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Kommunikation

Schadet zu viel
Offenheit der Liebe?

Schadet zu viel Offenheit der Liebe?

Offenheit in der Liebe-
Immer alle sexuellen Wünsche aussprechen?

Ist es gut, wenn ich meinem Partner/meiner Partnerin alles erzähle, was ich an sexuellen Fantasien und Wünschen habe?
Oder schadet zuviel Offenheit der Liebe?

Eva L. (Name geändert)

Offenheit in der Kommunikation
über sexuelle Wünsche ist sinnvoll

Hallo Eva,

Prinzipiell gilt auf jeden Fall die Regel: Es ist gut, sich über sexuelle Wünsche offen auszutauschen. Denn nur, wenn ich weiss, was meinem Partner gefällt, und umgekehrt mein Partner die Bedürfnisse von mir kennt, nur dann können sexuelle Wünsche in Erfüllung gehen.

Allerdings ist Kommunikation mehr als nur das Hochhalten eines Plakates mit der Aufschrift: „Das ist, was ich will und denke!“

Damit eine Botschaft auch ankommt, ist immer auch zu beachten, wo der andere Partner gerade steht. Es kommt also nicht nur darauf an, was ich meinem Partner sage, sondern vor allem darauf, wie ich es ihm sage.
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Wichtig ist vor allem, wie ich es sage

Die Art, wie ich meinem Partner meine Wünsche mitteile, ist im Bereich Sex besonders wichtig. Eine zu direkte Form des Fragens, die nur Ja/Nein-Antworten zuläßt (wie z.B. „Sollen wir es heute mal anal machen?“ ), kann ausgesprochen kontraproduktiv sein (vgl. den Artikel: Bedürfnisse beim Sex- Wie rede ich darüber?).

Ebenso kann das direkte Mitteilen von Fantasien für den anderen ziemlich abtörnend wirken: wie z.B. „Heute habe ich beim Sex mit Dir die ganze Zeit an Filmstar xy gedacht…“

Auch wenn diese Aussage stimmt und diese Vorstellung für den Partner, der sie hat, wahrscheinlich sogar ziemlich geil ist, wird der/die andere sich wahrscheinlich fragen, ob sein eigener Part beim Sex so wenig befriedigend war, dass sein Partner jetzt zu Filmstars als Fantasie greifen muss.

Ein kleiner Unterschied in der Formulierung kann da Wunder wirken: „Der Sex mit Dr war heute überwältigend. Das war absolut filmreif, richtig großes Kino.“

So haben Sie Ihren Partner in Ihre Fantasie mit hineingenommen- und möglicherweise haben Sie beide Lust, beim gemeinsamen Sex das nächste Mal noch weiter in die Welt des großen Kinos einzutauchen. Vielleicht, indem Sie dann auch noch den passenden Soundtrack im Hintergrund spielen lassen?

Dann hätte sich die Mitteilung der Kino-Fantasie auf jeden Fall gelohnt!

Gemeinsam sexuelle Fantasien entdecken

Die Kommunikation über sexuelle Fantasien (und nicht nur darüber!) gelingt um so besser, je mehr Sie Ihren Partner und seine möglichen Bedürfnisse in Ihre eigenen Gedanken einbeziehen.

Vor dem Beginn des Redens über sexuelle Fantasien und Wünsche, ist unbedingt sinnvoll, sich für einen kurzen Moment in die Rolle des anderen zu versetzen: Gibt es für meinen Partner grundsätzlich eine Möglichkeit, sich an meiner Fantasie zu beteiligen? Oder wird meine Fantasie ihn im schlimmsten Fall sogar vor den Kopf stoßen oder anekeln?

Lohnen wird sich die Aussprache dann, wenn Ihr Partner die Möglichkeit hat, sich in die Fantasie mit einzuklinken, wenn es also eine Fantasie ist, die prinzipiell nicht nur für Sie, sondern auch für Ihren Partner spannend und anregend sein kann.

