Ordnung. Das trägt ihm zwar einen Arrest durch seinen Vater ein- gleichzeitig aber funktioniert er wieder- und das Thema vorgetäuschter Orgasmus beim Mann gehört der Vergangenheit an.

Vorgetäuschter Orgasmus beim Mann- Anmerkungen aus sexualtherapeutischer Sicht

In meiner eigenen Praxis ist mir zwar noch kein Mann begegnet, der einen Orgasmus vortäuscht- das ist, wie die Szene aus Sex Education zeigt, auch nicht so leicht möglich wie bei einer Frau, da ein gelungener männlicher Orgasmus notwendigerweise auch sichtbare Spuren hinterlässt…

Ein häufiges Thema in der Sexualtherapie ist weniger ein vorgetäuschter Orgasmus beim Mann, sondern die oft auch bei jungen Männern ausbleibende Erregung, mangelnde Standfestigkeit oder das völlige Ausbleiben des Orgasmus. Wenn so etwas häufiger passiert, dann ist es sinnvoll, sich körperlich beim Urologen untersuchen zu lassen. Es könnte eine körperliche Krankheit die Ursache für die Erektionsstörungen sein. Das muss logischerweise ausgeschlossen sein, bevor ich mir psychotherapeutische Hilfe hole.

Und auch eine zweite mögliche körperliche Ursache für Erektionsprobleme sollte ausgeschlossen werden: die negative Wirkung von Alkohol und Drogen auf die männliche Potenz. Denn was weithin eher wenig bekannt ist: Alkohol und Drogen können kurzfristig die Hemmschwelle senken und durchaus auch die Lust steigern. Mittelfristig sind Alkohol und Drogen allerdings die absoluten Lustkiller, genauso auch wie Nikotin, das nach jahrelangem Konsum zu kompletter Impotenz führen kann.

Unrealistische Vorstellungen vom Sex durch Pornokonsum

Wenn alle körperlichen Ursachen ausgeschlossen sein, kann eine Sexualtherapie helfen, dass ein vorgetäuschter Orgasmus beim Mann gar nicht erst nötig ist.

Und da geht es dann um die möglichen psychischen Ursachen, z.B. um eigene Ideale und Normen beim Sex, die mit der Lebenswirklichkeit oft nur wenig zu tun haben. Das ist gerade bei jungen Männern häufig der Fall, die oft schon Jahre mit Hilfe von Internetpornos onaniert haben, bevor der erste „richtige“ Sex mit einer Frau stattfindet. Dadurch kann sich die Erwartungshaltung aufbauen, auch bei einem selbst müsse der Sex so wie im Pornofilm stattfinden: mit riesiger Erektion, unendlicher Durchhaltekraft und finalem Abspritzen. Dass fast alle Pornofilme Zusammenschnitte aus mehreren Drehtagen sind und Zusammenschnitte besonders geiler Momente sind, ist den Zuschauern in der Regel gar nicht klar.

Damit will ich Pornos nicht grundsätzlich schlecht reden: ein Porno, der gut gemacht ist und ohne sexuelle Ausbeutung produziert wurde, kann so etwas sein wie ein schönes Märchen für Erwachsene. Ein Problem entsteht erst dann, wenn ich solche Sex-Märchen für bare Münze nehme und mein eigenes Sexualverhalten an solcher Vorlage messen will.

Das Problem der One-Night-Stands

Ein weiteres typisches Problem bei jungen Männern ist, das erste sexuelle Erfahrungen oft außerhalb von Beziehungen durch One-Night-Stands oder sogar im Rahmen eines Bordellbesuchs gemacht werden. In beiden Situationen wird der Performance-Druck geradezu unermesslich hoch, nach dem Motto: Heute Abend muss der Sex klappen, inklusive rascher und lang genug anhaltender Erektion und abschließenden Orgasmus. Oder es klappt eben nicht, was dann einer gefühlten Katastrophe gleichkommt.

Besonders schlimm wird das Problem, wenn dann auch die Frau enttäuscht ist und den ausbleibenden Orgasmus des Mannes auf sich bezieht: „Findest du mich wirklich so wenig attraktiv, dass du heute Abend bei mir nicht kommst?“ Oder, noch schlimmer: die Frau geht in ihrer Frustration zum Gegenangriff über und wird beleidigend: „Glaub ja nicht, dass du bei mir noch einmal anzukommen brauchst, wenn sich da unten so wenig tut…“

Vorgetäuschter Orgasmus beim Mann: Abhilfe durch Selbstbewusstseinstraining

Solche Situationen kann sich ein Mann am besten dadurch ersparen, dass er sich ein gesundes Selbstbewusstsein aufbaut. Dass die körperliche Performance -auch bei jüngeren Männern- mal besser und mal schlechter ist, ist biologisch völlig normal und eigentlich gar keiner besonderen Erwähnung wert.

Schwierig ist nur, wenn der Mann seinen eigenen Selbstwert ausschließlich über seine sexuelle Performance zu einem bestimmten vorgegebenen Zeitpunkt definiert. Denn es kann eben sein, dass genau dieser Zeitpunkt „nicht sein Tag“ ist.

Interessanterweise definieren Männer und Frauen die männliche Potenz höchst unterschiedlich. Männer sehen ihre Potenz vor allem im körperlichen Funktionieren; Frauen beschreiben starke Männer dagegen vor allem als starke Persönlichkeiten, die selbstbewusst sind, Verantwortung übernehmen können und in einer Beziehung verlässlicher Partner sind.

Wenn ich als Mann meine Attraktivität nicht nur über das sexuelle Funktionieren definiere, sondern auch durch mein Einfühlungsvermögen, durch meine Begeisterungsfähigkeit und manchmal auch durch die Fähigkeit, mich als völlig normal darstellen zu können- dann habe ich die entscheidenden Voraussetzungen dafür gefunden, ein guter Freund und vielleicht sogar ein guter Lebenspartner und Ehemann zu werden- und es ganz bestimmt niemals nötig zu haben, als Mann einen vorgetäuschten Orgasmus produzieren zu müssen.

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© M.Petery.
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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