Wenn Sie solche sexuelle Fantasien oder Wünsche haben, bei denen Sie sich vorstellen können, dass sie auch für Ihren Partner interessant sein können, dann sollten Sie nicht zögern, bei der nächsten passenden Gelegenheit mit ihm darüber zu sprechen!
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Mit herzlichem Gruß

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Bedürfnisse beim Sex-
Wie rede ich darüber?

Bedürfnisse beim Sex
Bedürfnisse beim Sex

Bedürfnisse beim Sex-
die Schwierigkeit, darüber zu reden

Bedürfnisse beim Sex- darüber zu reden macht vielen Menschen große Schwierigkeiten. Das liegt gleich an einer ganzen Reihe von Gründen

  • Die eigene Scham
    Bin ich pervers, wenn ich diese oder jene neue Spielart des Sex ausprobieren möchte (z.B. Fetish oder BDSM)?
  • Die Angst, vom Partner verletzt zu werden
    Der Partner/ die Partnerin könnte ja sagen: „Was? Das willst du ausprobieren? Für so pervers hätte ich dich niemals gehalten.“
  • Die Furcht, selber den Partner zu verletzen
    Der Partner/ die Partnerin könnte durch meine Anfrage beleidigt sein und meinen:
    Ach so, unser bisheriger Sex hat dir also nicht richtig gefallen. Und ich dachte immer, wir hätten es rundum schön miteinander.“
  • Bedürfnisse beim Sex-
    Warum es wichtig ist, darüber zu sprechen

    Alle diese drei Gründe können uns davon abhalten, mit unserem Partner/unserer Partnerin über unsere eigenen Bedürfnisse beim Sex zu reden. In jedem Fall ist das schade.

    Wenn ich nicht über eigene, noch unerfüllte Bedürfnisse beim Sex spreche, werde ich niemals diese Bedürfnisse von meinem Partner/ bei meiner Partnerin befriedigt bekommen. Verschwinden werden diese Bedürfnisse dadurch nicht. Viele Männer und Frauen gehen deswegen fremd, weil sie hoffen, in einer Affäre das zu erleben, was sie ihrem Partner/ihrer Partnerin nicht zu sagen trauen.

    Ohne das Thema Bedürnisse beim Sex anzusprechen, erfahre ich selber auch nicht, was meinem Partner/meiner Partnerin vielleicht gefallen würde und wir bisher (noch) nicht gemacht haben.

    Wenn ich mich nicht traue, mit meinem Partner/meiner Partnerin über meine Bedürfnisse beim Sex zu reden, dann kann sich das leicht zur Vorstellung auswachsen, mein Partner/meine Partnerin würde mich als der, der ich bin, nicht verstehen können: auf sexuellem Gebiet und möglicherweise auch auf anderen Gebieten des gemeinsamen Zusammenlebens. Wenn sich diese Vorstellung bildet, wird die gemeinsame Kommunikation immer schwieriger.

    Bedürfnisse beim Sex-
    Es ist gut, eigene Bedürfnisse zu kennen

    Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie unerfüllte sexuelle Bedürfnisse haben. Das ist z.B. dann der Fall, wenn in einer Beziehung beide Partner darüber klagen, dass ihnen der gemeinsame Sex langweilig und zu einer mehr der weniger lästigen Routine geworden ist. Dann haben beide offensichtlich noch nicht gemerkt, dass es ihr Bedürfnis wäre, beim Sex einmal etwas Neues auszuprobieren.

    Hier kann der Vergleich mit dem täglichen Mittagessen helfen. Natürlich kann ich mich über Jahre mittags mit Kartoffelsuppe und Salat ernähren, und mein Hunger wird auch irgendwie gestillt sein. Das aber fände wohl jeder langweilig und würde sagen: Warum nicht auch einmal etwas anderes essen?

    Das gleiche gilt für den Sex: Es muss nicht immer das eigene Schlafzimmer sein, es muss auch nicht immer der Koitus in Missionarsstellung sein, der irgendwie möglichst schnell bis zum Ende durchgezogen wird, oder irgendeine andere sexuelle Routine, die sich irgendwann im Laufe der Beziehung festgeschrieben hat und nun nach dem immer gleichen Drehbuch abläuft.

    Selbst zu bemerken, dass Ihnen neue Formen und Rituale des Sex Spass machen könnnen, ist der erste Schritt zu einem reicheren Sexualleben.

    Bedürfnisse beim Sex-
    eigene Bewertungen als Hindernis

    Es wäre sehr schade, solche neu erkannten Bedürfnisse aus Scham sogleich mit dem Etikett der Perversion zu belegen: Niemand sich trauen, dem eigenen Partner/der eigenen Partnerin sexuelle Wünsche vorzustragen, wenn er sie selbst als „pervers“ empfindet.

    Diese Träume ließen sich, wenn überhaupt, dann nur noch in einem Umfeld außerhalb der eigenen Beziehung ausleben, welches dann ebenfalls als irgendwie „pervers“ empfunden wird, sei es nun in einem Bordell oder bei einer Affäre.

    Bedürfnisse beim Sex-
    Wie sag ich´s meinem Partner?

    Patentrezepte für eine gelungene Kommunikation über Sex gibt es nicht. Jeder Mensch ist anders, und in jeder Beziehung gibt es unterschiedliche Kommunikationsstile.

    Die klassische Frage: „Hättest du mal Lust, xyz auszuprobieren?“ ist sicher nicht schlecht, kann aber für beide Seiten etwas zu direkt und schambelastet sein. Denn schließlich läßt sich so eine Frage nur mit Ja oder Nein beantworten, und das Ja kann ein Gefäliigkeits-Ja sein, um den anderen nicht zu verletzen (was langfristig keinen Lustgewinn bringt), und das Nein kann so stark als Abfuhr empfunden werden, dass danach nie wieder eine solche Frage kommen wird.

    Möglicherweise ist es besser, sich erst einmal ganz allgemein über die wechselseitigen Fantasien zu unterhalten: Was sind denn für dich Vorstellungen, die dich erregen?

    Auch Grenzen könnten in einem solchen Gespräch abgeklärt werden, ohne dass es zu einer Zurückweisung kommt: Ist z.B. Analsex etwas, was du dir vorstellen könntest, in deinem Leben einmal auszuprobieren oder nicht? Bei einem solchen Austausch kann beiden Partnern deutlich werden, wo neue Spielräume für den Sex liegen- und das, ohne dass einer dem anderen durch ein Nein verletzt.

    Gleichzeitig ist es bei einem solchen Gespräch der Vorteil, dass nicht nur ein einziger Vorschlag gemacht wird, der angenommen werden kann oder abgelehnt. Sondern es geht darum, das Feld neuer Möglichkeiten insgesamt zu durchloten- und dann, so wie es beiden Spass macht, die eine oder andere sexuelle Fantasie Wirklichkeit werden zu lassen.

    Und was tun, wenn ich mich absolut nicht traue?

    Nachdem sexuelle Bedürfnisse definitiv zu den menschlichen Grundbedürfnissen gehören und die Erfüllung dieser Bedürfnisse entscheidend zur Lebensqualität jedes Menschen beiträgt, ist es definitiv sehr wichtig, diese Bedürfnisse gegenüber dem Partner aussprechen zu können. Wenn also die eigene Scham oder Schüchternheit so groß sind, dass diese Kommunikation nicht klappt, dann ist es auf jeden Fall sinnvoll, als Paar oder auch einzeln Hilfe bei einem erfahrenen Therapeuten zu suchen.

    Denn Kommunikation über Bedürfnisse ist relativ leicht zu lernen. Die Nichterfüllung der eigenen sexuellen Bedürfnisse in der eigenen Beziehung dagegen ist etwas, das beiden Partnern sehr viel Lebensfreude und Lebensqualität wegnimmt. Und das muss ganz bestimmt nicht sein.

    Wenn Sie Fragen dazu haben: Ich freue mich, wenn Sie mich per Mail oder Telefon kontaktieren.

    Mit herzlichem Gruß

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    PS: Verwandte Artikel zu diesem Thema finden Sie unter dem Schlagwort Sexrhythmus.
    Mehr dazu außerdem in meinem Interview Reden über Sex.

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    Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.